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Perry Rhodan Posbi-Krieg Band 2: Stern der Laren

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Perry Rhodan

Nach der Schlacht gegen die Posbis treiben zahlreiche wrackgeschossene Fragmentraumer in der Nähe des Planeten Altera durchs All. Perry Rhodan beteiligt sich persönlich an der Untersuchung eines Fragmentraumers, wobei er von Captain Demetrius Onmout ("Dmetri"), einem Soldaten der Legion Alter-X, begleitet wird. Rhodan hat den Plan entwickelt, ein solches Wrack instandzusetzen und zu versuchen, das Reich der Posbis damit zu infiltrieren, um dort nach den Gründen für den Posbi-Krieg zu forschen. Am besten geeignet erscheint ein Fragmenter, dessen Eigenbezeichnung BOX-1122-UM lautet. Allerdings würde die Reparatur dieses Schiffes mit den Mitteln, die den Alteranern zur Verfügung stehen, zu lange dauern. Nano Aluminiumgärtner und Drover können nur eingeschränkt helfen, denn sie verstehen die an die Verhältnisse Ambriadors angepasste Technologie der BOX nicht gut genug. Allerdings kennt Dmetri einen alteranischen Doppelagenten, der bis vor einiger Zeit zum Schein für die Laren gearbeitet hat. Dessen Informationen zufolge soll das unter dem Namen Trovent bekannte Reich der Ambriador-Laren vor Ausbruch des Krieges Kontakte zu den Posbis unterhalten haben.

Perry Rhodan einigt sich mit Laertes Michou, der den Terraner gern weiter als Galionsfigur benutzen würde, und ihm nur ungern freie Hand für eigene Aktivitäten lassen möchte. Rhodan überlässt dem Kriegsminister die beiden Posbis aus der Milchstraße. Diese sollen die Alteraner bei den Vorbereitungen zur Rückeroberung des Planeten Fort Kanton unterstützen. Im Gegenzug erhält Rhodan die Erlaubnis, zusammen mit Dmetri weitere Nachforschungen anzustellen. Im so genannten "Wonnerochen" (einem riesigen im All nahe Altera schwebenden Lebewesen, in dessen Inneren ein Männerbordell eingerichtet wurde - im Imperium herrscht wegen des Krieges Männermangel) treffen sie den dort als Bademeister arbeitenden Doppelagenten Quul Ting. Von ihm erfahren sie, dass der larische Techniker Verduto-Cruz tatsächlich Umgang mit Posbis hatte. Wenn jemand die zur Reparatur der BOX erforderlichen technischen Kenntnisse hat, dann er. Perry Rhodans nächstes Ziel ist somit Caligo, die Hauptwelt des Trovent.

Dmetri leiert Laertes Michou für den Flug dorthin den alten Experimentalraumer MINXHAO aus den Rippen. Das Schiff gleicht einem larischen Raumschiff, einem Troventaar. Die Besatzung besteht aus einem Haufen abenteuerlicher Gesellen. Da Michou keinen einzigen Soldaten entbehren kann, werden Rhodan nur vom Dienst suspendierte Kriminelle und Halbverrückte zur Verfügung gestellt, die sich rehabilitieren können, falls die Mission der MINXHAO erfolgreich sein sollte. Als das Schiff sich Caligo nähert, wird es sofort abgefangen. Rhodan gibt sich als Erster Hetran der Milchstraße aus, der vom Verkünder der Hetosonen entsandt worden sei, um über die versprengte Kolonie der Ambriador-Laren Bericht zu erstatten. Der Bluff wird natürlich schnell durchschaut, aber Rhodan hat es wenigstens geschafft, das Interesse der Laren zu wecken. Doch die MINXHAO ist zu einem ungünstigen Zeitpunkt bei Caligo eingetroffen: General Kat-Greer, Oberbefehlshaber der Neunten Trovent-Flotte, verübt einen Militärputsch gegen den alten Machthaber, den Ersten Hetran Elbanger-Tan. Eine Raumschlacht entbrennt, in deren Verlauf die MINXHAO zerschossen wird…

