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Perry Rhodan Neo Nr. 12: Tod unter fremder Sonne

Autor: Marc A. Herren

Inhalt

Terra: Am 9. Juli 2036 erhält der Münchner Bernhard Frank unerwarteten Besuch von seiner Tochter Caroline. Sie erklärt, dass sie nach Terrania reisen und sich Perry Rhodan anschließen will. Sie eröffnet ihrem Vater, dass sie eine Mutantin ist. Sie kann erkennen, wenn jemand etwas (oder jemanden) verloren hat, und ist dann in der Lage, den verschwundenen Gegenstand oder die vermisste Person zu finden. Diese Gabe hat Caroline und ihrer Familie in der Vergangenheit gute Dienste geleistet, denn auf diese Weise hat ihr Vater vor einigen Jahren einen spektakulären Kriminalfall aufgeklärt. Kidnapper hatten den Sohn des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg entführt, und mit Franks Hilfe konnte der Junge befreit werden. Der dankbare Vater hatte Frank ein Aktienpaket geschenkt und ihn somit zum Multimillionär gemacht. Caroline hat ihre Mutantengabe in all den Jahren zwar genutzt, unter anderem bei ihrer Arbeit als Bundespolizistin, aber sie hat niemanden eingeweiht, denn sie hatte Angst, als Freak zu gelten. In Terrania wäre sie dagegen unter ihresgleichen. Schließlich machen sich Vater und Tochter gemeinsam auf die Reise nach China. Am 1. August kommen sie in Terrania an. Sie werden von John Marshall und Allan D. Mercant in Empfang genommen. Der Telepath hat Carolines Kräfte sofort erkannt, und sie kommen ihm gerade recht, denn Rico ist verschwunden.

Rico ist mit Quiniu Soptor unterwegs im Golf von Bohai. Die Halb-Arkonidin hat sich ihrer Tarnung (künstliche Haut) entledigt und stellt ihren Aufklärer als Unterwasserfahrzeug für Ricos Suche zur Verfügung. Durch diese neue Aufgabe fühlt sie sich mit einer bislang nicht gekannten Lebendigkeit erfüllt. Der Roboter leidet noch immer unter Erinnerungsverlust, ahnt aber, dass sich sein Ziel irgendwo im Atlantik befindet. Am 2. August entdecken die beiden das Wrack eines halb im Meeresgrund versunkenen arkonidischen Schlachtschiffes und wenig später eine riesige Unterseekuppel. Die Anlage wird durch eine Positronik gesteuert, die Rico kennt und einlässt. Der Roboter gibt der Positronik den Befehl, mutierte Arkoniden-Abkömmlinge als ungefährlich zu betrachten, so dass Quiniu die Kuppel betreten kann. Ricos Erinnerungen kehren teilweise zurück. Er weiß, dass er am Ziel ist - aber sein Herr, nach dem er gesucht hat, ist nicht anwesend. Letzter bekannter Aufenthaltsort ist ein Raum, in dem eine Art Portal steht, dessen Funktionsweise weder Rico noch der Positronik bekannt ist.

In der Zwischenzeit hat Caroline Frank Rico aufgespürt. Mit fünf U-Booten folgen Streitkräfte der Terranischen Union seiner Spur. Kommandant ist He Jian-Dong. Bei den U-Booten kommt erstmals chinesisch-arkonidische Hybridtechnik zum Einsatz. Die Soldaten sind mit neu konstruierten Energiestrahlern ausgerüstet. Allan D. Mercant und die Franks sind mit an Bord. Die Terraner entdecken den versunkenen Kugelraumer und die Kuppel. Die Kuppelpositronik gewährt den Menschen Zutritt, da sie sie für Nachkommen arkonidischer Kolonisten hält. Rico stellt sich den Eindringlingen entgegen. Es kommt zu einem heftigen Feuergefecht, bei dem einige Soldaten sterben. Caroline versucht Schlimmeres zu verhindern und behauptet, sie könne Rico bei der Suche nach seinem Herrn helfen. Der Roboter schnappt sich die Frau und will sich im Schutz seines Energieschirmes zurückziehen, hat aber nicht mit den neuen terranischen Energiewaffen gerechnet. Er wird schwer beschädigt. Caroline erleidet Verbrennungen, kann Quiniu aber mitteilen, dass Ricos Herr durch das Portal gegangen ist. Es gelingt der Halb-Arkonidin, das Portal zu aktivieren - es ist ein Transmitter. Quiniu durchschreitet das Portal mit Rico und zerstört den Transmitter mit einer Granate. Caroline und die anderen Terraner bleiben in der Kuppel zurück.

