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2182: Der THOREGON-Plan

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Weiter geht es mit der Geschichte der zahllosen Reinkarnationen der "Liebenden der Zeit". THOREGON schließt mit den Kosmokraten einen Stillhaltevertrag, wie wir ihn schon von ES her kennen. Während die Superintelligenz den PULS stabilisiert, erschaffen die Algorrian eine ständige Verbindung zur Außenwelt. Mit Hilfe dieses Tunnels wird den THOREGON-Sonnen außerdem stetig Materie aus dem Standarduniversum zugeführt. Die Sonnen brauchen diese "Verjüngungskur", da sie ansonsten irgendwann kollabieren würden. Dann erhalten die Potenzial-Architekten eine neue Aufgabe von der Superintelligenz. Sie sollen eine "Brücke in die Unendlichkeit" bauen, also ein Transportsystem, das den Zeitbrunnen zumindest ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen sein soll. So entstehen im Laufe von Jahrhunderttausenden die Pilzdome als Eckpfeiler der Brücke und die Brücke selbst. Diese erhält ein betont schlichtes sichtbares Design, damit ihren Benutzern die eigene Bedeutungslosigkeit im Angesicht des Kosmos bewußt wird - oder so ähnlich. Die Mega-Dome sollen den Transport von Raumschiffen ermöglichen, außerdem sollen in den dortigen "Krempenstädten" THOREGONs Väter, also die eigentlich in einer Parallelrealität lebenden Raum-Zeit-Ingenieure, untergebracht werden.

Die Algorrian stellen sich diesen technischen Schwierigkeiten nur zu gern, da sie solche Herausforderungen benötigen, um nicht in Stagnation oder sogar Dekadenz zu verfallen. Maßgeblich an der Entwicklung beteiligt sind natürlich stets Curcaryen und Le Anyante, die mit Pausen von mehreren Jahrtausenden immer wieder in neuen Körpern erwachen. Als die Algorrian jedoch begreifen, welche Zwecke THOREGON eigentlich verfolgt, ist das Entsetzen groß, denn die Superintelligenz verstößt bewußt gegen den mit den Kosmokraten geschlossenen Vertrag. Die Algorrian werden u.a. damit beauftragt, einen Mega-Dom im PULS der Mächtigkeitsballung von ESTARTU zu installieren. So haben sie nicht nur Gelegenheit, die Kämpfe mit den Mundänen und ein hantelförmiges Raumschiff (die SOL) zu beobachten, sondern sie begreifen auch, daß THOREGON seinen Einflußbereich durch die Installation der Mega-Dome ausweiten will - und der Dom, der in der NACHT installiert wird, ist nicht der erste seiner Art! Als die Algorrian begreifen, daß sie sich von einer Abhängigkeit in die andere begeben haben und von THOREGON nur ausgenutzt werden, setzt erneut eine Degeneration ein, die das ganze Volk betrifft. Im Grunde sind die Algorrian nur ein weiteres Hilfsvolk wie die vielen verschiedenen Völker, die auf den zahlreichen Planeten der THOREGON-Sonnen im Lauf der Zeit entstehen und vergehen - den Status von Gleichberechtigten neben der Superintelligenz, den sie anfangs zu haben glaubten, hatten sie in Wirklichkeit nie.

