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Perry Rhodan Posbi-Krieg Band 4: Der Milliardenmörder

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Verduto-Cruz

Das erste Zusammentreffen Perry Rhodans mit Verduto-Cruz findet unter ungünstigen Vorzeichen statt, denn die Alteraner verhalten sich dem larischen Wissenschaftler gegenüber mehr als nur misstrauisch. Goberto Ho, Administrator von Fort Blossom, lässt den Laren zunächst längere Zeit festhalten und verhören, bevor er ihn an Rhodan überstellt. Verduto-Cruz ist zwar verärgert, arbeitet aber dennoch mit Rhodan und den Alteranern zusammen, da er entsprechende Befehle vom Ersten Hetran Kat-Greer hat. Allerdings zeigt er den für Laren üblichen Standesdünkel, weist bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf seine Überlegenheit hin und verhält sich derart arrogant, dass es selbst Rhodan schwer fällt, ihm unvoreingenommen zu begegnen. Rhodan erinnert sich außerdem noch allzu deutlich an die schwere Zeit der Laren-Invasion in der Milchstraße.

Das alteranische Schiff HANSHAO bringt Rhodan, Mondra Diamond und Verduto-Cruz nach Altera. Dort wurde die BOX-1122-UM inzwischen zumindest äußerlich instand gesetzt. Nano Aluminiumgärtner und Drover haben einige der an Bord befindlichen Ambriador-Posbis bereits umprogrammiert und reaktiviert, aber die meisten Bordsysteme des Posbischiffes sind noch in einem desolaten Zustand. Verduto-Cruz stürzt sich sogleich in die Arbeit und macht das Schiff innerhalb kürzester Zeit flugtauglich. Es ist Nano gelungen, den Robotkommandanten der BOX unter seine Kontrolle zu bekommen und seine Datenspeicher auszulesen. Dennoch kommt es im weiteren Verlauf der Mission immer wieder zu Zwischenfällen mit außer Kontrolle geratenden Posbis, bei denen Menschen ums Leben kommen.

Start der BOX

Die BOX startet am 16. Mai 1343 NGZ. Kommandant der kleinen Besatzung ist Captain Telemach Olexa. Auch Verduto-Cruz ist an Bord. Angeblich sehnt er sich danach, die Zentralwelt der Posbis kennen zu lernen. Er behauptet, er und einige andere Laren seien vor Ausbruch des Krieges zwar von den Posbis gebeten worden, bei der Konstruktion geheimnisvoller Hochenergie-Maschinen zu helfen, aber sie hätten weder deren Verwendungszweck erfahren, noch seien sie damals auf der Zentralwelt der Posbis gewesen. Erster Anlaufpunkt ist der Posbi-Planet Orombo. Nano hat zwar herausgefunden, dass die Zentralwelt der Posbis, Rhodans eigentliches Ziel, den Namen "Achtzigsonnenwelt" trägt, aber die Position dieses Planeten ist nicht bekannt. Wenn ein Posbischiff das Zentralsystem verlässt, werden dessen Koordinaten unwiderruflich gelöscht. Will das Schiff zur Achtzigsonnenwelt zurückkehren, muss es sich die Koordinaten von einer zentralen Leitstelle abholen - und die befindet sich auf Orombo.

Nano Aluminiumgärtner verdächtigt Verduto-Cruz wegen dessen phänomenaler Arbeitsgeschwindigkeit, ein Posbi in einer Biohülle zu sein. Außerdem misst er kurz vor dem Start unbekannte Impulse an Bord der BOX an. Nanos Verdacht ist zwar unbegründet, aber Verduto-Cruz ist dennoch eine Gefahr für die Mission, denn er verfolgt eigene Ziele. Er manipuliert die Triebwerke, um sie später reparieren zu können und auf diese Weise den Respekt und das Vertrauen der Besatzung zu gewinnen. Außerdem programmiert er einen Kampfposbi um, so dass dieser nur noch ihm gehorcht.

