PR Neo 16
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Perry Rhodan Neo Nr. 16: Finale für Ferrol

Autor: Christian Montillon

Inhalt

Die LAST HOPE wird in einen Hangar der RUGR-KREHN gezogen. Ras Tschubai teleportiert mit Thora und Wuriu Sengu ins Innere des arkonidschen Schlachtschiffes. Thora legt an verschiedenen neuralgischen Punkten Bomben. Perry Rhodan tritt den Topsidern allein gegenüber. Er gibt sich als Lichtbringer aus und verlangt den Rückzug der Topsider aus dem Wega-System. Allerdings hat er kein Druckmittel in der Hand. Als das System von den Strukturschocks zahlreicher rematerialisierender Raumschiffe erschüttert wird, sieht Rhodan seine Chance auf einen Bluff gekommen. Er deutet an, seine Verstärkung sei eingetroffen. Damit macht er sich nur lächerlich, denn die Neuankömmlinge sind Fantan. Die Besun-Jäger glauben, in den nach dem Krieg zurückgebliebenen Trümmerfeldern reiche Beute machen zu können. Nachdem sich die Topsider gebührend amüsiert haben, stellt Genkt-Tarm die berechtigte Frage, warum er Rhodan nicht auf der Stelle erschießen sollte. Trker-Hon kann ihn nun auch nicht mehr zurückhalten. Im Grunde interessiert sich Genkt-Tarm nur noch dafür, wie es Rhodan gelingen konnte, aus der abstürzenden GOOD HOPE zu entkommen.

Die von Stepan Raskujan angeführte Widerstandsgruppe unternimmt einen Angriff auf das einige Kilometer vor Terrania stehende Fantan-Mutterschiff. Iwan Goratschin setzt seine Mutantengabe gegen die Außerirdischen ein, verliert aber die Kontrolle über seine Fähigkeit und steckt den Hügel in Brand, auf dem er und Ishy Matsu stehen. Ishys Kleidung fängt Feuer. Iwan kann die Flammen löschen, doch die junge Frau wird verletzt. Zudem bleibt der Angriff wirkungslos.

Derweil überträgt Crest das Kommando über die TOSOMA an Lesly Pounder. Als eine Nachricht über Explosionen in der Nähe des Fantan-Raumers eintrifft, startet das Schiff sofort, wobei es zu Erdbeben und Flutwellen kommt. Pounder funkt die Fantan an und fordert sie auf, die Erde zu verlassen. Die Fantan reagieren, indem sie starten und ihr Schiff mit aktiviertem Schutzschirm und nach unten ausgerichteten Strahlenkanonen direkt über Terrania positionieren. Die Waffensysteme der TOSOMA könnten den Schirm zwar knacken, aber würde die Fantan-Spindel abstürzen, wäre das Schicksal der Stadt besiegelt. Ein Waffenstillstand wird vereinbart. Bai-Jun bereitet die Aktivierung des Schutzschirmgenerators der AETRON vor, aber diese Maßnahme erweist sich als unnötig. Alle Fantan-Beiboote kehren zum Mutterschiff zurück und dieses hebt ab, denn auf der Erde ist die Nachricht über neue Besun-Jagdgründe im Wega-System eingetroffen. Pounder beschließt, den Fantan zu folgen.

Auf Pigell entledigt sich Tako Kakuta seines nutzlosen Gefangenen. Er setzt Chrekt-Orn irgendwo mitten im Dschungel aus. Danach kapern der Teleporter, Conrad Deringhouse und Darja Morosowa ein topsidisches Beiboot. Da sie einen gültigen Autorisierungscode funken können, werden sie nicht daran gehindert, sich der RUGR-KREHN zu nähern.

