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Perry Rhodan: Das Rote Imperium Band 2: Requiem für Druufon

Autor: Christian Montillon

Inhalt

Perry Rhodan

Die PAUKE ZUR MITTERNACHT wird vom Fluidom-Schlachtschiff der Präfidatin Farashuu Perkunos abgefangen, im All stehen außerdem reguläre Kampfschiffe des Roten Imperiums bereit. Finan Perkunos, Perry Rhodan, Wiesel und zwölf Anjumisten verlassen das Schiff mit einem Beiboot, landen in der Knochenstadt und versuchen Farashuu zu bekämpfen, die bereits dabei ist, die zur Tarnung abgesetzten Rhodan-Doubles niederzumetzeln. Eine direkte Konfrontation ist unausweichlich. Als sie auf ihren Vater schießt, wirft Rhodan sich in die Schussbahn und wird getötet. Die Erkenntnis, dass ihre Mission durch ihre eigene Schuld fehlgeschlagen ist, schockiert Farashuu so sehr, dass Finan sie paralysieren und ins Beiboot holen kann. Auch Rhodan wird geborgen und mit der überlegenen Medotechnik des Roten Imperiums ins Leben zurückgeholt. Die Tatsache, dass sich sowohl Perry Rhodan als auch eine Präfidatin in dem Beiboot befinden, trägt dazu bei, dass es entkommen kann. Die PAUKE wird jedoch von den Regulartruppen zerstört.

Im Stützpunkt Silap Inua, einem im Leerraum treibenden ausgehöhlten Mond, erholt Rhodan sich allmählich. Erstmals ist es den Anjumisten möglich, eine der gefürchteten Präfidatinnen zu untersuchen. Die Neo-Terranerin Kingris Innsa, ein so genannter Designmensch, beschäftigt sich mit dem Transpathein der Quantronischen Armierung, wird aber verletzt, als einer der Symbionten sich selbständig macht. Farashuu wurde zwar in ein künstliches Koma versetzt, kann aber immer noch mit ihrer Quantronik kommunizieren und das Transpathein nutzen, um ihre Feinde telepathisch zu belauschen und Kontakt mit ihren Freundinnen Desre und Aunike aufzunehmen. Die Quantronik entwickelt ein Gegenmittel, so dass Farashuu aktiv werden kann. Sie bricht aus und richtet schwere Verwüstungen im Stützpunkt an. Perry Rhodan folgt ihr, wird bei einer Explosion verletzt und verliert das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, befindet er sich zusammen mit Wiesel, Finan Perkunos, Kingris Innsa und einigen anderen Anjumisten in einem Schutzraum, einer flugfähigen Fluchtkapsel, denn inzwischen sind die Fluidome der beiden anderen Präfidatinnen eingetroffen und haben den Mond vernichtet. Ob noch weiteren Anjumisten die Flucht gelungen ist, bleibt unklar.

Jetzt soll versucht werden, eine Druuf-Intropole auf Druufon zu erreichen, denn die einstigen Herren von Rotheim, die teilweise noch auf nicht vom Roten Imperium annektierten Planeten leben, paktieren mit den Anjumisten und anderen Völkern des Roten Universums. Besonders in den Randgebieten des Imperiums wächst der Widerstand seit geraumer Zeit. Der Schutzraum wird einige Tage nach der Flucht vom Druuf-Walzenraumer WIR IM MITTAG ALLER aufgenommen. Flugziel ist die Grenzwelt Depura Dengko, die vom Roten Imperium besetzt wurde. Die Bevölkerung wurde versklavt und wird von Jaakko Patollo für unmenschliche medizinische Experimente missbraucht. Depura Dengko beherbergt noch immer einen geheimen Stützpunkt der Anjumisten. Dort gibt es eine Transmitterverbindung zu einer Intropole. Außerdem wird hier eine Substanz namens Psytropin hergestellt, über die Perry Rhodan aber nichts Näheres erfährt. Er macht die Bekanntschaft des Druuf-Generals Goyl Pok, der als Oberkommandierender eines geplanten Feldzugs der Rebellen gegen das Rote Imperium vorgesehen ist. Goyl Poks Gefährtin Aunpaun begleitet die Terraner in den nächsten Tagen. Rhodan erfährt, dass Bavo Velines plant, eine dauerhafte Verbindung zum Standarduniversum zu errichten, um dieses zu erobern. Rhodan soll hierbei eine wichtige Rolle spielen. Eine von Generalin Johari Ifama befehligte Invasionsflotte sammelt sich angeblich bereits am Transuniversalen Tor.