Tamra Cantu

Rückblende: 18 Jahre früher. Ein kleiner alteranischer Siedlerkonvoi wird von larischen Raumschiffen aufgebracht. Die Alteraner werden gefangen genommen und nach Caligo deportiert. Auf diese Weise gerät die zu diesem Zeitpunkt erst vier Jahre alte Tamra Cantu in Gefangenschaft. Das gleiche Schicksal haben schon viele Alteraner vor ihr erlitten - insgesamt leben rund 8400 Alteraner auf Caligo in Dekombor, dem Fremdlingsviertel der Stadt Taphior. Hinzu kommt eine unbekannte Anzahl von Fremdwesen aus anderen Völkern Ambriadors. Die Laren versklaven all diese Gefangenen, die Alteraner erfüllen aber noch eine zweite, viel wichtigere Funktion. Indem die Laren sie peinigen und demütigen, kompensieren sie die Tatsache, dass es dem Trovent nicht gelungen ist, das Imperium Altera zu vereinnahmen. Tamra und alle anderen Kinder werden von ihren Eltern getrennt, in einer speziellen Einrichtung unter Drogen gesetzt und einer Gehirnwäsche unterzogen. Sie sollen ihre Vergangenheit vergessen, damit sie gar nicht erst auf den Gedanken kommen, Widerstand zu leisten. Zufällig kommt Tamra nach einiger Zeit der Wahrheit auf die Spur. Wegen der Erkenntnis, jahrelang getäuscht worden zu sein, erwacht in Tamra ein grundlegendes Misstrauen gegenüber allem und jedem, das sie nie wieder ganz los wird.

Man vermittelt Tamra nach einigen Jahren als Zofe an Mitrade-Parkk, die Tochter des Bezirkskommandanten von Dekombor. Als sie Mitrade-Parkk zum öffentlichen Gespött macht, weil sie zufällig ihren Vater wiedersieht und die Hand gegen ihre Herrin erhebt, als diese sie zurückhalten will, fangen Tamras Leiden erst richtig an. Mitrade-Parkk rächt sich an ihr, indem sie sie auf jede erdenkliche Art erniedrigt. Tamras Vater wird zur Arbeit in den Hyperkristall-Minen abkommandiert, wo er stirbt. Trost findet Tamra nur in ihrem Sloppelle, einer Art Schoßtier, das von den Laren verstümmelt und mental "gedrosselt" worden ist. Auch Boffään, ein kleines Pflanzenwesen, das als Hausmeister für Mitrade-Parkks Vater arbeitet, steht der jungen Frau bei. Tamra schließt sich in der folgenden Zeit den Taoisten an, einer Widerstandsbewegung der alteranischen Sklaven. Zu den Taoisten gehört auch Wilbur Donning, ein Altersgenosse Tamras aus dem Umerziehungsheim. Wilburs Leute wollen anlässlich einer großen Feier ein Transparent auf der Spitze eines als "Stern der Laren" bekannten wichtigen Gebäudes in Taphior entrollen. Dabei nehmen sie die Hilfe eines anonymen Gönners in Anspruch, der ihnen Flugaggregate zur Verfügung stellt. Sie ahnen nicht, dass Kat-Greer dahinter steckt, und dass Bomben in den Antigravs versteckt sind. Tamra kommt dieser Sache zwar auf die Spur, kann ihre Freunde aber nicht warnen. Sie wird gefangen genommen und mittels eines Peilchips, den sie wie jeder Sklave trägt, zu einer Marionette Mitrade-Parkks gemacht. Die Larin kann den Körper der Alteranerin über den Chip fernsteuern, diese wird zu einer Art Zombie, zur Gefangenen im eigenen Körper.

Als die Bomben explodieren, richtet sich der Zorn der larischen Bevölkerung vor allem gegen die Alteraner, aber auch gegen die alte Regierung. Damit haben die Putschisten gerechnet und schlagen los. Zahlreiche hochrangige Politiker und Militärs werden ermordet, es kommt zum Kampf von Laren gegen Laren - und die Alteraner stehen zwischen den Fronten. Allerdings bekommt Kat-Greer die Situation nicht in den Griff, denn der alte Erste Hetran verschanzt sich im uneinnehmbaren Pyramidenzirkel des Hetranats.

