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Perry Rhodan Extra 8: Das Stardust-Attentat

PR Extra 8

Vorbemerkung

Dieses Sonderheft hat folgenden Inhalt:

Roman "Das Stardust-Attentat" von Frank Borsch mit umlaufendem Titelbild
CD mit Lesung der Novelle "Schattensignale von Ceres" (Autorin: Susan Schwartz, Sprecherin: Katharina Brenner)
Achtseitige Farbbeilage "Das Stardust-System" von Swen Papenbrock

Handlung des Romans:

Ungefähr zwei Monate sind vergangen, seit Timber F. Whistler auf Katarakt, einer der Welten des Stardust-Systems, das Volk der Rokinger entdeckt hat. Whistler hat die Zeit hauptsächlich mit der Jagd nach Howanetzen verbracht und gilt inzwischen als reichster Mann der Stardust-Menschheit. Sharud Thurbund, der mit Whistler befreundete junge Rokinger, ist zum ständigen Besatzungsmitglied der NEW GOOD HOPE geworden.

Die Vorbereitungen zur Wahl des Administrators, die am 18. Juni 1347 NGZ erfolgen soll, laufen auf vollen Touren. Interims-Administrator Sigurd Echnatom, der selbst nicht antreten wird, bemüht sich um die Teilnahme der Indochimi und der Rokinger an der Wahl. Er möchte alle Bewohner des Stardust-Systems zu einer Gemeinschaft zusammenschweißen. Zu diesem Zweck beruft er eine große Versammlung der Indochimi ein, die bereits in gutnachbarschaftlichem Verhältnis mit den Menschen leben. In Aaugen, einer Unterwasserstadt der Indochimi auf Zyx, spricht Echnatom mit Meister Lailavi, einem der Oberhäupter dieses im Ozean lebenden Volkes. Lailavi hat zwar wenig für das Prinzip der Demokratie übrig und hält die Menschen aufgrund ihrer beschränkten Sinne für rückständig (die Indochimi können über Hautrezeptoren selbst kleinste chemische Veränderungen des Wassers wahrnehmen und kommunizieren auch auf diese Weise), ist aber beeindruckt von Echnatoms Worten. Er stimmt der Teilnahme der Indochimi an der Wahl zu. Bei den Rokingern hat Echnatom keinen Erfolg: Die zeitgereisten Wesen wollen weiterhin unter sich bleiben. Sie interessieren sich nicht für die Vorgänge außerhalb ihres Gebirgsdorfes Thuinn-Sternbergen.

Viele Menschen würden Timber F. Whistler zum Administrator wählen. Er ist eine Art Volksheld, seit er die Auswanderung der Terraner ins Stardust-System ins Rollen gebracht hat, und wird überall bejubelt, wo er auftritt. Whistler kann sich jedoch nichts Erstrebenswerteres vorstellen, als weiterhin mit der NEW GOOD HOPE in den unerforschten Gebieten des Stardust-Systems nach Abenteuern zu suchen, und strebt kein öffentliches Amt an. Am 10. Mai 1347 NGZ wird Whistler von Telmach Istban angesprochen, einem Parteimitglied der Arbeitsgemeinschaft Lokaler Friede. Dieser informiert ihn über die derzeitigen politischen Verhältnisse. Demnach hat Rabea Furtok von der Partei Interstellare Achtung die größten Erfolgsaussichten bei der anstehenden Wahl. Furtok setzt auf militärische Stärke, schürt die latenten Ängste der Stardust-Menschheit und fordert den Aufbau einer Kriegsflotte. Dabei müssten die ohnehin knappen Ressourcen - vor allem an Hyperkristallen - zunächst einmal in den Aufbau einer funktionierenden Landwirtschaft gesteckt werden, denn im Augenblick leben die Menschen größtenteils von den mitgebrachten Vorräten. Und die werden nicht ewig reichen. Den Ausschlag gibt schließlich eine anonyme Drohung gegen Whistler. Damit wird sein Trotz geweckt, und so kandidiert er nun doch.