Ras Tschubai holt Rhodan per Teleportation aus der Zentrale der RUGR-KREHN heraus. Gleichzeitig zündet Thora die Bomben, so dass das Schlachtschiff schwer beschädigt wird. Da Tschubais Ausdauer bald erschöpft ist, werden die Menschen von den Topsidern gestellt. Da erscheint Kakuta und bringt seine Gefährten in Sicherheit - zumindest vorläufig, aber auch er ist bald am Ende seiner Kräfte. Die TOSOMA erreicht den Ort des Geschehens, kann aber keinen direkten Angriff auf die RUGR-KREHN wagen. Erneut werden die Menschen im topsidischen Schiff in die Enge getrieben. Sid und Gucky teleportieren von ihrem Besun-Raumer (der ebenfalls auf Besun-Jagd ins Wega-System geflogen ist und von den Topsidern vernichtet wird) in die RUGR-KREHN. Sid rettet seine Freunde, Gucky spielt telekinetisch mit den Angreifern. Genkt-Tarm und Trker-Hon werden gefangen genommen, Anne Sloane und der Thort werden befreit. Alle fliehen zur TOSOMA, die die angeschlagene RUGR-KREHN vernichtet.

Friedensverhandlungen folgen. Damit die Topsider nicht ganz leer ausgehen, werden ihnen zwei Transmitter versprochen - dass es ihnen um mehr als das geht, ahnt Rhodan noch nicht. Im Gegenzug sollen die Topsider den Ferronen beim Wiederaufbau helfen. Auch die Fantan werden hierzu verpflichtet, zum Lohn dürfen sie in den Trümmern nach Besun suchen.

Rhodan und die Seinen möchten nun ins Solsystem zurückkehren. Trker-Hon darf sie auf eigenen Wunsch begleiten.

Kommentar:

Auf Begeisterung folgt Ernüchterung. Nach dem grandiosen vorletzten Band der zweiten Neo-Staffel erweist sich der letzte als belangloser Action-Trash. Praktisch keine einzige der in den letzten Bänden aufgeworfenen Fragen wird beantwortet. Die ziemlich dürftige Handlung gipfelt in einem auf Biegen und Brechen herbeigezwungenen, sehr hastig abgehandelten Showdown. Gucky und die Kavallerie retten den Tag, es gibt ein bisschen Montillon-typische Melodramatik, und am Ende ist plötzlich alles Friede-Freude-Eierkuchen. Im Grunde hat sich die Handlung im zweiten Zyklus nur einmal um sich selbst gedreht, man ist am Ende fast genauso weit wie am Anfang. Mit einer Ausnahme: Transmitter, die weder von den Arkoniden, noch von den Ferronen oder den Tospidern konstruiert worden sind, wurden entdeckt. Diese Transmitter werden, wie man hört, in der dritten Staffel noch eine wichtige Rolle zu spielen haben. Von mir aus gern. Ich wünsche der Neo-Serie noch ein langes, erfolgreiches Leben. Aber vorerst ohne mich, ich brauche eine Pause! Vielleicht werde ich irgendwann mal weiterlesen, aber nicht jetzt.

Perry Rhodan wird seinem schlechten Ruf wieder einmal gerecht. Die Autoren scheinen ihn mit aller Macht zur Witzfigur degradieren zu wollen. Nachdem ihn die Topsider wegen seines hirnrissigen Bluffs zu Recht tüchtig ausgelacht haben, muss er ständig von -zig Teleportern gerettet werden und handelt dann Friedensbedingungen aus, die man nur als lächerlich bezeichnen kann. Wurde der eigentliche Machthaber der Topsider gefragt, was er davon hält? Jedenfalls dürfte es den Ferronen schwer fallen, die Einhaltung der Bedingungen zu erzwingen, sobald die TOSOMA erst einmal abgezogen ist. Nur vor diesem Hintergrund war die Vernichtung der RUGR-KREHN übrigens nötig - ein ziemlich grausamer Akt der ach so friedliebenden Terraner, oder? Ob die Fantan auch nur einen feuchten Fiedlerfurz darauf geben, was von ihnen verlangt wird, darf bezweifelt werden. Bestenfalls werden sie einfach abhauen.

