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Perry Rhodan Posbi-Krieg Band 3: Friedhof der Raumschiffe

Autorin: Cathrin Hartmann

Inhalt

Perry Rhodan

Ein larischer Troventaar bringt Perry Rhodan und Mondra Diamond am 29. April 1343 NGZ nach Fort Blossom. Goberto Ho, der Administrator des Planeten, verweigert ihnen jegliche Unterstützung. Er stellt die beiden unter Arrest, da er ihnen nicht vertraut. Mehrere Tage vergehen, bis neue Anweisungen von Altera eintreffen. Laertes Michou genehmigt Rhodan zwei Raumschiffe für die Evakuierung der alteranischen Flüchtlinge, die, wie Rhodan glaubt, mit der ORTON-TAPH von Caligo nach Golthonga geflohen sind. Doch das Schiff trifft dort nicht ein. Nach fünf Tagen vergeblichen Wartens im Golth-System kehrt Rhodan nach Fort Blossom zurück. Dort wird am 12. Mai die Ankunft eines Schiffes gemeldet, das den larischen Wissenschaftler Verduto-Cruz zu einem Treffen mit Perry Rhodan bringen soll.

Mitrade-Parkk

Kelton-Trec, ein larischer Mediziner, dessen illegale Forschungen von Pulpon-Parkk und später von dessen Tochter finanziert worden sind, birgt Mitrade-Parkks Leiche, um die von ihm entwickelte Sen-Trook-Einheit an ihr einem finalen Test zu unterziehen. Kelton leidet an einer tödlichen Krankheit und arbeitet seit Jahren an einem Verfahren zur Digitalisierung des Bewusstseins, um auf diese Weise überleben zu können. Mitrades Körper wird mit Hilfe larischer Nanotechnologie vollständig wiederhergestellt. Ihr Bewusstsein wurde im Moment ihres Todes in einem Memo-Chip gespeichert, der ihr implantiert worden war. Mit dem Sen-Trook-Verfahren soll das Bewusstsein in Mitrades Gehirn "zurückgespielt" werden, was gleichbedeutend mit ihrer Wiedergeburt wäre. Doch dabei geht etwas schief. Das Großhirn der Larin bleibt inaktiv und der Sen-Trook-Chip wird zerstört. Dennoch kommt sie zu sich. Sie erkennt Kelton-Trec, kann aufstehen und ganz normal handeln - solange sie mit der externen Sen-Trook-Einheit verbunden ist, denn darin ist immer noch ihr Bewusstsein gespeichert.

Mitrade bleibt "verkabelt" und muss die Sen-Trook-Einheit ständig bei sich tragen. Es gibt nur noch einen weiteren Sen-Trook-Chip, der ihr implantiert werden könnte. Diesen muss sie an sich bringen, denn der Neubau eines Chips würde Jahre dauern. Der Chip befindet sich im Körper einer Testperson Kelton-Trecs. Es handelt sich um den Alteraner Jason Neko, der hiervon keine Ahnung hat - und der mit der ORTON-TAPH unterwegs nach Golthonga ist. Mitrade erbettelt sich vom neuen Ersten Hetran Kat-Greer ein Raumschiff, mit dem sie Neko verfolgen kann. Sie ist in der Lage, dessen Peilchip zu orten. Außerdem befindet sich eine Kontaktperson Kelton-Trecs an Bord der ORTON-TAPH: Der Alteraner Ian Fouchou, ehemals Bordmediker der MINXHAO. Fouchou hat einst in Dekombor gelebt, war maßgeblich an der Entwicklung der Sen-Trook-Technik beteiligt und hat hierfür die Freiheit erhalten.