Ab dem 17. Mai unternimmt Whistler eine vierwöchige Wahlkampf-Rundreise. Er tritt stets dort auf, wo auch Furtok Reden schwingt, im Gegensatz zu ihr gibt er sich aber als volksnaher Mensch, dem Taten wichtiger sind als Worte. Sharud Thurbund, der rasant wächst, fungiert als Whistlers Leibwächter. Auf Aveda begegnet Whistler Echnatom, der den dortigen Auftritt Furtoks insgeheim beobachtet. Auf Echnatoms Rat hin sucht Whistler am 10. Juni die Indochimi auf. Furtok ist ihm zuvorgekommen und hat Meister Lailavi einen Kampfanzug samt Energiewaffe geschenkt. Whistler gewinnt Lailavis Achtung, als er ihm von seiner Vision eines friedlichen Miteinanders berichtet. Der Indochimi vernichtet daraufhin den Kampfanzug. Da erscheint ein Attentäter und erschießt Lailavi. Die Indochimi sind außer sich, das Ende der guten Beziehungen scheint gekommen. Es gibt Übergriffe, bei denen einzelne Siedler getötet werden. Whistler will um jeden Preis vermeiden, dass es zu einer gewaltsamen Unterdrückung der Indochimi kommt, und versucht selbst, den Mörder zu fangen. Es stellt sich heraus, dass der Täter ein ehemaliger Missionsspezialist der Liga-Flotte namens Marty Zeimand ist. Zeimand hatte sich eine kleine, unbewohnte Insel auf Zyx zu einem privaten Paradies eingerichtet, um dort Ruhe vor den Dämonen seiner Vergangenheit zu finden. Er hatte sich jedoch von den Indochimi bedroht gefühlt und einen tödlichen Hass gegen sie entwickelt. Er war der Meinung, die Indochimi seien Tiere, die ausgerottet werden müssten. Um Echnatoms Integrationsbemühungen zu hintertreiben, hatte er sich schon im April in Aaugen versteckt und nur auf eine günstige Gelegenheit für das Attentat gewartet.

Einige Tage nach dem Attentat präsentiert Whistler sich selbst als Köder für Zeimand. Der Mörder hält sich immer noch im Höhlenlabyrinth Aaugens versteckt, das inzwischen abgeriegelt wurde, so dass er es nicht verlassen kann. Whistler bewegt sich allein durch das Labyrinth und trägt einen Schutzanzug, dessen Energieschutzschirm deaktiviert ist. Er nimmt zu Recht an, dass Zeimand sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen wird, ihm den Anzug abzunehmen und mit dessen Kennung die Absperrungen des Labyrinths zu durchqueren. Zeimand tappt in die Falle, tötet sich aber selbst, als er keinen Ausweg mehr sieht. Einmal mehr muss Whistler auf seine Überzeugungskünste vertrauen. Er spricht am 15. Juni zu den Indochimi und macht ihnen klar, dass Zeimand ein einsamer, gequälter Mann war, der nur aus Angst vor den Indochimi zum Mörder geworden ist. Anhand des Beispiels Perry Rhodans wirbt Whistler um ein friedliches, von gegenseitigem Respekt getragenes Miteinander aller Völker des Stardust-Systems und geht selbst mit gutem Beispiel voran, indem er ohne Schutzanzug ins Wasser steigt. Die Indochimi sind beeindruckt, stellen alle Übergriffe ein und erheben Whistler zu einem ihrer Meister. Er muss einige körperliche Veränderungen über sich ergehen lassen: Die Indochimi pflanzen ihm Hautrezeptoren ein.

