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Perry Rhodan Neo Nr. 11: Schlacht um Ferrol

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Ras Tschubai und Tako Kakuta bringen ihre Freunde per Teleportation aus der über Ferrol abstürzenden GOOD HOPE in Sicherheit. Nur für Thora reichen die Zeit und die Kraft der Teleporter nicht - sie versucht, den Kugelraumer notzulanden. Die Terraner werden bei der Evakuierung getrennt. Perry Rhodan, Ras Tschubai, Wuriu Sengu, Alexander Baturin und Chaktor bilden eine Gruppe, Tako Kakuta, Anne Sloane, Conrad Deringhouse, Rod Nyssen und Darja Morosowa die andere.

Deringhouse erleidet eine lebensgefährliche Halsverletzung. Anne Sloane hält die Wundränder telekinetisch zusammen, doch es ist klar, dass der Verletzte ohne baldige ärztliche Behandlung sterben wird. Kakuta kontaktiert eine ferronische Bergsteigergruppe. Die zunächst feindselige Haltung der Ferronen (die gelähmte Fajon und deren Ehemänner) schlägt in Ehrfurcht um, als sie erkennen, dass Kakuta ein "Lichtbringer" ist. Die Ferronen besitzen ein Fluggerät, mit dem die Gruppe zum Gesundhaus des Meisterbrechers Hom-aut transportiert wird. Der Arzt ist ein Freund Fajons und beginnt sofort mit der Versorgung Deringhouses. Die verblüffenden Übereinstimmungen der terranischen und ferronischen Anatomie machen ihm die Sache leicht. Doch dann wird das Gebäude von Topsidern attackiert. Nur dem Eingreifen des hochrangigen topsidischen Offiziers Trker-Hon ist es zu verdanken, dass die kampfeswütigen Echsenwesen nicht alle Humanoiden niedermetzeln. Trker-Hon erinnert seine Soldaten daran, dass das Leben geschützt werden muss, was auch die Schonung von Feinden einbezieht. Somit geraten die Terraner in Kriegsgefangenschaft.

Rhodans Gruppe muss sich im sumpfigen Dschungel durchschlagen. Dort leben die Warani: Ferronen, die zur Natur zurückkehren wollen und Technik ablehnen. Ein Sumpf-Ferrone namens Menet führt die Gruppe zur planetaren Hauptstadt. Unterwegs werden die aussichtslosen Kämpfe der ferronischen Verteidiger gegen die mit rücksichtsloser Brutalität vorgehenden Topsider beobachtet. Rhodan setzt die Kräfte seiner Mutanten ein, um eine Flüchtlingsgruppe vor den Echsenwesen zu schützen. Schließlich kann Kontakt mit dem ferronischen Militär hergestellt werden. Die Offizierin Scahles erklärt sich bereit, Rhodan nach Thorta zu bringen. In einer Vorstadt gerät die Gruppe mitten in die Kampfhandlungen hinein. Scahles opfert sich, um Rhodan das Weiterkommen zu ermöglichen. Baturin, der Rhodan nicht mehr vertraut, dreht durch und setzt sich ab. Menet folgt ihm, um ihn zu schützen. Rhodan muss weiter. Er erfährt somit nicht, dass der Kosmonaut und der Sumpf-Ferrone von den Topsidern gefangen genommen und ermordet werden. Trker-Hon kommt zu spät, um dies zu verhindern. Er interessiert sich besonders für die nicht-ferronischen Humanoiden. Ein Albino dieser Art wurde bereits im Gebirge gefangen genommen.

Homer G. Adams, Julian Tifflor, Mildred Orsons und Timothy Harnahan führen in Terrania ein Theaterstück auf, um die Fantan auf sich aufmerksam zu machen. Adams ahnt, dass das "Besun", nach dem die Außerirdischen suchen, nicht unbedingt etwas von materiellem Wert sein muss. Tatsächlich interessiert sich der Fantan Sheperk für die Aufführung und nimmt Adams mit, als dieser verspricht, mehr Besun dieser Art zu beschaffen. Im Gegenzug soll Sheperk dem Terraner Einzelheiten der Fantan-Technik erläutern. Adams führt den Fantan zu verschiedenen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, nimmt ihn zu kulturellen Veranstaltungen mit und gewährt ihm Einblicke in intime Details des menschlichen Lebens. Sheperk lässt zu, dass Adams einige technische Daten auf seinem Pod speichert und nimmt ihn mit zur Venus, wo er ihm demonstriert, wie man eine lebensfeindliche Umgebung umwandeln kann. Er überreicht Adams einen Datenträger mit Informationen, die es den Menschen ermöglichen sollen, die drohende Klimakatastrophe auf der Erde aufzuhalten. Danach landet er in der Nähe von Terrania. Aus Hass und Angst bringen die Menschen ihn um. Adams erfährt, dass Sheperk todkrank war und es so wollte.

