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2122: Die Prinzenkrieger

Autor: Ernst Vlcek

Inhalt

In diesem Roman wird die Kultur der Pfauchonen vorgestellt. Diesem Volk entstammen die neun Prinzenkrieger, die als Ordnungsmacht die zweithöchste Institution in Wassermal nach den Statistikern stellen. Die Galaxis ist in 9 Segmente ("Speichen") eingeteilt, jede wird von einem Prinzenkrieger verwaltet. Die Zahl 9 ist für die Pfauchonen heilig, während die 8 verflucht ist und Unglück bedeutet. Die Machtstellung der Pfauchonen und die Heiligkeit der Zahl 9 beruht auf einem uralten Vertrag, der zwischen ihnen, den Pangalaktischen Statistikern und dem Guten Geist von Wassermal zum Schutz der Galaxis geschlossen worden ist. Für die Pfauchonen haben die Statistiker den Rang von Göttern. Die Pfauchonen sind humanoide, grazile Wesen mit blasser Haut und langgezogenen Gliedmaßen und Köpfen, sie sind durchschnittlich 1,70 Meter groß, Hände und Füße sind sechsgliedrig. Man könnte die Kultur der Pfauchonen, insbesondere die Wertvorstellungen der Prinzenkrieger, mit den für Japan geltenden Klischees vergleichen. So steht die Ehre für die Prinzenkrieger über allem anderen. Die extremen Ehrbegriffe führen häufig zu komplizierten Verwicklungen und brutalen, aber "ehrenhaften" Handlungen.

Hochgestellte Pfauchonen benutzen neben dem in Wassermal gesprochenen Diamal noch die Ehrensprache, mit der man in einem einzigen Wort je nach Betonung Dutzende von verschiedenen Bedeutungen zusammenfassen kann. Männliche Pfauchonen aus der Adelsschicht oder in hoher Stellung tragen einen Saltan, der wie ein Pferdeschwanz aus dem Hinterkopf ragt. In Wirklichkeit ist dies ein Parasit, der auserwählten Pfauchonen während einer bestimmten Zeremonie an den Kopf gesetzt wird und der sich dann unter für den Pfauchonen unerträglichen Schmerzen in den Schädel frißt. Die Pfauchonen betrachten den Saltan und ein Mishim genanntes Messer nach der Zeremonie, die mancher nicht überlebt, als Sitz ihrer Seele. Interessant ist auch, daß die Pfauchonen künstliches Licht ablehnen, nur in Raumschiffen dulden sie zwangsläufig künstliche Beleuchtung.

Erläutert wird die pfauchonische Kultur am Beispiel von Soners Lebensgeschichte. Soner ist der Thronfolger eines Prinzenkriegers auf dem Planeten Kazién. Seine Geburt erfolgte unter einem bösen Omen: Zur gleichen Zeit waren 8 Meteoriten über Kazién verglüht und Soners Vater hatte die Astronomen, die dieses Ereignis beobachtet haben, eigenhändig getötet und die entsprechenden Aufzeichnungen vernichtet. Soner wächst behütet im Palast seines Vaters auf, lernt seine Pflicheten als zukünftiger Prinzenkrieger kennen, studiert die Ehrensprache sowie die Kunst des Kampfes und bereist die "Speiche", die den Herrschaftsbereich seines Vaters bildet. Nachdem ihm der Saltan gesetzt worden ist, wird ihm auch erlaubt, den Planeten Vision zu besuchen. Dort trifft er auf die Pfauchonin Sihame - für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, nur leider ist Sihame die Tochter eines anderen Prinzenkriegers, dessen Familie seit Generationen mit Soners Familie verfeindet ist. Das hindert die beiden natürlich nicht daran, sich ewige Treue zu versprechen, auch wenn sie noch längere Zeit aufeinander warten müssen.

Kaum zurück zu Hause, wird Soner von einer Triaden-ähnlichen Verbrecherorganisation entführt, die praktisch die gesamte Welt unterwandert hat und zu der auch Pfauchonen in mächtigen Positionen gehören. Soner kann sich aus eigener Kraft befreien und entehrt ein führendes Mitglied der Verbrecherorganisation, indem er ihm den Saltan herausreißt, bevor er ihn tötet. Daraufhin muß er eine Zeitlang mit neuer Identität untertauchen. Als Händler getarnt, gelangt er zur Heimatwelt von Sihames Familie. Dort offenbart er sich Sihames Vater, wird von diesem aber wieder nach Hause geschickt. Dort tritt Soner nach einigen Jahren das Erbe seines Vaters an. Auch Sihames Vater stirbt, ihr Bruder wird neuer Prinzenkrieger in der dortigen Speiche.

Kurz notiert
Im Rahmen von Soners Besuch auf Vision erfahren wir, daß die Statistiker sogar Kenntnisse über DAS GESETZ haben! Die pfauchonische Kultur folgt zwar fast allen Klischeevorstellungen, die man von Japan hat, wird aber interessant und lebendig geschildert. Schöner Roman!

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