Rhodan, Finan Perkunos und Wiesel gehen durch den Transmitter, Kingris Innsa bleibt zurück, um das Transpathein weiter zu untersuchen. In der Intropole gibt es ein unerwartetes Wiedersehen mit Erzbischöfin Suleima Laurentia III., die sich kurz nach Rhodans Ankunft verabschiedet - niemand ahnt, dass die wahnsinnige Priesterin des Gottes Pum umgehend Bavo Velines aufsucht, um Rhodans Anwesenheit an den Generalgouverneur zu verraten. Zum Dank lässt Velines sie durch Farashuu ermorden. Farashuu, die von dem Gedanken an ihr bald bevorstehendes Ende gequält wird und ihr Versagen wieder gutmachen will, macht sich sofort auf den Weg zur Intropole. Sie lässt sich dabei aber Zeit, um unterwegs ein wenig zu "spielen" und sich einen Spaß daraus zu machen, den Schutzschirm zu überwinden, der die Intropole abriegelt. Währenddessen erfährt Rhodan vom Habitatmeister Zyw Pok die wahre Geschichte des Roten Imperiums, soweit diese bekannt ist. Dann dringt Farashuu bis zu Perry Rhodan vor, tötet zahlreiche Druuf (darunter Goyl Pok und Aunpaun) und schickt sich an, Rhodan zu entführen. Der Terraner würde jedoch lieber sterben, als dem Roten Imperium in die Hände zu fallen. Da Farashuu das nicht zulassen kann, hat er einen kleinen Vorteil, den er nutzt, um die Kindsoldatin mit einer ihrer eigenen Körperklingen aufzuschlitzen. Sie regeneriert sich zwar sofort wieder, ist aber derart abgelenkt, dass Finan Perkunos mit Rhodan und Wiesel zum Transmitter fliehen kann. Der Gauner aus München bleibt zurück, um den Transmitter zu vernichten. Bevor Farashuu ihn dazu zwingen kann, ihr den Zielort zu verraten, erschießt er sich mit einem versteckten Strahler.

Zurück auf Depura Dengko muss nun ein Ersatz für General Goyl Pok gefunden werden, und hierfür kommt nur Perry Rhodan in Betracht. Der Terraner hat sich angesichts dessen, was er inzwischen von den Gräueltaten des Roten Imperiums erfahren hat, voll und ganz auf die Seite der Anjumisten gestellt. Als Generalin Johari Ifamas Flotte damit beginnt, Anjumistenwelten anzugreifen, führt Rhodan deshalb persönlich eine Verteidigungsflotte an. Es kommt zu einer Schlacht beim Tzim-System. Nach ersten Verlusten spricht Rhodan per Funk mit Ifama und bittet um freien Abzug der Anjumisten. Ifama geht darauf ein, fordert aber die Auslieferung Rhodans ans Rote Imperium. Tatsächlich dient das Gespräch nur der Ablenkung, gleichzeitig entern Raumlandetruppen Rhodans Flaggschiff WIR IM MITTAG ALLER. Allerdings waren auch die Anjumisten nicht untätig: Durch einen Virenhaken haben sie den Schutzschirm von Ifamas Flaggschiff KOPERNIKA geknackt. Ein Druuf-Schiff aus Rhodans Flotte opfert sich, indem es die KOPERNIKA rammt und mit in den Untergang reißt. Durch den Verlust der Generalin sind die Regulartruppen so verwirrt, dass die Enterer besiegt werden können. Auch das Schlachtenglück scheint sich zu wenden, doch es kommt anders...

Bavo Velines: Die Geschichte des Roten Imperiums - Inoffizielle Version

Bavo Velines ist einer der Wissenschaftler von Kopernikus, die im Rahmen des Experiments Enklave ins Rote Universum übergewechselt sind. Er wurde im Jahre 1294 NGZ auf der abgelegenen Kolonialwelt Suaphim geboren und hatte wegen seines gewalttätigen Vaters eine schwierige Kindheit. Er hatte schon immer eine Vorliebe dafür, seine Mitmenschen insgeheim zu beobachten, alle Beobachtungen zu archivieren und diese Informationen zu allen möglichen Zwecken auszunutzen. Sein ganzes Wesen ist darauf ausgerichtet, andere Menschen zu manipulieren, um sich selbst Vorteile zu verschaffen. Allerdings ist er auch technisch sehr begabt. Schon als Zwölfjähriger täuscht er mit einem selbst gebastelten Holoprojektor die Entführung eines kleinen Mädchens durch einen Blue vor, um die kleine Mali "retten" und danach als Held dastehen zu können. Als er sich wenige Jahre später in die Minderjährige verliebt und sie küsst, kommt es zum Eklat. Man verwehrt ihm den Besuch Malis. Er nutzt seine Quellen, um an Geld zu kommen, und verlässt den Planeten, um auf Kopernikus Karriere zu machen. Die Erinnerung an Mali quält ihn aber sein Leben lang.