Kommentar:

Akzeptieren wir einfach, dass Rhodan plötzlich weiß, wer das arkonidische Schlachtschiff lenkt (dass es angreift, bedeutet ja nicht automatisch, dass Topsider drin sitzen - es könnten auch Leute sein, die den Alleingang Crests und Thoras mit der AETRON ahnden wollen). Sehen wir darüber hinweg, dass Rhodan wie in fast allen Neo-Romanen fast schon zur Witzfigur degeneriert; diesmal wird er kurzerhand von Ras Tschubai niedergeschlagen, als er es wagt, Befehle zu erteilen. Wer kann es dem Teleporter verdenken? Ignorieren wir, dass es den Teleportern bei der Evakuierung der GOOD HOPE problemlos gelingt, immer wieder in das mit hoher Geschwindigkeit abstürzende Schiff zurückzuspringen, aber nicht, alle Gefährten an einem einzigen Punkt abzusetzen. Vergessen wir mal, dass die Jungs und Mädels plötzlich allesamt Translatoren besitzen. Tolerieren wir, dass erneut jegliche Technik vernichtet wird oder sonst wie verloren geht - warum man mit einem Schutzanzug ein Ortungsproblem haben sollte, solange man weder den Energieschirm noch den Hyperfunk aktiviert, erschließt sich mir nicht. Oder warum die Anzüge in einem Schlammloch (dort werden sie von Chaktor versteckt) schlechter zu orten sein sollten als am Körper eines Menschen. Zu "guter" Letzt wollen wir auch noch hinnehmen, dass die ach so edelmütigen Bewohner Terranias einen Lynchmob bilden und Sheperk ermorden.

Das sind ganz schön viele bittere Pillen, die ich diesmal schlucken musste. Wurde mir das wenigstens durch eine spannende Geschichte versüßt? Eher nicht. Rhodan und seine Begleiter stolpern planlos durch die Gegend und erleben das gefühlt millionste langatmige Dschungelabenteuer des Perryversums, komplett mit grausamen und natürlich hässlichen Echsenwesen, die so böse sind, dass man sie bedenkenlos bekämpfen kann, edlen Wilden (zurück-zur-Natur-Ferronen) und hilflosen, brutal dahingeschlachteten Zivilisten. Zugegeben: Man erfährt einiges über die gar nicht so uninteressante ferronische Kultur - wenn auch nicht, was es mit dem Glauben an die Lichtbringer auf sich hat. Und immerhin bemüht sich Thurner, den Topsidern wenigstens einen Hauch von Ambivalenz zu verleihen. Mit ihren Maximen ("schützt das Leben!") kann es aber nicht allzu weit her sein, wenn diese von den meisten Soldaten ignoriert werden. Stellt sich die Frage: Wie passt die Invasion Ferrols zu den topsidischen Glaubensgrundsätzen? Haben die Ferronen vielleicht gegen diese Maximen verstoßen und etwas angestellt, das alle Grausamkeiten der Topsider rechtfertigt? Hat sich Rhodan etwa auf die falsche Seite geschlagen?

Die Adams-Handlungsebene hat einzelne starke Momente, aber auch einen pathetisch-melodramatischen Tiefpunkt: Die bereits erwähnte Sache mit dem Lynchmob, der Sheperk zum "Selbstmord" verhilft. Au weia. Jedenfalls haben sich die Terraner wohl einiges an technischem Know-how unter den Nagel gerissen. Sie können jetzt als Weltretter auftreten und den Klimakollaps abwenden. Es wäre höchste Zeit, dass auf der Erde mal Ruhe einkehrt - was dort zurzeit wirklich geschieht, warum niemand mehr aktiv gegen Terrania vorgeht usw., wurde in den letzten drei Romanen ja fast vollständig ausgeblendet.

In diesem Roman werden übrigens Gebilde aus Stein erwähnt, die keinen Schatten werfen. Sind damit etwa die Cynos im Neoversum angekommen? Vor denen ist man anscheinend nirgendwo sicher...

