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Perry Rhodan: Die Tefroder Band 3: Die Stadt der tausend Welten

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Perry Rhodan und Caadil haben den hinter einer Septadim-Blende liegenden und somit dem restlichen Universum entzogenen Planeten Airmid erreicht. Cha Panggu ist ihnen gefolgt. Der Gui Col-Pirat greift die Vortex-Gondel mit seinem Manntorpedo an. Das ganze System wird jedoch von entstofflichten Dhuccun-Septadim-Siedlern geschützt, die nicht zulassen, dass jemand in ihrem "Siedlungsgebiet" (also im All um Airmid) getötet wird. Somit können sowohl Rhodan und Caadil als auch Cha Panggu ungehindert auf dem Planeten landen. Die nördliche Hemisphäre Airmids wird von einem Kontinent bedeckt, und dieser wiederum von einer einzigen, gewaltigen, zusammenhängenden Stadt, in der all jene Wesen leben, die als "Tributware" an die Peiken geliefert und während des Transports der Mentalen Revision unterzogen worden sind. Sie erinnern sich nicht an ihr früheres Leben, stattdessen haben sie völlig neue Identitäten und Erinnerungen erhalten. So ist es auch den Überlebenden von der CANNAE und der FARYDOON ergangen, denen Rhodan und Caadil in einem Theater begegnen. Sie identifizieren sich ganz mit den Figuren des Stückes, das sie immer wieder aufführen: "Der Sturm" von William Shakespeare.

Cha Panggu macht ähnliche Erfahrungen. Er landet in einem Sektor der Stadt, der von seinen Artgenossen bewohnt wird. Diese verfügen jedoch nur über primitive Technologie, so dass der Tributier sich mit Hilfe seines Manntorpedos zu ihrem Herrscher aufschwingen kann. Nach fünf Tagen provoziert er einen Krieg gegen einen anderen Sektor, denn er hat erfahren, dass alle Konflikte in der Stadt umgehend von einer übergeordneten Macht beendet werden. Mit genau dieser Macht will er Kontakt aufnehmen. Tatsächlich wird die Zitadelle des Allgemeinwohls durch den Krieg zum Eingreifen gezwungen. Cha Panggu wird in dieses wandelnde Gebäude vorgelassen und erhält eine Audienz bei dem Peiken Ahmals Umgeburt, dem er vom Eindringen zweier Fremdlinge berichtet, die das Pantopische Gewebe zerstören wollen. Der Peike ist darüber im Bilde, dass Caadil dieses Ziel mittels des seltsamen "Wanderstabs", den sie auf Khordáad erhalten hat, erreichen könnte. Der Stab ist ein mächtiges Werkzeug, das als Transzendorium bezeichnet wird. Cha Panggu soll es in seinen Besitz bringen, allerdings kann es erst dann aufgespürt werden, wenn es in Betrieb genommen wird.

Derweil sind Rhodan und Caadil Gaio Pancib begegnet. Dieses Wesen hat einen humanoiden Oberkörper, der auf einem schalenförmigen, von vier dürren Beinen getragenen Rumpf sitzt. Gaio schleppt immer seinen Partner Yrin mit sich herum, ein intelligentes Wesen, das einer Mischung aus Molch und Waran gleicht und teleportieren kann. Gaio stellt die Galaktiker seinem Herrn Gonddo Munussaje vor, einem Halb-Sidhee mit schwarzer Haut, tief in den Höhlen liegenden Augen und Kiemenkämmen an den Seiten des glatten Gesichts. Rhodan und Caadil dürfen in Gonddos Hotel nächtigen, wo sie eine Liebesnacht miteinander verbringen. Die Tefroderin unterhält Rhodan mit der Schilderung der von ihrer Heimatwelt Gwein aus sichtbaren Sternbilder. In der Bar erfährt Caadil, dass man von Sidhees, die auf einer Insel leben, mehr Informationen erhalten kann. Bei einem kurzen Ausflug begegnet Rhodan einer Gruppe von Cousimini. Diese nicht-humanoiden Wesen können "Engrammwolken" ihrer selbst und jedes beliebigen anderen Lebewesens erzeugen, die nicht an einen Körper gebunden sind. Mit anderen Worten: Sie sind in der Lage, vollständige Erinnerungen zu kopieren und dauerhaft zu speichern - auch nach dem Tod der betreffenden Person. Durch die Cousimini wird Rhodan auf eine merkwürdige Übereinstimmung aufmerksam. Auf Airmid gibt es winzige Muscheln, die genau jenen gleichen, die auf Caadils Handrücken ein Schmuckornament bilden. Die Sidhees speichern Rhodans und Caadils Erinnerungen in ihrer Engrammwolke.

