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2184: Orakel in Gefahr

Autor: Arndt Ellmer

Inhalt

Die in der Nähe des Sternenfensters aufgefundene Sonde aus der Vergangenheit, die die Kennung der JOURNEE ausstrahlt, wird unter hohen Sicherheitsvorkehrungen auf die LEIF ERIKSSON gebracht und untersucht. Das Objekt ist tatsächlich ca. 160.000 Jahre alt und trotz seiner schweren Panzerung aus 20 Zentimeter dickem Eltanit nicht unbeschädigt. Es besteht aus zwei aneinandergesetzten Staubseglermodellen, von denen jeder eine Kapsel mit einem Datenspeicher enthält. Die Auswertung der Daten dauert einige Zeit. Rhodan trifft sich unterdessen mit Ascari da Vivo und vereinbart mit ihr das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Reich Tradom. Rhodan plant einen umfassenden Schlag: Alle sechs nicht von den Galaktikern kontrollierten Sternenfenster sollen vernichtet werden, eine Eroberung würde zu lange dauern und zu viele Kräfte binden. Ungefähr zur gleichen Zeit fangen Roxo Quatron und seine drei Begleiter, die mit dem CoJito-Planetenjäger in der Südseite Tradoms unterwegs sind, einen ultrakurzen Hyperimpuls. Dieser enthält neben unverständlichem Rauschen noch die zwei Worte "VAIA-Dhasaren" - und wie wir wissen, kann in der Gegenwart eigentlich niemand mehr diese Begriffe kennen (ein Dhasaren ist der Verkünder der Superintelligenz VAIA - der letzte Verkünder war Anguela Kulalin). Der Funkspruch kommt aus dem Zentrum der Minullu-Allianz, einem Zusammenschluß verschiedener Tradom-Völker (hauptsächlich Medilen), die sich gegen die noch nicht ganz geschlagenen Machthaber des Reichs Tradom auflehnen. Der Sender muß irgendwo im Sharam-System stehen. Als die Jankaron dort ankommen, finden sie eine auf Hochtouren laufende Rüstungsindustrie vor, die ein Kampfschiff nach dem anderen ausstößt. Neuankömmlinge wie der CoJito-Jäger werden zwar registriert, können sich aber ohne Kontrollen zur Hauptwelt des Systems, dem Planeten Sharamandie, begeben, um sich als Besatzung für die neuerbauten Schiffe anheuern zu lassen.

Die Jankaron landen auf Sharamandie und gehen dem Hyperimpuls nach. Sie nehmen Kontakt mit den Ureinwohnern des Planeten auf. Die Krun, die man sich wohl wie Ents aus "Der Herr der Ringe" vorstellen muß, und die in Gebäuden leben, die wie Lebkuchenhäuser aussehen, haben ein geheimnisvolles Orakel, das nur alle zehn Jahre besucht werden darf. Der Standort des Orakels ist identisch mit der Quelle des geheimnisvollen Funkimpulses. Bei Nacht und Nebel schleichen die vier Vogelwesen sich in die aus Wurzeln gebildete Höhle, in der das Orakel sich befindet. Dort finden sie ein linsenförmiges Nebelfeld vor. Kaum nähern sie sich ihm, da fangen sie erneut einen Funkspruch auf: In der Sprache des Reichs des Glücks werden ihnen drei Fragen gestellt, die nur jemand beantworten kann, der in der Zeit der Thatrix-Zivilisation gelebt oder sie zumindest kennengelernt hat. Da die Jankaron mit Rhodan in der Vergangenheit gewesen sind, können sie die Fragen richtig beantworten. Das Nebelfeld verschwindet und es erscheint ein transparentes, linsenförmiges Gebilde, das mit Aggregatblöcken ausgefüllt ist. Roxo Quatron betritt die sich öffnende Linse und findet im Inneren eine aufgebahrte, spindeldürre Gestalt vor, deren Körper mit golddurchwirkten Binden umwickelt ist. Das Wesen trägt einen goldenen Stab, hat ein silbernes Stirnband und ein schwarzes Passantum. Kein Zweifel: Dies ist Anguela! Und - er lebt, ist aber nicht bei Bewußtsein.

