Zurück zur Übersicht
Weiter zu Nr. 2186
Zurück zu Nr. 2184


2185: Souverän der Vernunft

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Bei der Untersuchung der 160.000 Jahre alten Sonde zerfällt diese zwar zu Staub, aber die in ihr enthaltenen Daten können geborgen werden: Es handelt sich um das Logbuch der JOURNEE. Nach dem Sturz durch die Schmerzwechte wird das schwer beschädigte Schiff notdürftig repariert, aber eigentlich ist allen von Anfang an klar, daß sie nicht wieder in die Relativzukunft zurückkehren werden. Aus Funksprüchen erfahren sie von den Angriffen der Inquisition der Vernunft auf die zerschlagenen Reste des Reichs des Glücks. Besonders die Eltanen haben darunter zu leiden: Die Tonkihn wollen dieses Volk ausrotten. Als die Triebwerke soweit wieder instandgesetzt sind, daß die JOURNEE überlichtflugtauglich ist, wagt Zim November die Rückkehr ins Oika-System, wo die TEFANI mit ihrer Zeitmaschine stationiert ist. Unterwegs explodiert eine Energieweiche und setzt eine Kettenreaktion in Gang, durch die der ohnehin halbwracke Kreuzer fast völlig vernichtet wird. Immerhin ist man durch diesen kurzen Flug in die Nähe eines Sauerstoffplaneten gelangt, mit allerletzter Kraft gelingt die Notlandung. Der Preis ist hoch: Die Hälfte der 80-köpfigen Besatzung stirbt, unter den Toten sind auch Vorua Zaruk und Cita Aringa. Immerhin kann eine Space-Jet, deren Überlichttriebwerke noch intakt sind, aus dem Wrack der JOURNEE geborgen werden. Mit einer zehn Mann starken Besatzung macht sich die Jet, die man auf den Namen GOOD HOPE tauft, auf dem Weg, um bei den Eltanen Hilfe zu suchen.

Dann erscheint ein AGLAZAR und vernichtet das Wrack der JOURNEE (deren Notrufsender noch aktiv ist und den Katamar vermutlich angelockt hat), wobei erneut einige Menschen den Tod finden - die neun Überlebenden, darunter auch Raye Corona und Grek-665˝, werden von dem AGLAZAR aber ignoriert. Sie werden wenig später von einem Eltanenschiff gerettet, das die Vernichtung der JOURNEE geortet hat. Zim und seine Begleiter werden zu dem Eltanen und neuen VAIA-Verkünder Jo Vampuce in die Calditischen Paläste gebracht. Der Verkünder steht in seinem Kampf gegen die Inquisition auf verlorenem Posten, schon allein deshalb, weil er über kaum irgendwelche militärischen Fähigkeiten verfügt. Er vertraut den Terranern, weil er durch Anguela schon von ihnen gehört hat - allerdings weiß er nicht, daß sie aus der Zukunft kommen. Zim November steigt schnell zum obersten militärischen Befehlshaber der letzten Thatrix-Streitkräfte auf. Er hilft bei der Rettung der Eltanen mit, deren Planeten systematisch von AGLAZAREN vernichtet werden. Er erfährt, daß VAIA nicht tot ist: Wenn ihr im PULS isolierter Körper aus seinem Koma erwachen würde, könnte er seine Bewußtseinsfragmente, die als Schmerzwechten durch Tradom treiben, wieder an sich ziehen. Dies wissen übrigens auch Cairol und die Führer der Inquisition. Er erhält auch Kenntnis von einigen Projekten des Vaianischen Ingenieurs Rintacha Sahin: In der uns als Auge-B bekannten Glutzone in der Nähe des PULSES befindet sich die Station SAHINS STERN, von der aus ein permanenter Korridor in den PULS geschaltet werden soll. Diese Station ist - ebenso wie einige Hunderttausend PULS-Forts und die Fensterstationen - eine Hinterlassenschaft der Quevayaan und wurde von Sahin nur ausgebaut. In SAHINS STERN arbeitet auch die geniale eltanische Wissenschaftlerin Coprada Jitto. Man beachte den Namen! Zim gibt dieser Wissenschaftlerin den Anstoß für die Entwicklung des CoJito-Planetenjäges und des Paradim-Panzerbrechers, durch den allein in 160.000 Jahren der erste terranische Erfolg im Kampf gegen das Reich Tradom erreicht werden konnte… Grek macht sich unterdessen an die Konstruktion der Sonde, die dann mit dem Logbuch der JOURNEE ausgesetzt wird. Eine zweite Sonde ist in Arbeit.