Gonddo gewährt den Galaktikern jegliche Unterstützung, nachdem Rhodan ihm alles erzählt hat, was sie bisher in Zomoot erlebt haben. Während Caadil zum Berg Mongruad reist, von dem aus man die Inseln der Sidhees sehen kann, vermittelt Gonddo Perry Rhodan in einer Vision Informationen über das Schema. Dieses friedliche Machtgebilde hat schon immer existiert und wird immer existieren, möglicherweise bewegt es sich aus der Zukunft kommend rückwärts durch die Zeit. Völker, die ins Schema passen, können sich ihm anschließen und seine Technologie nutzen - zum Beispiel ein hyperdynamisches Gespinst, das als Transportmedium dient. vor 10.000 bis 20.000 Jahren haben die Biodim-Ingenieure der Dhuccun den Keim für dieses Pantopische Gewebe auch in Zomoot gelegt. Die Peiken wurden von anderen Völkern des Schemas für die Dhuccun erschaffen und bilden selbst die Struktur des Pantopischen Gewebes. Dieses musste jedoch nach der Katastrophe von Fyy, über die Rhodan nichts Genaueres erfährt, zurückgebaut werden, was gleichbedeutend mit der Auslöschung der Peiken war. In Zomoot widersetzten sich die Peiken ihrer Vernichtung - sie wollten weiterleben, obwohl es sich bei ihnen nicht um Leben im eigentlichen Sinne handelt. Das Schema verweigerte ihnen die Weiterexistenz nicht, dies sollte aber auf Zomoot begrenzt bleiben. Die Dhuccun sollten dort über das Pantopische Gewebe wachen, aber etwas ging schief. Die Peiken entwickelten Machtbestrebungen, die nicht im Sinne des Schemas waren, und etablierten das jetzige Tributsystem. Rhodans Aufgabe ist es, dieses System zu zerschlagen. Der Schlüssel dafür ist das Transzendorium - Caadils "Wanderstab".

Bei der Besteigung des Berges Mongruad stellt Caadil fest, dass mehr an dem Wanderstab dran ist als vermutet. Sie erhält mentalen Kontakt mit dem Objekt und kann mit seiner Hilfe gewaltige Entfernungen in kürzester Zeit überbrücken, außerdem schützt es sie sogar im Vakuum des Alls. So gelangt die Tefroderin auf den Jademond Donn, wo sie der Manifestation des Peiken Ideraid Ahnenwärts begegnet. Er löst sich auf, woraufhin aus seiner Körpersubstanz Statuen verschiedener in Zomoot heimischer Wesen entstehen (große Teile des Mondes sind von diesen Statuen bedeckt), dann bildet er sich aus dem Jadestaub Donns neu. Sie folgt Ideraid Ahnenwärts in dessen Schiff, wo der Peike ihr das Transzendorium entreißen will. Sie kann fliehen, aber Cha Panggu hat Nachricht vom Einsatz des Transzendoriums erhalten und konnte ihr folgen. Er rammt sie mit dem Manntorpedo, tötet sie aber nicht, denn sie soll ihm als Köder für Rhodan dienen. Der Terraner erfährt von Gonddo, was geschehen ist. Die beiden haben noch Trümpfe auszuspielen, denn die CHAJE ist von Goldseglern der Erleuchteten Kauffahrer aufgebracht worden, unter anderem wurden Cha Panggus Töchter als Tributware nach Airmid gebracht. Gonddo konnte ihrer habhaft werden. Jetzt sollen sie gegen Caadil und das Transzendorium ausgetauscht werden. Rhodan erkennt jetzt endlich bestimmte Zusammenhänge: Sowohl das Transzendorium als auch die Peiken selbst bestehen aus jenen winzigen Muscheln, die man überall auf Airmid findet. Und auch Kildering, das "Heilige Werkzeug" der Paddler, das ein Zwischending aus Lebewesen und Maschine war, hat aus eben diesen Muscheln bestanden.