Machtwechsel auf Caligo

Etwas mehr als 400 Überlebende der MINXHAO landen mit einem autarken Kugelsegment des Schiffes auf dem Raumhafen von Taphior. Startac Schroeder teleportiert mit Perry Rhodan und Mondra Diamond an einen sicheren Ort, die Alteraner werden gefangen genommen und von Mitrade-Parkk verhört. Startac Schroeder wird von den Mentalimpulsen des Sloppelle angezogen, denn das Wesen besitzt eine latente Paragabe: Es ist ein Telekinet. Der Terraner fühlt sich außerdem zu Tamra hingezogen. Er teleportiert die junge Frau, die aufgrund ihres langen Leidenswegs in einem erbärmlichen Zustand ist, in Rhodans Versteck, wo ihr Peilchip abgeschirmt werden kann. Als sie wieder die Kontrolle über ihren Körper hat, erholt Tamra sich schnell. Sie führt Rhodan zu Boffään, der ihr, dem Sloppelle und sich selbst den Peilchip entfernen kann. So gewinnt das durch die Entbehrungen der letzten Zeit stark geschwächte Sloppelle seine Intelligenz und die volle Kraft seiner Paragabe zurück.

Demetrius Onmout bringt die ehrgeizige Mitrade-Parkk dazu, sich mit Kat-Greer in Verbindung zu setzen: Angeblich kann Perry Rhodan ihm die Mittel zur Eroberung des Pyramidenzirkels an die Hand geben. Rhodan und seine Begleiter lassen sich daraufhin gefangen nehmen, sie werden umgehend zu Kat-Greer gebracht. Die Informationen des "Bademeisters" Quul Ting zahlen sich aus. Rhodan weiß, dass die Laren die Konstruktionsunterlagen alteranischer Käfigtransmitter ausspioniert haben, jedoch nicht in der Lage waren, die nachgebauten Geräte in Betrieb zu nehmen. Rhodan bietet Kat-Greer an, die sowohl in dessen Festung als auch im Pyramidenzirkel stehenden Transmitter zu aktivieren (hier kommt wieder Startacs Teleporterfähigkeit zum Einsatz), so dass die Truppen der Putschisten das Hetranat erobern können. Dem alten Ersten Hetran Elbanger-Tan wird vorgeworfen, er habe die Vernichtung des Sterns der Laren initiiert. Er wird hingerichtet und Kat-Greer nimmt seinen Platz ein.

Die Flucht der Alteraner

Gleichzeitig leiten Startac, Tamra und Boffään ein Täuschungsmanöver ein und gaukeln Mitrade vor, dass alle auf Caligo lebenden Alteraner mit dem alten Troventaar ORTON-TAPH in ein anderes Lager deportiert werden sollen. Tatsächlich wollen sie die Sklaven mit diesem Schiff zurück ins Imperium Altera bringen. Mitrade lässt sich zwar überrumpeln, fliegt jedoch mit. Sie durchschaut den Schwindel und dringt bis in die Zentrale vor, um Alarm auszulösen. Tamra richtet zwar eine Waffe auf sie, aber aufgrund ihrer jahrelangen Konditionierung zum Gehorsam ist sie nicht in der Lage, den Abzug zu betätigen. Da greift das Sloppelle ein - es betätigt den Abzug mit seinen telekinetischen Kräften, so dass Mitrade erschossen wird. Danach stirbt das völlig entkräftete Sloppelle.

Die ORTON-TAPH verlässt Caligo ungehindert und fliegt den Planeten Golthonga an, der gerade noch innerhalb ihrer Reichweite liegt. Dort müssen die Flüchtlinge warten, bis Perry Rhodan ihre Evakuierung veranlasst.

Drahtzieher im Hintergrund

Rhodan verhandelt derweil mit Kat-Greer, dem neuen Machthaber des Trovent. Er begreift, dass selbst der mächtige Lare nur eine Marionette ist. Kat-Greer hat den Staatsstreich keineswegs aus eigenem Entschluss eingeleitet. Er hat im Interesse einer Kolonie von Hyptons gehandelt, die sich seit der Besiedlung Caligos in einer Halle unter der Bastion Groschir verstecken. Deren einziges Ziel bestand darin, eine zweite Hyptons-Kolonie, die sich unter dem Pyramidenzirkel befindet, zu vernichten - und diese Aufgabe hat Kat-Greer für sie erledigt. Jetzt bringen die Hyptons den neuen Ersten Hetran dazu, auf Rhodans Forderungen einzugehen. Der Erste Hetran würde - genau wie sein Vorgänger - tatenlos zusehen, wie die Posbis das Imperium Altera vernichten. Den Hyptons scheint bewusst zu sein, dass dann auch das Ende des Trovents nahe wäre. Es liegt deshalb in ihrem Interesse, dass Rhodan einen Weg findet, die Posbis zu befrieden.