Zim muß auch dafür sorgen, daß insbesondere das eltanische Schiff TEFANI, in dem an Rintacha Sahins Zeitmaschine gearbeitet wird, nicht in Gefahr gerät. Außerdem löscht er brisante Daten aus den Speichern der Calditischen Paläste, da er weiß, daß diese bald der Inquisition in die Hände fallen werden. Mit diesen Aktionen verliert er aber Jo Vampuces Vertrauen und wird als Kommandeur abgesetzt. Wenig später greift die Inquisition das letzte Sonnensystem an, in dem noch Eltanen leben, die noch nicht evakuiert werden konnten. Jo Vampuce begibt sich mit den Calditischen Palästen dorthin und geht einer Viertelmillion AGLAZAREN in die Falle. Die Terraner erhalten einen Eltanenraumer, die POTTON, mit dem sie sich in Sicherheit bringen können. Der als Souverän der Vernunft agierende Sickz Uknadi bietet Vampuce einen Handel an: Er bekommt eine kurze Frist, um so viele Eltanen wie möglich in Sicherheit zu bringen, im Austausch dazu muß er ihm die Calditischen Paläste aushändigen. Auf diese Weise fallen die Paläste, die umgehend in die FESTUNG DER INQUISITION umfunktioniert werden, dem Tonkihn unbeschädigt - wenn auch weitgehend ausgeräumt - in die Hände. In Anguelas Kabine findet Uknadi acht Passantum-Armbänder, mit denen er aber zunächst nichts anfangen kann, weil er ihre Funktion nicht kennt und auch nichts von der Brücke in die Unendlichkeit weiß.

Zim und seine Leute erleiden bald darauf einen weiteren Schicksalsschlag: Die POTTON wird von AGLAZAREN angegriffen und fast vernichtet, bevor ihr die Flucht in den Hyperraum gelingt. Alle Besatzungsmitglieder erleiden schwere bis schwerste Verletzungen, auch Raye Corona hat schwere Verbrennungen erlitten. Die POTTON stürzt auf einer Sauerstoffwelt ab. Was für ein Zufall: Es ist eine Welt der Genetiker von Kaaf, die nicht nur die Urväter aller Quintanen-Völker Tradoms sind, sondern vermutlich auch diejenigen, die die Konquestoren und die Rudiment-Soldaten erschaffen haben. Und wir wissen ja: Beides sind Terraner-Abkömmlinge…

Kommentar:

In diesem Roman wird immer wieder von den letzten 9 Überlebenden der JOURNEE gesprochen. Und was ist mit den 10 Leuten, die mit der GOOD HOPE abgeflogen sind? Die werden überhaupt nicht mehr erwähnt - komisch. Ansonsten haben wir hier wieder einen tollen, spannenden Roman vor uns, in dem meinen favorisierten Protagonisten übel mitgespielt wird. Leute: Wenn ihr Raye Corona was antut, gibt es Ärger! Schade um die JOURNEE und ihre Besatzung, die ja im Andromeda-Taschenbuchzyklus wichtige Rollen hatten.

Übrigens verstehe ich nicht so recht, warum Sickz Uknadi den Auftrag gibt, bei jedem Tributkastell eine Säule mit Anguelas Auge zu errichten. Okay, durch diese Säule sollen die Tradomer an ihre glorreiche Vergangenheit erinnert werden, aber wollte die Inquisition der Vernunft nicht mit allen Hinterlassenschaften des Reichs des Glücks radikal aufräumen? Warum dann die Erinnerung an den ärgsten Widersacher der Inquisition in Ehren halten?

Zurück zur Übersicht
Weiter zu Nr. 2186
Zurück zu Nr. 2184