Die Übergabe läuft völlig aus dem Ruder, denn Caadil steht ganz unter Cha Panggus Einfluss. Sie erschlägt Gaio Pancib mit dem Transzendorium und verletzt Rhodan schwer. Cha Panggu setzt sich mit seinen Töchtern ab, auch Caadil flieht. Gonddo bringt Rhodan zum Heilzirkus seines Mehrheitseigners Cancatarn, eines fassförmigen Telekineten mit ausfahrbarem Kopf und zwei kurzen Armen mit dreifingrigen Händen. Rhodan erfährt, dass Caadils Bewusstsein durch Mnemoparasiten und eine Operation unwiderruflich verändert wurde. Sie muss mit einer speziellen Waffe getötet werden, wenn sie gerettet werden soll. Sterben würde sie wegen des Parasitenbefalls ohnehin bald. Rhodan infiltriert Cha Panggus Machtbasis und setzt die von Gonddo erhaltene Waffe ein. Yrin teleportiert ihn und Caadil in Sicherheit, aber es gelingt Rhodan nicht, das Transzendorium mitzunehmen. Caadil wird wiederbelebt und erhält von den Cousimini alle Erinnerungen zurück. Cha Panggu fordert Rhodan heraus. Ein Mnemoduell soll über den Besitz des Transzendoriums entscheiden. Der Terraner und der Gui Col werden mental miteinander vernetzt, ihre Erinnerungen vermischen sich. Rhodan erinnert sich an seine Versäumnisse im Familienleben, unter anderem erlebt er die Ermordung seiner Tochter Suzan beim Panither-Aufstand am 19. Februar 2931 mit. Im Fall von Cha Panggu ist es der Tod seiner Frau bei der Geburt seiner Töchter - er war gezwungen, sie eigenhändig zu töten, um ihr ein Organ zu entnehmen, mit dem allein das Überleben der Neugeborenen sichergestellt werden konnte. Im Gegensatz zu dem Gui Col akzeptiert Rhodan seine früheren Fehler und bleibt er selbst, Cha Panggus Geist verwirrt sich. Die Cousimini verleihen ihm die neue Identität des Gui Col Ghuram Rooch. Er ist somit keine Bedrohung mehr.