Wega-System: Tako Kakutas Gruppe wird von den Topsidern auf einen Mond Ferrols deportiert. Es kommt zu Spannungen, weil Anne Sloane glaubt, Kakuta habe sich grundlos geweigert, seine Gefährten per Teleportation in Sicherheit zu bringen. Im Gefangenenlager herrscht das Recht des Stärkeren. Topsidische Wachen lassen sich nicht blicken. Rod Nyssen fordert den Anführer einer Bande, die die Menschen ausplündern will, zu einem Kampf auf Leben und Tod heraus. Mit telekinetischer Unterstützung durch Sloane gewinnt er die Oberhand, wird aber im letzten Moment mit einer vergifteten Waffe verwundet und stirbt. Sloane gibt Kakuta auch hieran die Schuld. Immerhin haben die Menschen jetzt den Respekt der Ferronen gewonnen und werden in Ruhe gelassen. Schließlich gelingt die Flucht doch noch. Die Menschen verstecken sich in einem Transportcontainer. Bestimmungsort ist Pigell, der sechste Planet des Wega-Systems.

SREGAR-NAKUT: Sid González überlebt die Fehlteleportation und ist bald wieder auf dem Damm. Sue Mirafiore verkraftet die Transitionsschocks nicht, die mit dem Überlichtflug der SREGAR-NAKUT verbunden sind. Sie wird immer schwächer, bis feststeht, dass sie die nächste Transition nicht überleben wird. Skelir, der Sue als persönliches Besun betrachtet, holt Hilfe: Einen Humanoiden namens Fulkar. Auch er ist als Besun an Bord. Er ist Arzt und kann über die primitiven Behandlungsmethoden der Menschen nur den spitz zulaufenden Kopf schütteln. Er heilt das Mädchen mit Hilfe überlegener Technik und nimmt sich ihres verkrüppelten Armes an. Sid erkundet das Fantan-Schiff und entdeckt einige überlichtschnelle Beiboote. Eines davon soll zur Flucht genutzt werden und wird nach einem legendären Meisterdieb auf den Namen ARSENE LUPIN getauft. Sid holt Sue ab und ermöglicht es der ARSENE LUPIN, das Mutterschiff zu verlassen. Dieses hat allerdings seinen Bestimmungsort, den Planeten Myranmar, bereits erreicht. Dort gibt es eine riesige Raumstation und Unmengen von Raumschiffen, die die ARSENE LUPIN einkesseln.

Durch ihre beinahe gelungene Flucht haben die Menschen in den Augen der Fantan einen höheren Besun-Status errungen. Sie werden in ein mit Energieschirmen gesichertes Gefängnis gebracht, in dem sie einem Leidensgenossen begegnen. Sid und Sue spüren sofort, dass dieses etwa einen Meter große, bepelzte Wesen Parafähigkeiten besitzt. Das Wesen erinnert an eine Mischung aus Maus und Biber. Es spricht die Menschen freundlich in englischer Sprache an - es nennt sich Gucky, Retter des Universums...

Kommentar:

Der Coup ist gelungen! Wenngleich ich gehofft hatte, die Neo-Serie werde Gucky-frei bleiben. Ein Multimutant in Rhodans Diensten könnte sich als wahrer Spannungs-Killer erweisen. Aber wer weiß, vielleicht sind seine Parafähigkeiten ja nicht so ausgeprägt wie die des Original-Gucky. Wenn doch, muss man sich fragen, wie es den Fantan gelungen ist, ihn zu schnappen. Immer vorausgesetzt natürlich, dass er unfreiwillig in die Hände der Fantan geraten ist. Woher kann er übrigens Englisch? War er schon einmal auf der Erde oder hatte er Kontakt mit jemandem, der ihm diese Sprache beigebracht hat? Einen Translator scheint er nicht zu nutzen.

