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Perry Rhodan Neo Nr. 10: Im Licht der Wega

Autor: Christian Montillon

Inhalt

Rico ist zwar beschädigt, aber nicht funktionsunfähig. Seine Selbstreparaturmechanismen nehmen ihre Tätigkeit auf, während er noch in dem Versteck liegt, in dem er nach dem Diebstahl abgelegt wurde. Der Roboter verwertet die Biomasse verschiedener Tiere, die ihm zu nahe kommen. Von einem dieser Tiere lässt er sich in die Wüste hinaustragen. Nach und nach nimmt Rico die Gestalt eines Erdenmenschen an. Seine Erinnerungen bleiben jedoch unvollständig. Er fühlt sich zum Ozean hingezogen, kennt aber nicht den Grund dafür. Er weiß nur, dass er jemandem verpflichtet ist. Ein Trucker nimmt ihn mit, erweist sich aber als weniger freundlich als gedacht. Der Mann ist Mitglied einer Bande, die Rico (der sich als einer der Bewohner Terranias ausgegeben hat) an den chinesischen Geheimdienst verkaufen will. Rico besitzt zwar überlegene Körperkräfte, doch seine Gegner sind ihm zahlenmäßig überlegen. In letzter Minute wird Rico von einer Unbekannten befreit, die sich "Queen" nennt und ihn mitnimmt. Die beiden treffen am 31. Juli 2036 an der Küste ein. Rico begreift, dass sein Ziel unter Wasser liegen muss. Queen offenbart ihm, dass sie ihn durchschaut hat, und dass sie Arkonidin ist. Sie bietet ihm an, seine Sehnsucht zu erfüllen, wenn er ihr ihm Gegenzug hilft, die Sterne zu erreichen.

Der Überlichtflug der GOOD HOPE endet im Wega-System. Nicht alle Besatzungsmitglieder verkraften die mit starken Schmerzen verbundene Transition gleich gut; vor allem die Mutanten leiden. Man beobachtet, wie hunderte Raumschiffe im Wega-System materialisieren. Es handelt sich um Kampfschiffe der echsenartigen Topsider, die sofort zum Angriff übergehen. Die zweite Angriffswelle schneidet der GOOD HOPE den Fluchtweg ab. Die Bewohner des Systems, die Ferronen (Humanoide mit blauer Haut), verteidigen sich verzweifelt, haben den Topsidern jedoch nur vergleichsweise schwach bewaffnete Schiffe entgegenzusetzen. Diese werden reihenweise abgeschossen. Thora braucht weitere Informationen, bevor sie zum Handeln bereit ist. Sie analysiert das Kampfgeschehen, während Rhodan und einige Begleiter den Ferronen Chaktor aus einer Rettungskapsel bergen. Die Verständigung wird durch einen Translator ermöglicht, der die selbst Thora unbekannte Sprache automatisch übersetzt. Chaktor hält die Menschen von der GOOD HOPE für die Retter seines Volkes - für jene, "die das Licht bringen". Rhodan fürchtet, den Mann enttäuschen zu müssen, doch Thora hat inzwischen ermittelt, dass selbst die uralte, angeschlagene GOOD HOPE den Topsiderschiffen weit überlegen ist. Rhodan befiehlt den Angriff. Thora soll die feindlichen Schiffe aber nur manövrierunfähig schießen. Der Plan geht auf, doch dann erscheint ein 800 Meter durchmessendes arkonidisches Schlachtschiff. Thora ist begeistert, aber Rhodan hat zu Recht Bedenken. Das Schlachtschiff reagiert auf keinen Funkruf und beschießt die fliehende GOOD HOPE. Das Schiff wird schwer getroffen und stürzt über dem achten Planeten ab.