Curcaryen entwickelt einen Stasisprojektor, mit dem der gesamte Heimatplanet der Algorrian in ein Feld gehüllt wird, das den Zeitablauf einfriert. Auf diese Weise soll die Degeneration der begnadeten Techniker zumindest pausiert werden. Einige tausend Algorrian verbleiben außerhalb des Stasisfelds und richten sich in der Stadt Aldarimme auf Arth Chichath ein. Währenddessen übernehmen die von den Algorrian verachteten Mochichi deren technisches Erbe, ohne es jedoch wirklich zu beherrschen. Der Superintelligenz scheint das zu genügen, denn die Produktion der Pilzdome läuft mittlerweile routinemäßig und automatisch. Den Ausschlag dafür, daß die letzten Algorrian sich endgültig gegen ihren ehemaligen Partner wenden, gibt eine spektakuläre Aktion THOREGONS: Diese schleppt die sterbende Superintelligenz KABBA in den PULS und erschafft aus deren Überresten ein "Analog-Nukleotid". Die Algorrian verweigern ihre Mitarbeit und fördern stattdessen den Widerstand, der sich auch im Volk der Mochichi regt. Zu diesem Zweck konstruieren sie Tarnbänder, mit denen man sich der mentalen Kontrolle durch die Helioten entziehen kann. THOREGON reagiert, indem sie die Raumschiffe der Algorrian von den jetzt erstmals auftretenden Kattixu konfiszieren läßt. Somit können die Algorrian Arth Chichath nicht mehr verlassen. Die frustrierten Zentauren hören auf sich zu vermehren - somit ist auch die nochmalige Wiedergeburt von Curcaryen und Le Anyante gefährdet. Damit irgendwann überhaupt noch ein Algorrian da ist, der den immer noch im Stasisfeld liegenden Planeten Tulacame 2 befreien oder sich zumindest aus dem PULS ins Standarduniversum retten kann, lassen sich die "Liebenden der Zeit" in den uns bekannten Blöcken konservieren. Zuvor jedoch läßt Le Anyante sich zum Entsetzen ihres Partners von möglichst vielen Algorrian befruchten und lagert die Embryonen in ihrem Körper ein. Dies soll ein Grundstock für eine neue Algorrian-Zivilisation sein.

Das war alles, was die "Liebenden der Zeit" Atlan zu berichten hatten. Curcaryens Forderung, die jetzt folgt überrascht nicht: Die SOL soll Tulacame 2 anfliegen, damit die Algorrian aus der Stasis befreit werden können. Curcaryen meint, daß man nur mit Unterstützung seines Volks eine Chance gegen THOREGONS Machenschaften hätte.

Kurz notiert:

Normalerweise sage ich ja nichts zu den Titelbildern, diesmal aber doch: Genial! Genau so kann man sich einen Algorrian vorstellen. Respekt!

Die Entmystifizierung geht weiter: Jetzt wissen wir, daß die Brücke in die Unendlichkeit und die Pilzdome von den Algorrian erschaffen wurden. Diese einstmals geheimnisvollen Objekte sind also nichts anderes als die Produkte einer hochstehenden Technologie, die in ihrer Funktionsweise Ähnlichkeit mit den Zeitbrunnen haben. Wie sie wirklich funktionieren oder entwickelt werden konnten, wird natürlich nicht erklärt, oder allenfalls damit, daß das Volk der Algorrian nun einmal Millionen von Jahren alt ist und demzufolge über technische Mittel verfügen muß, die für alle anderen Völker wie Magie wirken. THOREGON hat sich ursprünglich in den PULS zurückgezogen, weil sie - wie alle Superintelligenzen ohne richtige Mächtigkeitsballung - von den Kosmokraten ausgelöscht werden sollte. Das kann man akzeptieren. Aber welches Ziel verfolgt sie, wenn sie andere PULSE mit Mega-Domen bzw. mit der Brücke in die Unendlichkeit vernetzt? Und wie hat sie es geschafft, andere Superintelligenzen zu einer ähnlichen Vorgehensweise zu bewegen, zumal diese (z.B. ES) doch über eine Mächtigkeitsballung herrschen und somit eigentlich nicht direkt bedroht sind? Erst durch ihre Zugehörigkeit zu einem Thoregon haben diese Superintelligenzen doch die Kosmokraten gegen sich aufgebracht!?

Aus toten Superintelligenzen kann man also so etwas ähnliches wie ein Kosmonukleotid basteln. Da stellt sich natürlich die Frage, ob die "echten" Nukleotide vielleicht auch aus toten Superintelligenzen entstanden sind.

Wer hatte eigentlich die Idee mit dem Algorrian-Gangbang? Wenn man sich diese Szene einmal bildlich vor Augen führt...

Und zuletzt: An den länger werdenden Zusammenfassungen kann der geneigte Leser erkennen, daß so richtig was passiert in der Endphase des Zyklus. Daß die wichtigen Enthüllungen diesmal nicht alle mit den letzten zwei Bänden kommen, verdient allein schon Lob!


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