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2123: Wahnzeit

Autor: Ernst Vlcek

Inhalt

Als neuer Prinzenkrieger der Speiche Kaza räumt Soner mit den alten Familienfehden auf, deren Entstehungsgründe z.T. entweder nicht mehr relevant sind oder auf andere Weise aus dem Weg geräumt werden können. Somit steht dann auch einer Heirat mit Sihame nichts mehr im Wege. Auch bei seinen Untergebenen verdient Soner sich Anerkennung, da er sich als ein Herrscher erweist, dem auch die alltäglichen Probleme des Volkes am Herzen liegen. Soner macht es sich allmählich zur Lebensaufgabe, gegen die Verbrecherorganisation Koshy-Shyna vorzugehen, von der er als Jugendlicher entführt worden war. Zunächst sammelt er alle Informationen, die sein Geheimdienst über die Organisation beschaffen kann, dann schickt er in einer großangelegten Aktion seine Assassinen los, die die Organisation der Koshy-Shyna brutal zerschlagen sollen.

Es werden zwar viele Verstecke der Verbrecher ausgehoben und viele Mitglieder der Koshy-Shyna getötet, die Hintermänner bleiben jedoch weitgehend unbehelligt. Da praktisch keiner der wirklichen Führer ergriffen werden konnte, muß die Aktion als Fehlschlag gewertet werden. Und da die Köpfe der Organisation aus einflußreichen Kreisen kommen, hat Soner jetzt Probleme, denn die Antwort auf seinen fehlgeschlagenen Angriff läßt nicht lange auf sich warten. Als erstes wird Soners erstgeborenes Kind von einer durch die Koshy-Shyna eingeschmuggelten Amme vergiftet. Dann erhält Soner aus unbekannter Quelle Informationen über die Geschehnisse, die mit seiner Geburt zusammenhängen (siehe letztes Heft). Von den pfauchonischen Propheten, die unter dem Einfluß einer bestimmten Droge die Zukunft vorhersagen können, wird Soner weisgesagt, er würde die Galaxis ins Chaos stürzen, Tod und - was für die Prinzenkrieger noch schlimmer wäre - Entehrung über die Pfauchonen bringen. Was Soner nicht weiß: Die Koshy-Shyna hat dafür gesorgt, daß den Propheten eine andere Droge untergeschoben wurde. Die Visionen der Propheten sind also keine Weissagungen, sondern nur Halluzinationen im Drogenrausch.

Soner befürchtet, daß er seinem geweissagten Schicksal nicht entgehen kann und entwickelt einen Gegenplan. Dabei entfremdet er sich immer weiter von seiner Frau Sihame, die nicht ahnen kann, was hinter Soners sinnlos erscheinenden Aktionen steckt. Sihame versucht in ihrer Verzweiflung, Soner zu töten. Sie scheitert jedoch und wird in Soners Palast gefangengesetzt. Es ist Soners Ziel, die Pangalaktischen Statistiker über sein wahres Schicksal zu befragen. Um ganz sicher zu gehen, daß sich niemand diesem Plan entgegenstellt, läßt er die Pfauchonischen Propheten sowie zahlreiche hohe Beamte und Militärs töten. Die gekauften Mörder läßt er wiederum von seinen Assassinen beseitigen - eine solche Aktion hat Atlan auf der Malischen Mole miterlebt. Um sicherzugehen, daß die Statistiker sich ausschließlich ihm widmen werden, riegelt er Vision mit fast seiner gesamten Flotte ab und läßt den Planeten räumen - von dieser Aktion waren, wie wir uns erinnern, auch Atlan und seine Begleiter betroffen.

Bald erscheinen die übrigen acht Prinzenkrieger mit ihren jeweiligen Flotten in dem Sonnensystem und bilden mit ihren Schiffen einen zweiten Abriegelungsgürtel um Vision. Die Führer der Koshy-Shyna sehen sich am Ziel ihrer Wünsche: In dieser Situation müßte Soner eigentlich Selbstmord begehen, um einen halbwegs ehrenvollen Tod zu sterben. Ausgerechnet an Bord von Soners Flaggschiff gibt sich eine ehemalige Jugendfreundin Soners als Führerin der Verbrecherorganisation zu erkennen, die jetzt den Decknamen Anthysaphe trägt. Durch die Intrigen gegen Soner wollte sie sich dafür rächen, daß er sie einst als Gemahlin verschmäht hat. Soner denkt jedoch gar nicht daran, sich selbst zu töten, er meuchelt stattdessen Anthysaphe. Nichts soll ihn davon abhalten, zum Zeitpunkt der Kleinen Konjunktion auf Vision zu landen.

Kurz notiert
Irgendwie kommt mir die ganze Geschichte mit Soners Gegenplan nicht richtig durchdacht vor. Was hat er denn davon, wenn er von den Statistikern die Wahrheit erfährt? Den Frevel, Vision anzugreifen, hat er doch bereits begangen! Schließlich ist jeder selbst für sein Handeln verantwortlich. Wieso ist Soner also so fest davon überzeugt, daß die Prophezeihung unvermeidlich eintreten muß? Wahnzeit? Mahlzeit!

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