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2118: Quintatha

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Handlungsschauplatz des Romans ist eine Welt, die von ihren Bewohnern Quintatha genannt wird - ein endloser blutroter und heißer Ozean ohne Landmassen unter einem blutroten Himmel. In der Stadt Hellmock, die aus etwa 1000 mit schmiedeeisernen Stegen verbundenen Seeschiffen besteht, leben die Barkner. Diese großen, klobigen Humanoiden leben von der Jagd auf die Titanen, walähnlichen Lebewesen, die den Barknern praktisch alles liefern, was sie zum Leben benötigen. Nicht nur die meisten Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstände werden aus den Titanen hergestellt (deren Körper enthalten sogar größere Mengen Eisen), sondern vor allem auch besondere Messer, die ein eigenes Leben zu besitzen scheinen. Diese Messer werden aus den Schädelknochen der Titanen hergestellt und müssen auf eine bestimmte Person "fixiert" werden. Aus zerriebenen und mit Galle behandelten Titanenknochen gewinnen die Barkner das sog. "Linde Pulver", das demjenigen, der es regelmäßig einnimmt, extreme Kräfte verleiht. Das kann soweit gehen, daß selbst die Leiche eines Barkners nach dem Tod noch weiterkämpfen kann! Geld ist in Quintatha unbekannt, man handelt mit der "Leibschuld", durch die eine Person sich verpflichtet, für eine andere Person zu arbeiten. Barkner werden nicht gezeugt und geboren (es gibt keine weiblichen Barkner), sie entstehen praktisch aus dem Nichts - die Barkner glauben, daß sie aus Anguelas Reich kommen - und fallen irgendwo in den Ozean, wo sie aufgefischt werden. Wenn sie sterben, gelangen sie nach ihrem Glauben in die "Kalte Hölle". Elektrische Geräte erhalten die grobschlächtigen Barkner von den "Maschiniten", geheimnisvollen Wesen, die auf unbekannten Wegen nach Quintatha gelangen und spurlos wieder verschwinden, nachdem sie für ihre Ware Massen von den Super-Messern eingesackt haben.

Benjameen da Jacinta gelangt in einem Zerotraum in diese Welt, bei der es sich um nichts anderes als um eine Pararealität handelt. Er wird von Kapitän Shirka aus dem Ozean gefischt. Shirka betrachtet Ben zunächst als eine Art Maskottchen und schickt ihn auf eine Barknerschule. Ben erlebt Höllenqualen in der überhitzten, rauhen Welt der ungehobelten Barkner und erfährt nach und nach Details über deren Lebensumstände. Er findet heraus, daß die Maschiniten niemand anderes sind als Valenter (deshalb das Schiff im letzten Roman). Sein Versuch, mit den Valentern in die Realität zurückzuflüchten, scheitert. Dabei aber fixiert er eines der Super-Messer, das er zuvor eher zufällig erhalten hat, auf sich selbst.

Ben scheint eine seltsame Affinität zu einem Wesen zu haben, das von den Barknern Rishtyn-Jaffami oder "Der Große Graue" genannt wird - eine Art Super-Titan, mit dem Käptn Shirka noch eine alte Rechnung offen hat. Der Kapitän ist besessen von der Jagd auf dieses Wesen und benutzt Bens Fähigkeiten, um ihm auf die Spur zu kommen. Das klappt schließlich auch und es kommt zur letzten Konfrontation zwischen Barkner und Titan. Während des Kampfes wird erst die unglaubliche Größe Rishtyn-Jaffamis deutlich, es sieht fast so aus, als würde der Planetenkern aus dem Super-Titan gebildet werden. Es ist deshalb ein wenig unglaubwürdig, daß Käptn Shirka es tatsächlich schafft, den Titan zu harpunieren und tödlich zu verletzen, bevor er selbst umkommt. Ben wird bei Rishtyn-Jaffamis Todeszuckungen in die Realität zurückgeschleudert. Ben schafft es, das auf ihn fixierte Messer mit hinüber auf die andere Seite zu retten.

Kurz notiert
Messer, die auf eine bestimmte Person fixiert werden müssen wie die Crysmesser bei "Der Wüstenplanet", und die töten wollen wie Elrics Schwert "Sturmbringer", ein besessener Kapitän wie Ahab in "Moby Dick" - die Anleihen sind ziemlich deutlich. Trotzdem: Mir gefällt der Roman. Ich finde den Stil von Leo Lukas erfrischend anders, außerdem sprüht er nur so vor skurrilen Ideen. Man muß wohl kein Hellseher sein, um zu kapieren, daß die Barkner mit den unbesiegbaren Messerwerfern identisch sind, denen Gucky fast zum Opfer gefallen ist. Jetzt ahnen wir auch, zu welchem Wesen das "lebendige" Skelett gehörte, das Rhodan auf der Brücke in die Unendlichkeit gefunden hat.

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