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Die Zone des Schreckens
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Die Zone des Schreckens (PR-Planetenroman Nr. 19)
Moewig-Verlag, 1980
160 Seiten
Autor: William Voltz

Inhalt

Perry Rhodan nimmt persönlich am Flug eines der wenigen Explorer-Raumschiffe teil, begleitet wird er von dem Journalisten Bejin Jotifer. Der Reporter soll den Flug dokumentieren, denn Rhodan möchte eine eigenständige Explorerflotte aufbauen und braucht positive Publicity, um diese Maßnahme gegenüber der ablehnend eingestellten Öffentlichkeit durchsetzen zu können. Jotifers nicht ganz gefestigter Charakter sorgt für Ärger. Er ist ein Terraner-Setubaren-Mischling und reagiert allergisch, wenn jemand ihn spüren lässt, dass er nicht als vollwertiger Terraner akzeptiert wird. Die EX-27, ein umgebauter 500-Meter-Kreuzer, erreicht schließlich ein unbekanntes Sonnensystem mit zwei Planeten. Der äußere Planet bietet geradezu paradiesische Lebensbedingungen und wird zuerst erkundet. Die Terraner geben ihm den Namen "Grassplot", während sie den inneren Planeten nach dem Kommandanten des Kreuzers auf den Namen "Sandovals Planet" getauft wird.

Die Terraner stoßen auf ein Dorf, in dem ca. 300 völlig lethargische humanoide Eingeborene leben. Sie nehmen keine Notiz von den Raumfahrern und eine nähere Untersuchung zeigt, dass sie alle dem Tode nahe sind: Wichtige Organe sind funktionsunfähig oder fehlen ganz. Die Eingeborenen in einem anderen, größeren Dorf scheinen dagegen gesund zu sein und begegnen den Terranern mit Misstrauen. Am nächsten Tag will Rhodan sich selbst ein Bild von den Verhältnissen im größeren Dorf machen, sieht sich aber zunächst in der Nähe des Dorfs der Sterbenden um. Dabei entdeckt er eine Höhle, in der sich ein riesiger Maschinenblock befindet, welcher so gar nicht zum primitiven Entwicklungsstand der Eingeborenen passen will. Rhodan betritt das Aggregat durch eine Öffnung und verliert das Bewusstsein. Jotifer, der dem Großadministrator gefolgt ist, findet die Höhle verlassen vor.

Als Rhodan wieder zu sich kommt, wird er von schrecklichen Schmerzen gequält, außerdem ist sein Zellaktivator verschwunden und er kann sich nicht richtig bewegen. Allmählich gewinnt er die Kontrolle über seinen Körper zurück und muss zu seinem Entsetzen feststellen, dass er in ein Echsenwesen verwandelt worden ist. Andere Wesen gleicher Art versorgen ihn. Nach und nach findet Rhodan die Hintergründe heraus. Er wurde von der Maschine, die er betreten hat, auf den inneren Planeten des Systems versetzt, gleichzeitig wurde sein Körper umgewandelt. Diese Welt wird von ihren Bewohnern Trinjr genannt und ist dem Untergang geweiht, da er seine Eigenrotation verloren hat. Seitdem bekämpfen sich die verfeindeten Gruppen der Tomes und der Hegwas. Erstere wollen den Planeten mit besagter Maschine evakuieren, letztere sehen ihr Heil darin, sich auf der vereisten Nachtseite des Planeten einzugraben und abzuwarten. Bei der Evakuierung mit der Transferanlage sollten die Körper der Tomes so umgewandelt werden, dass sie auf dem Nachbarplaneten überleben können. Dieses Schicksal ist nun unter umgekehrten Vorzeichen Perry Rhodan widerfahren. Ihm ist klar, dass es sich bei den 300 scheinbar kranken Eingeborenen von Grassplot um Flüchtlinge handelt, und dass die Transferanlage offenbar nicht richtig funktioniert. Auch Rhodans Tomes-Körper steht kurz vor dem Kollaps, weil die Umwandlung unvollständig ist.