Sobald Caadil wieder bei Kräften ist, reist sie mit Rhodan nach Besseriu, einer von den Sidhees bewohnten Insel. Nur dort ist der Zugang zu den Kavernen der Dhuccun möglich. Unterwegs befreien sie die beiden Dellcen Fedennec und Bhasul aus der Gewalt eines Hütchenspielers. Die Dellcen sind zwar nur fingergroß, aber durchaus intelligent. Sie werden auf Airmid auf jede nur denkbare Weise missbraucht und gelten sogar als Delikatesse. Das Transzendorium ermöglicht es Rhodan und Caadil, die Insel in kürzester Zeit zu erreichen. Jhiu Bendi, ein Botschafter der Sidhees, erklärt ihnen, dass Airmid einst von den Dhuccun aus den Hälften der Planeten Nechtan und Emain zusammengesetzt wurde. Emain war einst die Schaltwelt des Pantopischen Gewebes, auf dieser Hälfte befindet sich jetzt die Stadt der Tausend Welten. Nechtan war die Heimatwelt der zum Schema gehörenden Sidhees und wird jetzt von den Peiken gemieden. Rhodan und Caadil sind dort also vorerst sicher. Von Jhiu Bendi erfahren die Galaktiker, dass die Peiken aus einem anderen Universum stammen und irgendwann mutiert sind. Von den Sidhee stammt die bei der Mentalen Katharsis eingesetzte Technik zur Gedächtnismanipulation. Eigentlich hätten die Peiken nur auf Donn leben sollen, es war ihnen aber gelungen, die Dhuccun im Inneren Airmids einzusperren. Danach haben sie das Tributsystem aufgebaut, da sie nach Emotionen gieren, die sie selbst nicht empfinden können. Das Leben in der Stadt wird immer wieder durcheinander gewirbelt, damit die Peiken gutes "Futter" erhalten. Die Dhuccun wissen davon nichts - wüssten sie es, würden sie das Ganze beenden. Sie wissen aber nicht einmal, dass sie gefangen sind.

Rhodan und Caadil wurden von einem Abgesandten des Schemas kontaktiert und mussten mit dem Transzendorium den Weg über den Vortex nach Airmid finden, um dort die Dhuccun erwecken zu können. Der Überfall der Gui Col war nicht eingeplant. Nun dringen Rhodan und Caadil, die immer noch die beiden Dellcen mit sich herumschleppen, ins Innere des Planeten vor. Es gelingt ihnen, mit den Dhuccun zu kommunizieren. Letztlich ist es Fedennec und Bhasul zu verdanken, dass die Dhuccun glauben, was Rhodan und Caadil zu berichten haben. Die beiden Däumlinge schildern eindringlich, welche Gräuel ihrem Volk angetan werden. Die Dhuccun zeigen sich zwar nicht, versprechen aber, sich zu befreien und das Pantopische Gewebe außer Betrieb zu setzen. Das wäre gleichbedeutend mit der Zerstörung des Linear-Vortex der Transgenetischen Allianz. Nur Rhodan und Caadil erhalten die Gelegenheit, in ihre Heimat zurückzukehren. Die anderen Überlebenden der CANNAE und der FARYDOON wollen Airmid ohnehin nicht verlassen; sie führen jetzt ein völlig neues und womöglich glücklicheres Leben, wie Rhodan in einem letzten Gespräch mit Tamrat Tooray Ziaar erfährt.

Bevor sie und Rhodan mit der Vortex-Gondel abfliegen, übergibt Caadil das Transzendorium an Gonddo. Während des Rückfluges träumt Rhodan von Superman, Batman und anderen Comic-Helden seiner Jugend. Die Gondel erreicht Gorragan am 12. Mai 1458 NGZ. Gleichzeitig erlöschen das Pantopische Gewebe und der Linear-Vortex.

Auf Airmid bedient sich ein Cousimini der Erfahrungen Rhodans, um sich Vorteile bei Geschäftsverhandlungen mit einem hartnäckigen Gui Col namens Ghuram Rooch zu verschaffen. Der Cousimini nennt sich "Perry Rhodan Secundus".

Kommentar:

Ein phantastisches Buch. Hartmut Kasper alias Wim Vandemaan ist förmlich entfesselt und beweist eindrucksvoll, dass es derzeit kaum einen sprachgewaltigeren, mit mehr Phantasie begabten Perry Rhodan-Autor gibt als ihn. Es entsteht ein Kaleidoskop faszinierender Schauplätze und Begebenheiten, bizarrer Fremdwesen mit teils äußerst merkwürdigen Lebensgewohnheiten, ausgefallener Situationen und ungewöhnlicher Technologien. Manche Kapitel, zum Beispiel jene mit den zu verschiedenen Sternbildern der Tefroder gehörenden Geschichten, sind geradezu poetisch.

