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Kundschafter aus dem All (PR-Planetenroman Nr. 60)
Moewig-Verlag, 1974
161 Seiten
Autor: William Voltz

Inhalt

Der terranische Schlachtkreuzer CRUSADER wird im Jahre 2395 ins Aztran-System entsandt, um die Lage auf dem dortigen Kolonialplaneten Celanese zu klären. Das Sonnensystem liegt im Grenzgebiet zur galaktischen Eastside, die von den Blues beherrscht wird. Die Blues sind mit dem Solaren Imperium verfeindet und sehr daran interessiert, eine terranische Kolonie in die Hände zu bekommen. Die Besatzung der CRUSADER soll nun herausfinden, ob die Kolonisten bereits Kontakt mit den Blues aufgenommen haben. Don Redhorse, der letzte Cheyenne, zu dieser Zeit als junger Leutnant auf der CRUSADER eingesetzt, wird von Kommandant Rome Cudy nach Celanese entsandt. Redhorse darf sich einen Begleiter aussuchen. Seine Wahl fällt auf den phlegmatischen Korporal Brazos Surfat, den er eigentlich nur mitnimmt, um Cudy eins auszuwischen; er glaubt, sein Kommandant habe es auf ihn abgesehen und wolle ihn schikanieren. Auf Celanese wird den beiden die Kolonistin Diahann Uggam als Fremdenführerin zur Seite gestellt - in Wahrheit soll die schöne junge Frau die beiden überwachen.

Redhorse und Surfat landen am 10. März mit einer Space-Jet und stechen mit ihren Nachforschungen in ein Wespennest. Groove Solomon, der Chef eines Sanatoriums für Flottenangehörige, hat die Macht an sich gerissen. Er hat die Klinikgebäude in eine Festung umgewandelt und seine Handlanger, die euphemistisch als "Praktizierende Mediziner" (PM) bezeichnet werden, sind die eizigen Siedler, die Waffen tragen dürfen. Der Bürgermeister der Kolonie ist nur eine von Solomons Marionetten. Besucher des Sanatoriums dürfen diese Einrichtung nicht verlassen. Solomon plant die Ausweitung seines Machtbereichs und hat sich mit dem Blue Velarc verbündet. Dieser spielt jedoch ein doppeltes Spiel. Er hat sich zum "Gott" der Eingeborenen Celaneses gemacht. Diese primitiven humanoiden Wesen, die Inkheads, werden von ihm aufgestachelt und greifen die Kolonie immer wieder an. Würden all diese Missstände ans Licht kommen, so wäre die Auflösung der Kolonie unausweichlich, und das wäre ganz im Sinne der Blues. Solomon will die beiden terranischen Raumfahrer deshalb unauffällig verschwinden lassen. Diahann, Solomons Ex-Geliebte, soll ihm dabei helfen.

Als die Inkheads wieder einmal angreifen, plant Solomon ihre Ausrottung. Das ist zuviel für Diahann. Obwohl die Eingeborenen den Tod ihrer Eltern verschuldet haben, so dass sie die Inkheads hasst, stellt sie sich nun gegen Solomon und bittet Redhorse um Hilfe. Der Leutnant versucht, friedlich mit den Inkheads zu reden, wird aber gefangen genommen und verschleppt. Surfat erleidet das gleiche Schicksal. Im Dorf der Inkheads stehen die Terraner dem Blue gegenüber. Dieser befiehlt ihre Ermordung, doch es gelingt Redhorse, das Oberhaupt der Eingeborenen im fairen Kampf zu besiegen und seine Freundschaft zu gewinnen. Dies währt aber nicht lange, denn Solomon ist den Inkheads mit seinen PM-Truppen gefolgt. Diese erschießen Velarc, so dass die erzürnten Inkheads angreifen. Redhorse, Surfat und Diahann können entkommen und Solomon paralysieren. Sie müssen ihn im Dschungel liegen lassen, wo er von den Inkheads gefunden und getötet wird. Die PM werden von der terranischen Kolonialverwaltung entmachtet. Da ein friedliches Zusammenleben mit den Inkheads nach dem Tod der beiden Drahtzieher möglich ist, wird die Kolonie nicht aufgelöst.

Zurück in der CRUSADER trinken Redhorse und Surfat auf das Wohl der schönen Diahann. Zuvor musste der Cheyenne schon seine Meinung über Major Cudy revidieren. Der Kommandant wollte Redhorse nicht schikanieren, sondern nur testen - nach der erfolgreichen Mission auf Celanese will er den Leutnant zur Beförderung und Versetzung auf ein größeres Schiff vorschlagen...

Kommentar

...der Rest ist Geschichte: Im Jahre 2400 hat Redhorse den Rang eines Captains erreicht und ist Chef der Landetruppen der CREST II. Er nimmt somit am Vorstoß Perry Rhodans nach Andromeda teil und wird während der Kämpfe gegen die MdI zu einem der wichtigsten Weggefährten des Unsterblichen. Brazos Surfat, immer noch Korporal (bzw. wieder, denn Surfat wurde immer wieder mal zum Sergeanten befördert, aber stets nach kurzer Zeit degradiert), ist ebenfalls Besatzungsmitglied der CREST II und geht mit schöner Regelmäßigkeit zusammen mit Redhorse in den Einsatz. Dieses Taschenbuch beschreibt das erste Zusammentreffen dieser beiden schillernden Charaktere, die seinerzeit zu den beliebtesten Figuren der Serie gehört haben, und ist eigentlich auch nur aus genau diesem Grund interessant.

Der Roman ist im Jahre 1969 erstmals erschienen und hat verschiedene Neuveröffentlichungen erlebt; ich habe ihn in zweiter Auflage in einem Hamburger Antiquariat gefunden. Da es ziemlich sinnlos ist, einen so alten PR-Roman noch zu kommentieren, belasse ich es bei ein paar Zeilen. Willi Voltz stellt wieder einmal unter Beweis, dass er seine Hauptpersonen mit wenigen Sätzen zum Leben erwecken und gut charakterisieren kann. Leider hat er nicht so viel Zeit dafür, d.h. die 160 Seiten des Romans reichen kaum, um die Figuren weiter auszuarbeiten. Gerade bei Redhorse und Surfat hat Voltz sich offenbar darauf verlassen, dass der Leser die beiden schon aus früheren PR-Romanen kennt. Dazu kommen dann noch die manchmal nicht eben schlüssigen Intrigen (welche Vorteile Solomon sich vom Kontakt mit den Blues erhofft hat, bleibt unklar) und der ganze etwas überhastet wirkende Handlungsverlauf. So wird aus einem Roman mit guten Ansätzen dann doch leider nur schnell abgehakte Massenware.

J. Kreis, 09.11.2009


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