PR Neo 8
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Perry Rhodan Neo Nr. 8: Die Terraner

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Crest muss sich vor dem höchsten US-Gericht für den Mord an der Besatzung der Mondstation Armstrong Base verantworten. Eric Manoli und Frank M. Haggard werden als Zeugen vernommen. Überraschenderweise tritt auch der tot geglaubte Clark G. Flipper in den Zeugenstand - bekleidet mit einem arkonidischen Kampfanzug. Angeblich hat er sich gestellt, um aus Rache für Beths Tod gegen Rhodan auszusagen. Clifford Monterny beobachtet das Verfahren vor Ort. Die Telepathin Tatjana Michalowna und der Telekinet Roster Deegan unterstützen ihn. Monterny hält den Prozess für eine Farce. Nach dem Willen Präsident Drummonds steht das Todesurteil für den Außerirdischen schon fest; Crest soll aber in Wahrheit nicht hingerichtet, sondern insgeheim weiter verhört werden. Crests Wissen ist für Monterny uninteressant. Ihm geht es nur um die Unsterblichkeit, nach der die Arkoniden gesucht haben, bevor sie auf dem Mond abgestürzt sind. Crest soll deshalb entführt werden. Zu diesem Zweck schmuggeln Monterny und Deegan zwei arkonidische Kampfanzüge sowie einen Energiestrahler ins Gerichtsgebäude.

Perry Rhodan und seine Gefährten bereiten Crests Befreiung vor. Hierzu werden Allan D. Mercants Geheimdienstkontakte, Lesly Pounders technische Neuentwicklungen, die Parafähigkeiten der Mutanten und die von Homer G. Adams zur Verfügung gestellten schier unerschöpflichen Mittel der General Cosmic Company eingesetzt. Zum Firmenimperium der GCC gehört auch der Catering-Service, der den Supreme Court beliefert. Rhodan und Bull verstecken sich in einem von Iga Tulodziecki gelenkten Truck dieser Firma. Der Teleporter Ras Tschubai sitzt auf dem Beifahrersitz. Die reparierte PHÖNIX wird ebenfalls mitgenommen. Eine spektakuläre Aktion soll für Ablenkung sorgen: Der Prototyp eines neuartigen Luftschiffes, bei dem ein fortschrittliches Hüllenmaterial zum Einsatz kommt, wurde im ehemaligen Raumhafen Cape Canaveral so umgebaut, dass er einem arkonidischen Kugelraumschiff gleicht. Dieses Schiff nähert sich dem Gerichtsgebäude.

Mercants Leute bringen eine Wand des Gerichtsgebäudes kontrolliert zum Einsturz. Flipper, der sich nur gestellt hat, um seinen Kameraden Manoli heraushauen zu können, wird von Deegan angegriffen und getötet. Der "Kugelraumer" wird beschossen und vergeht in einer harmlosen Explosion. Doch dann landet ein echtes arkonidisches Raumschiff vor dem Gebäude! Es ist die uralte TOSOMA IX, ein 60-Meter-Beiboot, das in der Venusbasis geparkt war. Thora und Rico sind damit zur Erde geflogen, um Crest aus den Klauen der terranischen Barbaren zu retten. Weder Thora noch Rhodan können verhindern, dass Monterny und Deegan mit Crest verschwinden. Thora stellt der Menschheit ein Ultimatum. Sollte Crest nicht innerhalb von 24 Stunden ausgeliefert werden, wird sie die Erde vernichten. Allerdings beschränkt sie sich darauf, nach Ablauf der Frist einige terranische Sehenswürdigkeiten mit den Energiewaffen ihres Schiffes zu beschießen.

Monternys Spur führt zu Fort Sunrise in den Adirondack Mountains. Mit Crest als Köder will Monterny Thora anlocken, denn er braucht ihr Raumschiff, um nach der Welt des Ewigen Lebens suchen zu können. Allerdings tritt ihm nicht Thora entgegen, sondern Rico - und ihn kann Monterny nicht suggestiv beeinflussen, denn der vermeintliche Arkonide ist ein Roboter. Deegan greift Rico telekinetisch an und zerstört die Innereien des Roboters irreparabel. Dennoch gelingt es Rico noch, Deegan zu erschießen. Rhodan und Bull sind der TOSOMA mit der PHÖNIX gefolgt. Rhodan hört die letzten Worte des "sterbenden" Roboters. Plötzlich erscheinen auch noch Sid González und Sue Mirafiore. Sid will Monterny töten. Als der Suggestor versucht, Sid zu beeinflussen, setzt Sue erstmals die "negative" Seite ihrer Parafähigkeit ein. Sie kann Menschen nicht nur heilen, sondern auch töten. Monterny stirbt an explosiven Zellwucherungen, die seine Adern aufplatzen und sein Herz stillstehen lassen. Der Teleporter Tako Kakuta weigert sich, seinem einstigen Herrn zu helfen.

