PR Neo 7
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Perry Rhodan Neo Nr. 7: Flucht aus Terrania

Autor: Arndt Ellmer

Inhalt

4. Juli 2036: Der arkonidische Aufklärer stürzt über der Venus ab. Thora und Tamika überleben. Sie haben keine Möglichkeit, Quiniu Soptors Aufklärer oder die AETRON zu kontaktieren. Der Aufklärer wird zerstört, aber seine Datenspeicher bleiben intakt. Die Arkonidinnen lesen die Koordinaten der Geschützstellung aus. Am Ziel angekommen, erkennen sie, dass es sich um eine uralte Station ihres eigenen Volkes handeln muss. Sie wussten nicht, dass schon vor ihnen Arkoniden im Solsystem waren. Im Inneren der Station greifen Dutzende Roboter an. Ein Mann namens Rico stoppt die Maschinen, aber die Arkonidinnen werden verwundet. Thora erwacht nach zweiwöchigem Heilkoma. Sie ist wohlauf, aber Tamika ist schwer verbrannt und noch nicht ansprechbar. Rico berichtet, die Station (Zarakh'khazil) existiere schon seit 10.000 Jahren. Damals habe eine arkonidische Kolonie im Sonnensystem existiert. Sie sei von den Methanatmern vernichtet worden. Nur Rico habe sich in die Zuflucht auf der Venus retten können. Rico informiert Thora über die Vernichtung der AETRON und die anstehende Gerichtsverhandlung gegen Crest. Thora will ihrem Ziehvater um jeden Preis helfen.

11. Juli 2036: Tausende "Pilger" und Soldaten fliehen vor der Explosion der Fusionsbombe Richtung Terrania. Perry Rhodan deaktiviert den Schutzschirm und lässt sie ein, um eine Katastrophe zu verhindern. Die Energiekuppel kann nicht reaktiviert werden, weil sich die Soldaten im entsprechenden Gebiet verteilen. Terrania fällt somit in die Hand der Chinesen. Perry Rhodan und Reginald Bull fliehen mit der PHÖNIX, einem klobigen Fluggerät, das nur von dem arkonidischen Triebwerk in der Luft gehalten wird. Das flunderförmige Gefährt wird beschossen, kann aber entkommen. Das Schutzschirmaggregat wird in Terrania versteckt. Die vier in der Stadt verbliebenen russischen und amerikanischen Raumfahrer bewachen es. Bai Juns Soldaten übernehmen die Kontrolle über die Stadt, beginnen erneut mit der Versorgung der Pilger und hissen die chinesische Flagge über Terrania. Zur gleichen Zeit wird Lesly Pounder von Allan D. Mercant aufgesucht. Mercant benötigt eines der Raumschiffe, die in Cape Canaveral zusammengebaut werden - Pounder ist entsetzt, dass Mercant über deren Existenz informiert ist.

Rhodan glaubt, Bai Jun sei sein Feind, doch er irrt sich. Der General steht seit der Zündung der Bombe auf Seiten der "Verräter" und hat seinen Männern befohlen, an der PHÖNIX vorbeizuschießen. Da John Marshall infolge der unzähligen auf ihn einstürmenden Gedankenimpulse unter Schock steht, sucht Sue Mirafiore ohne seine Hilfe nach Sid González. Ein alter Soldat namens Huang Chao fliegt sie zur Explosionsstelle. Dort finden sie den Jungen - er lebt, ist aber verletzt. Darja Morosowa plant, Bai Jun zu erschießen. John Marshall, der sich in zwischen erholt hat, kann sie daran hindern. Der Telepath erkennt die guten Absichten des Generals und kann die Raumfahrer davon überzeugen, dass sie ihm vertrauen dürfen.

12. Juli 2036: Perry Rhodan und Reginald Bull erreichen Australien nach einem Zwischenstopp auf einem Korallenriff vor Borneo. Bei der Landung im Outback geht die PHÖNIX zu Bruch. Während Rhodan bei dem nicht mehr flugfähigen Gefährt zurückbleibt, macht sich Bull auf die Suche nach einer Werkstatt. In der Kleinstadt Kitty Valley wird er zwar fündig, aber einige Bewohner kennen seinen Steckbrief. Sie nehmen Bull gefangen. Rhodan fällt ihnen ebenfalls in die Hände. Verblendet durch religiösen Wahn und die Angst vor außerirdischen Monstern stellen die Menschen Rhodan und Bull auf einen Scheiterhaufen. Ras Tschubai rettet sie durch Teleportation - der Mutant und Homer G. Adams haben die beiden Astronauten gerade noch rechtzeitig gefunden.

