Perrypedia
Online-Lexikon
zur PR-Serie

Unternehmen Stardust Gold Edition
Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den PR-Büchern


Unternehmen Stardust (PR 1 Gold Edition)
HJB-Verlag 2003
96 Seiten, Paperback
Autor: Karl Herbert Scheer
Mit einem Nachwort von Michael Thiesen

Inhalt

Die Weltlage des Jahres 1971 A.D. ist mehr als gespannt. Noch herrscht zwar trügerische Ruhe, ein Atomkrieg zwischen den NATO-Staaten einerseits und der Asiatischen Föderation (mit der die politisch relativ unbedeutende UDSSR lose alliiert ist) andererseits ist aber nicht mehr abwendbar. Im Sommer diesen Jahres steht jedoch ein anderes Ereignis im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses: Am 19. Juni 1971 soll ein Astronautenteam im Rahmen eines militärisch-wissenschaftlichen Projekts der westlichen Raumfahrtbehörde zur ersten bemannten Mondlandung starten. Ihr Raumschiff ist die STARDUST, eine über neunzig Meter lange dreistufige Rakete, in der erstmals kernchemische Atomstrahltriebwerke zum Einsatz kommen. Die dritte Stufe verfügt über eine Hauptdüse und vier schwenkbare Steuerdüsen sowie Landestützen und ist zur vertikalen Landung auf dem Mond bestimmt. Sie ist für die Rückkehr zur Erde mit Tragflächen und Leitwerk ausgestattet, mit deren Hilfe sie wie ein normales Flugzeug landen kann. Die vierköpfige Besatzung der STARDUST setzt sich wie folgt zusammen:

Major Perry Rhodan (Kommandant), geb.: 08.06.1936 - wissenschaftliche Fachgebiete Kernphysik und Astronautik
Captain Reginald Bull, geb. 14.05.1938 - Elektronik-Ingenieur, Fachingenieur für atomare Strahltriebwerke
Captain Clark G. Flipper - Bordastronom, Mathematiker und Physiker
Leutnant Dr. Eric Manoli, geb. 1942 - Bordarzt, Geologe

Der Start vom Raumflugzentrum Nevada Fields verläuft ebenso planmäßig und reibungslos wie der Flug zum Mond. Die STARDUST wird von der Erde aus ferngelenkt, sie soll in der Nähe des Mondsüdpols in der Region des Newcomb-Kraters landen. Doch dabei geht etwas schief. Enorm starke Störimpulse überlagern die Funkfernsteuerung, Rhodan muß das Schiff per Handsteuerung landen. Die STARDUST verfehlt den Landepunkt und geht hinter der Mondkrümmung nieder. Bevor die Funkverbindung mit der Erde abreißt, strahlt Rhodan noch einen codierten Notruf ab, dem das Kontrollzentrum entnehmen kann, daß die STARDUST vermutlich von einer feindlichen Macht angegriffen worden ist. Die Notlandung verläuft glimpflich, es kommt nur zu einem mit Bordmitteln zu behebenden Schaden an einer Landestütze. Perry Rhodan verläßt die STARDUST, nachdem die Radioaktivität an der Landestelle abgeklungen ist, und ist damit der erste Mensch auf dem Mond - jedenfalls glaubt er das.

Während die Besatzung der STARDUST sich auf der Mondoberfläche häuslich einrichtet und mit der Reparatur der Landestütze beginnt, ruft ihr letzter Funkspruch auf der Erde die Geheimdienste auf den Plan. Chef der International Intelligence Agency, die sich mit dem Fall befaßt, ist Allan D. Mercant. Die Informationen, über die er verfügt, sind beunruhigend: Die einzige andere Macht, die zur Zeit in der Lage wäre, eine Mondlandung durchzuführen, ist die Asiatische Föderation. Deren Rakete ist aber kurz nach dem Start explodiert. Davon wissen Perry Rhodan und seine Leute jedoch nichts. Sie nehmen an, daß sie es auf dem Mond mit einer Expedition der AF zu tun haben. Rhodan und Bull machen sich deshalb nach einigen Tagen mit einem vor Ort montierten Panzerfahrzeug auf den Weg zum Ursprung der fremden Funkimpulse. Sie wollen außerdem die erdzugewandte Seite des Mondes erreichen, um Funkkontakt mit dem Raumflugzentrum aufzunehmen. Auch dieser Versuch wird jedoch durch einen unbekannten Einfluß vereitelt: Eine Art Kuppel aus grünlichem Feuer entsteht über dem Panzer und zerstört dessen Funkantennen - damit sind die Männer endgültig von der Erde abgeschnitten.

