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2188: Gekapert

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Die SOL ist im Ersten Thoregon unterwegs zu der Welt Tulacame 2, der in ein Zeitstasisfeld gehüllt ist. Dort wartet das Volk der Algorrian darauf, von Curcaryen Varantir und Le Anyante aus seinem Dornröschenschlaf erweckt zu werden. Die beiden Liebenden der Zeit bringen der Besatzung der SOL herzlich wenig Wertschätzung entgegen. Sie können mit der Art der Galaktiker, Entscheidungen auf der Basis von Diskussionen unter Gleichberechtigten zu treffen, nichts anfangen. Sie sind der Meinung, daß den Anweisungen des Stärksten und Intelligentesten widerspruchslos zu folgen ist - und dafür halten sich selbstverständlich Curcaryen und Le Anyante, deren technische Fähigkeiten alle hochmodernen Einrichtungen der SOL zu Makulatur degradieren. Die Solaner sind für sie nichts anderes als unfähige Handlanger, die man nach Strich und Faden herumkommandieren kann. Daher fordern sie das Kommando über die SOL. Um die beiden hinzuhalten und mehr Verständnis für die Galaktiker in ihnen zu wecken, versuchen Ronald Tekener und Dao-Lin-H'ay mit Tricks, Kniffen und Argumenten zu den beiden Algorrian durchzudringen. Das ist alles andere als einfach, denn die Arroganz der Zentauren ist beispiellos. Ein besonderes Problem haben die beiden mit Atlan, denn wegen seiner arkonidischen Art, im Zustand der Erregung Augensekret abzusondern, nennen sie ihn nur den Flenner... Daß ausgerechnet er ein Zellaktivatorträger und schon jenseits der Materiequellen gewesen sein soll, übersteigt ihr Verständnis. Erst als Curcaryen sich ausgiebig in SENECAs Datenspeichern umzusehen beginnt, beginnen die Algorrian den Galaktikern diese Dinge allmählich zu glauben.

Aber erst, als Tulacame 2 erreicht wird, kommt es zu einer echten Wende im Verhältnis zwischen den Algorrian und den Solanern. Irgend etwas stimmt nämlich mit dem Zeitfeld nicht und der Raum um das System herum ist völlig verlassen. Die Algorrian begeben sich, begleitet von Ron und Dao, zu der Raumstation STASIS 01 und schalten das Zeitfeld ab, das von dieser Station erzeugt wird. Dann landet man auf dem Planeten. Dieser ist allerdings restlos entvölkert und unbewohnbar, es gibt kaum noch Einrichtungen der Algorrian und selbst die Atmosphäre hat sich als Schnee auf seiner Oberfläche niedergeschlagen. Offensichtlich wurde STASIS 01 von Helioten manipuliert und der Effekt des Zeitfeldes wurde umgekehrt. Somit sind auf Tulacame 2 unvorstellbar viele Jahrmilliarden vergangen und die Algorrian sind ausgestorben. Die Erkenntnis, die letzten ihres Volkes zu sein, versetzt Curcaryen und Le Anyante einen solchen Dämpfer, daß sie fortan bereit sind, partnerschaftlich mit den Solanern zusammenzuarbeiten.

Währenddessen hat Alaska Saedelaere mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Sein Cappin-Fragment wird durch einen unbekannten Einfluß zu erhöhter Aktivität angeregt, was ihm schwer zu schaffen macht. Alaska glaubt zu spüren, daß seine Anfälle schlimmer werden, wenn er sich dem SOL-Mittelteil nähert und begibt sich deshalb auf eine Expedition in diesen immer noch geheimnisumwitterten und weitgehend unerforschten Bereich. Unterwegs trifft er die Dookies, die ihm eine Handvoll Mikrosonden aufnötigen, damit er alle ungewöhnlichen Dinge, die er zu sehen bekommt, für sie aufzeichnen kann. Als das Zeitfeld von Tulacame 2 deaktiviert wird, erleidet der Transmittergeschädigte einen Schock und wird bewußtlos. Als er wieder zu sich kommt, stellt er fest, daß die Minikameras irgend etwas aufgezeichnet haben. Man kann für kurze Zeit ein Konstrukt aus fünf blaßgelben Kuppeln erkennen. Jede Kuppel ist ca. zehn Meter hoch und hat einen Durchmesser von sechs Metern. Sie liegen wie ein verschnürtes Fünfeck Wandung an Wandung, zusammengehalten von vier einen halben Meter dicken Reifen. Es ist auch so etwas wie eine Tür oder ein Schott erkennbar. Alaska verständigt die Schiffsführung und jetzt hat Atlan keine Wahl mehr, als von seinem ähnlichen Erlebnis im SOL-Mittelteil zu berichten. Um den oder die Unbekannten aus der Reserve zu locken und im günstigsten Fall aus dem Schiff zu vertreiben, entschließt man sich zu drastischen Maßnahmen: Die SOL-Zellen werden vom Mittelteil abgekoppelt, die Besatzung wird evakuiert und das Mittelteil wird mit deaktivierten Schutzschirmen in die nächste Sonne gesteuert. Atlan will mit dem Rest der Schiffsführung bis zum letzten Augenblick an Bord bleiben. Bevor es allerdings zum Äußersten kommt, greift SENECA ein. Er behauptet, er habe eine Überrang-Order erhalten (von wem, verrät bzw. weiß er nicht) und fliegt das Mittelteil wieder aus der Sonne heraus. Bittere Erkenntnis für die Solaner: Die Streitereien mit den Algorrian um die Frage, wer auf der SOL das Sagen haben soll, waren sinnlos, denn in Wirklichkeit war das Generationsschiff war offenbar schon seit geraumer Zeit - von den Solanern unbemerkt - in fremder Hand. Ein Versuch, mit Hilfe der überlegenen Algorrian-Technik ins virtuelle Innere von SENECA vorzudringen (Cyberpunk und Die Matrix lassen grüßen), bringt keinen Erfolg. Ein übermächtiger Avatar erscheint und schleudert Curcaryen, Atlan, Tek und Dao zurück.

Kommentar:

Die Algorrian sind ruppig wie eh und je und wie die genervten, aber eine Engelsgeduld beweisenden Solaner mit den beiden Ätzpickeln umgehen, ist einfach herrlich geschrieben. Da Leo Lukas auf Slapstickeinlagen und Wortverdreherei weitestgehend verzichtet, dafür aber immer wieder wunderbar absurde Situationen beschreibt, die man sich mal bildlich vor Augen führen muß, ist der Roman astreine Unterhaltung. Wenn es nach mir geht, dürften alle Romane mit den Algorrian (und natürlich auch mit Roxo Quatron und seinen Kumpanen) nur noch von Leo Lukas geschrieben werden!

Die SOL bleibt geheimnisvoll. Handelt es sich bei den Unbekannten im Mittelteil noch um Überbleibsel aus der Kosmischen Fabrik? Atlan hat vermutlich schon einmal mit ihnen verhandelt und ist zu einer Einigung mit ihnen gekommen - aber worin diese besteht, bleibt zunächst einmal völlig unklar. Klar dagegen dürfte sein, daß die Solaner entgegen dieser Vereinbarung ihre Finger NICHT vom SOL-Mittelteil lassen werden...

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