Es tobt ein Machtkampf zwischen Curvilwohs, dem neuen Oberhaupt der Tomes, und Lenprove, dem Führer der Hegwas. Die Situation ist verworren, denn ein wegen Naturkatastrophen verängstigter Mob ist dabei, die Festung der Tomes zu stürmen. Lenprove vernichtet den Atommeiler der Festung (wobei er selbst umkommt), so dass man auch dort nicht mehr vor den zunehmenden Elektronenstürmen sicher ist. Rhodan kann sich befreien und eine Waffe in seinen Besitz bringen, aber er ist schon zu geschwächt. Da erscheint Bejin Jotifer. Auch er ist durch die Transferanlage gegangen, hat dabei aber seinen Körper behalten. Zusammen mit Curvilwohs, der die Sinnlosigkeit aller Kämpfe eingesehen hat, schleppt Jotifer Rhodan zur Transferanlage. Die Terraner erreichen Grassplot, Rhodan erhält seinen alten Körper (samt Zellaktivator) zurück. Dann explodiert die Anlage. Rhodan nimmt an, dass Jotifer nicht umgewandelt wurde, weil er die Gene zweier Völker in sich trägt. Nun hat Jotifer erstmals in seinem Leben Grund, dankbar für seine Mischlingsexistenz zu sein.

Kommentar

Eigentlich ist es sinnlos, einen so alten Roman zu kommentieren. Ich will's deshalb auch bei einigen wenigen Zeilen belassen. Das Taschenbuch ist in der 3. Auflage im Jahr 1980 erschienen, erstmals erschienen ist es im Jahre 1966. Die Handlung spielt in der Zeit vor dem Aufbau der Explorerflotte, also wahrscheinlich irgendwann zwischen 2126 und 2130.

Auf den ersten Seiten beweist Voltz, dass es möglich ist, eine Hauptperson mit wenigen Sätzen zum Leben zu erwecken und ihren Charakter auf den Punkt zu bringen. Das gelingt ihm im Fall von Rhodan sogar besser als bei Jotifer. Andere Autoren schreiben ganze Bücher voll und schaffen so etwas doch nicht. Das Szenario macht neugierig - über die Anfänge der Explorerflotte hat man ja in der Heftromanserie nie sehr viel lesen können. Leider hält der Roman dieses Niveau nicht durch, d.h. ab dem Moment, als Rhodan diesen komischen Transmitter durchquert, wird die Geschichte unlogisch, verworren und langweilig. Das Hin und Her auf Trinjr wirkt ermüdend und Rhodan ist jetzt plötzlich nur noch ein Spielball der Geschehnisse.

Der Evakuierungsplan scheint mir wenig sinnvoll zu sein. Wie sollte denn ein ganzes Volk mit dieser einen Anlage auf den anderen Planeten versetzt werden? Ein paar Raumschiffe hätten im Dauerbetrieb vielleicht sogar mehr Personen befördern können. Doch halt - die Körper der Echsenwesen mussten ja umgeformt werden. Warum? Keine Ahnung. Jedenfalls war nicht die Rede davon, dass die Echsenwesen in ihrem ursprünglichen Körper nicht auf Grassplot leben könnten. Jotifer hat ja auch auf beiden Planeten geeignete Lebensbedingungen vorgefunden. Der Umwandlungsvorgang scheint mir allzu phantastisch zu sein. Dass die Maschine Rhodans Zellaktivator offenbar irgendwo im Nirwana zwischenlagert, um ihn dann beim zweiten Durchgang quasi zurückzuerstatten, kommt mir genauso an den Haaren herbeigezogen vor wie Rhodans Erklärung für die Frage, warum Jotifer nicht umgewandelt wurde.

Das Ende scheint ein wenig überhastet zu sein. Wenn ich den Roman richtig verstanden habe, dann ist nicht die Rede von einer sofortigen Vernichtung des inneren Planeten, d.h. offenbar können die Echsenwesen dort zumindest noch für eine Weile überleben. Nun - warum fliegt Rhodan dann nicht mir der EX-27 hin und rettet wenigstens ein paar dieser Wesen? Er könnte ja auch die Flotte zur Unterstützung anfordern und damit vielleicht das ganze Volk evakuieren. Ein geeigneter Planet würde sich bestimmt finden lassen. Und schließlich erfährt man auch nicht, ob der eigentliche Zweck des Fluges (Werbung für den Aufbau der Explorerflotte) erreicht werden konnte. Offenbar hat's geklappt, denn aus der Heftromanserie wissen wir ja, dass die Explorerflotte tatsächlich aufgebaut wurde.

J. Kreis, 08.05.2008


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