Allerdings entsteht durch das Zusammenwürfeln verrückter Ideen, so toll formuliert und verblüffend ausgeheckt sie sein mögen, kein guter Roman.

Leider hat das Ganze rein gar nichts mit der Perry Rhodan-Serie zu tun.

Und auch nicht allzu viel mit den beiden vorherigen Romanen.

Das Buch wirkt vom Anfang bis zum Schluss wie eine nur lose mit einer dürftigen Handlung verknüpfte Ideensammlung, wie eine Anhäufung isoliert nebeneinander stehender Episoden. Ich nehme an, dass die Ideen nur so aus Kasper heraussprudeln (vor seiner Phantasie kann man wirklich nur ehrfurchtsvoll den Hut ziehen) und nicht gebändigt werden können. Er muss sie irgendwie zu Papier bringen und sie müssen möglichst abgedreht sein - ob das alles irgendeinen Sinn ergibt oder ob alles zusammenpasst, ist erst mal egal. Dann müssen mit aller Gewalt Zusammenhänge herbeigezwungen werden, damit wenigstens die Andeutung eines Bezugs zum Perryversum erreicht werden kann. Diesmal sind das die Peiken bzw. die "Muscheln" aus denen sie bestehen und die anscheinend doch noch irgendwo anders als in Zomoot existieren, so dass die Paddler sie zu Kildering verarbeiten konnten. Aber vielleicht waren die Paddler ja auch irgendwann in Zomoot? Wie Caadils Ahnen an die Peiken-Muscheln gekommen sind, aus denen ihre Handrücken-Schmuckornamente bestehen, ist mir übrigens nicht klar geworden.

Die Sternbild-Geschichten und Rhodans ausführliche Erinnerungen an Mory und Suzan gehören ebenfalls zu diesem Thema. Das sind wohlgemerkt sehr schöne Kapitel, aber sie tragen nichts zur eigentlichen Handlung bei. Warum kommen die Caadil-Rückblicke erst jetzt? Warum nicht schon im ersten Roman, wo die Figurenexposition besser hineingepasst hätte? Ich bin wirklich hin und her gerissen - würde Kasper sich auf den Roten Faden der Geschichte beschränken, all seine endlos mäandrierenden Abweichungen, Ausschmückungen, Nebenhandlungen und Einschübe aber weglassen, dann würde das die Lektüre (und das Zusammenfassen der Handlung) erheblich erleichtern, gleichzeitig würde das Buch (und ich bezeichne das Ding bewusst nicht als "Roman") aber auch einen Großteil seines Reizes verlieren. Solltet ihr das Buch nicht gelesen haben und euch darüber ärgern, dass ich in obiger Zusammenfassung viele Namen und Begriffe ohne jegliche Erklärung stehen gelassen habe, dann wisst ihr wenigstens, wie man sich als Leser dieses Buches fühlt. Manchmal versteht man nur Bahnhof, Personen tauchen aus dem Nichts auf und verschwinden wieder...

