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Agent für Terra
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Agent für Terra (PR-Planetenroman Nr. 350)
VPM, 2009
161 Seiten
Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Arthur Konstantin, ein junger Agent der Galaktischen Abwehr, erhält von Allan D. Mercant den Auftrag, den Tod des Agenten Wayne Coover auf dem Bergbauplaneten Charisma aufzuklären. Coover war bei einem Unfall im Liquitiv-Rausch gestorben und Mercant geht davon aus, dass er ermordet wurde. Schon bei seinen ersten Nachforschungen in dem Hotel, das seinerzeit von Coover genutzt worden war, gerät Konstantin in Gefahr. Es werden mehrere Anschläge auf ihn verübt und sein Informant Reeve Duncan wird getötet. Offenbar war die Tarnung beider Männer nichts wert. Von Duncan konnte Konstantin immerhin noch erfahren, dass die Aras und die mit ihnen zusammenarbeitenden Akonen auf Charisma eine Geheimstation unterhalten. Konstantin ist von Duncan auf einen Park hingewiesen worden, der aus Druckkuppeln mit Flora von der Venus gebildet wird. Dort stößt er auf eine große Plantage. Irgendjemand züchtet dort psi-aktive Pflanzen, die als Arranda-Orchideen bekannt sind. Unbekannte paralysieren den jungen Agenten und verfrachten ihn in einen Kühlcontainer, der per Transmitter abgestrahlt wird. Der Transport verläuft infolge eines in der Nähe Charismas tobenden Hypersturms nicht planmäßig.

Konstantin findet sich in einem verlassenen Ara-Stützpunkt mitten in einer Wüste auf dem Planeten Imhar wieder. Er flieht mit einem Gleiter, doch Roboter verfolgen ihn und schießen die Maschine ab. Nach einem beschwerlichen Marsch, bei dem er fast der räuberischen Fauna Imhars zum Opfer gefallen wäre, bricht Konstantin völlig entkräftet zusammen. Die Brut einer parasitären Lebensform hat sich in seinem Körper eingenistet. Nomaden, möglicherweise degenerierte Nachkommen arkonidischer Siedler, nehmen ihn auf. Thina, das weibliche Stammesoberhaupt, pflegt ihn gesund. Konstantin erfährt, dass die Eingeborenen von den Aras für Experimente missbraucht werden und ihnen Widerstand zu leisten versuchen. Da ihm klar ist, dass die Roboter ihn suchen und somit seine neuen Freunde in Gefahr bringen werden, bringt er die Eingeborenen dazu, sich in einem Dschungel zu verstecken. Dort lässt sich die Verteidigung leichter organisieren. Mit säurehaltigen Früchten und diversen Fallen können die wenig später angreifenden Roboter tatsächlich zurückgeschlagen werden; es handelt sich hauptsächlich um veraltete Maschinen.

Mit Hilfe Thinas und zweier weiterer Nomaden erreicht Konstantin die größte von vier Kuppeln der Aras auf Imhar. Die letzten Kilometer legt er allein zurück, da er Thina, die sich in ihn verliebt hat, nicht in Gefahr bringen will. In der Kuppel begegnet er Bartosch, einem von den Aras entführten Eingeborenen. Dieser führt ihn zum Hauptcomputer, dem Konstantin Informationen über das "Projekt Phönix" entnehmen kann. Aras, Akonen und Springer arbeiten an der Entwicklung eines Virus, das Menschen zu willenlosen Befehlsempfängern macht und ihnen gleichzeitig unglaubliche Regenerationsfähigkeiten verleiht. Auf diese Weise wollen sie das Solare Imperium zerschlagen und Terra erobern. Als Aras angreifen, opfert Bartosch sich, um Konstantin zu retten. Der Terraner schleicht sich in den bei der Kuppel geparkten Frachter PHÖNIX, wird dort aber von Torrem Mibeck gefangen genommen, einem ehemaligen Kameraden, der wegen des Todes einer gemeinsamen Freundin einen psychotischen Hass auf Konstantin entwickelt hat und eine mehrjährige Haftstrafe auf einem Gefängnisplaneten verbüßen musste. Es zeigt sich, dass Mibeck durch das Virus in ein fast unbesiegbares Wesen verwandelt worden ist. Mibeck führt Konstantin dem Springerkapitän Lorman vor. Dieser hat für die beiden Menschen eine besondere Verwendung: Sie sollen seinen Konkurrenten, den Springerpatriarchen Marvis, aus dem Weg räumen.