Reginald Bull tritt den Außerirdischen gegenüber, die das bei Terrania gelandete spindelförmige Raumschiff verlassen. Es handelt sich um einen ausgemusterten arkonidischen Frachter, dem die neuen Besitzer den Namen SREGAR-NAKUT gegeben haben. Das Schiff gehört den Fantan-Leuten, bis zu zwei Meter großen stabförmigen Wesen mit sechs Tentakelarmen und -beinen. Der Lebenszweck der Fantan besteht im Sammeln von "Besun". Durch den Einsatz von Translatoren funktioniert die Verständigung zwischen Menschen und Fantan problemlos, der Begriff "Besun" kann jedoch nicht übersetzt werden. Bull, Eric Manoli, Sid González und Sue Mirafiore werden in das Fantan-Schiff eingeladen. Als sie einen Raum betreten, in dem die verschiedensten Gegenstände ausgestellt werden, und als sich herausstellt, dass sie diesen Raum nicht wieder verlassen können, wird den Menschen allmählich klar, was mit "Besun" gemeint ist: Die Fantan haben die Erde aufgesucht, um dort alle möglichen Objekte (oder Lebewesen) einzusammeln, die ihnen wertvoll erscheinen - Bull und seine Begleiter sind ebenfalls "Besun"! Ein Fantan namens Skelir interessiert sich besonders für Sue, denn er hat vor einiger Zeit bei der Besun-Jagd zwei Gliedmaßen verloren. In Sue, die einen verkrüppelten Arm hat, sieht er eine Leidensgenossin.

Mehrere Beiboote verlassen das Mutterschiff und schwärmen aus, um Beute zu machen. Eines ihrer Ziele ist Indien. Mit einem modernen Helikopter, der ihnen von der freundlich eingestellten Regierung Deutschlands zur Verfügung gestellt worden ist, fliegen Allan D. Mercant und John Marshall nach Indien. Sie sprechen mit Ministerpräsidentin Chitra Singh, um eine Eskalation zu vermeiden. Singh verzichtet darauf, die Fantan-Beiboote abzuschießen. Man beobachtet, wie ein Außerirdischer bei einem beliebten Touristenziel landet und dort unter anderem ein Toilettenhäuschen entwendet, das er zum Mutterschiff transportiert. Auch die anderen Besun-Jäger bringen allen möglichen Krimskrams zur SREGAR-NAKUT. Plötzlich wird dort Alarm gegeben. Ein zweites, erheblich größeres Fantan-Schiff nähert sich. Die SREGAR-NAKUT startet mit aktiviertem Energieschutzschirm. Sid versucht dennoch per Teleportation zu fliehen. Er kann den Schirm nicht durchdringen und wird zurückgeworfen. Durch die von ihm selbst erzeugten Funken erleidet er Verbrennungen.

Kommentar:

Möge Sid in seinen eigenen Funken verbrennen! Der Typ nervt, sobald er nur erwähnt wird. Dann würden uns solch unsägliche Kapitel erspart werden wie die, in denen Christian Montillon in Sids Perspektive umblendet und deshalb eine peinliche, aufgesetzt wirkende Kiddie-Sprache verwendet. Als grenzwertig habe ich auch die Schilderung der Raumschlacht im Wega-System empfunden. Die gegnerischen Flotten bewegen sich so, wie man es sich allenfalls bei Wasserfahrzeugen vorstellen könnte. Außerdem sollte sich Montillon dringend einen fähigen Korrekturleser zulegen. Selbst mir, der ich in Sachen Rechtschreibung nicht wirklich sattelfest bin, sind alle paar Seiten diverse Fehler in die Augen gesprungen.

Abgesehen davon fand ich die Story ganz unterhaltsam. Lustige Elemente wie die kleptomanischen Fantan-Leute, die ganz eigene Vorstellungen vom Wert ihrer Beute haben und unangenehme Aufgaben mit einer Art Roulette verteilen, sind ebenso vorhanden wie weitere Andeutungen, die auf interessante zukünftige Ereignisse schließen lassen. Die Fantan-Leute entsprechen netterweise so gar nicht dem Klischee der bösen eroberungswütigen Aliens. Es wäre aber schön gewesen, wenn wenigstens die Gründe für ihre Sammelwut genannt worden wären. Bis jetzt kommen mir ihre Beutezüge reichlich unmotiviert vor. Habe mich auch noch nicht entscheiden können, ob ich die Sache mit dem Dixi-Klo witzig oder einfach nur albern finden soll.

Es kann jetzt kein Zweifel mehr daran bestehen, dass Quiniu auf der Erde unterwegs ist, und dass sich Rico zu Atlan hingezogen fühlt, der vermutlich in seiner Tiefseekuppel schläft. Ich bin wirklich gespannt auf den alten Arkonidenhäuptling - er könnte zu einem echten Highlight der Neo-Serie werden. Fragt sich nur, wer Rico wirklich erbaut hat. Der Roboter soll modernen Erzeugnissen arkonidischer Technik angeblich weit überlegen sein. Ich vermute deshalb immer noch, dass er irgendwas mit der Superintelligenz ES zu tun haben könnte. Oder gibt es vielleicht in der Neo-Serie gar keinen Atlan - und Rico selbst ist der Bewohner der Tiefseekuppel? Aber wem fühlt er sich dann verpflichtet?