Auch scheint es, genau wie in der Trilogie Das Rote Imperium, Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den drei Autoren gegeben zu haben. Diesmal kommt es mir so vor, als habe Kasper sogar eine völlig andere Vorstellung von der Handlung gehabt als Montillon und Thurner. Die beiden haben sich alle Mühe gegeben, Cha Panggu als gewissenlosen, wahnsinnigen Massenmörder hinzustellen, jetzt plötzlich sollen wir glauben, er zögere "aus Achtung vor dem Leben", die Vortex-Gondel beim Anflug auf Airmid einfach zu vernichten. Von diesen Gedankengängen ist 100 Seiten später, als er wieder mit fröhlichem Gemetzel beginnt, sowieso nichts mehr zu bemerken. Kasper tut jetzt so, als halte Cha Panggu die Vortex-Pilotin für ein Monster und fürchte sie sogar, und als sei "Gerechtigkeit" seine Lebensmaxime. Ich lach' mich scheckig! Cha Panggu ärgert sich darüber, dass Rhodan "hilflose Kinder" (seine debilen Töchter) als Geiseln einsetzt. Der Bürgermeister der Vodyanoi, mit dessen Kindern Cha Panggu ein perverses Spiel ganz anderen Kalibers getrieben hat, hätte zu diesem Thema wohl auch etwas zu sagen gehabt. Das Ganze gipfelt dann in hilflosen Versuchen, Sympathie für Cha Panggu zu wecken (anhand seiner Erinnerungen während des Mnemoduells) - das kommt viel zu spät, passt nicht zu seiner bisherigen Charakterisierung und kann nicht funktionieren.

Dann sind mir noch diverse Ungereimtheiten aufgefallen. Das geht schon mit Caadils Namen los, der diesmal anders geschrieben wird als in den beiden vorherigen Romanen. Außerdem verstehe ich nicht, warum Rhodan a) sich einem Wildfremden anvertraut (Gonddo, Betreiber eines Hotels!), warum dieser Fremde b) nicht nur extrem hilfsbereit ist, sondern auch c) zu den äußerst raren Personen gehört, die nicht unter der Mentalen Katharsis leiden und der d) alles zu wissen, jeden zu kennen und alles erreichen zu können scheint. Der Zufall, dass die Erleuchteten Kauffahrer ausgerechnet die CHAJE aufbringen, woraufhin Cha Panggus Töchter im genau richtigen Moment nach Airmid gebracht werden und dann auch noch Gonddo in die Hände fallen, ist viel zu nützlich, um noch glaubwürdig zu sein.

Warum hat ausgerechnet ein Peike Rhodan den Pantopischen Kompass ausgehändigt, ohne den der Terraner niemals den Weg nach Airmid gefunden hätte? Die Peiken hatten doch überhaupt kein Interesse daran, jemanden ohne Mentale Katharsis in ihr Machtzentrum gelangen zu lassen?!? Warum musste überhaupt jemand von außen nach Airmid kommen, um dem ganzen Spuk ein Ende zu bereiten? Letztlich scheint es ja ausgereicht zu haben, die Dhuccun ein bisschen aufzurütteln. Das hätten die Sidhee (oder wer auch immer hinter allem steckt) auch auf weniger umständliche Weise erreichen können. Das Transzendorium wurde dazu doch gar nicht mehr gebraucht, oder? Warum war es also so wichtig, das Ding nach Airmid zu bringen?

Übrigens: Es wird behauptet, Rhodan sei 2415 Jahre alt. Da macht Kasper es sich ein wenig zu leicht. Er zieht von den Jahren, die seit Rhodans Geburt vergangen sind, einfach die 695 Jahre ab, die er bei der Rückkehr aus Tarkan im Zeitstasisfeld verbracht hat. Seine diversen Zeitreisen und Aufenthalte in Universen mit abweichendem Zeitablauf fallen dabei unter den Tisch.

Kann ich sagen, dass mich das Buch total fasziniert hat?

Oder dass ich es geradezu unerträglich finde?

Beides trifft zu.

Hartmut Kasper sollte lieber Einzelromane schreiben, die gar nicht erst unter dem Label "Perry Rhodan" verkauft werden. Zumindest im Falle von "Die Stadt der tausend Welten" ist das nämlich eindeutig Etikettenschwindel. Es wäre doch viel schöner, wenn er stattdessen ein eigenes Projekt auf die Beine stellen würde. Natürlich besteht dann die Gefahr, dass sich kein Mensch dafür interessiert, aber zumindest einen treuen Leser hätte er: Mich!

J. Kreis, 14.12.2009


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