Wieder müssen wir akzeptieren, dass man die Steuerung und Bedienung von Raumschiffen intuitiv begreifen kann - und dass man gar keine eigens dafür ausgebildete Mannschaft braucht, um so ein arkonidisches 800-Meter-Schlachtschiff zu beherrschen. Wird wahrscheinlich alles auf magische Weise von der Positronik erledigt. Pounder muss also nur irgendwelche Befehle geben ("Start! Jetzt nach Terrania! Ein bisschen schneller, bitte!" oder so), und schon weiß die Positronik genau, was zu tun ist. Dann kommt Pounder auf die grandiose Idee, den Fantan gegenüber wüste Drohungen auszustoßen, ohne sich zu vergewissern, dass die nur wenige Kilometer entfernte Stadt Terrania sicher ist. Ein Funkspruch hätte gereicht, und Bai-Jun hätte zuvor den Energieschirm aktivieren können. Warum wurde die TOSOMA nicht direkt über die Stadt gesetzt? Dann hätten die Fantan unseren Möchtegern-Helden keine lange Nase drehen können. Was mit Goratschins Aktion bezweckt werden sollte, ist mir schleierhaft geblieben. Wollte er das Fantan-Schiff nun vernichten? Oder nur beschädigen? Oder hat er nur die Wüste, aber nicht das Schiff in Brand gesetzt? Wenn ja: Warum?

Tako Kakutas merkwürdiges Verhalten gegenüber Chrekt-Orn fand ich irritierend. Kakuta ist doch angeblich ein stets beherrschter, auf Ausgleich bedachter Mann. Jetzt ist er völlig von Hass zerfressen. Gut, seine ferronische Freundin wurde getötet, aber dieser Sinneswandel kann trotzdem nicht überzeugen.

J. Kreis, 02.05.2012


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Gastkommentar von Joe (03.05.2012):

CM hat es anscheinend nicht so mit den Namen. In Band 2 verunstaltet er Pounders Vornamen, in diesem Roman hier muss Mercant mit derselben Strafe leben. Auch das plötzliche Auftauchen der Besun-Entführten (Und dann noch bei der Wega? Was hätten sie da zu suchen gehabt?) ist zwar außerordentlich "guckoid", aber so ohne weiteres kaum plausibel. Da hat jemand noch mindestens ein Kapitel vergessen (oder dem Überraschungseffekt fahrlässig geopfert) - entweder WiVa oder CM. Mindestens eine dialogbasierte Rückblende wäre unbedingt erforderlich gewesen. Abgesehen davon war der Roman, wenngleich streckenweise überzeichnet, durchaus spannend und relativ bug- und blödsinnsfrei.

Die zweite Staffel insgesamt, auf die ich hier auch zurückblicken möchte, zeichnet sich durch eine grundsätzlich gut konstruierte und spannende Geschichte aus - und bedauerlicherweise durch einen Haufen unzulänglich arbeitender Autoren, die fast alle daran scheitern, diese Geschichte ohne Fehler, plausibel und widerspruchsfrei zu erzählen. Ich will das nicht im Einzelnen wiederholen; die Punkte wurden in den diversen Kommentaren hier genannt. In der ersten Staffel gab es ja schon einige heftige Holperer, aber diesmal ist es wirklich schlimm!

Keine Ahnung, wie die Verantwortung dafür sich aufteilt zwischen Expose und Autoren, aber für Staffel drei muss daran dringend, dringend, dringend gearbeitet werden, denn ich kann mir vorstellen, dass manch einer die nächste Staffel nur noch probehalber liest. Nochmal so ein Durcheinander, und das Risiko ist groß, dass das stärkste PR-Projekt seit Band 1 der EA einen schwer wiedergutzumachenden Schaden erleidet.

Abschließend möchte ich auch noch eine Lanze für eine Reduzierung der Handlungsebenen brechen. Wenn schon nicht in der Staffel insgesamt, so wenigstens in den einzelnen Romanen. Das wilde Gehopse in einigen der jüngeren Hefte ging mir schon extrem auf den Geist.



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