Zurück zur Übersicht
Weiter zu Nr. 2155
Zurück zu Nr. 2153


2154: Größer als das Leben

Autor: Michael Nagula

Inhalt

Das Einsatzkommando der Galaktiker hält sich weiter auf Celona auf. Gucky schmuggelt einen Behälter (über dessen Inhalt wir noch nichts erfahren) auf ein Schiff, das Jontagu, eine weitere Welt des Trapitz-Systems, anfliegt. Währenddessen erhält der Zeroträumer Kontakt zu einem sterbenden Valenter namens Sogtan Kapellme und erfährt so dessen Lebensgeschichte.

Sogtan und sein Zwillingsbruder Kresto sind Todfeinde - der Familienlegende zufolge war dies schon zu bemerken, als die beiden noch im Mutterleib waren. Die beiden lassen keine Gelegenheit ungenutzt, einander zu schaden. Als Angehörige des Volks der Valenter unterliegen sie den gleichen Zwängen, die sie kritiklos als Selbstverständlichkeit akzeptieren, wie alle anderen ihres Volkes: Die Hälfte des Nachwuchses aus jedem Jahrgang muß dem Reich Tradom als Tribut entrichtet werden. Das Volk der Valenter ist auf diesen Umstand sogar stolz, andere Tributzahlungen haben sie nicht zu erbringen. Ihnen ist bekannt, daß ihr Volk vor Urzeiten genetisch manipuliert wurde. Nur sie können Dienst auf den AGLAZAR-Schiffen tun, Angehörige aller anderen Völker würden der unbegreiflichen Strahlung erliegen, die von den AGLAZAR-Aggregaten ausgeht und die selbst bei den Valentern zu körperlichen Störungen und Wahnvorstellungen führt.

Sogtan und Kresto kommen in den Kanister, eine Art Kaserne, in der sich auch ein AGLAZAR-Aggregat (vermutlich ein Energiezapfer) befindet. Der größte Teil der Ausbildung, die sie dort erhalten, besteht ganz einfach darin, daß sie durch den Aufenthalt in der Nähe des Aggregats gegen dessen Strahlung desensibilisiert werden sollen. Viele junge Valenter überleben diese Prozedur nicht, bei den Zwillingen kommt noch hinzu, daß ihr Haß aufeinander so groß ist, daß sie sich gegenseitig nach dem Leben trachten. Alle drei Monate müssen selbst die resistentesten Valenter aus dem Strahlungsbereich entfernt werden, woraus sich schließen läßt, daß auch AGLAZAR-Besatzungen stets in diesem Rhythmus ausgetauscht werden müssen. Nach dem Aufenthalt in einer Art Entgiftungsklinik werden die Valenter, die den Kanister überlebt haben, zunächst nach Matrix-Alpha gebracht, wo sie in AGLAZAR-Modellen und Simulatoren für den Raumschiffsdienst trainiert werden (dort findet Sogtan eine optische Gruft, wie wir sie aus der Letzten Stadt der Eltanen kennen). Danach folgt der Ernst des Lebens: Sogtan wird auf das Schlachtschiff EHRE TRADOMS verlegt, wo sein Bruder Kresto schon Dienst tut.

Ab einem gewissen Alter zeigt sich bei jedem Valenter, zu welcher Untergruppe er künftig gehören wird. Sogtan wird zu einem Cy'Valenter, Kresto zu einem Di'Valenter - die Schuld daran gibt er einer Auseinandersetzung auf PSI-Ebene, die er mit seinem Bruder hatte. Sogtan macht Karriere durch Erfolge bei der Eroberung der Galaxis Myrrein, die Tradom benachbart ist, und erhält dort nach einer Audienz bei einem Inquisitor das Oberkommando über die Besatzungstruppen. Kresto war nicht so erfolgreich: Er hat es nur zum AGLAZAR-Kommandanten gebracht. Schuld soll natürlich Sogtan sein - zum Dank dafür verabreicht Kresto ihm eine Krankheit, die jahrelang latent bleibt, erst in einem Zustand der Erregung ausbricht und dann schnell zum Tod führt. Nach 45 Jahren Dienst soll Sogtan einen ruhigen Posten im Trapitz-System erhalten. Bevor er diesen übernehmen kann, kommt es zu den uns bereits bekannten Kämpfen am Sternenfenster. Sogtan wird zu Zebucks Hort bestellt und ist ab sofort zuständig für Reparatur und Wiederaufrüstung, eine Aufgabe, die er auch mit Bravour erfüllt. Die Verluste, die Trah Zebuck am Sternenfenster erleidet, bringen Sogtan auf eine Idee: Er kommandiert den AGLAZAR, auf dem sein Bruder Kommandant ist, in die Kampfzone ab und schickt ihn damit in den sicheren Tod. Doch Kresto triumphiert: Sein Bewußtsein manifestiert sich in Sogtans Geist. Durch diesen Schock wird die immer noch schlummernde Krankheit ausgelöst und Sogtan stirbt...

Kurz notiert
Wieder einmal eine dieser Rückblick-Lebensgeschichten. Egal, wie immer erfährt man dabei interessante Dinge: Cy'Valenter können sich außer zu E'Valentern, Di'Valentern und Cy'Valentern noch zu B'Valentern und Arhan'Valentern entwickeln (E-D-C-B-A...). Die B'Valenter bedienen die Waffen von AGLAZAREN und erleiden durch deren Strahlungsemissionen schwere körperliche Mißbildungen. Arhan'Valenter scheinen äußerst selten zu sein und man weiß kaum mehr über sie, als daß sie jeweils zwei Bewußtseine in sich vereinen. Jetzt haben wir es übrigens schriftlich, daß das Volk der Valenter genetisch manipuliert wurde. Nur von wem? Von der Inquisition? Oder etwa von den Vaianischen Ingenieuren, zu deren technologischen Hinterlassenschaften vermutlich nicht nur die optischen Grüfte gehören, sondern z.B. auch die AGLAZARE?

Wir erfahren in diesem Roman auch, daß andere Wesen als Valenter - beispielsweise Konquestoren - sich nur dann auf einem AGLAZAR aufhalten können, wenn sie durch einen Rudimentsoldaten geschützt werden. Diese können mit ihren PSI-Kräften die Ausstrahlungen der gefährlichen Aggregate weitgehend kompensieren. Da liegt doch der Schluß nahe, daß es sich bei den Gehirnen um Überbleibsel jener Wesen handelt, von denen die AGLAZARE vielleicht einmal gebaut worden sind. Denn was für einen Sinn hätte es, ein Schiff zu bauen, das man wg. Seiner Todesstrahlung nicht benutzen kann?

Zurück zur Übersicht
Weiter zu Nr. 2155
Zurück zu Nr. 2153