Tatjana Michalowna gibt Iwan Goratschin eine Injektion, die ihn aufweckt. Monterny hat dem Mutanten schon vorher einen posthypnotischen Befehl erteilt. Deshalb setzt Goratschin seine "Zünder"-Fähigkeit gegen die TOSOMA ein. Der Energieschutzschirm des Schiffes bricht zusammen. Das schwer beschädigte Schiff stürzt ab. Tako Kakuta bringt Thora noch rechtzeitig in Sicherheit. Die Arkonidin ringt sich ein "Danke" ab. Schweren Herzens zerstört Reginald Bull die PHÖNIX, um für Ablenkung zu sorgen, damit alle in die Gobi zurückkehren können. In Terrania gründen Perry Rhodan und seine Gefährten am 16. Juli 2036 die "Terranische Union".

Kommentar:

So endet die erste Staffel der Neo-Serie. Mit einem Roman, in dem praktisch nur die Befreiung Crests beschrieben wird. Das ist mager. Hätte man die 160 Seiten nicht besser nutzen können? Zum Beispiel, um Perry Rhodan endlich etwas mehr Profil zu verleihen? Um ein paar Gründe dafür aufzubauen, warum sich jemand für sein pathetisches Gefasel, das er ständig vom Stapel lässt, interessieren sollte? Man hätte auch endlich mal wieder auf Ernst Ellert oder Quiniu Soptor eingehen können. Was ist aus den beiden geworden?

Das Ende ist eigentlich nur eine Überleitung zur nächsten Staffel. Aber das ist keine Entschuldigung für den haarsträubenden Unsinn, der uns - wie schon in PR Neo 7 - hier vorgesetzt wird. Zunächst einmal bleibt festzustellen, dass sich die Handlung seit dem Ende von PR Neo 1 nicht entscheidend weiterentwickelt hat. Nach wie vor sitzt Perry Rhodan unter der Energiekuppel in der Gobi fest - mit dem Unterschied, dass ihm jetzt einige neue Helfer zur Seite stehen, und dass er ein paar tausend Mäuler zu füttern hat. Da kaum anzunehmen ist, dass China und die USA nach den von Rhodan, Thora und Bai Jun verübten terroristischen Akten verhandlungsbereit sein werden, haben wir genau dieselbe Ausgangssituation wie zu Anfang der Serie. Die Weltöffentlichkeit dürfte nach dem Anschlag auf das Gerichtsgebäude, den Eiffelturm, die Insel Helgoland und das Tadsch Mahal ebenfalls nicht besser auf Rhodans Clique zu sprechen sein als bisher. Also steht Rhodan mit seiner "Vision" mehr oder weniger allein auf weiter Flur, und er hat so ziemlich alles getan, seinen Traum von einer geeinten Menschheit selbst zu zerstören. Im Grunde hat er die ohnehin schon angespannte politische Weltlage mit der unfassbar dämlichen Befreiungsaktion nur noch mehr angeheizt. Die Gründung der "Terranischen Union" ist nicht mehr als ein schlechter Witz. Wodurch wird dieses Gebilde legitimiert? Lösen sich die gegen Crest, Haggard und Manoli anhängigen Verfahren in Luft auf? Aber solche Fragen darf man im Perryversum wahrscheinlich einfach nicht stellen.

Monterny schmuggelt einen Energiestrahler und zwei Kampfanzüge ins höchste US-Gericht. Flipper muss sich diese Mühe gar nicht machen, man erlaubt ihm, im Kampfanzug dort zu erscheinen! Manoli und Haggard werden gezwungen, Aussagen zu machen, mit denen sie sich selbst belasten. Haggard (ein Australier) wird von einem US-Gericht des Hochverrats angeklagt, weil er seine ärztliche Pflicht erfüllt und Crest behandelt hat. Mercant hat plötzlich wer weiß wie viele Helfer aus den Reihen genau desselben Geheimdienstes, vor dem er in PR Neo 2 noch ganz allein fliehen musste. Alle chinesischen Soldaten unter der Kuppel sind ganz lieb und brav, keiner muckt gegen Bai Jun und Rhodan auf. Thora stößt finstere Drohungen aus und wirft dann mehr oder weniger nur mit Wattebäuschen. Tako Katua befreit sich selbst aus Monternys suggestivem Bann. Sue entwickelt plötzlich ganz neue Fähigkeiten - anscheinend ist sie eine Metabio-Gruppiererin wie weiland Irmina Kotschistowa - und entscheidet damit den lachhaften Showdown. Lustig übrigens, dass Monterny, der ja über einige Romane hinweg als großer Gegenspieler aufgebaut worden ist, einfach mal so abserviert wurde. Da hätte man sich den einen oder anderen Roman komplett sparen können. Thora hätte Monterny gleich ein paar Kampfroboter auf den Hals hetzen können, dann hätte sich Ricos heldenhafte Selbstaufopferung erübrigt. Goratschin ist von Null auf Hundert einsatzfähig, obwohl Haggard und Manoli am 11. Juli (nur vier Tage zuvor) noch überlegt haben, wie ihm überhaupt geholfen werden kann. Kurz danach müssen sie ja schon aus Fort Sunrise herausgeholt worden sein, um vor Gericht gestellt werden zu können. Flipper, gerade noch ein Verräter, erhält am 15. Juli ein Staatsbegräbnis mit allen militärischen Ehren. Irgendwo in den Adirondacks liegt ein für jedermann frei zugängliches arkonidisches Raumschiff herum, Rhodan scheint sich nicht weiter dafür zu interessieren.