Terra Incognita

Die ORTON-TAPH erreicht Golthonga nicht. Jason Neko sabotiert einen Linearkonverter, so dass das Schiff den Überlichtflug nicht unterbrechen kann. Es wird vom Ereton/A-Hypersturmriff angezogen und muss auf einem unbekannten erdähnlichen Planeten notlanden, als es endlich in den Normalraum zurückstürzt. Alle Triebwerke und die Hyperfunkanlagen fallen aus. Ein Start ist schon deshalb unmöglich, weil die Struktur der Schiffshülle sich nach der Notlandung umwandelt, so dass sie die ORTON-TAPH wie ein undurchdringlicher Panzer umgibt. Das Schiffsinnere wird mit tödlicher radioaktiver Strahlung verseucht. Fast alle Flüchtlinge überleben die Notlandung und können das Schiff noch rechtzeitig mit ein wenig Ausrüstung verlassen. Hyperfunkgeräte stehen allerdings nicht zur Verfügung, so dass nicht um Hilfe gerufen werden kann. Der Planet wird auf den Namen Terra Incognita getauft, ein notdürftiges Lager wird errichtet.

Wenig später erreicht Mitrades Schiff den Planeten. Ihre Leute führen Scheinangriffe mit Jägern auf das Lager durch, um die Alteraner zu demoralisieren. Mitrades Ziel ist es, die Menschen wieder in die Sklaverei zu führen. Tatsächlich gibt es zahlreiche Alteraner, die lieber in der relativen Sicherheit ihrer Existenz in Dekombor geblieben wären, und die nichts dagegen hätten, sich den Laren zu ergeben. Zu ihnen gehört auch Jason Neko.

Friedhof der Raumschiffe

Startac Schroeder kapert mit seiner Teleporterfähigkeit einen der Jäger und rammt damit Mitrades Schiff, das notlanden muss und nicht mehr aus eigener Kraft starten kann. Startac nimmt den Jägerpiloten gefangen. Der Lare wird von Demetrius Onmout verhört. So erfährt Tamra Cantu, dass ihre alte Feindin Mitrade-Parkk noch immer am Leben ist. Als Startac mit zwei Männern ins Wrack der ORTON-TAPH teleportiert, um zu retten, was zu retten ist, entdeckt er in einiger Entfernung eine Hochebene, auf der viele verschiedene Raumschiffe unterschiedlichen Alters liegen. Teilweise handelt es sich um Wracks, einige Schiffe scheinen aber auch eine passable Landung vollführt zu haben. Anscheinend wurden all diese Schiffe vom gleichen Effekt angezogen, dem auch die ORTON-TAPH erlegen ist.

Bei der Erkundung dieses Raumschiffsfriedhofs werden in der Nähe eines alteranischen Kreuzers zwar ein behelfsmäßiges Lager und Gräber gefunden, aber keine Überlebenden. Auch von den Besatzungen der anderen Schiffe sind keine Spuren mehr zu finden. Zu den Raumschiffswracks gehören auch ein gigantischer Fragmentraumer der Posbis und ein großes Walzenschiff, von dem ein seltsamer, Panik erzeugender Einfluss auszugehen scheint. Es wird noch eine zweite beunruhigende Entdeckung gemacht: Auf Terra Incognita gibt es nur pflanzliches Leben. Es muss zwar irgendwann einmal auch Tiere gegeben haben, aber die sind allesamt spurlos verschwunden.

Angriff der Blauen Flammen

Ian Fouchou exhumiert die toten Alteraner vom Raumschiffsfriedhof und führt eine Autopsie durch. Dabei stellt er fest, dass die Schädelknochen sämtlicher Leichen auf der Stirn eine seltsame, flammenförmige Struktur aufweisen. Es scheint so, als sei dort etwas eingedrungen und hätte den Knochen kristallisiert. Die Erklärung für dieses Phänomen wird schneller gefunden, als es den Alteranern lieb sein kann, denn das Lager wird von Energiewesen angegriffen, die die Form blauer Flammen haben. Diese Wesen ernähren sich von der Energie, die Lebewesen im Moment ihres Todes abgeben. Sie dringen ins Gehirn ein, töten dadurch ihr Opfer und verdoppeln sich danach. Auf diese Weise haben sie mit der Zeit jegliches höher entwickelte Leben auf Terra Incognita vernichtet. Es gibt die ersten Toten unter den Alteranern, Energiewaffen erweisen sich gegen die unheimlichen Gegner als wirkungslos. Die Schiffbrüchigen flüchten in den Fragmentraumer, aber die Blauen Flammen folgen ihnen. Auf der Flucht vor den Blauen Flammen stürzt Tamra im Posbischiff in einen Abgrund. Startac Schroeder, der sich in sie verliebt hat, hält sie für tot.