Dann machen Rhodan und Bull eine Entdeckung, die alles erklärt, gleichzeitig aber ihr Weltbild komplett auf den Kopf stellt. Sie stoßen auf ein kugelförmiges, offenbar notgelandetes Raumschiff mit einem Durchmesser von 500 Metern, das ganz offensichtlich nicht aus der AF stammt. Die beiden Menschen werden an Bord gelassen und nehmen Kontakt mit der Besatzung des Kugelschiffes auf, was ihnen erst gestattet wird, nachdem sie bewiesen haben, daß ihre Intelligenz eine bestimmte Entwicklungsstufe überschritten hat. Die Außerirdischen - menschenähnliche Wesen mit samtbrauner Haut, weißem Haar und roten Augen, die sich selbst als Arkoniden bezeichnen - halten sich selbst nämlich aufgrund ihrer weit überlegenen Technologie für die Krone der Schöpfung, sind in Wirklichkeit aber nur die degenerierten Nachkommen eines Volkes, das schon seit Jahrzehntausenden ein großes Imperium in der Galaxis beherrscht. Die meisten Arkoniden sind dekadent, apathisch und lethargisch, sie interessieren sich mehr für Kunst und sogenannte Fiktivspiele als für ihr zerfallendes Reich. Das war auch der Grund für den schon vor vier Monaten erfolgten Absturz des Forschungsschiffes auf dem Erdmond, eigentlich war das Schiff auf der Suche nach dem Planeten des Ewigen Lebens, der sich einige Lichtjahre weiter entfernt befinden soll. Die Arkoniden haben die Menschheit schon seit längerer Zeit beobachtet und wollten jetzt verhindern, daß die Leute von der STARDUST sie entdecken. Kommandantin des Schiffes ist die zwar noch entschlußkräftige, aber ebenso arrogante wie schöne Arkonidin Thora, wissenschaftlicher Leiter ist der alte Arkonide Crest. Rhodan und Bull haben ihre liebe Mühe, vor allem Thora davon zu überzeugen, daß die Menschen mehr sind als halbwilde Bewohner einer Primitivwelt - und daß sie in der Lage wären, den Arkoniden zu helfen.

Hilfe haben Thora und vor allem Crest bitter nötig, denn Crest leidet an einer für Arkoniden unbekannten Krankheit, welche von Dr. Manoli als Leukämie identifiziert wird. Mit Bordmitteln könnte Manoli Crest nicht heilen, auf der Erde wäre dies jedoch durchaus möglich. Die Arkoniden erklären sich deshalb bereit, mit Rhodan zusammenzuarbeiten. Sie stellen ihm technische Mittel zur Verfügung, mit denen er u.a. den drohenden Atomkrieg verhindern kann. Mit Crest an Bord kehrt die STARDUST zur Erde zurück. Rhodan hat bereits in vollem Umfang begriffen, welche Konsequenzen die Begegnung mit den Arkoniden für die Menschheit hat. Ihm ist völlig klar, daß die technischen Mittel der Außerirdischen keinesfalls nur einem der beiden Machtblöcke - oder irgend einer anderen irdischen Macht - in die Hände fallen dürfen, weil das nur zur Unterdrückung der ganzen restlichen Menschheit führen würde. Er lenkt die STARDUST deshalb über unbewohntes Gebiet und landet in der Wüste Gobi. Dort, in der Nähe des Goshun-Salzsees, legt er den Grundstein für eine Dritte Macht und damit für den Weltfrieden. Er hat die Vision einer geeinten Menschheit, die sich auf den Weg zu den Sternen macht. Sein erster symbolischer Schritt auf diesem Weg besteht darin, daß er die Rangabzeichen von den Schulterstücken seiner Uniform löst...

Kommentar

Als die Perry Rhodan - Heftromanserie am 8. September 1961 mit diesem Roman startete, konnte niemand ahnen, welche Ausmaße sie eines Tages erreichen würde. Heute ist sie schlicht und ergreifend die größte Science Fiction - Serie der Welt, hat mehrere Auflagen erlebt und die magische Zahl von zweitausend Heftromanen schon seit Jahren hinter sich gelassen, hat mehrere teils ebenfalls extrem langlebige Spin-Offs in Comic-, Heftroman- und (Taschen-)Buchform angestoßen, wurde erfolgreich als Hörspiel und weniger erfolgreich als Film verarbeitet und hat nicht zuletzt eine riesige, teils sehr aktive Fangemeinde hervorgebracht. Was die besondere Faszination der Serie ausmacht, ist ihre ungeheure Komplexität. Im Verlauf von über 45 Jahren hat sich ein komplettes Universum entwickelt, eine eigenständige Kosmologie, ein geschichtlicher Hintergrund, eine in sich schlüssige Technologie - es ist auch für alteingesessene Dauerleser wie mich, die die gesamte Serie kennen, nicht mehr einfach (wenn nicht gar unmöglich), den Überblick zu behalten. Lexika und andere Sekundärliteratur gibt es deshalb ebenfalls zuhauf.

Die beliebtesten Perry Rhodan - Romane werden seit 2003 exklusiv vom HJB-Verlag in der sogenannten Gold-Edition noch einmal herausgebracht. Nr. 1 der Gold-Edition ist gleichzeitig (wie könnte es anders sein) Nr. 1 der Perry Rhodan - Heftromanserie. Vorteil der Gold-Edition: Die Romane werden als Paperback aufgelegt und machen deshalb im Bücherregal eine gute Figur, auch ist ihr Umschlag stabiler als der eines Heftromans. Der Text wird nicht, wie sonst üblich, in zwei Spalten pro Seite gedruckt und der Schriftgrad ist etwas größer als im Heftroman. Hinzu kommt bei Nr. 1 ein kurzes Nachwort von Michael Thiesen, in dem der Roman in den Kontext der Sechzigerjahre gesetzt und die Weiterentwicklung der Serie angerissen wird. Man könnte die Gold-Edition nun als Geldmacherei bezeichnen, denn man bekommt ja eigentlich nichts neues, aber wer noch nie einen PR-Roman in der Hand hatte, kann sich jetzt einmal ein Bild davon machen, was den Fans an der Serie am besten gefällt - denn die Entscheidung, welche Romane in der Gold-Edition erscheinen sollen, wurde von den Fans in einer Umfrage getroffen. Die Romane der Gold-Edition kann man als Meilensteine in der PR-Geschichte bezeichnen - man kann sie durchaus auch einzeln lesen, ohne ganz in die Serie einzusteigen.


Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den PR-Büchern