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2180: Objekt Armaire

Autor: Rainer Castor

Inhalt

Alaska, Monkey, Elle Ghill und Zit Akreol wechseln auf die SOL über, die beiden Algorrian in ihren immer leichter werdenden Särgen werden ebenfalls auf das Generationenschiff transportiert. Während der gekaperte Weltraumtraktor im Ortungsschutz einer Sonne zurückbleibt, macht man sich mit der SOL an die Erkundung des Ersten Thoregon. Dabei kommt es immer wieder zu Angriffen durch Kattixu-Schiffe und durch Helioten, die sowohl die Schutzschirme als auch die Solonit-Hülle mühelos durchschlagen. Die SOL kann sich aber jedesmal rechtzeitig in den Hypertakt retten und erleidet keine nennenswerten Beschädigungen. Atlan hat eine Begegnung mit Monkey, der unsicher zu sein scheint, wie der Arkonide zu der neuen USO steht. Atlan erklärt jedoch, daß er zumindest zum jetzigen Zeitpunkt keinen Führungsanspruch geltend machen will.

Die Erkundung bringt einige Erkenntnisse: Mondra Diamond stellt fest, daß der Mahlstrom (und somit auch das Erste Thoregon), Erranternohre (wo sich bekanntlich eine Materiequelle und eine Materiesenke befinden) und die Milchstraße praktisch auf einer gemeinsamen geraden Linie liegen. Seinerzeit waren die Auslässe der Materiequelle Gourdel auf den Mahlstrom ausgerichtet und aufgedreht worden - die Nebenwirkungen hat man wegen der gemeinsamen Ausrichtung auch in der Milchstraße gespürt. Haben die Kosmokraten also evtl. bereits früher eine Attacke auf das Erste Thoregon ausgeführt? Auf dem Weg zum Zentrum des Ersten Thoregon werden die Ausgänge des PULSES untersucht. Über diese Tunnel wird dem ersten Thoregon ständig Materie zugeführt, weil durch den Sonnenwind auch ununterbrochen Materie verlorengeht. Trim Marath macht mit seinen Parasinnen eine Entdeckung, die durch die Aura-Zange der SOL bestätigt wird: Alle Sonnen innerhalb des PULSES scheinen über ein Bewußtsein zu verfügen! Unklar bleibt, ob die Sonnen selbst Lebensformen sind oder ob sich intelligente Wesen in den Sonnen befinden. Dann taucht eine neue Art von Helioten auf - diese haben eine grüne Farbe und scheinen im Gegensatz zu den bekannten silberfarbenen Helioten nur untergeordnete Funktionen zu erfüllen. Die Verhältnisse innerhalb des PULSES bleiben rätselhaft, denn obwohl es sich um einen extrauniversalen Ort handelt, gibt es auch hier so etwas wie einen Hyperraum, aus dem z.B. Energie gezapft werden kann.

Im Zentrum des Ersten Thoregon befindet sich ein Doppelsternsystem mit drei Planeten, das von acht Mega-Domen umkreist wird. Zwei der Welten sind reine Technowelten, die dritte ist ein erdähnlicher, naturbelassener Planet. Laut Elle Ghill könnte es sich bei diesem Sonnensystem um den Ursprung der Helioten handeln, denn es gibt Legenden und Überlieferungen, in denen ein solches System namens Thoregon-Cencha beschrieben wird. In der Nähe dieses Systems befindet sich auch das Objekt Armaire. Es handelt sich um ein ringförmiges Feld aus Psi-Energie mit einem Durchmesser von 1,8 Lichtminuten. Das kommt Atlan sogleich bekannt vor und tatsächlich scheint dieses Feld nichts anderes zu sein als der vierdimensionale Abdruck eines Kosmonukleotids! Es läßt sich auf die Schnelle nicht feststellen, ob man ein entführtes Stück des Moralischen Codes vor sich hat oder ob das Nukleotid künstlich hergestellt worden ist, und Zeit für längere Untersuchungen bleibt nicht. Die SOL wird nämlich erneut von Helioten angegriffen, obwohl sie sich im Ortungsschutz einer Sonne befindet. Liegt das etwa daran, daß die Sonnen, die ja über ein eigenes Bewußtsein zu verfügen scheinen, die SOL entdeckt haben? Leider scheint es so zu sein, denn auch der Weltraumtraktor ist angegriffen worden. Als die SOL zum Standort des gekaperten Schiffs zurückkehrt, findet man dort nur noch ein Wrack vor. Man kann noch nicht einmal nach eventuellen Überlebenden suchen, denn in der Nähe haben sich Kattixu-Schiffe versteckt, die sofort zum Angriff übergehen.

Auch von den beiden Algorrian gibt es Neues zu vermelden: Die gläsernen Särge sind fast komplett verschwunden, möglicherweise hängt dies damit zusammen, daß die SOL sich in der Nähe der mächtigen Sonnen-Bewußtseine aufgehalten hat.

Kurz notiert:

Der Erklär-Bär Rainer Castor schlägt wieder zu!

Castor-Romane lese ich immer mit gemischten Gefühlen. Einerseits kann man sicher sein, daß man wichtige neue Informationen erhält, aber auf der anderen Seite muß man sich fast immer durch lange Absätze voller Technobabble o.ä. quälen. Diesmal rekapituliert Castor noch einmal alles, was man über den kosmologischen Hintergrund der PR-Serie wissen muß - sozusagen als Vorbereitung darauf, daß im Ersten Thoregon an einem Kosmonukleotid herummanipuliert wird. Nur: Entweder hat man das nötige Wissen schon und braucht Castors Erklärungen nicht mehr - oder man hat es als Neuleser nicht und versteht nur Bahnhof. Denn eigentlich erklärt Castor nichts wirklich, sondern wirft nur mit Häppchen, Bröckchen und Erinnerungsfetzen aus Atlans fotografischem Gedächtnis um sich. Der Leser muß selbst versuchen, aus diesem Eintopf etwas herauszulesen. Das Ganze gipfelt in einem Erinnerungsflash, bei dem Atlan (ebenso wie der Leser) beinahe erschlagen wird von einem Wust an Begriffen, die noch nicht einmal alle aus der PR-Serie stammen: Auch solche aus Spin-offs wie z.B. dem Traversan- und dem Centauri-Zyklus sind dabei.

Im Zusammenhang mit dem Kosmonukleotid stellt sich mir die Frage, wie die Helioten (falls die denn wirklich hinter allem stecken) es geschafft haben, dieses dem Zugriff der Kosmokraten zu entziehen. Wenn ich mich daran erinnere, was alles im Zusammenhang mit der Entführung von TRIICLE-9 geschehen ist, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, daß dieses Nukleotid wirklich einmal in den Moralischen Kode eingebunden war. Das Verschwinden wäre sicher nicht unbemerkt und ohne schwerwiegende Folgen geblieben. Da liegt der Schluß nahe, daß das Nukleotid von irgendwem nachgebaut worden ist. Nur - wer kann so etwas vollbringen, wenn er kein Kosmokrat ist? Schließlich haben das nicht einmal die fast schon allmächtigen Raum-Zeit-Ingenieure geschafft. Ah! Haben wir es also vielleicht wieder einmal mit abtrünnigen Kosmokraten zu tun???

By the way: Wurde eigentlich schon einmal irgendwann geklärt, daß Atlan tatsächlich der Vater von Jasmyne da Ariga ist? Falls ja, muß es mir entgangen sein. In diesem Roman jedenfalls wird es mal so nebenbei als ganz selbstverständlich erwähnt!

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