Mitrade-Parkk, die Jason Neko über dessen Peilchip "fernsteuern" kann, wird ebenfalls von den Blauen Flammen angegriffen. Die Besatzung ihres Schiffes wird getötet, sie selbst wird verschont, denn ihr (organisches) Gehirn ist ja bereits tot. Jason Neko stellt fest, dass er die Blauen Flammen immer dann "hören" kann, wenn Mitrade die Kontrolle über seinen Körper übernimmt. Startac bringt ihn deshalb zu ihr und zwingt sie zur Kooperation, denn nur sie kann die Fernsteuereinheit bedienen. Mitrade willigt jedoch erst ein, als Neko verspricht, er werde mit ihr nach Caligo zurückkehren und ihr seinen Sen-Trook-Chip überlassen. Daraufhin wird die Fernsteuereinheit mit einem der larischen Jäger zum Fragmentraumer gebracht, wo Mitrade Neko in Fernsteuerung übernimmt. Auf diese Weise gelingt es Neko, in mentalen Kontakt mit den Blauen Flammen zu treten, die inzwischen fast tausend Alteraner getötet haben. Die Blauen Flammen sind jetzt so zahlreich, dass sie eine Art Kollektivintelligenz gebildet haben. Durch den Kontakt mit Neko werden sie verwirrt und brechen ihre Angriffe ab.

Die Alteraner schließen Frieden mit den Blauen Flammen. Die Energiewesen werden künftig darauf verzichten, ihre "Energiespender" zu töten, die Alteraner erklären sich im Gegenzug bereit, ihnen ihre Sterbenden zu überlassen. Der drogensüchtige Ian Fouchou besiegelt diesen Handel, indem er sich durch eine Überdosis das Leben nimmt (er wäre ohnehin bald an einem Leberschaden gestorben) und sich einer Blauen Flamme überlässt. Tamra Cantu hat ihren Sturz und den Angriff der Blauen Flammen überlebt, doch sie hat ihr Kind verloren - eine der Blauen Flammen hat es getötet. Sie weiß nicht, ob sie um das Kind trauern oder sich über seinen Tod freuen soll... Nachdem die Blauen Flammen befriedet sind, will Mitrade mit Neko nach Caligo zurückkehren. Tamra stellt sich jedoch dazwischen. Mitrade schießt auf sie, aber Neko wirft sich in die Schussbahn und wird tödlich getroffen. Mitrade flieht mit dem Jäger.

Kelosker?

Startac und Tamra erkunden das riesige Walzenschiff, das sie auf dem Raumschiffsfriedhof entdeckt haben. Aufgrund der Größe und Form der Bedienelemente nimmt Startac an, dass es sich um ein Raumschiff der Kelosker handelt. Auch hier sind jedoch keine Überlebenden zu finden. Da taucht wieder einmal die unverwüstliche Mitrade-Parkk auf. Sie sinnt auf Rache und nimmt Tamra ins Visier. Im entstehenden Handgemenge bekommt Tamra das Kabel zu fassen, das die Sen-Trook-Einheit mit Mitrades Gehirn verbindet. Sie hätte jetzt die Möglichkeit, ihre alte Feindin endgültig zu töten. Tamra verschont Mitrade jedoch. Die Larin steuert ihren Jäger ins All, um einen Außenposten ihres Volkes zu erreichen, doch die Maschine stürzt über dem Meer ab und explodiert - anscheinend ist irgend ein Einfluss wirksam, der Raumschiffe daran hindert, den Planeten zu verlassen.

Es wird festgestellt, dass der quälende Einfluss, der beim Keloskerschiff wirksam wird und der den Ausstrahlungen der Blauen Flammen ähnelt, wahrscheinlich gar nicht von diesem Schiff ausgeht, sondern von einem nahe gelegenen Wasserfall. Dahinter scheint sich eine Art Tunnel zu verbergen. Tamra und Startac betreten diesen Tunnel, wobei sie durch ein Kabel gesichert werden. Sie haben seltsame Visionen, unter anderem von einem Wesen, bei dem es sich nur um einen Kelosker handeln kann.

