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2110: Der Gute Geist von Wassermal

Autor: H.G. Ewers

Inhalt

Als die SOL die Galaxis Wassermal erreicht, läßt Mohodeh Kascha eine von seinen berüchtigten Andeutungen vom Stapel: Er kündigt an, daß sich bald der "Gute Geist von Wassermal" bei der SOL melden wird. Es soll sich um ein höheres Wesen (jedoch keine Superintelligenz) handeln, die die Grenzen der Galaxis beschützt. Der im Mittelteil gefundene Sarg wird untersucht. Offensichtlich liegt der blonde, mit einem blauen Schutzanzug bekleidete Humanoide in einem Stasisfeld. Die Masse des Sargs nimmt ständig ab. Plötzlich wird die SOL von einem mentalen Feld erfasst, Atlan und der Fremde im Sarg verschwinden spurlos.

Atlan findet sich an den Hängen eines Bergs wieder, der weiter oben von einer gigantischen Mauer umschlossen wird. Sehr bald begegnet Atlan an diesem seltsamen Ort dem Fremden aus dem gläsernen Sarg, der jetzt quicklebendig ist. Man stellt sich gegenseitig vor. Der Fremde, der die Sprache der Sieben Mächtigen spricht und Atlans Ritteraura erkennt, trägt den Namen Sershan Contagi Peiragon und war als Flottenchef der Kosmokraten bei der Schlacht in Kahogen-Pasmereix dabei. Wie Atlan hat auch er sich von den Ordnungsmächten abgewandt, wurde aber weniger gut behandelt als dieser: Die Kosmokraten waren es, die ihn in den Stasisarg verbannt haben. Während die beiden noch plauschen, taucht Tagira auf, eine für beide Männer unwiderstehliche Schöne, die ein unmoralisches Angebot macht: Wer von den beiden als Erster Tagiras Residenz auf der Spitze des Bergs erreicht, darf mit ihr ins Bett und für Nachwuchs sorgen.

Es liegt wohl nicht allein an den Hormonen, daß die beiden Männer bei dieser Ankündigung anfangen, sich wie liebestolle Teenager zu benehmen. Vermutlich ist da auch ein gewisser hypnosuggestiver Einfluß am Werk, wie Atlans Extrasinn dem Arkoniden klarzumachen versucht. Atlan und Sershan beginnen einen Wettlauf zum Berggipfel, bei dem sehr bald jegliche Fairneß ignoriert wird. Die beiden Männer betrachten sich als Todfeinde und bringen sich gegenseitig mehrmals mit ihrer technischen Ausrüstung und bösartigen Tricks in tödliche Gefahr. Aber auch die Hindernisse, die sich beiden in den Weg stellen, sind nicht zu verachten.

Wie nicht anders zu erwarten war, erreichen beide Kontrahenten gleichzeitig Tagiras Residenz. Es folgt ein Zweikampf, bei dem Atlan Sershan tötet. Das ist das Ende des "Traums" oder wie auch immer man das bezeichnen soll, was die beiden Männer erlebt haben. Sershan ist nämlich plötzlich wieder lebendig. Atlan hat den Wettlauf verloren, eben weil er in der "Traumwelt" auf Sershan geschossen hat. Man vermutet es längst: Tagira ist niemand anders als der Gute Geist von Wassermal. Der ganze Wettlauf sollte nur ein Test sein, und der Gute Geist hat lediglich die Gestalt angenommen, die den beiden Männern als Inbegriff des Begehrenswerten erscheinen mußte. Atlan wird ohne weiteres auf die SOL zurücktransportiert, Sershan verschmilzt mit dem Guten Geist von Wassermal. Aus dieser Verschmelzung sollen irgendwann einmal tatsächlich Kinder oder etwas vergleichbares hervorgehen.

Atlan, wieder zur Vernunft gekommen, begreift, daß er sowieso niemals die SOL hätte verlassen können/wollen. Das Zwischenspiel hatte, wenn überhaupt, nur den Effekt, daß der SOL nun erlaubt wird, weiter nach Wassermal zu fliegen.

Kurz notiert
Atlan im Begattungsrausch? Ohje! Erlebnisse die sich in Traumwelten abspielen und irgendwie so hanebüchen wirken, als ob jemand sich das Ganze im Drogenrausch ausgedacht hätte - jetzt weiß ich wieder, warum ich die Geschichten von H.G. Ewers, der hier einen Gastroman abliefert, ab einem gewissen Alter nicht mehr gemocht habe!

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