13. Juli 2036: In den USA beginnt der Prozess gegen Crest. Staranwalt William Tifflor übernimmt die Verteidigung. Der chinesische Generalsekretär Huang Hai-Jie trifft in Terrania ein. Die Stadt soll in ein Arbeitslager für die "illegalen Einwanderer" umgewandelt werden. Zunächst jedoch wird eine große Siegesfeier vorbereitet, an der viele Regierungsmitglieder teilnehmen sollen. Bai Jun versteckt die Mutanten und Rhodans Gefährten. Seine Soldaten setzen regierungstreue Spezialeinheiten außer Gefecht, deren Waffen zuvor telekinetisch unbrauchbar gemacht wurden. Huang Hai-Jie und die Parteifunktionäre werden eingesperrt. Bai Jun hält eine Rede, in der er sich von China lossagt und die Regierung für abgesetzt erklärt. Die chinesische Flagge wird gekappt.

Kommentar:

Das Positive vorab: Es gibt echten Handlungsfortschritt und PR Neo schlägt weiterhin eine ganz andere Richtung ein als die klassische Serie. Außerdem werden interessante Andeutungen gemacht (Cape Canaveral). Das finde ich gut - aber der Roman gefällt mir gar nicht.

Bis zum vierten Band hat sich die Neo-Serie immer weiter gesteigert. Seit Band fünf geht es leider stetig bergab. Band sieben ist in meinen Augen der bisherige Tiefpunkt. Die etwas wirre Story strotzt nur so vor Logik-Bugs, unglaublicher Naivität und unerträglichen Klischees. Rhodan und Bull lassen ihre Gefährten im Stich - schlimmer noch: Sie lassen den Schutzschirmgenerator zurück, also das einzige verbliebene Machtinstrument, dem sie ihre Unangreifbarkeit verdanken. Glauben sie, das Versteck des Generators sei sicher? Lächerlich! Was wollen sie mit ihrer Flucht überhaupt bezwecken? Wohin wollen sie fliehen und was glaubten sie nach der Flucht noch ausrichten zu können? Die Antwort ist einfach: Sie mussten sich durch das "Mutantenkorps" retten lassen. Einen anderen Sinn hat diese Aktion nicht. Im Grunde hätten Rhodan und Bull einfach in Terrania zurückbleiben und sich festnehmen lassen können. Von der Existenz der Mutanten wussten sie ja nichts. Der Effekt wäre derselbe gewesen, denn auch Bai Juns Seitenwechsel stand wohl von vornherein fest.

Glaubwürdig ist all das natürlich nicht. Warum wirft Bai Jun plötzlich all seine Überzeugungen über Bord? Gut, seine Zweifel wurden schon seit längerem vorbereitet. Aber seine jetzige Aktion kommt zu plötzlich und passt weder zur bisherigen Charakterschilderung noch zur Situation. Wie glaubwürdig ist es, dass sich ein chinesischer General von seinem Staat lossagt? Welche Erfolgsaussichten konnte sich Bai Jun ausrechnen (schließlich hat er den Schutzschirmgenerator nicht)? Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass alle Soldaten seiner Truppe widerspruchslos mitspielen? Auf diese Weise degeneriert eine interessante und starke Nebenfigur zum bloßen Mitläufer Rhodans. Bai Jun hält die x-te pathetische Rede der Neo-Serie und glaubt offenbar wirklich, er könne mit seiner Wahnsinnstat durchkommen. Schade. Darja kommt auf die geniale Idee, Bai Jun zu erschießen. Eine tolle Aktion, wenn es doch darum geht, versteckt zu bleiben und ja nicht die Aufmerksamkeit der Chinesen auf das Versteck des Schutzschirmgenerators zu lenken!

Bully bastelt in allerkürzester Zeit aus etwas Schrott, einem arkonidischen Triebwerk und Spucke ein Fluggerät zusammen, mit dem man innerhalb eines knappen Tages von der Gobi nach Australien fliegen kann. McGuyver würde vor Neid erblassen! Rhodan kommt nicht auf die Idee, den deaktivierten Schutzschirm wieder aufzubauen - einfach mit kleinerem Durchmesser, um die Pilger zu retten und gleichzeitig die Soldaten draußen zu halten. Thora, deren Erlebnisse auf der Venus sich zunächst wie Seitenschinderei mit sinnlosen Cliffhangern lesen, dann aber interessant werden, denkt nicht daran, Rico (ob das wohl ein Deckname Atlans ist?) zu fragen, wie er die letzten 10.000 Jahre überlebt hat. Suchen Thora und Crest denn nicht nach dem ewigen Leben? Da wäre so eine Frage doch naheliegend gewesen. Übrigens wird im Zusammenhang mit der Venusbasis von "Terkonit" gesprochen. Kleiner Patzer. Wenn schon, wäre "Arkonstahl" richtig gewesen. Terkonit ist eine terranische Erfindung. Oh, ich vergaß, wir befinden uns ja in einem alternativen Universum...