Blinde Passagiere und andere Tricks

Die von Nano aufgefangenen Impulse wurden von drei blinden Passagieren verursacht, die sich schon auf Fort Blossom im Inneren eines Austausch-Lineartriebwerks versteckt haben. Sie hatten von Goberto Ho den Auftrag erhalten, die BOX zu infiltrieren und zu verhindern, dass das Schiff die von den Posbis kontrollierten Raumsektoren erreicht. Sie halten Rhodan für einen Betrüger, der das Imperium Altera an die Posbis verraten will. Als der Terraner allein in der BOX unterwegs ist, nehmen sie ihn als Geisel. Verduto-Cruz kommt ihnen jedoch auf die Spur und setzt sich an die Spitze eines Angriffstrupps, der die Attentäter ausschaltet.

Bei Orombo, einem voll industrialisierten Planeten, bekommen Rhodan und die Alteraner eine gewaltige "eingemottete" Flotte von Fragmentraumern zu Gesicht, die nur noch auf den richtigen Moment für den Angriff zu warten scheint. Die bisherigen Angriffe hatten nur den Zweck, die Stärke der Völker Ambriadors zu sondieren und sie in Atem zu halten. Allen ist klar, dass nicht einmal die vereinigten Kräfte des Imperiums Altera und des larischen Trovent etwas gegen diese Übermacht aufbieten könnten. Nano beeinflusst den Robotkommandanten des Planeten mit seinen Befehlscodes, was ihm nur unter Schwierigkeiten gelingt, denn von Orombo gehen Prioritätskennungen aus, die Nano nicht auf Dauer unterdrücken kann. Der BOX wird eine für die Achtzigsonnenwelt vorgesehene Fracht zugeteilt. Sie wird sogar überholt und erhält neue Linearkonverter. Dann darf sie zur Achtzigsonnenwelt weiterfliegen, die nur 22 Lichtjahre von Orombo entfernt ist.

Die Achtzigsonnenwelt

Die BOX landet am 21. Mai auf der weitgehend naturbelassenen Achtzigsonnenwelt in der Nähe der Kuppeln, unter denen sich das Zentralplasma befindet. Der Planet umkreist zwar eine Sonne, ist in Äquatorhöhe jedoch zusätzlich von einem Ring aus 80 Kunstsonnen umgeben. Nano klinkt sich in die planetaren Kommunikationssysteme ein und erwirkt eine Aufenthaltsgenehmigung von acht Tagen. Rhodan führt ein kleines Erkundungsteam an, das sich auf der Hundertsonnenwelt umsieht, um die Hass-Schaltung zu finden. Dabei werden Exoskelette mit Kraftverstärkern, Prallfeldern, Sensoren usw. verwendet, die von den Menschen gesteuert werden können und nicht von Posbis zu unterscheiden sind. Die Gruppe wird von Nano getrennt und gerät in Gefahr, als die Exoskelette in einem verlassenen unterirdischen Bereich von Kristallstaub befallen werden, der das Metall zerfrisst. Drover ist besonders davon betroffen. Anscheinend ist der ganze Planet von Adern derartiger Kristalle durchzogen. Letztlich können aber alle wohlbehalten zur BOX zurückkehren. Die Hass-Schaltung wurde zwar nicht entdeckt, aber es konnten einige neue Informationen gewonnen werden.

Geschichte der Posbis

Vor ca. 11.000 Jahren sind acht Posbi-BOXEN, deren Heimat die Hundertsonnenwelt war, von einem Tryortan-Schlund nach Ambriador versetzt worden. Diese Posbis waren der Grundstock für die "Zweite Zivilisation", die sie nach dem Vorbild ihrer Ahnen gestalteten. Das Bioplasma der Robotkommandanten hat sich in den folgenden Jahrtausenden vermehrt und ist zum "Neuen Zentralplasma" geworden. Die acht Ur-BOXEN sind längst zu einem gewaltigen Komplex biopositronischer Rechner zusammengeschlossen und zu einer riesigen Stadt ausgeweitet worden. Auch bei einer zweiten Erkundung, die am 24. Mai beginnt, wird der genaue Standort der Hass-Schaltung nicht gefunden. Nano entdeckt aber einen Hinweis darauf, dass jemand oder etwas, das SIEBENKOPF genannt wird, auf dem Kontinent Gayn-Dor ein Bauprojekt durchführt, das mit der Hass-Schaltung in Verbindung stehen muss. Während Rhodans Team nach Gayn-Dor aufbricht, tötet Verduto-Cruz eine Wache und macht sich auf den Weg zum Zentralplasma, denn er hat Rhodan belogen: Er kennt sich bestens auf der Achtzigsonnenwelt aus.