Fragen über Fragen. Es kommen gleich noch mehr. Weil sie sehr negativ klingen, sei vorab gesagt, dass mir der Roman durchaus gefallen hat, auch und gerade im Vergleich mit den letzten beiden Taschenheften, denn Marcs Stil gefällt mir. Er baut zahlreiche lustige Anspielungen ein (Ricola! Wer hat's erfunden? Die Arkoniden wohl nichtů), lässt ein bisschen Alltagstechnik des 21. Jahrhunderts einfließen (etwas weniger Zuckerberg-Lobpreisung wäre aber besser gewesen) und bemüht sich um tiefer gehende Charakterzeichnung. Ich muss aber gestehen, dass mich Anne Sloanes feindselige Haltung Tako Kakuta gegenüber nicht überzeugen konnte. Das kommt zu plötzlich, zumal gerade ihr klar sein müsste, dass der Teleporter gar nicht in der Lage gewesen wäre, seine Freunde in Sicherheit zu bringen. Wurde denn in den vergangenen Taschenheften nicht immer wieder betont, dass die Mutanten keine Supermenschen sind? Auch frage ich mich, wann Anne angefangen hat, sich in Rod Nyssen zu verlieben. Ich dachte, dass da eher etwas zwischen ihr und John Marshall geht? Mit Caroline Frank wird eine interessante neue Mutantin eingeführt, aber viel zu passend zur aktuellen Situation. Ohne sie wäre Rico niemals aufgestöbert worden. Wie praktisch, dass Caroline gerade jetzt aus dem Hut hervorgezaubert werden konnte, nicht wahr? Ihre Begabung gleicht übrigens Pete Moores Fähigkeit in Stephen Kings Roman Duddits - Dreamcatcher. Fulkars bissige Kommentare zur irdischen Medizin erinnern an Star Trek IV.

Die Arkoniden wissen nicht, was ein Torbogentransmitter ist. In der Originalserie handelt es sich um lemurische Technik, also um Hinterlassenschaften eines Volkes, das einst auf der Erde gelebt und weite Teile der Milchstraße besiedelt hat. Das lemurische Sternenreich ist vor ca. 50.000 Jahren von Invasoren zerschlagen worden. Aus Überresten des Reiches fern der Erde haben sich die Arkoniden entwickelt. Die Menschen sind Nachkommen von Lemurern, die einen verheerenden Angriff der Invasoren auf die Erde überlebt haben. Die Ferronen gehören ebenfalls zu den Nachkommen der Lemurer. Wahrscheinlich ist das in der Neo-Serie genauso. Die Verwandtschaft wäre die Erklärung für die erstaunlichen anatomischen Übereinstimmungen der genannten Völker. Hat Atlan (wer sonst sollte wohl Ricos Herr sein?) den Transmitter in der Tiefsee gefunden oder ist womöglich die ganze Kuppel lemurischen Ursprungs? Wir erinnern uns: Rico selbst ist das Produkt einer Technik, die der arkonidischen überlegen ist. Auf welches Ziel mag der Transmitter programmiert sein? Ich tippe auf das Wega-System.

Jetzt aber zu den Fragen. Zunächst mal ein paar Kleinigkeiten, die ich nicht näher ausführe: Woher weiß Bull, wie man Fantan-Raumschiffe steuert? Warum kann Quiniu einen Torbogentransmitter bedienen, obwohl diese Technik den Arkoniden völlig unbekannt ist? Seit wann ist Mercant Geheimdienstchef? Spricht Darja in topsidischer Sprache mit den Topsidern? Wann hat sie das gelernt? Wieso können Mercant und seinesgleichen nach Belieben schalten und walten, wenn doch alle möglichen Nationen Terrania-feindlich eingestellt sind und obendrein angeblich überall auf der Erde Unruhen ausgebrochen sind? Wie konnten also die U-Boote per Hubschrauber von China nach Portugal transportiert werden? Wo haben die Hubschrauber aufgetankt? Wer hat ihnen erlaubt, in den Luftraum der verschiedenen Länder entlang des Weges einzudringen? Wenn es niemand erlaubt hat, warum wurden sie dann nicht abgefangen? Warum darf He Jian-Dong den U-Boot-Einsatz leiten? Hat der gute Mann sich nicht gerade erst als gefährlicher Verräter entpuppt? Hat er nicht zu jenen gehört, die Terrania verlassen haben, oder irre ich mich da?

Auf zwei Punkte will ich etwas näher eingehen.