Auf Kopernikus schmeichelt er sich bei der aufgrund des Shuwran-Syndroms missgebildeten Hyperphysikerin Armana Ashish ein, die zu den Chefwissenschaftlern des Experiments Enklave gehört. Er gibt vor, sie zu lieben, verabscheut sie aber und benutzt sie nur als Sprungbrett auf dem Weg nach oben. Tatsächlich wird er aufgrund ihrer Protektion im Jahre 1343 NGZ ebenfalls als Chefwissenschaftler in das Experiment Enklave berufen. Um noch weiter voranzukommen, versucht er die Freundschaft des Genetikers Mauro Quinn zu gewinnen. So erfährt er auch vom geheimen Projekt Filiationskammer, das von Quinn geleitet wird. Nach dem Wechsel ins Rote Universum im Jahre 1344 NGZ (das als Jahr Null einer neuen Zeitrechnung - der "Innenzeit" - betrachtet wird) obliegt es Velines, den erdähnlichen Planeten Fontenot zu untersuchen, den die Druuf den Kopernikanern zur Besiedlung überlassen. Der Planet wird später in Neu-Kopernikus umbenannt. Durch Zufall entdeckt Velines hier eine hyperstrahlende Kristallart, die Blut aufsaugen und danach verflüssigt werden kann. Die Kristalle beschleunigen die Wundheilung, in flüssiger Form erhöhen sie die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Sie treten nur an einer einzigen Stelle zu Tage, dies ist zugleich der einzige Berg auf dieser Welt. Später stellt sich heraus, dass der ganze Planet von Kristalladern durchzogen ist.

In den folgenden Jahren untersucht Velines die Kristalle, deren flüssige, instabile Form er Transpathein nennt. Er gewinnt das Vertrauen Quinns und wird ins Projekt Filiationskammer aufgenommen. Ziel ist die Herstellung von so genannten Filiaten - geistig und körperlich identische Kopien (Seelenabspaltungen) von Menschen, die auf mentalem Wege permanent mit dem Original verbunden bleiben, welches sich in Kryostase befindet, nicht altert und dennoch alles miterlebt, was dem Filiaten widerfährt. Dies wäre gleichbedeutend mit Unsterblichkeit. Quinn und Armana Ashish werden ein Paar und bekommen ein Kind - dies ist aufgrund von Quinns Unfruchtbarkeit nur durch genetische Manipulationen möglich. Quinn verleiht seinem Sohn Isaih Teile des Erbguts von Druuf und einer Vogelart aus dem Roten Universum. Er ist somit der erste Designmensch. Federn am Haaransatz und Flecken schwarzer Lederhaut gehören zu seinen äußerlich sichtbaren Veränderungen. Um Isaihs Besonderheit herauszustreichen, gibt Quinn ihm den Nachnamen Patollo. Als die stolzen Eltern das Kind ihrem Freund Bavo Velines in dessen Labor präsentieren, schleppen sie Fliegen mit ein, die sich prompt ins Transpathein stürzen. So entdeckt Velines per Zufall die Symbionten, die zur Stabilisierung der Denkmaterie erforderlich sind, und beginnt mit der Entwicklung der Quantronischen Armierungen. All diese Erkenntnisse werden vor der Öffentlichkeit verborgen.