Der Beginn des Posbi-Krieges

Der Lare war schon vor 36 Jahren auf der Achtzigsonnenwelt. Schon damals war Kat-Greer sein Auftraggeber. Verduto-Cruz hatte die Hass-Schaltung entdeckt und darüber hinaus herausgefunden, dass sie von SIEBENKOPF gehemmt wurde. Er hatte SIEBENKOPF von der Hass-Schaltung getrennt und diese damit aktiviert - sein Plan hatte vorgesehen, die Hass-Schaltung so zu modifizieren, dass die Posbis nur die Laren als "wahres Leben" anerkennen würden. Aber die Trennung war nicht vollständig und die Posbis betrachteten auch die Laren als Feinde. Das von Verduto-Cruz angeführte Wissenschaftlerteam hatte danach versucht, die posbischen Hochenergie-Maschinen auf der Trovent-Welt Sor-Oggan nachzubauen, aber dazu hätten sie eine spezielle, unbekannte Art von Hyperkristallen benötigt. Sor-Oggan wurde dann von den Posbis vernichtet, Verduto-Cruz war der einzige Überlebende seines Teams. Jetzt will er seinen Fehler korrigieren, SIEBENKOPF vollständig von der Hass-Schaltung trennen und die Posbis damit zu unfreiwilligen Verbündeten des Trovent machen. Er hegt sogar den Traum, eines Tages die Nachbargalaxien zu erobern.

SIEBENKOPF

Rhodans Team erkundet derweil das SIEBENKOPF-Bauprojekt. Es handelt sich um eine gewaltige, bizarre Anlage, die demnächst ins Zentrum Ambriadors transportiert und dort für einen unbekannten Zweck eingesetzt werden soll. Auf dem Rückweg wird festgestellt, dass die zentralen Biopositroniken der Achtzigsonnenwelt eine Komplettrevision eingeleitet haben. Die Kuppeln des Zentralplasmas liegen unter einem Energieschutzschirm, so dass die Hass-Schaltung definitiv nicht mehr erreicht werden kann. Rhodan ahnt nicht, dass Verduto-Cruz für diese Ereignisse verantwortlich ist. Der Plan des Laren ist aufgegangen: SIEBENKOPF ist jetzt endgültig von der Hass-Schaltung getrennt und die Posbis betrachten die Laren als "wahres Leben". Als Verduto-Cruz zur BOX zurückkehrt, wird er von Mauerblum beobachtet. Der Lare paralysiert den Matten-Willy und wirft ihn aus einer Schleuse. Es soll so aussehen, als habe Mauerblum Selbstmord begangen, was aufgrund der Depressionen, unter denen der Matten-Willy wegen des ganzen Fluges gelitten hat, durchaus plausibel wäre.

Mauerblum überlebt den Sturz jedoch und verrät den Laren. Verduto-Cruz wird verhaftet, aber noch kennt niemand das wahre Ausmaß seiner Schuld: Er ist verantwortlich für den Ausbruch des Posbi-Krieges und für milliardenfachen Tod. Der von Verduto-Cruz umprogrammierte Kampfposbi befreit seinen Meister und bringt ihn ins Freie, kurz bevor die BOX startet. Nano schafft es, die BOX dem Transportkonvoi für das SIEBENKOPF-Bauwerk zuzuteilen.