Plötzlich wird Sharamandie von einer Flotte reichstreuer Truppen angegriffen: Massenweise Valenterschiffe, außerdem hundert Aglazare fliegen den Planeten an und können von den Flotten der Minullu-Allianz nicht aufgehalten werden. Mit von der Partie ist ein raketenförmiges Objekt, elf Kilometer lang und zweieinhalb Kilometer dick: Trebucks Hort. Dieser landet auf Sharamandie. Roxo Quatron holt Anguela aus seiner Hibernationskammer, in der er noch ein paar Spionsonden anbringt, dann schlagen die Jankaron sich zu ihrem Jäger durch. Landetruppen der Valenter überschwemmen die Hauptstadt, schießen alles zusammen, was sich ihnen in den Weg stellt und bedrängen die Jankaron schwer. Plötzlich ziehen sie sich aber zurück, um einer seltsamen Prozession den Weg frei zu machen: Einige hundert verwachsene, entstellte Valenter transportieren eine Art Gondel, ein tiefschwarzes, schwebendes Ei, in Richtung des Tempels, in dem Anguelas Kapsel sich befindet. Von dem Ei geht eine übermächtige mentale Kraft aus, die allen in der Nähe befindlichen Wesen das Leben aussaugt. Nur die verkrüppelten Valenter bleiben davon verschont und die Jankaron kommen nur knapp davon. Über die Spionsonden kann Roxo Quatron ein humanoides Wesen erkennen, das die Hibernationskammer betritt. Sein Gesicht bleibt jedoch verborgen. Die Übertragung fällt aus, als die Kammer sich in einer gigantischen Explosion selbst vernichtet. Die Jankaron haben keinen Zweifel daran, daß sie einen Inquisitor gesehen haben und daß dieser in der Explosion umgekommen ist.

Die Raumschlacht im Sharam-System ist entschieden, als starke Verbände der Terraner und Posbis auftauchen. Diese haben offenbar ebenso wie die Tradom-Truppen ebenfalls den Funkspruch aufgefangen, der auch die Jankaron hierher gelockt hat. Da die Tradomer nicht an eine Aufgabe denken, werden sie schnell dezimiert - auch Zebucks Hort wird vernichtet. Anguela wird auf die LEIF gebracht. Er ist zwar immer noch ohne Bewußtsein und extrem entkräftet, wird aber durchkommen. Gucky kann bestätigen, daß Anguela "echt" ist. Von Ascari erhält Rhodan die Meldung, daß alle Fensterstationen in Tradom vernichtet sind. Die Inquisition ist also von jeglichem Nachschub abgeschnitten und die AGLAZARE, die in den fernen Kolonien unterwegs sind, werden somit nicht mehr lange handlungsfähig sein. Somit dürfte es für die unterdrückten Völker dort bald nicht mehr schwer sein, sich zu befreien. Jetzt bleibt nur noch eins zu tun: Die Datenspeicher aus der Vergangenheit, die vermutlich das Logbuch der JOURNEE enthalten, müssen dekodiert werden.

Kommentar:

Es würde mich mal interessieren, wie Anguela es so schnell schaffen konnte, eine Möglichkeit zu finden, der tödlichen Strahlung des explodierten Ultramagneten zu entgehen. Der Guyar könnte Anguela sein - er könnte aber auch der von den Tonkihn und den Genetikern von Kaaf hergestellte Anguela-Klon sein, von dem Rhodan & Co. noch nichts wissen. Da ist also Vorsicht angebracht.

Zum Roman selbst ist nicht viel zu sagen, außer daß Arndt Ellmer es nicht schafft, die Jankaron genauso sympathisch und leicht ausgeflippt zu schildern wie Leo Lukas. Warum die Krun ausgerechnet in Lebkuchenhäusern wohnen müssen, wird wohl Ellmers Geheimnis bleibenů

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