1. Die chinesisch-arkonidische Hybridtechnik.

Normalerweise machen mir Technik-Bugs in PR-Romanen nicht so viel aus. Ich habe keinen Taschenrechner und keine Datenblätter oder die Perrypedia dabei, wenn ich die Romane lese, so dass es mir meistens gar nicht auffällt, wenn die Autoren bei Geschwindigkeits-, Entfernungs- und Zeitangaben oder anderen "technischen" Details daneben liegen. Aber in sich schlüssig sollte das Ganze schon bleiben. Tja, und wenn die Terranische Union im August 2036 plötzlich über eine unbekannte Anzahl von Energiestrahlern, vier Supercopter und fünf U-Boote verfügt, wobei letztere Neukonstruktionen sind, zu deren Bau Arkonstahl verwendet wurde, dann frage ich mich doch, wie das möglich sein soll. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die NASA über Werkstoffe verfügt, die der Menschheit noch gar nicht bekannt sein dürften (vgl. PR Neo 7 und 8), d.h. dass womöglich schon seit längerer Zeit mit Arkonstahl gearbeitet wird, und selbst wenn die Baupläne für die U-Boote bereits fertig waren, so ist die kurze Bauzeit - es können nur wenige Wochen gewesen sein - doch extrem unglaubwürdig, um es mal vorsichtig auszudrücken. Terrania muss mit Klappspaten aus den Beständen der chinesischen Armee aufgebaut werden, weil die arkonidischen Roboter mangels Wartung ausfallen, und gleichzeitig werden gleich fünf Hochleistungs-U-Boote und Dutzende Strahlwaffen mit chinesisch-arkonidischer Hybridtechnik konstruiert? Wo haben die Terraner die hierfür benötigte umfassende industrielle Infrastruktur versteckt? Das passt doch alles nicht zusammen.

2. Ricos Dummheit.

Bernhard Franks Pod - also ein Erzeugnis irdischer Primitivtechnik - ist schlau genug, Herrn Frank entgegen seiner Programmierung wegen eines Verkehrsstaus früher zu wecken, aber die arkonidische Kontrollpositronik in der Tiefseekuppel kann sich nicht über eine mündlich gegebene Anweisung Ricos hinwegsetzen, wenn die als harmlos bezeichneten Eindringlinge anfangen, wild in der Gegend herumzuballern? Gut, nehmen wir einfach mal als gegeben hin, dass irdische Technik eigenwilliger reagiert als arkonidische. Und dass Rico auf die Schnelle keine bessere Idee hatte, als einen leichtsinnigen Pauschal-Befehl zu erteilen. Aber warum zum Teufel ändert Rico den Befehl dann nicht? Warum tritt er den Menschen allein entgegen? Schließlich müssen irgendwelche Verteidigungsanlagen in die Kuppel eingebaut sein, sonst hätte die Positronik nicht angedroht, Quiniu zu eliminieren. Dann erkennt Rico nicht, dass die Menschen keineswegs nur normale Sturmgewehre dabeihaben - warum nicht? Lassen sich die Energiemagazine der Strahlwaffen nicht orten? Die Rechnung für diese unglaubliche Dummheit wird prompt präsentiert. Rico ist mal wieder Schrott, und die Terraner sind im Besitz der Tiefseekuppel. Sollte sich die Positronik nicht doch noch zu Abwehrmaßnahmen hinreißen lassen, so dürften die Terraner jetzt über einen unermesslichen Fundus an Supertechnik verfügen. Mal sehen, wie lange es dauert, bis die wieder verloren geht. Wäre ja nicht das erste Mal.

J. Kreis, 05.03.2012


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Gastkommentare

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Gastkommentar von Claus (17.03.2012):

Hallo Leute,

ich selbst bin kein Neo- Leser, daher gehe ich nur auf die Kommentare ein.
Die Haupt-Heftserie ist schon immer mit großen und vielen Logiklöchern versehen gewesen. In den frühen Jahrzehnten stärker als heute. Das fällt besonders auf, wenn man einen vergangenen Zyklus in kurzer Zeit durchliest oder aber möglicherweise auch, wenn die Story noch halbwegs in der Gegenwart spielt und nicht mit "ultrasuperhochfreqenter Hyperpsiallesistmöglichzauberstrahlung" hantiert, um unsinnige Handlungen zu erfinden bzw. zu erklären.

CLAUS


Gastkommentar von Joe (13.03.2012):

Um es kurz zu machen: Mir gefällt dieses Heft ganz und gar nicht!