Somit lässt der nach wie vor im Bann der Hyptons stehende Kat-Greer Perry Rhodan ziehen und verspricht außerdem, den auf einem abgelegenen Trovent-Planeten lebenden Wissenschaftler Verduto Cruz nach Fort Blossom zu schicken.

Kommentar:

Diesen Roman habe ich mit gemischten Gefühlen gelesen. Einerseits wird Tamras Schicksal sehr eindringlich geschildert. Man empfindet Mitgefühl für sie, und man hofft, dass es gut für sie ausgehen möge. Diese Teile des Romans gefallen mir sehr gut. Andererseits klaffen in der Story Logiklöcher von der Größe von Scheunentoren. Warum zum Beispiel flieht Rhodan überhaupt erst mit Startac nach der Notlandung auf Caligo? Dmetri muss es hinterher allein schaffen, Mitrade davon zu überzeugen, dass Rhodan wichtige Informationen für Kat-Greer hat. Das hätte Rhodan auch gleich selbst machen können - dann hätte er sich hinterher nicht auch noch verhaften lassen müssen. Gut - wäre er so vorgegangen, dann hätte Tamra wahrscheinlich nicht gerettet werden können und die Geschichte hätte kein so glückliches Ende genommen…

Auch geht mir alles viel zu glatt. Rhodan wusste nicht, dass sowohl in der Bastion Groschir als auch im Pyramidenzirkel Transmitter stehen. Er hat geblufft, und dieser Bluff ist zu seinem Glück aufgegangen. Warum stehen die Transmitter überhaupt dort? Welchen Zweck sollten die funktionsunfähigen Dinger dort erfüllen? Rhodan konnte auch keine Ahnung vom Zustand dieser Geräte haben. Wenn es so einfach für ihn bzw. Boffään war, sie vollends zu aktivieren - wieso haben das die Laren dann nicht geschafft? Dass all das sich einfach so ergibt und derart reibungslos funktioniert, wirkt nicht sehr überzeugend. Im letzten Roman hieß es übrigens noch, dass Transmitter in Ambriador nicht funktionieren. In der Milchstraße ist das wegen der erhöhten Hyperimpedanz so, und deshalb funktionieren dort Käfigtransmitter noch. In Ambriador sind die Verhältnisse wiederum ganz anders. Warum also funktionieren Käfigtransmitter jetzt plötzlich doch?

Ich war ziemlich neugierig auf die Laren. Von diesem Volk hat man ja schon sehr lange nichts mehr gehört. Was man über sie und den Trovent erfährt, ist auch durchaus interessant. Leider sind die Laren in diesem Roman samt und sonders viel zu einfach gestrickte 08/15-Schurken. Ihre Handlungen wirken oft unmotiviert, teilweise sogar dumm. Jedenfalls ist es absolut nicht nachvollziehbar, dass sie auch unter der existenziellen Bedrohung durch die Posbis nicht wenigstens vorübergehend gemeinsame Sache mit den Alteranern machen. Jeder einzelne Lare, der in diesem Roman vorkommt, ist einfach nur grausam/machtgierig/pervers oder scheint geistig minderbemittelt zu sein. Sie sind halt der Feind. Und Feinde sind bei Leo Lukas stets einfach nur böse. Oder sie sind Witzfiguren. Oder auch noch hässlich, aber das ist ein anderes Thema.

Ich weiß nicht, warum Rhodan in diesem Roman so übertrieben draufgängerisch, nassforsch und unbeschwert dargestellt wird. Und warum die Besatzung der MINXHAO aus einem Haufen durchgeknallter... "Individualisten" bestehen muss. Soll damit die Frühzeit der Heftromanserie imitiert werden, in der Rhodan mit eben solchen Leuten so manches Husarenstückchen gewagt hat? Oder brauchte Leo Lukas einfach mal wieder ein paar Aufhänger für dumme Gags? Ich finde das Ganze einfach nur unpassend, unglaubwürdig und in der nunmehr x-ten Wiederholung ermüdend.

Der Roman ist nicht mehr als Massenware. Schade drum - da wäre mehr drin gewesen, meine ich. Zwei Romane der Autorenteam-Österreicher in Folge… hm. Hätte auch nicht sein müssen.

Im Anhang von Hartmut Kasper wird die Führung durch das Whistler-Museum fortgesetzt. Diesmal geht es hauptsächlich um die frühen mechanischen Musikapparate aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

J. Kreis, 15.11.06


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