Es entstehen drei Filiationskammern, die von Velines, Quinn und Ashish genutzt werden. Velines arbeitet jahrzehntelang vergeblich an den Quantronischen Armierungen. Es gelingt nicht, sie zu beherrschen, und bei einem Unfall mit einem Versuchstier wird der Quinn-Filiat getötet. Da Ashish schon zuvor verstorben ist (ihrem Sohn zuliebe wollte sie die Filiationskammer nicht mehr nutzen), ist es Velines ein Leichtes, die Wahrheit weiter zu vertuschen und den Original-Quinn zu beseitigen. Nun ist er allein im Besitz dieser Technologie, die er weiter geheim hält. In den folgenden Jahrhunderten stellt er stets mehrere Filiate gleichzeitig her, das Original tritt nur selten persönlich in Erscheinung. Der Ausstoß ist enorm, denn es entstehen immer wieder Fehlproduktionen: Missgebildete oder Wahnsinnige, die Velines in der so genannten Nekropolis ansiedelt, sofern er sie nicht gleich tötet. Die Nekropolis wächst immer weiter, zumal die Filiate sich auch untereinander vermehren. Hier lebt auch Salesch Fahrom, ein Sohn von Velines und einer Filiatin. Er kann die Zukunft vorhersagen und leistet Velines als Diplomat wertvolle Dienste. Ihm ist es zu verdanken, dass die Druuf den Kopernikanern im Jahre 726 Innenzeit die Besiedlung des Planeten Xoi gestatten. Damit nähern sich Velines' Pläne der Vollendung, denn ihm geht es darum, die komplette Bevölkerung von Neu-Kopernikus umzusiedeln, um die Transpathein-Kristalle insgeheim großmaßstäblich abbauen zu können.

Zu einem Durchbruch in der Arbeit mit den Quantronischen Armierungen und einem Wendepunkt der Geschichte kommt es, als Velines im Jahre 937 Innenzeit den genialen Wissenschaftler Jaakko Patollo in seine Dienste nimmt. Schon ein Jahr später ist die erste voll funktionsfähige Quantronische Armierung fertig. Velines und Patollo, der von seiner Tochter Siri begleitet wird, testen das Objekt mit Erlaubnis der Druuf auf Gaal, einem Mond Druufons. Der Körper des Versuchstiers verändert sich und bildet Waffen aus, die es dem Wesen ermöglichen, aus seinem Energiekäfig auszubrechen. Die Kopernikaner entkommen nur knapp, als das Tier den gesamten Mond vernichtet. Velines nutzt diesen Vorfall für lügnerische Propaganda, fingiert die Zerstörung eines Zivilraumers durch die Druuf und zettelt einen Krieg der Kopernikaner gegen dieses im Grunde friedliche Volk an, in dem ungefähr ein Jahr lang keine Entscheidung herbeigeführt werden kann. In dieser Zeit findet Velines in der Soldatin Johari Ifama eine neue Partnerin. Dann kommt der Zufall Velines erneut zu Hilfe. Siri berührt zufällig eine Quantronische Armierung und bleibt am Leben - alle Erwachsenen, die das zuvor versucht haben, wurden von der Armierung buchstäblich zerfressen. Siri wird zur ersten Präfidatin, weitere folgen in kurzer Zeit und bereiten den Druuf so entsetzliche Niederlagen, dass sie im Jahre 943 Innenzeit kapitulieren.

Ein neues durch die Filiationskammern unsterbliches Triumvirat entsteht: Velines, Patollo und Ifama gründen im Jahre 949 Innenzeit das Rote Imperium. Die Druuf werden unterdrückt, die Geschichte wird durch Lügen, Umdeutungen und Verschleierungen gefälscht. In den harmlosen Stafu, einem Handel treibenden Volk, findet das Triumvirat ideale "Blutspender" für die Transpathein-Massenproduktion. Zur Abschreckung eventueller Feinde wird aus ihren Knochen eine Stadt errichtet, ihr Planet wird mit Transpathein umhüllt, das nach der Kristallisation das gesamte Leid der darin eingeschlossenen Wesen konserviert und ins All abstrahlt. So entsteht das Stafu-Mahnmal. Als Generalgouverneur des Roten Imperiums hat Velines nun endlich den ersehnten Zenit der Macht erreicht. Allerdings rückt nun wieder das Standarduniversum ins Zentrum seines Interesses, und so werden jene Vorbereitungen getroffen, die schließlich zu Perry Rhodans Versetzung ins Rote Universum führen.

Finale

Kurz vor der Schlacht beim Tzim-System bereitet Bavo Velines die Erschaffung eines neuen Filiaten vor. Es entsteht ein missgebildetes, aber parabegabtes Wesen, das sich selbst Korky nennt und in die Nekropolis teleportiert, die sich inzwischen über weite Teile von Neu-Kopernikus ausgebreitet hat. Der Original-Bavo begibt sich wieder in Kryostase und schickt seinen aktuellen Hauptfiliaten in die Nekropolis. Der Filiat findet Korky, tötet ihn aber nicht.

