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Perry Rhodan Extra 5: BARDIOCS Null

PR Extra 5

Vorbemerkung

Dieses Sonderheft hat folgenden Inhalt:

Roman "BARDIOCS Null" von Achim Mehnert mit umlaufendem Titelbild
CD mit Lesung des Perry Rhodan - Heftromans Nr. 850 (BARDIOC)
Farbbeilage "Innenansichten der LEIF ERIKSSON II"

Handlung des Romans:

Am 30. April 1346 NGZ erhält Reginald Bull von Homer G. Adams die Nachricht, der Kreuzer OROPUS habe bei einem nur 42 Lichtjahre vom Solsystem entfernten Stern das Wrack eines Raumschiffes entdeckt, in dem sich eine Kelsirin befunden habe. Die Besatzungsmitglieder des Kreuzers, die das Wrack untersucht hatten, mussten sich als Terraner identifizieren, um die bereits laufende Selbstvernichtungsanlage des Schiffes zu stoppen. Die Kelsirin hatte daraufhin verlangt, mit einem der führenden Terraner zusammengebracht zu werden. Da Perry Rhodan nicht verfügbar ist - er ist im Rahmen der Operation Tempus in die Vergangenheit gereist - sucht Bull das Wrack auf. Die Kelsirin stellt sich als Gralsmutter Srinele vor und erkennt Bulls Legitimation an. Srinele war zwar wie alle Kelsiren in THERMIOC aufgegangen, hat jetzt jedoch einen materiellen Körper erhalten, um den Terranern im Kampf gegen TRAITOR zu Hilfe eilen zu können. Srinele berichtet, die Superintelligenz habe die seinerzeit von den Terranern geleistete Hilfe nicht vergessen und wolle ihren Freunden eine mächtige Waffe aus BARDIOCS Arsenalen zur Verfügung stellen: BARDIOCS Null.

Dieses Waffensystem befindet sich in einem organischen Behälter, der untrennbar mit Srineles Körper verwachsen ist. BARDIOCS Null ist in der Lage, innerhalb von zwölf Tagen einige Gramm Psi-Materie zu akkumulieren und innerhalb eines Energiefelds einzulagern. Beim Zusammenbruch dieses Energiefelds entfaltet die Waffe eine Sprengkraft, die einer Milliarde Fusionsbomben mit 1000 Gigatonnen Vergleichs-TNT entspricht. Einer derart gewaltigen Explosion kann nichts widerstehen, man könnte damit ein ganzes Sonnensystem vernichten. Srinele behauptet, diese Waffe solle gegen ein ganz bestimmtes Ziel innerhalb der Terminalen Kolonne eingesetzt werden, angeblich weiß sie aber selbst (noch) nicht, um welches Ziel es sich handeln soll. Als einige Traitanks auftauchen, beschließt Bull, die Kelsirin zunächst einmal hinter dem TERRANOVA-Schirm in Sicherheit zu bringen. Während des Flugs nach Terra will er nochmals mit ihr sprechen - aber sie ist spurlos verschwunden.

Tatsächlich wurde Srinele auf dem Weg zum Solsystem von Streitkräften TRAITORS abgefangen. Man hatte sie mit Kolonnen-Motivatoren beeinflusst und ihr den Psi-Parasiten Adamciter "eingepflanzt", ein parapsychisch begabtes Geisteswesen, das jederzeit die Kontrolle über Srinele übernehmen kann. Allerdings beschränkt er sich meist darauf, ihre Handlungen in die von ihm gewünschte Richtung zu lenken und ihr ansonsten freie Hand zu lassen. Durch Adamciter beherrscht Srinele die Paragaben der Suggestion und des "Wellensprintens", d.h. sie kann jede beliebige Energieform als Transportmedium nutzen. Auf diese Weise begibt Srinele sich nach Terra. Gleichzeitig wird BARDIOCS Null aktiviert. Somit bleiben noch zwölf Tage bis zur Vernichtung des Solsystems, ohne dass TRAITOR sich die Mühe machen muss, den TERRANOVA-Schirm zu knacken.

Srinele verbirgt sich in einem Sanatorium für Personen, in denen vor allem Personen gepflegt werden, die infolge ihres Einsatzes in den TERRANOVA-Tankstellen geschädigt sind. Sie macht sich das Personal mit ihren Suggestivkräften gefügig, freundet sich aber auch mit einem jungen Paar an und hilft im Sanatorium mit. Als es am 10. Mai infolge eines erneuten Angriffs von Traitanks auf den TERRANOVA-Schirm zu einem Tsunami kommt, der das Sanatorium bedroht, greift Srinele zu Gunsten ihrer neuen Freunde ein. Ihre Beschützerinstinkte und die Zuneigung, die sie für ihre Freunde empfindet, helfen ihr dabei, Adamciters Paragaben gegen den Parasiten zu wenden und somit die vollständige Kontrolle über sich selbst zurückzugewinnen. Sie stellt sich und wird mit der LEIF ERIKSSON II aus dem Solsystem gebracht. In einem leeren Raumsektor explodiert BARDIOCS Null, ohne Schaden anzurichten. Srinele opfert sich also, aber es gelingt ihr noch, Adamciter in ihrem Geist festzuhalten, so dass auch der Chaosdiener vernichtet wird.