Es ist über weite Strecken ganz launig geschrieben und am Schluss sogar spannend, aber es steht einfach erschreckend viel Unsinn und Quatsch drin. Einiges hat Hauptkommentator JK schon erwähnt, wenngleich ich ihm nicht bei allem zustimmen würde. Dass z.B. Sloane und Kakuta nicht grade ziemlich beste Freunde sind, hat sich ja schon im letzten Band abgezeichnet, in dem Kakuta sie recht übel behandelt hat. Jetzt zahlt sie es ihm halt heim. Aber eine ganz schöne Zicke ist sie doch. Überhaupt scheinen die Mutanten beinahe durch die Bank komplette Unsympathen zu sein. Außer vielleicht Sengu, Tschubai und die Neue. Über die drei weiß man noch nicht genug.

Auch die anderen Kommentare weisen auf teils sehr ärgerliche Unstimmigkeiten hin, aber es gibt noch weitere. Nur die zwei wichtigsten: Rico und die Arkonidin blubbern sich den ganzen Weg durch die Ozeane der Erde? So ein Blödsinn! Seit wann kann denn der Aufklärer nicht mehr fliegen? Nachdem überall Fantans herumgondeln, hätte sie schon keiner abgeschossen. Und gegen Ende der Geschichte tauchen Stellen auf, über die MAH hopplahopp hinweggeht oder die er lose in der Luft hängen lässt, wohl weil ihm der Platz fehlt. Zum Beispiel: Kröte Sid hat Sue in der Krankenstation wiedergefunden - das wäre doch noch ein eigenes Kapitel gewesen. Oder: Was hat Morosowa da mit dem Topsider besprochen? Es wird mit keinem Wort weiter darauf eingegangen! Wenn es unwichtig gewesen war, hätte man die ganze Szene streichen können. Leider fällt mir ein derartig erratisches Erzählverhalten bei MAH nicht zum ersten Mal auf.

Ein paar eher zusammenhanglose Kurzanmerkungen:
- Freyt tot, Baturin tot, Nyssen tot - Neo hat einen ganz ordentlichen Figurenverschleiß!
- Schon der zweite Hinweis, dass Arkonstahl (oder jedenfalls arkonidisches Metallplastik) weich und flexibel ist. Weiß ja nicht, ob mir das wirklich gefällt.
- Funken werden bislang nur im Zusammenhang mit der Kröte Sid beschrieben. Sind die übrigen Mutanten (und speziell die Teleporter) von einer anderen Sorte? Ist Sid womöglich ein Liebling von ES? Der Himmel bewahre uns!

Zum Schluss noch ein größerer Punkt, der mich schon seit einiger Zeit nervt: Von Heft zu Heft wird es deutlicher, dass die Erzählweise ohne Zeitsprünge zu enormen Problemen führt. Die Hubschrauber und U-Boote, die diesmal aus dem Hut gezaubert werden, sind wirklich nachgerade lächerlich. Hat mal jemand nachgerechnet, wieviel Zeit vergangen ist, seit die STARDUST startete? Ungefähr anderthalb Monate. Und seit dem Ende von Band 8 (vorher war ja wohl nicht im Ernst an irgendeine Art von Produktion zu denken) sind es grade zwei Wochen. Die provisorischen Kombistrahler lasse ich ja grade noch mal durchgehen, aber wer kommt mitten in der Gobi auf die hirnrissige Idee, als erstes U-Boote zu bauen? Also wirklich! Habt ihr sie noch alle? Und dann die hier bereits hinterfragte geopolitische Situation: Was ist denn nun? Ist Terrania auf einmal quasi anerkannt? Wann ist das geschehen? Wer hat da mit wem verhandelt? Was ist mit der chinesischen Regierung? Mann, Mann, Mann, wer immer diese ersten beiden Staffeln einmal zu stimmigen und widerspruchsfreien Taschenbuchversionen verarbeiten muss, hat mein herzlichstes Beileid!

Alles in allem muss ich Enno zustimmen: Es sieht inzwischen wirklich fast so aus, als habe sich FB bzw. die Redaktion mit diesem Projekt kräftig verhoben. :-(


Gastkommentar von Enno (13.03.2012):

Ich fürchte, die Redaktion hat sich mit ihren ambitionierten (und aus meiner Sicht begrüßenswerten) Plänen, einen ganz neuen Ansatz für diesen Relaunch zu schaffen, deutlich verhoben.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich lese die Romane der NEO-Serie nach wie vor gern, fürchte mich jedoch von Band zu Band mehr vor riesigen Logik-Löchern, in die der ganze Lesespaß plumpsen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden könnte.