Ich muss leider sagen, dass mich die zweite Neo-Staffel nach einem hoffnungsvoll stimmenden Auftaktband bis jetzt nicht begeistern konnte. Die Romane von Montillon und Thurner sind okay - mehr aber auch nicht.

J. Kreis, 20.02.2012


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Gastkommentare

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Gastkommentar von Joe (26.02.2012):

Dieses Heft ist so SCHAUDERHAFT politisch korrekt, dass es kaum auszuhalten ist. Da wird die Invasion der Fantans durch Mozart im Zaum gehalten. Da ist die Heldin, die Deringhouse rettet, selbstverständlich eine Rollifahrerin. Und sie betreibt Vielmännerei. Da werden die Kranken in einem "Gesundenhaus" gepflegt, in dem die Gesunden den Kranken, ja, was eigentlich? Erbauliche Geschichten erzählen? Weisheit im Familienpack verströmen? Herrjeh! Zu allem Überfluss sind die Topsider auch noch Gutechsen mit einer Dritten "Sozialen" Direktive - bestimmt werden sie nur durch hohe Moral und Ethik zu ihrem Vorgehen gezwungen.

Und schließlich wird Toleranz natürlich immer nur von der bösen fortgeschrittenen Kultur erwartet, die "edlen Wilden" dagegen dürfen sich benehmen wie die Wutz im Wald. Selber verbieten sie das Betreten ihres Territoriums, aber einer der Ihren kann selbstverständlich beschließen, das Territorium der Anderen zu betreten, ohne irgendjemanden zu fragen. Und sie haben noch nicht einmal den grundlegenden Anstand, einem offensichtlich Erkrankten (Sengu) die notwendigste Hilfe zukommen zu lassen. Mal im Ernst: Wie mich das alles ankotzt!

Ich weiß durchaus zu schätzen, dass uns die Ferronen und ihre Kultur intensiver vorgestellt werden. Mich freut, dass die Hauptfiguren Tiefe gewinnen - in diesem Roman unter anderem Kakuta. Auch finde ich es schön, dass Teile des Romans durchaus spannend sind. Aber das führt eben auch dazu, dass die Kritik weniger durchgehen lässt:
1) In unmittelbarer Nähe der planetaren Hauptstadt gibt es weitgehend unbesiedelte Gebiete? Wenn ich mir wichtige Hauptstädte der Erde anschaue, so findet sich dort in keinem Fall eine ähnliche Konstellation. Gut, die Ferronen sind anders, aber plausibel wird das dadurch dennoch nicht.
2) Sloane gelingt es in stundenlanger, eher sogar tagelanger Konzentration, Deringhouses Halsschlagader abzudichten? Könnt ihr eurer Oma erzählen. Widerspricht auch allem, was wir bisher über die energiefressenden Begabungen der Mutanten gehört haben.
3) Mal ein paar Worte zu dieser Besun-Geschichte: Die dahinterstehende Ökonomie erschließt sich mir nämlich immer noch nicht. Der Betrieb eines Raumschiffes ist bekanntlich schweineteuer. Man kann nicht einfach damit durch die Gegend gondeln und Mistgabeln oder Klohäuschen einsammeln. Außer man kann das Zeug zu Hause an andere Verrückte gewinnbringend verkaufen. Davon war aber bislang niemals auch nur ansatzweise die Rede - und es widerspräche auch der Bereitwilligkeit, mit der Sheperk sich auf flüchtiges, nicht mitnahmefähiges Besun einlässt. Da haben die Autoren noch einiges zu erklären, wenn das Besun nicht in schlechter Erinnerung bleiben soll.
4) Wirklich widerlich ist dann aber die Szene mit dem Straßenmob, der Sheperk umbringt. Nicht die Existenz des Mobs an sich. So sind die Menschen eben. Das sehen wir ja, wenn die Medien alle naslang eine neue Hetzjagd zur Erheiterung des Publikums veranstalten. Nein, verachtenswert ist allerdings, wenn man dabei insinuiert, ein solcher Mob habe auch sein Gutes, denn "Sheperk wollte es ja".

Fazit: Sorry, aber einen solchen Schmonzes bitte nicht allzuoft wiederholen! Die zweite Staffel läuft inhaltlich tatsächlich nicht besonders gut an - wie ich es ja vor einiger Zeit an dieser Stelle befürchtet hatte ...



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