Am 18. Juni, dem Wahltag, räumt Sigurd Echnatom sein Büro und informiert sich über die ersten Ergebnisse. Rabea Furtok liegt knapp in Führung. Erwartungsgemäß beteiligen die Rokinger sich nicht an der Wahl. Die Stimmen der ca. 40 Millionen Indochimi bringen die Entscheidung, denn das gesamte Volk stimmt geschlossen für Whistler, der somit neuer Administrator der Stardust-Menschheit wird. Als erste Amtshandlung bietet er Sigurd Echnatom einen Posten in seinem Kabinett an. Echnatom, der schon mit dem Gedanken an ein freies Leben irgendwo im Stardust-System gespielt hat, nimmt das Angebot an und wird somit neuer Finanzminister.

Kommentar:

Schauplatz des Romans ist das Stardust-System, das in den PR-Heftromanen 2436 bis 2439 neu eingeführt wurde und auch schon als Bühne für PR-Extra 7 gedient hat.

Normalerweise mag ich "Friede-Freude-Eierkuchen-Geschichten" nicht, bei denen eine pathetische Rede (und in diesem Fall ist es geradezu eine Überdosis Pathos) ausreicht, um alle Probleme beizulegen, aber ich bin geneigt, diesmal eine Ausnahme zu machen. Zu sehr ist mir das Stardust-System inzwischen ans Herz gewachsen, als dass ich mir die positive Utopie, die sich da zu entwickeln scheint, durch allzu kritische Überlegungen selbst vermiesen möchte.

Die Handlung schließt fast nahtlos an PR-Extra 7 an und soll als Überleitung zum kommenden Zyklus der PR-Erstauflage dienen. Ob man diese beiden Stardust-Romane gelesen haben "muss", um dem Zyklus ab PR-Heftroman Nr. 2500 folgen zu können, wage ich zu bezweifeln. Wenn dieser Zyklus im Stardust-System spielt (wovon ich noch nicht ganz überzeugt bin), dann wird sicher nur lose auf die bisherigen Ereignisse eingegangen werden. Vielleicht wird es ja sogar einen Zeitsprung geben. Dennoch ist es ganz schön, den weiteren Weg der Stardust-Menschheit jetzt schon verfolgen zu können und mehr über die Indochimi zu erfahren, die ein ganz interessantes Völkchen zu sein scheinen.

Auf der offiziellen PR-Homepage schreibt Klaus N. Frick im Logbucheintrag vom 21. April 2009, "Das Stardust-Attentat" sei der ideale Kommentar zum Superwahljahr 2009. Ich verstehe es so, dass Frank Borsch einen "politischen" Roman schreiben und seine eigenen Überzeugungen einfließen lassen wollte. Das ist ja gut gemeint, aber das Ergebnis... Wenn die PR-Autoren sich an solche Themen heranwagen, erleiden sie nicht selten Schiffbruch. Mit Grausen denke ich da an so manche Entgleisung im Sternenozean-Zyklus zurück. Ganz so schlimm ist es diesmal zum Glück nicht geworden, aber ein paar Merkwürdigkeiten scheinen mir doch erwähnenswert zu sein.

Das Verhältnis zwischen den terranischen Siedlern und den Indochimi (also den Ureinwohnern des Planeten Zyx) kommt mir etwas seltsam vor. Ohne irgend etwas über ihre kulturellen Eigenheiten zu wissen, schenken die Siedler ihnen mal so eben ein U-Boot. Schonmal was von "Kulturschock" gehört? Und dann, welch Edelmut: Echnatom und Whistler möchten die Indochimi als integralen Bestandteil eines Staates behandeln, der sich im Stardust-System bildet. Das heißt, sie wollen ihnen das Schicksal der amerikanischen Indianer ersparen, die von den ersten Siedlern zwar ebenfalls mit Respekt behandelt, dann aber doch verdrängt worden sind. So soll es den Indochimi nicht ergehen, sie dürfen sich in den terranischen Staat integrieren - oder, besser gesagt, sie sollen das tun. Ob sie es auch wollen? Oder ob sie lieber unabhängig bleiben würden wie die Rokinger? Damit wären wir wieder bei den "einfachen Lösungen", die ich am Anfang meines Kommentars angesprochen habe. Echnatom und Whistler schwingen ein paar Reden, und schon sind die Fischmenschen gern bereit, sich bei den Terranern einzureihen. Ob auch ein Quoten-Indochimi in Whistlers Kabinett vertreten sein wird?