Demetrius Onmout wartet vor dem Wasserfall. Als er den Befehl gibt, Tamra und Startac zurückzuholen, ziehen seine Leute nur das Kabel ins Freie - es ist abgerissen…

Kommentar:

Dieser Roman hat für den Posbikrieg-Zyklus im Grunde fast keine Bedeutung. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass er mir nicht gefallen hätte oder dass man auch auf ihn hätte verzichten können. Immerhin wird die Geschichte einiger Personen zu Ende geführt (gut, man hätte Mitrade-Parkk nicht unbedingt wieder beleben müssen und das Schicksal Nekos oder Fouchous hätte auch ungeklärt bleiben können), vor allem aber werden Startac Schroeder und Tamra Cantu, neben Mitrade-Parkk die Hauptpersonen des Romans, schön und ausführlich charakterisiert. Die Beziehung zwischen dem Terraner und der Alteranerin ist schwierig. Tamra will niemanden an sich heranlassen, weil sie das als Schwäche betrachtet. Sie erkennt aber allmählich, dass Startac ihr viel bedeutet. Er wiederum wird aus ihrem Verhalten nicht schlau, aber er liebt sie. Zu guter Letzt akzeptiert Tamra, dass sie und Startac zusammengehören. Bleibt nur die Frage, warum Tamra in den aktuellen PR-Heftromanen noch mit keiner Silbe erwähnt worden ist. Vielleicht deshalb, weil sie den Taschenbuchzyklus nicht überleben wird?

Die Charakterzeichnung gefällt mir also recht gut. Mitrades seltsame Existenzform bzw. ihre Reaktionen darauf hätte man vielleicht noch etwas besser ausarbeiten können. Auch die geheimnisvolle und leicht gruselige Atmosphäre auf Terra Incognita weiß zu gefallen. Der Roman bezieht seine Spannung nicht zuletzt aus sehr häufigen Wechseln zwischen den einzelnen Handlungsebenen und diversen Cliffhangern. Es kommt mir so vor, als hätte die Autorin sich dabei am Schluss ein wenig verzettelt.

Dummerweise werden die Handlungen und Motivationen mancher Personen nicht klar. Das gilt vor allem für Neko und Fouchou und fängt schon mit Nekos Sabotageakt an, geht mit Fouchous Mord an dem gefangenen Laren weiter und gipfelt schließlich in zu vielen Szenen mit heldenhaften Opfern und anderen großmütigen Gesten. Es ist ja schön und gut, dass Neko und Fouchou sich quasi vom Saulus zum Paulus wandeln, aber ich verstehe nicht, warum sie das tun. Da hätte man, wie man so schön sagt, etwas mehr "Butter bei die Fische" geben können.

Ein sehr interessantes Informationshäppchen, das sicher noch von Bedeutung für den Zyklus sein wird, enthält der Roman dann doch noch: In Ambriador gibt es offensichtlich auch Kelosker. Diese Wesen haben einst - genau wie die Laren - zum Konzil der Sieben gehört. Sie hatten dort die Position von Planern und Strategen. Ihre Heimatgalaxis wurde vernichtet, die überlebenden Kelosker sind seinerzeit in der Superintelligenz "Kaiserin von Therm" aufgegangen. Wann und wie sind sie also nach Ambriador gelangt?

Der Deal mit den Blauen Flammen kommt mir übrigens seltsam vor. So wie ich es verstehe, muss es am Schluss mindestens 2000 dieser Wesen geben. Jedes hat Hunger. Woher "Futter" für sie nehmen? Wie lange werden die Flammen wohl warten, bis sie die Geduld verlieren, wenn bei den Alteranern keiner von selbst stirbt?

Im Anhang führt Hartmut Kasper uns zunächst in die im Atlan Village von Terrania gelegene Galerie Schlarrhöfer, wo Bilder von Croton Manor ausgestellt sind. Dann geht die amüsante und lehrreiche Führung durchs Whistler-Museum weiter. Thema ist diesmal die Computerkunst, also von Maschinen erzeugte Werke der Bild- und Dichtkunst. Dabei geht es sowohl um reale zeitgenössische Kunst als auch um fiktive Werke aus dem Perryversum.

J. Kreis, 17.12.06


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