Perry Rhodan glaubt an ein Täuschungsmanöver, als die gerade erst gestorbene Generalin Ifama sich erneut von einem anderen Schiff namens KOPERNIKA aus meldet, das beim Stafu-Mahnmal steht. Er ahnt nicht, dass die getötete Version nur eine Filiatin war. Nun greifen Farashuu, Desre und Aunike ein, deren Fluidome sich auf Anweisung von Bavo Velines beim Stafu-Mahnmal versteckt gehalten haben - die ganze Raumschlacht wurde nur angezettelt, um Rhodan gefangen nehmen zu können. Der Coup gelingt: Die drei Präfidatinnen dringen in die WIR IM MITTAG ALLER ein. Aunike wird zwar durch einen explodierenden Handstrahler getötet, den Finan Perkunos auf Überlast geschaltet hatte, doch Desre schlitzt dem Genus den Hals auf und Farashuu bringt Rhodan in die KOPERNIKA. Dort wird er einer Sonderbehandlung unterzogen, die seinen Schreien zufolge nicht besonders angenehm verläuft.

Kommentar:

Im zweiten Band der Trilogie geraten wir sozusagen in etwas ruhigeres Fahrwasser; die manchmal etwas zu sehr ausufernde und zu merkwürdig werdende Ideenvielfalt des ersten Bands wird hier (zum Glück, könnte man sagen) nicht erreicht. Da ich mir angewöhnen wollte, nicht immer gleich mit Gemecker anzufangen, betone ich auch diesmal zuerst wieder, dass der Roman mir insgesamt ganz gut gefallen hat. Es ist ein Buch ohne hervorstechende Höhen und Tiefen, das zwar mit dem Problem aller Mittelteile von Trilogien behaftet ist (der Reiz des Neuen aus Teil 1 ist schon verflogen und es gibt kein befriedigendes Ende, weil das erst in Teil 3 geliefert werden darf), bei dessen Lektüre ich mich aber dennoch gut unterhalten gefühlt habe - so gut, dass es mir nichts ausmacht, den Roman jetzt zum Sammeln von Daten für die Perrypedia noch einmal durchzugehen.

Es gibt aber auch so einiges, was ich nicht so toll finde. Zum Beispiel hätte ich darauf verzichten können, die (vermutlich wahre) Geschichte des Roten Imperiums noch einmal lesen zu "dürfen", jedenfalls hätten die Geschehnisse nicht anhand der Lebensgeschichte von Bavo Velines rekapituliert werden müssen - der Typ interessiert mich einfach nicht so sehr, als dass es mir Spaß machen würde, etwas über seine verkorkste Kindheit und seinen weiteren Lebensweg zu lesen. In obiger Zusammenfassung habe ich deshalb die Nebenhandlung mit Barbara Salesch… ähm… Salesch Fahrom fast ganz weggelassen. Velines ist kaum mehr als der x-te eindimensionale Bösewicht, den es zu bekämpfen gilt. Dass er jahrhundertelang völlig unbemerkt und ungestört schalten und walten kann, wie es ihm beliebt, halte ich für unglaubwürdig. Was haben denn die vielen anderen Wissenschaftler von Kopernikus in der Zwischenzeit getrieben? Man kann wohl davon ausgehen, dass vorwiegend besonders begabte Leute auf diese Mission geschickt wurden - die werden wohl nicht in all den Jahren auf Neu-Kopernikus herumgehockt und Däumchen gedreht haben?

Es ist ja gut und schön, dass ich jetzt diverse Perrypedia-Artikel ergänzen kann, weil in aller Ausführlichkeit beschrieben wird, wie das Transpathein, die Quantronischen Armierungen und so weiter entwickelt wurden - aber muss man das wissen? Mir hätte das, was im ersten Band dazu gesagt wurde, völlig gereicht. All das bläht den Roman, wie ich finde, nur unnötig auf. Dem gegenüber treten andere Dinge, die mich mehr interessieren würden, in den Hintergrund. Denk- und Lebensweise der Druuf werden immer nur kurz gestreift, von ihrer Fremdartigkeit ist nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Sie werden noch mehr "vermenschlicht" als je zuvor. Und immer noch erfährt man nicht, welchen Sinn Rhodans "Entführung" denn nun wirklich hatte. Mir fehlt das, was ich mir ursprünglich von dieser Trilogie versprochen hatte, nämlich die Beantwortung der vielen Fragen zum Roten Universum und den Druuf, die damals, in der "Steinzeit" der Heftromanserie, offen geblieben sind. Stattdessen werden neue Fragen aufgeworfen, zum Beispiel die, wie viel von der Geschichte des Roten Imperiums, die Rhodan in Band 1 von Bavo Velines erfahren hat, überhaupt der Wahrheit entspricht. Recht wenig, würde ich sagen, aber man weiß es nicht wirklich.