Rhodan und Bull treffen in Australien auf eine Art Lynchmob. Wieder so ein dummes Klischee. Warum sind in Australien überhaupt Steckbriefe Rhodans und Bulls im Umlauf? Warum halten Australier die beiden Amerikaner für "Verräter"? Wie kann es sein, dass praktisch die gesamte Bevölkerung des Kaffs aus Religionsfanatikern besteht oder aus Irren, die an mordgierige Bestien aus dem All glauben, aber keinen ordentlichen Knoten hinbekommen? Wie haben Tschubai und Adams Rhodan und Bull finden können? Warum haben das die internationalen Geheimdienste nicht noch schneller geschafft? Warum hat Ras plötzlich überhaupt keine Probleme mehr, über weite Strecken zu teleportieren und dabei andere Personen mitzunehmen - das ist ihm doch neulich noch so wahnsinnig schwer gefallen? Was wird eigentlich aus der PHÖNIX? Wird die zurückgelassen? Komplett mit dem tollen arkonidischen Triebwerk, das ja, wie die gesamte außerirdische Supertechnik, eigentlich um keinen Preis irgendeiner irdischen Macht in die Hände fallen sollte?

Sue findet die Nadel im Heuhaufen (Sid). Leider wurde das Balg nicht gegrillt. Nein, Sid hat die Explosion einer Fusionsbombe überlebt. Wenn ich die entsprechende Textstelle nicht völlig falsch gelesen habe, dann hat er sich in der Nähe des Explosionszentrums befunden. Wie konnte er das mit lediglich einem leichten Sonnenbrand überstehen?

Mercant schleicht sich mit falschem Bart mitten in eines der bestens abgesicherten Raumfahrtzentren der USA hinein. Diesen unfassbar dämlichen Trick hatten wir jetzt schon ein paarmal zu oft.

Und Crest wird vor Gericht gestellt. Das geschieht nicht ganz zu Unrecht. Natürlich nur, wenn man ignoriert, dass wohl nicht er, sondern Thora als Kommandantin der AETRON die Besatzung von Armstrong Base auf dem Gewissen hat. Aber mal ernsthaft. Den Regierungen der Welt, auch dem stereotypen Bösewicht Stanley Drummond muss doch klar sein: Außerirdische existieren. Sie verfügen über eine maßlos überlegene Technik. Sie haben die Erde entdeckt. Und angesichts dieses epochalen Ereignisses, dessen Konsequenzen noch gar nicht absehbar sind, hat man nichts Besseres zu tun, als die Außerirdischen anzugreifen und anschließend einen Schauprozess gegen den vermeintlich letzten Überlebenden zu führen? Denkt keiner daran, welche Auswirkungen der Erstkontakt hat? Mir fällt einfach keine höfliche Umschreibung für diesen groben Unfug ein.

J. Kreis, 28.12.2011


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Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.

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Gastkommentar von Joe (08.01.2012):

Schlichter Schund. Etwas ausführlicher? Nun ja, dieser Band ist im Grunde so etwas wie ein dickes PR-Heft, während alle anderen Neo-Titel bisher einen großen Sprung nach vorne in Richtung auf ernsthafte SF-Literatur gemacht haben - sogar der bis dato schwächste Band (Nr. 3, "Der Teleporter" von LL). Nummer 7 aber ist gekennzeichnet von Charakteren, die Comicfiguren gleichen und Sprechblasen voller Trivialitäten von sich geben sowie einer unanschaulichen, streckenweise nur schwer nachzuvollziehenden und auch generell unglaubwürdigen Handlung. Nicht alles davon ist freilich vom Autor zu verantworten, aber doch genug.

Dieser Roman nimmt allerdings dummerweise eine Schlüsselposition ein. Ganz wesentliche Dinge (wie zum Beispiel die Entscheidung Bai Juns, seinen eigenen Laden aufzumachen - und die Bereitschaft seiner Soldaten, ihm zu folgen) müssen hier glaubwürdig geschildert werden, und das ist AE einfach nicht gegeben. Man hätte ihm vielleicht besser Band 5 oder 6 überlassen sollen. In diesem Zusammenhang mache ich mir übrigens einige Gedanken über die Hefte 10-12, deren Autoren ich alle drei zu den eher schwächeren des Teams zähle, aber das nur am Rande.

Inhaltlich gibt es einige interessante Randerscheinungen wie zum Beispiel Rico oder Crests Verteidiger William Tifflor, die bereits weit in die Zukunft weisen. Weniger interessant, dass die Kröte Sid noch lebt, aber damit musste man wohl rechnen.


Gastkommentar von truemmer (29.12.2011):

Ich halte den Roman ebenfalls für den bisherigen Tiefpunkt der Reihe.
Ja, es passiert sehr viel, die ins Stocken geratene Handlung wird vorwärts getrieben, aber das war es dann auch schon.

Die unglaublich dämliche Kintoppnummer mit Bulls selbstgebasteltem Flieger, auf dem Perry durch Verlagerung des Körpergewichts (!) das Gleichgewicht des Gefährts halten soll, Thoras Venusabenteuer, Bai Juns nicht nachvollziehbarer Sinneswandel und das Dümmste, was ich bisher bei PR NEO lesen musste: Der australische Lynchmob. Völlig sinnfreier, spannungsarmer, langweilig geschriebener Schund.

Und der nächste Roman von Hubert Haensel...
Schade, es hat so gut angefangen mit PR NEO.


Gastkommentar von Gerhard Schäffer (29.12.2011):

Was ich von Anfang an vermutete: NEO endet in reinem Blödsinn.



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