Ich habe z.B. schon zum Ende der ersten Staffel kritisch in der Redaktion angemerkt, dass ich den Action-lastigen Abschluss des Kampfes gegen Clifford Monterny deshalb blöd fand, weil niemand auf die Idee gekommen ist, Crest mittels Traktorstrahl aus dem Supreme Court zu entführen und auch nicht, Monterny und seine Spießgesellen im Showdown per Paralysator schlafen zu legen, um Crest risikolos befreien zu können.

Erklärung von Arndt Ellmer: Im Neoversum verfügen die Arkoniden nicht über Traktorstrahlen oder Betäubungswaffen auf Strahlerbasis. Aha, dachte ich, aber Thora ist schon mal auf einer dem Traktorstrahl stark ähnelnden Energie"rampe" aus einem Raumschiff auf den Boden geschwebt. Und die Fantan-Leute betäuben in Indien aufgebrachte Anwohner per - richtig! - Paralysator. Aber die Arkoniden haben so was nicht?

Nachgehakt bei Arndt Ellmer schrieb er zurück: Zumindest nicht vor 10.000 Jahren, also als die TOSOMA IX gebaut wurde.

Soso...

Auch mir hat Band 12 richtig gut gefallen, was das Lesevergnügen anging. Nachdenken darüber, ob das, was im Roman kredenzt wurde, auch in sich stimmig ist, darf ich aber nicht, sonst könnte es passieren, dass ich Band 13 im Regal stehen lasse.

Wahrscheinlicher ist zwar, dass ich, weil ich einfach nicht glauben will, dass das Konzept derart löcherig weiter gesponnen wird, noch mindestens bis zum Ende der zweiten Staffel "dabei" bleiben werde, aber schön ist das momentan nicht.

Wo ist eigentlich der NEO-Rainer Castor, wenn man ihn braucht???


Gastkommentar von Michael (07.03.2012):

Auf einen Punkt möchte ich gerne näher eingehen. Im ersten Zyklus wurde quasi in jedem Band eindringlich auf das Verhältnis zwischen Perry Rhodan/Arkoniden/Terrania und den Rest der Welt hingewiesen. Dieses Verhältnis war geprägt von Angst, Misstrauen, Neid, Intrigen und vor allem Gewalt. Außerdem habe ich nicht vergessen, dass Thora Bauwerke der Erde verwüstet hat, u.a. den Eiffelturm. Auch ist mir nicht ganz klar, wieso die chinesische Führung ihren Anspruch auf das Gebiet in der Gobi so einfach aufgibt (zwar gelang es Bai Jun, die chinesische Führung für einen Zeitraum festzusetzen und die chinesische Regierung als abgesetzt zu proklamieren, doch diese Aussage interpretiere ich eher als "Abgesetzt für das Gebiet, auf dem sich Terrania befindet" als für den gesamten chinesischen Staatsapparat). Vergleichbar angespannt verhält es sich mit der Beziehung zwischen Terrania und den USA.

Worauf ich hinaus will: Es gibt zu dieser ganzen Thematik überhaupt keine neuen Informationen. Soll ich mir das jetzt so vorstellen, dass alles eitel Sonnenschein ist in der Beziehung zwischen Terrania und dem Rest der Welt? Wo bleiben die Verhandlungen mit den Chinesen über das Gebiet, auf dem sich Terrania befindet? Was ist mit Wiedergutmachungen für die zerstörten Bauwerke? Was wird getan auf diplomatischer Ebene? Welche Schritte werden unternommen, damit die Terranische Union in der Völkergemeinschaft akzeptiert wird? Was ist mit Infiltration von Agenten in die Bevölkerung Terranias? Wie reagieren die Medien in der Zwischenzeit, was sagt der Mensch auf der Straße?

Das ist mir alles zu einfach gestrickt. Der Schwerpunkt der Handlungsebenen scheint im zweiten Zyklus auf "Weltraumabenteuer" zu liegen. Schön wäre aber eine Handlungsebene, die obigen Komplex wenigstens ansatzweise beleuchtet.



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