Muss ich diesen Quatsch überhaupt noch kommentieren?

Ein "richtiges" Ende wird uns verwehrt. Stattdessen werden künftige Ereignisse angedeutet. Ricos letzte Worte lauten z.B.: "Müssen zu ihm... Kuppel" - eine Anspielung auf die Superintelligenz ES? Außerdem scheint das Kugelraumer-Luftschiff aus einem Material zu bestehen, das die Menschen nach Ricos Meinung noch gar nicht kennen dürften. Wer könnte den Menschen das entsprechende Know-how vermittelt haben? Vielleicht Atlan? Da mich die Antworten auf diese Fragen interessieren, gebe ich der Neo-Serie nach dem katastrophalen Abschluss der ersten Staffel noch eine zweite Chance. Viel Hoffnung auf Besserung habe ich aber nicht mehr.

J. Kreis, 09.01.2012


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Gastkommentare

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Gastkommentar von Joe (15.01.2012?):

Das Heft hat seine Schwächen, zweifellos. Beispielsweise hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich kapiert habe, dass da wohl zwei verschiedene Giga-Trucks im Spiel sein müssen. Vermutlich habe ich irgendwann einen beiläufigen Halbsatz überlesen, in dem das klargestellt wurde. Nichtsdestotrotz: Dieser Teil der Geschichte ist unanschaulich und auch unglaubwürdig. Andere Kritikpunkte wurden bereits im obenstehenden JK-Kommentar genannt - es gibt noch weitere. Nicht alle davon hat HuHae zu vertreten.

Dass der Roman als Abschluss einer Staffel zu wünschen übrig lässt, relativiert sich dadurch, dass die nächste sich, wie wir inzwischen wissen, zeitlich gesehen nahtlos anschließt. Da wird sicher im nächsten Heft noch einiges geklärt. Unerfreulich ist das aber deshalb, weil es bedeutet, dass die Kröte Sid keinen Monat älter geworden sein wird. Und meine Hoffnung war, dass er als Erwachsener vielleicht erträglicher ist.

Irgendwie kommt mir Sid wie eine menschliche Version von Gucky vor. Ist er als Mausbiber-Ersatz konzipiert? Ich brauche keinen Gucky. Von mir aus kann er bleiben, wo der Pfeffer wächst. Aber ich brauche auch keinen Sid. Wenn ich jedoch zwischen beiden entscheiden müsste, bin ich allemal für Gucky.

Wie dem auch sei: Trotz aller Schwächen entfaltet der Roman sich zu einem furiosen Finale, das man dem eher behäbig erzählenden HuHae nicht zugetraut hätte. Es ist schwer, Spannung durch Action zu erzeugen, weitaus schwerer als durch stilistische und erzählerische Mittel. Aber HuHae schafft das hier ganz locker. Davor ziehe ich den Hut.

PR Neo hat vieles richtig gemacht, aber auch einiges falsch: Gelegentlich wird unglaubwürdiger Unsinn verbraten, die Continuity weist einige Brüche auf, und schlichte Fehler wie etwa der mit dem TERkonit sind auch nicht gerade selten. Gut, die Romane sind viel stärker verflochten als die Originale, insofern fällt die Abstimmung der Autoren untereinander gewiss schwerer.

Aber wenn man sich zu einer solchen Herangehensweise entschließt, dann muss man eben auch die Konsequenzen tragen, und die lauten in diesem Fall: viel engere Zusammenarbeit der Autoren. Und: Schafft euch endlich einen Korrektor an, der sein Handwerk versteht! Wenn er auf Projektbasis arbeitet, wird das vielleicht gar nicht so teuer werden - und eventuell gibt es ja auch Möglichkeiten des Entgegenkommens auf ganz anderen Ebenen...

Abschließend keine Frage: Ich bleibe Neo erhalten und freue mich bereits auf die Wega.


Gastkommentar von Ulrich Werth (10.01.2012?):

"Müssen zu ihm... Kuppel" - eine Anspielung auf die Superintelligenz ES?
--> Atlan in seiner Untersee-Kuppel ist da sicher gemeint

Da ich NEO nicht lese, sondern nur aus den Zusammenfassungen hier kenne, sollte ich vielleicht nicht mitreden. Aber ich kann es mir nicht verkneifen: genau mit diesem Murks habe ich gerechnet und zum Glück trotz einiger Versuchungen NEO links liegen gelassen. Es gibt so viele gute Bücher.



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