Zugegeben - die Terraner wussten zunächst gar nichts von der Existenz anderer Völker im Stardust-System, sie sind davon ausgegangen, dass alle Planeten unbewohnt sind. Jetzt stellt sich heraus, dass dem nicht so ist. Wäre es da nicht angemessener, Zyx komplett zu räumen und den Planeten ganz den Indochimi zu überlassen? Natürlich wäre das mit einigem Aufwand verbunden, aber so wahnsinnig lange existiert die Siedlung ja noch nicht, und echter Edelmut verlangt nunmal auch Opfer. Zumindest hätte man die Indochimi fragen können, von mir aus auch nachträglich, ob sie mit der Besiedlung ihres Planeten einverstanden sind.

Was soll mit den Rokingern weiter geschehen? Dieses Thema klammert Borsch aus. Sind denn nun auch sie Bestandteil des neuen Staates oder nicht? Welcher Status wird ihnen zugebilligt? Gelten Echnatoms Worte noch etwas, der ihnen in PR-Extra 7 die Unabhängigkeit zugesichert hatte? An der Wahl des Administrators haben die Rokinger sich jedenfalls nicht beteiligt. Also bilden sie entweder eine unabhängige Enklave im neuen Staat, oder sie haben eine Regierung, die sie nicht gewählt haben. In beiden Fällen sind Konflikte vorprogrammiert.

Überhaupt: Die Wahl. Der Interims-Administrator entscheidet, wer den künftigen Administrator wählen darf. Diese Entscheidung gibt denn auch prompt den Ausschlag beim Wahlergebnis. Hat Echnatom das eigenmächtig entschieden? Wurden die Siedler gefragt, ob sie damit einverstanden sind? Diese Vorgehensweise dürfte ein gefundenes Fressen für die politischen Gegner des jetzigen Administrators sein! Man kann sich sogar vorstellen, dass Rabea Furtok ihre guten Beziehungen zur Flotte für einen Putschversuch ausnutzen könnte. Das alles fällt unter den Teppich. Ich finde, Borsch macht es sich mit alldem zu einfach. Was ich von der Idee halten soll, dass ein durchgedrehter Einzeltäter ein Attentat begeht, weiß ich nicht. Wäre es ein politisch motivierter Mord gewesen, der am Ende zu Whistlers Sieg führt, hätte ich es auch nicht besser gefunden.

Ach, was soll's. Solange man noch neugierig auf Abenteuer im Stardust-System ist, diesem nach wie vor faszinierenden neuen Schauplatz, kann ein dort spielender Roman gar nicht langweilig sein. Die Charakterzeichnung der Hauptfiguren ist gut gelungen, mein heimlicher Held ist ja immer noch Sigurd Echnatom. Gutes Lesefutter ist der Roman allemal. Es wäre allerdings an der Zeit, dass die Autoren uns wieder auf eine Entdeckungsreise mitnehmen und uns neue Wunder im Sternhaufen Far Away zeigen. Vielleicht wird ja genau das im kommenden Zyklus geschehen.

Die Farbbeilage… na ja, Schwamm drüber. Weiteres Bonusmaterial: Eine CD mit der vertonten Novelle "Schattensignale von Ceres". Uschi Zietsch - Pardon! Susan Schwartz liefert mit dieser Story die Erklärung dafür, warum es zwischen Mondra Diamond und Perry Rhodan während der Operation Tempus doch nochmal "gefunkt" hat. Eine schöne, unterhaltsame Geschichte, die von Katharina Brenner sehr gut gelesen wird.

J. Kreis, 29.04.2009

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