Rhodan erweist sich wieder einmal als Zauderer, entscheidet sich dann aber wenigstens dafür, den Angriffsbefehl zu geben. Ob diese Entscheidung richtig oder falsch war, mag dahingestellt bleiben. Thora dagegen handelt logisch und pragmatisch: Erst mal in Ruhe zuschauen und analysieren und nur dann zuschlagen, wenn man sicher sein kann, dass man gewinnen wird. Warum kann Rhodan nicht so agieren? Übrigens überzeugt mich die Überlegenheit der GOOD HOPE nicht. Dieses uralte halbwracke Beiboot soll es mit Dutzenden riesigen Kampfschiffen gleichzeitig aufnehmen können? Na ja...

Natürlich kann man sich fragen, warum Rhodan es für nötig hält, sich persönlich an einem so riskanten Einsatz zu beteiligen, dabei aber nur auf eine eingeschränkte Palette von Mutanten zurückgreift. Es sind doch mehrere Telepathen verfügbar - warum nimmt er keinen einzigen mit? Die Antwort lautet wie immer: Weil die Antworten auf wichtige Fragen sonst zu schnell verfügbar wären. Zum Beispiel: Was meint Chaktor mit seinem Gefasel von "Lichtbringern"? Welche Absichten verfolgen die Topsider? Wer sind in diesem Kampf überhaupt die "Guten" und wer die "Bösen"? Aber ich will gar nicht meckern. Immerhin unternimmt Rhodan endlich mal etwas und sitzt nicht nur untätig unter der Käseglocke herum.

Insgesamt: Akzeptables Lesefutter ohne besondere Höhen und Tiefen. Nur der x-te Absturz-Cliffhanger hätte wirklich nicht sein müssen.

J. Kreis, 06.02.2012


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Gastkommentare

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Gastkommentar von Joe (09.02.2012):

Was soll ich nur wieder mit diesem Heft anfangen?

Insgesamt lässt die Wega-Staffel als solche zu wünschen übrig. Der erste Band hat mit der Wega gar nichts zu tun und dieser hier auch nicht allzuviel. Stattdessen geht es vor allem um die Fantans. Gefällt mir dieser Erzählstrang? Zu Beginn nicht. Nicht zuletzt wegen der Kröte Sid. Aber dann führt die Story in bierernster Absurdität zum Klo-Diebstahl, und sowas weiß ich durchaus zu schätzen.

Ärgerlich allerdings die vielen unlogischen Aspekte: Wieso tritt Crest überhaupt nicht in Erscheinung? Gewiss hätte er zu den Fantans ein Zwei-Minuten-Briefing liefern können, das Bulls Schiffserkundung obsolet gemacht hätte. Aber dann hätte es ja nichts zu Schreiben gegeben, gell?

Oder Thora: Wieso muss sie erst stundenlang auswerten, um zu wissen, dass die GOOD HOPE den Topsiderschiffen überlegen ist? Ohne dass ich einen einzigen Piraten am Horn von Afrika näher kenne, weiß ich doch auch, dass sie zwar recht gut bewaffnet sein mögen, solange es darum geht, Frachter zu entführen, dass sie aber keiner Fregatte der Bundesmarine widerstehen könnten. Und Thora soll nicht bekannt sein, was die Topsider können und nicht können?

Und das sind nur die beiden dicksten Brocken, es gibt noch einige kleinere. Ich will aber noch etwas anderes loswerden:

Das allgemeine Duzen fängt wieder an, und das finde ich schrecklich. Wohl ist es so, dass die Amtssprache Terranias Englisch sein dürfte, und das Englische kennt die distanzierte Höflichkeitsanrede nicht. Aber hier werden die Geschehnisse ja in Deutsch wiedergegeben, und dazu gehört auch eine glaubwürdige Regelung der Anrede. Dass beispielsweise Mutanten untereinander sich duzen, ist auch bei kurzer Bekanntschaft glaubhaft. Sie sind gewissermaßen Kollegen und stehen auf einer Hierarchieebene. Ähnliches gilt für Rhodan und Bull auf der einen und Deringhouse und Nyssen auf der anderen Seite. Aber Kakuta und Rhodan? Oder Morosowa und Rhodan? Nein! Allenfalls wäre etwas wie "Tako, würden Sie bitte..." denkbar.

Schade...



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