Kommentar:

So ziemlich zeitgleich mit diesem Extraheft erscheint der Silberband Nr. 100 mit dem Titel BARDIOC. Das ist vermutlich kein Zufall. Schließlich kann man in diesem Silberband nachlesen, was es mit BARDIOC, der Kaiserin von Therm und THERMIOC auf sich hat. Ich will nicht behaupten, dass das Extraheft nur herausgegeben wurde, damit die Leser zum Kauf des Silberbands animiert werden. Aber es ist nicht die erste Aktion dieser Art, und so allmählich nervt es. Vor allem deshalb, weil der Roman BARDIOCS Null im Gegensatz zu den Storys der letzten vier Extrahefte derart überflüssig, langweilig und ganz einfach verzichtbar ist, dass es eigentlich nur einen Grund gibt, dieses PR-Extraheft zu kaufen. Und das ist die beigelegte CD mit dem kompletten Perry Rhodan - Roman Nr. 850 in Form einer vierstündigen Lesung. Die ebenfalls beigefügte achtseitige Farbbeilage, die angeblich Innenansichten der LEIF ERIKSSON II zeigt, kann man dagegen getrost vergessen. Ein paar dürftige Zeichnungen und ein bisschen Text für alle, die nicht schon längst wussten, was die LEIF überhaupt ist - mehr wird nicht geboten.

Viel mehr gibt es zu diesem Heftchen eigentlich nicht zu sagen. Am Ende des Romans ist man genauso schlau wie vorher, d.h. es ist wieder alles ganz genau so, als wäre nichts geschehen, als wäre Srinele nie aufgetaucht. Wieder einmal wurde der "Reset-Knopf" gedrückt, die ganze Aktion war schlicht und ergreifend irrelevant. Dass sie fehlschlägt, dürfte an der totalen Beklopptheit aller Beteiligten liegen. Übrig bleiben viele Fragezeichen. Warum schickt THERMIOC die Waffe mit Minimalschutz in die von TRAITOR kontrollierte Milchstraße? Warum überhaupt eine Waffe, bei der fast zwei Wochen bis zur Explosion vergehen, nachdem der Abzug betätigt wurde? Warum riecht Bull den Braten nicht, wo Srinele doch in einem Wrack sitzt? Warum kommt er nicht auf die Idee, sie zu fragen, warum das Schiff ein Wrack ist? Warum findet er es nicht seltsam, dass das Wrack nicht von den in unmittelbarer Nähe operierenden Traitanks vernichtet oder wenigstens untersucht wurde? Warum wird Srinele hinter den Kristallschirm gebracht? Gibt es keine anderen sicheren Verstecke, die weniger gefährdet sind - zum Beispiel Charon? Warum hält Srinele sich auf Terra nicht einfach irgendwo versteckt, sondern mischt sich munter unters Volk? Wurde keine Personenbeschreibung herausgegeben, gibt es auf ganz Terra keine suggestiv unbeeinflussbaren Beobachtungsanlagen oder warum bleibt Srinele unentdeckt? Warum greifen so wenige Traitanks den TERRANOVA-Schirm an, bzw. warum wird der Angriff mit der neuen Waffe abgebrochen, als diese erste Wirkungen zu zeigen beginnt? Welches Ziel sollte mit BARDIOCS Null vernichtet werden, d.h. weiß THERMIOC etwa nicht, dass TRAITOR viel zu mächtig ist, als dass der Schlag gegen ein einziges Ziel (und sei es noch so groß) irgend einen Nutzen haben könnte?

Es kommt mir so vor, als habe auch Achim Mehnert begriffen, dass man aus diesen schwachsinnigen Vorgaben keine gescheite Geschichte zimmern kann. Was macht er also? Er lässt Srinele als Kupplerin in einer ach so herzergreifenden Lovestory auftreten, pappt ein bisschen Tsunami-Action dazu und lässt es im Sanatorium ein wenig menscheln. Au weia, dadurch wird der an sich schon grenzwertige Roman zum Totalverlust. Seite um Seite tritt die Handlung auf der Stelle, es geschieht nichts, was den Zeitaufwand für die Lektüre rechtfertigen würde. Srinele wird zwar ansatzweise sympathisch, aber das reißt es dann auch nicht mehr heraus. Nomen est Omen, könnte man sagen: Dieser Roman ist eine Null.

Mein Tipp: PR-Extra 5 kaufen, Heft wegwerfen, Hörbuch hören. PR 850, gelesen vom unübertrefflichen Josef Tratnik, ist ein echtes Erlebnis. Ein Erlebnis positiver Art. Im Gegensatz zum Negativ-Erlebnis, das ihr bei der Lektüre des Romans hättet. Die Sache mit dem Hörbuch hat nur einen Haken: Es ist keine Audio-CD, die CD enhält lediglich drei Ordner mit MP3-Dateien. Ohne PC oder ein anderes geeignetes Abspielgerät dürftet ihr damit Probleme kriegen.

J. Kreis, 20.11.2007

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