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2100: Das Sternenfenster

Autor: Robert Feldhoff

Inhalt

Seit SEELENQUELLS Ende sind einige Jahre vergangen und in der Milchstraße herrscht relative Ruhe. Ende 1306 NGZ erreichen die fünf Kreuzer der SOL, die die weitere Reise nach Wassermal nicht hatten mitmachen wollen, die Erde und überbringen die letzten Nachrichten vom Generationenschiff. Auch eine persönliche Botschaft von Mondra Diamond an Rhodan ist dabei.

Nach wie vor halten die Arkoniden den Hayok-Sternenarchipel besetzt. Militärische Befehlshaberin in diesem Bereich ist die Mascantin Ascari da Vivo. Die weißhaarige Sexbombe ist ziemlich launisch, ihr Führungsstil ist hart und in ihrer Vorgehensweise ist sie kompromißlos, sie neigt zu Überreaktionen. Außerdem scheint sie ein privates Interesse an Rhodan zu haben - gleich bei ihrer ersten Begegnung baggert sie den Residenten an, blitzt aber zunächst ab.

Als 1307 NGZ ein unbekanntes Raumschiff in den neuen Machtbereich der Mascantin eindringt, läßt Ascari da Vivo es sofort angreifen. Das nur knapp über 100 Meter lange Schiff, das aus zwei an der Längsseite verbundenen, zeppelinförmigen Rümpfen besteht, kann aber selbst durch Beschuß aus Transformkanonen nicht beschädigt oder auch nur aufgehalten werden. Vielmehr werden die Transformbomben auf die arkonidischen Schiffe zurückgeschleudert, einige Arkonidenschiffe werden vernichtet. Der Katamar (so die Bezeichnung der Terraner für die Fremden) bewegt sich unbeeindruckt mit unglaublichen Beschleunigungen im Hayok-Sektor, den er zu vermessen scheint. Als seine Untersuchungen in einem bestimmten Bereich eine Art Resonanz auslösen, scheint seine Mission erfüllt zu sein und er zieht sich zurück.

Einige Jahre später, 1311 NGZ, erscheinen wieder fremde Schiffe im Hayok-Archipel. Vier scheibenförmige Schiffe mit je 19 Kilometern Durchmesser postieren sich in dem Sektor, der von dem Katamar vermessen worden war, und errichten das Sternenfenster. Hierbei handelt es sich um eine quadratische Fläche mit einer Kantenlänge von 1,8 Millionen Kilometern, durch die man fremde Sternenkonstellationen erkennen kann. Die fremde Galaxis kann identifiziert werden, sie ist ca. 400 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt! Ascari da Vivo, die sich einmal mehr als dickköpfiger Heißsporn erweist, läßt die Stationen angreifen und verliert prompt Hunderte von Schiffen, weil auch die Stationen über Reflektorschirme verfügen, die Transformbomben auf die feuernden Schiffe zurückschleudern können. Die Scheibenstationen verankern sich z.T. im Hyperraum und werden halbstofflich. Somit sind sie erst recht unangreifbar. Als auf der anderen Seite des Sternenfensters ein großer Katamar auftaucht, entfalten die Scheibenstationen eine unerklärliche Aktivität, woraufhin das Sternenfenster durchlässig wird. Der Katamar fliegt durch das Fenster in die Milchstraße ein - er hat somit 400 Millionen Lichtjahre praktisch in Nullzeit überwunden. Der Katamar nimmt Kurs auf die Erde.

Hier zeigt sich, daß wenigstens die Aagenfelt-Barriere ein wirksames Mittel gegen die Fremden ist. Der Katamar ist nämlich gezwungen, sich der von dieser Barriere geschützten Erde im Unterlichtflug zu nähern. Er schleust ein Beiboot aus, das unerwarteterweise Funkkontakt mit den Terranern aufnimmt. Ein affenähnliches Wesen, das frappierende Ähnlichkeit mit einem zu groß geratenen Schimpansen hat und sich als Konquestor Trah Rogue vorstellt, bittet um ein Treffen mit Rhodan auf der Erde. Angeblich ist Rogue in diplomatischer Mission unterwegs. Arglos willigt Rhodan ein und so landet das Beiboot auf dem Raumhafen von Terrania. Mit von der Partie ist auch noch Ascari da Vivo, die dem Katamar mit ihrer Flotte gefolgt ist. Rogue inszeniert eine geradezu groteske Szene: Er verlässt sein Schiff mit Eskorte auf einem fliegenden Thron und rammt in bester conquistadorischer Tradition eine Standarte mit einem fremdartigen Wappen in den Boden des Raumhafens. Die Galaktiker glauben ihren Ohren nicht trauen zu dürfen, als Rogue erklärt, alle Welten der LFT seien ab sofort Besitz des Reichs Tradom, die Regierung der LFT sei aufgelöst und es seien künftig Tributzahlungen in einer unbekannten Währung an Tradom zu entrichten...

Kurz notiert
Und wieder einmal bereitet ein übermächtiger Gegner, über den wir noch nicht viel wissen, eine Invasion der Erde vor. Zum wievielten Mal in der PR-Geschichte wird dieses Thema jetzt wieder als Zyklusauftakt genommen? Die Figur Ascari da Vivo hat mich nicht so ganz überzeugt. Eine Flottenchefin, die bedenkenlos hunderte von Schiffen bei einem Angriff opfert, dessen Sinnlosigkeit ihr absolut klar sein mußte - das paßt nicht zusammen, selbst bei den Arkoniden nicht. Wenn da mal nicht Vitamin B im Spiel ist! Wer weiß - vielleicht ist Ascari ja Bostichs Tochter oder so.

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