Mibeck und Konstantin fliegen zum Planeten Evendyra und werden Marvis vorgeführt, als sie behaupten, sie hätten wichtige Informationen für den Patriarchen. Konstantin verhindert, dass Mibeck Marvis tötet. Jetzt soll Konstantin die KAMBAH ANURR, das Flaggschiff des Patriarchen, zu Lormans Versteck führen. Der Terraner willigt ein, und so kommt es bald zu einem Gefecht zwischen den beiden Raumschiffen. Konstantin darf den Walzenraumer mit einer Space-Jet verlassen, doch auch Mibeck ist an Bord. Er tötet die gesamte Besatzung, bis nur noch er und Konstantin sich gegenüberstehen. Konstantin obsiegt, aber die Space-Jet wurde von Mibeck in ein Wrack verwandelt. Gerade noch rechtzeitig wird Konstantin von einem terranischen Kreuzer gerettet. Von Mercant erfährt Konstantin nun, dass er aufgrund seiner früheren Freundschaft mit Mibeck als Lockvogel eingesetzt worden ist. Die Machenschaften der Aras konnten beendet werden, ihre Basis wurde zerstört. Alle Daten über das Projekt Phönix sind dabei verlorengegangen. Konstantin erhält einen neuen Auftrag, der ihn zum Planeten Plophos führt.

Kommentar

Dieser 1992 erstmals erschienene Roman ist praktisch die Vorgeschichte zu PR 182 (erstmals erschienen im Jahre 1965). Darin begegnen wir Arthur Konstantin, der inzwischen Oberst ist und für die Galaktische Abwehr auf Plophos spioniert. Er findet heraus, dass Perry Rhodan von den Plophosern entführt worden ist und kann diese Information an die GalAb übermitteln, bezahlt seinen Einsatz aber mit dem Leben. Dies ereignet sich im Jahre 2328. Konstantin ist zu diesem Zeitpunkt 32 Jahre alt. Seinen Einsatz auf Charisma absolviert er im Alter von 22 Jahren. Also kann man als Handlungsjahr, das im Roman nicht genannt wird, 2318 annehmen.

Dies ist schon die dritte Auswertung des Textes. Er ist wie gesagt erstmals 1992 als Planetenroman Nr. 350 erschienen, wenige Jahre später wurde er zusammen mit drei weiteren Planetenromanen noch einmal in einem Sammelband herausgegeben. Jetzt (Juli 2009) gibt's das Ganze zum dritten Mal: VPM will alle zwei Monate solche älteren Planetenromane im "Taschenheft"-Format nachdrucken. Neue Geschichten sind also vermutlich nicht zu erwarten. "Agent für Terra" ist der erste in der Taschenheft-Reihe erschienene Band. Ich habe das Ding eigentlich nur gekauft, um mal zu sehen, wie diese Taschenhefte sich so "anfühlen", d.h. um den eigentlichen Roman ist es mir dabei nicht gegangen. Irgendwie ist so ein Taschenheft nichts halbes und nichts ganzes: Kleiner als ein Heftroman, aber nicht so stabil wie ein Taschenbuch, vom geringen Umfang mal ganz abgesehen. OK: Das schmale Bändchen kostet nur 3,90 Öcken, aber ein "richtiges" Buch ist mir lieber. Irgendwie liegt es wegen des dünnen Umschlagpapiers zu "labberig" in der Hand. Nach Verlagsangaben wurde der Text "sorgsam durchgeschaut und behutsam modernisiert". Da ich das Original nicht kenne, kann ich nicht sagen, was man sich darunter genau vorzustellen hat. Jedenfalls wurde der Text auf die neue Rechtschreibung umgestellt.

Der Roman selbst ist nicht der Rede wert: Es ist eine dieser "klassischen Agentengeschichten", wie es sie vermutlich nur im Perryversum gibt - nicht mal James Bond agiert so naiv oder wird derart vom Zufall begünstigt wie so ein Jüngelchen von der GalAb! Zudem "kippt" die Geschichte und bewegt sich in eine völlig andere Richtung, sobald Konstantin seinem "alten Freund" begegnet. Die vorherigen Geschehnisse scheinen keine Rolle mehr zu spielen, alles läuft auf ein Duell zwischen Mibeck und Konstantin heraus. Erst ganz am Schluss erfährt man in wenigen Zeilen, was aus dem "Projekt Phönix" geworden ist. Auch verhalten sich diverse Leute auf nicht nachvollziehbare Weise ("Plot-driven" ist wohl der richtige Begriff dafür): Lorman hat nichts besseres zu tun, als seinen Gefangenen auf eine Mission in eigener Sache zu schicken, Marvis wiederum überlässt ihm sogar eine Space-Jet samt Besatzung, anstatt ihn einfach aus der nächsten Luftschleuse zu werfen… Egal - als anspruchslose Unterhaltung für zwischendurch ist der Roman gut geeignet, und zwar auch für Leute, die sich in der Perry Rhodan - Serie überhaupt nicht auskennen, denn die paar Bezugnahmen auf frühere Ereignisse (Liquitiv, Konflikt zwischen Solarem Imperium und anderen Völkern usw.) müssen nicht näher erklärt werden; sie erklären sich mehr oder weniger von selbst.

J. Kreis, 27.07.2009


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