Rhodans Angebot der "uneingeschränkten Unterstützung" der Anjumisten erinnert mich fatal an etwas, das ein gewisser Bundeskanzler damals, nach dem 11. September 2001, den Amerikanern versprochen hat... Die Darstellung der Rotimperialisten als durch die Bank super-bösartige Faschisten halte ich für viel, viel, viel zu dick aufgetragen. Bavo Velines mag ja ein ganz fieser Bösling sein, aber selbst ein Irrer würde wohl kaum auf die Idee kommen, unfassbare Mengen der vermutlich wertvollsten Substanz des Roten Imperiums (Transpathein) für die Erzeugung eines sinnlosen Mahnmals zu verschwenden. Wie konnte übrigens in dieser vergleichsweise kurzen Zeit so viel von dem Zeug hergestellt werden, dass ganze Städte darin eingebettet werden können? Woher haben die Rotimperialisten all das Blut genommen? Selbst bei totaler Ausrottung der Stafu wäre da niemals genug Blut zusammen gekommen - und das Mahnmal wurde schon acht Jahre nach der Entdeckung dieses Volkes und dem Beginn des großmaßstäblichen Abbaus der Kristalle fertig gestellt. Nein, das ist in meinen Augen nichts anderes als Effekthascherei. Aber wahrscheinlich war das nötig, um Rhodans Empörung eine gewisse Basis zu verleihen. Dabei wird aber die Tatsache ignoriert, dass die Anjumisten bei dem Versuch, ihn zu entführen, mindestens genauso fanatisch, brutal und rücksichtslos vorgegangen sind wie ihre Gegner, und dass Finan Perkunos bedenkenlos Dutzende von Rhodan-Doubles in den Tod geschickt hat.

Überhaupt: Perry Rhodan. Er ist in diesem Roman kaum mehr als ein Spielball, der dauernd angeschossen wird, das Bewusstsein verliert oder sonst wie von den Ereignissen überwältigt wird. Erst am Schluss ist er plötzlich Befehlshaber einer Flotte, deren Herkunft ungeklärt bleibt. Immerhin schafft er es, sich in die Bahn eines vermutlich lichtschnellen Strahlschusses zu werfen. Reife Leistung. Ich wünschte, die Autoren könnten sich die Schilderung solcher Unmöglichkeiten mal abgewöhnen.

In diesem Roman spielt Wiesel kaum noch eine Rolle und wird auch bald abserviert. Na toll. Warum wurde diese Figur überhaupt groß eingeführt? Dass sein Charakter fast nichts mehr mit den Schilderungen im ersten Roman zu tun hat, ist dann auch schon wieder egal. Übrigens kommt es mir etwas merkwürdig vor, dass die Druuf unbemerkt eine Transmitterverbindung zu einer von einem Energieschirm abgeriegelten Intropole aufrecht erhalten können. Ebenso seltsam finde ich, wie leicht Farashuu plötzlich mehrmals düpiert werden kann. Liegt's etwa an den Hormonen? Pubertät und so weiter?

Neben den leider inzwischen üblichen Rechtschreibfehlern ist mir auch ein echter Autorenfehler aufgefallen. Im Roman fürchtet Bavo Velines sich schon 1342 NGZ davor, dass TRAITOR die Welten der Milchstraße kabinettisieren wird. Von der Existenz der Terminalen Kolonne hat die galaktische Öffentlichkeit aber erst zwei Jahre später erfahren. Gut, schon 1337 NGZ hat Albion Aldograd Bekanntschaft mit den Prophozeuten gemacht (vgl. PR Extra 2), aber Reginald Bull hat diese Information unter Verschluss gehalten. Selbst wenn Aldograd den Kopernikanern trotz Bullys Verbot etwas verraten hätte, dann hätte damals immer noch niemand gewusst, wer oder was TRAITOR wirklich ist oder was die Terminale Kolonne mit eroberten Welten anstellt.

Bonusmaterial ist diesmal übrigens nicht vorhanden, nicht mal ein Glossar.

J. Kreis, 19.01.2009


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