Kommentar:

Jetzt wissen wir also, wie und warum der Posbi-Krieg ausgebrochen ist: Verduto-Cruz ist schuld daran. Vermutlich war die Hass-Schaltung noch aktiv, als die Posbis vor ca. 11.000 Jahren nach Ambriador gelangt sind, d.h. ich nehme an, dass es SIEBENKOPF zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben hat. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass SIEBENKOPF erst irgendwann danach eingegriffen hat oder installiert wurde, um die Posbis zu befrieden. Der Roman enthält ja auch Hinweise darauf, dass es sich bei der SIEBENKOPF-Schaltung um nicht-posbische Fremdtechnik handelt. Mehrere Jahrtausende lang war dann alles in Butter, SIEBENKOPF hat die Hass-Schaltung blockiert. Dann holen die Posbis wegen eines Bauprojekts - bei dem es sich höchstwahrscheinlich um genau das handelt, dem Rhodan jetzt ins Zentrum von Ambriador folgt - ein paar Laren auf die Hundertsonnenwelt. Wohl deshalb, weil die Nestköpfe besonders gut mit Energie umgehen können (Stichwort: SVE-Raumer). Keiner weiß, welchen Sinn dieses Projekt hat. Dann aktiviert Verduto-Cruz die Hass-Schaltung und schon ist das Schlamassel passiert. Eine Frage wurde beantwortet, eine neue wurde aufgeworfen: Wer oder was ist SIEBENKOPF?

Wenn man berücksichtigt, dass im letzten Roman die Kelosker erwähnt wurden, dann liegt der Schluss nahe, dass SIEBENKOPF ein Kelosker oder ein von Keloskern hergestelltes Gerät sein könnte. Schließlich gelten die Kelosker als 7-D-Denker. Bleibt die Frage, wie die Kelosker mit den Posbis zusammengekommen sind, warum sie es für nötig gehalten haben, sie zu befrieden, und welche Ziele SIEBENKOPF jetzt verfolgt. Ob es sich bei den unbekannten Hyperkristallen, die für die posbischen Hochenergie-Maschinen gebraucht werden, wohl um Salkrit handeln könnnte?

Viel gibt es zum Roman an sich sonst nicht zu sagen. Er ist angenehm zu lesen und enthält einige nette Szenen zwischen PR und Mondra. Haensel bringt außerdem die Fremdartigkeit posbischer Technik ganz gut rüber. Nicht so gut gefallen hat mir das sinnlose Zwischenspiel mit Rhodans Entführung. Das würde ich mal als Seitenschinderei bezeichnen. Außerdem nervt das ständige Geplänkel zwischen Nano, Drover und Mauerblum. Dass ein Matten-Willy ein bisschen spinnert ist, kann man ja akzeptieren, das gehört einfach dazu. Aber Nano ist einfach zu ausgeflippt, außerdem ist er in diesem Roman der "Deus ex Machina" (soweit man das in Bezug auf einen Roboter überhaupt sagen kannů), der mit seinen offenbar allmächtigen Befehlscodes allzu oft für die viel zu einfache Bereinigung der Situation sorgen muss und ohne den die ganze Mission nie hätte gelingen können. Immerhin: So wird klar, warum Keraete ausgerechnet ihn ausgewählt hat. Dennoch halte ich es für unglaubwürdig, wie schnell Nano immer Erfolg hat und dass unsere Helden bis zum Schluss unentdeckt bleiben. Wie steuert Nano die Posbis auf der BOX überhaupt, nachdem ihre Körpersender zerstört sind?

Im Anhang von Hartmut Kasper, dem vierten Teil der Führung durchs Whistler-Museum, die wie eine Kurzgeschichte aufgebaut ist, geht es diesmal um revoltierende Roboter. Das fängt an bei Goethes Zauberlehrling, der die Geister, die er ruft, nicht mehr los wird, und führt über den Golem bis zu modernen Comics und Filmen und zur Allgegenwart von Robotern und Computern im Perryversum. Besonders gut gefällt mir der hier abgedruckte Mathematikerwitz: Wenn zwei Leute in einem Raum sind und drei gehen raus - wie viele müssen dann reingehen, damit der Raum wieder leer ist? Genial.

J. Kreis, 07.01.2007


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