Perrypedia
Online-Lexikon
zur PR-Serie
Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zur Bücher / Multimedia-Übersicht


Perry Rhodan Extra 4: Das Andromeda-Monument

PR Extra 4

Vorbemerkung

Dieses Sonderheft hat folgenden Inhalt:

Roman "Das Andromeda-Monument" von Wim Vandemaan mit umlaufendem Titelbild
CD mit einem Live-Mitschnitt vom PR-Con in München 2006 mit der von Leo Lukas und Josef Tratnik vorgetragenen Kurzgeschichte "Ein lausiger Historiker" des Autors Andreas Eschbach. Außerdem auf der CD: Lesung der Kurzgeschichte "Leviathan 3.0" von und mit Hartmut Kasper
Farbbeilage "Lebensräume der Zukunft" von Günter Puschmann

Handlung des Romans:

Darienne Roya

Die junge Terranerin Darienne Roya ist Dozentin für mathematisch-kulturelle Grenzphänomene an der Waringer-Akademie von Terrania. In ihrer Freizeit betätigt sie sich als Sport-Bogenschützin. Außerdem ist Darienne Globistin, d.h. sie gehört zu jenen Terranern, die dem Nukleus der Monochrom-Mutanten ihre Mentalenergie zur Stabilisierung des TERRANOVA-Schirms zur Verfügung stellen. Etwas unterscheidet Darienne jedoch von den meisten anderen Globisten: Während ihrer "Arbeit" im Stadion der Sterne, das zu einer TERRANOVA-TANKSTELLE umfunktioniert worden ist, hat sie manchmal seltsame Visionen. Im August 1345 NGZ nehmen diese Visionen an Stärke und Deutlichkeit zu. Sie werden so intensiv, dass Darienne sie nicht mehr von der Realität unterscheiden kann. Sie sieht Gebäude, die es nicht gibt, und Menschen, die weder von Passanten noch von robotischen Überwachungseinrichtungen wahrgenommen werden können. Zunächst glaubt Darienne, irgendeiner Attacke der Terminalen Kolonne zum Opfer gefallen zu sein. Als es ihr gelingt, einige der eigenartigen, sehr fremd wirkenden Gebäude ihrer Visionen sogar zu filmen, und als sie in der Nähe des ESCHER-Gebäudes einem Fremden begegnet, der sehr real zu sein scheint, begreift sie, dass mehr hinter der Sache steckt.

Sever Dimrat

Der Fremde stellt sich als Sever Dimrat vor, geboren in Karahol - also in Andromeda. Er behauptet, Darienne habe ihn "angezogen" und er müsse nun bei ihr bleiben. Die junge Frau ist fasziniert von Dimrat. Sie nimmt ihn mit in ihre Wohnung und schläft mit ihm. Am nächsten Morgen ist er zwar verschwunden, aber er hat etwas hinterlassen, das ihn verrät: Darienne lässt sich eine Probe seines Spermas entnehmen. Die Untersuchung ergibt, dass Dimrat ein Früh-Tefroder sein muss, also einem Volk angehört, das vor ca. 20.000 Jahren in Andromeda gelebt hat. Dariennes Visionen werden immer stärker. Es scheint so, als sei sie in verschiedenen Pararealitäten gefangen. Die Positronik, von der sie die Informationen über Dimrat erhalten hat, kann sich plötzlich an nichts mehr erinnern. Ganz Terrania beginnt sich auf teilweise völlig verrückte Weise zu verändern, so als habe die Geschichte der letzten Jahrtausende verschiedene alternative Verläufe genommen. Dann erhält Darienne mentalen Kontakt zu den Iofar, die sie um Hilfe bitten und vor Dimrat warnen. Dimrat sei gefährlich, behaupten diese gequälten Wesen, habe unsägliche Verbrechen begangen und müsse getötet werden.

Der Gedankenturm

Als Darienne Dimrat erneut begegnet, verrät dieser ihr die Wahrheit. Er war vor mehr als 20.000 Jahren Initiator des Projekts Gedankenturm. Er sollte für Trinar Molat, Faktor II der Meister der Insel, eine ultimative Waffe bauen - ein Mental-Katapult, genannt "Gedankenturm". Dieses Gebäude wurde auf dem Planeten Varfani errichtet, den die Tefroder Tikagal nannten. Die Segmente des bizarren Bauwerks wurden mit einem Psi-Liquid gefüllt, das bis zu einem gewissen Grad mit Drokarnam gesättigt wurde. Den Iofar wurde ein Teil des Zentralnervensystems entnommen, der als Sitz der Emotionen gilt. Diese Gewebeteile wurden in die Tanks implantiert. Hunderte Tefroder, darunter auch Dimrat, begaben sich in diese Tanks, und wurden zu einem Kollektivbewusstsein zusammengeschaltet. Die Emotionen dieses Kollektivbewusstseins konnten gebündelt und abgestrahlt werden, Dimrat war somit zugleich Waffeningenieur, Schütze und "Munition" des Mental-Katapults. Die Bevölkerung ganzer Landstriche konnte mit dieser Waffe dazu gebracht werden, panische Angst, schrecklichen Schmerz, grausamen Hass oder jede beliebige andere Emotion zu empfinden. Zunächst wurde mit den Iofar experimentiert. Man brachte diese Wesen dazu, sich selbst auf unglaublich bestialische Weise auszurotten.

Dimrat beabsichtigte, gleichartige "Gedankentürme" überall im Reich der MdI zu errichten, um deren Herrschaft zu festigen. Trinar Molat zeigte sich zufrieden und stellte Dimrat sogar die Aufnahme in den Kreis der MdI in Aussicht. Insgeheim sabotierte er das Projekt jedoch, denn Dimrat wurde ihm zu ehrgeizig und zu mächtig. Der "Gedankenturm", jetzt auch mit Fernwirkung einsetzbar, wurde zu gefährlich. Molat sorgte dafür, dass Dimrat und die Tefroder seines Teams im "Gedankenturm" gefangen blieben, ihre Bewusstseine hingen seitdem im Dakkarraum fest.

Zeitparadoxa

Dimrat berichtet, eines Tages habe er Kontakt zu einer Überlappungsfront erhalten, die durch den Einsatz des Kristallschirms, die Aura ESCHERS und Darienne Royas psionisch angeregten Mentalzustand entstanden sei. Er sei bereits dabei, sich aus dem "Gedankenturm" bzw. aus dem Dakkarraum zu befreien. "Seine" Vergangenheit entwickele einen immer größeren Wahrscheinlichkeitsgrad als Dariennes Gegenwart und beginne diese zu überlagern. Darienne begreift, dass das die Erklärung für die seltsamen Phänomene ist. Dimrat greift aus der Vergangenheit nach ihr; sie erlebt die Auswirkungen von Zeitparadoxa. Sollte Dimrat ganz freikommen und sollte er seine Pläne, mit Hilfe des "Gedankenturms" die Macht in Andromeda und der Milchstraße zu übernehmen, verwirklichen können, dann würde "ihre" Realität sich auflösen. Denn dann hätten die letzten 20.000 Jahre einen völlig anderen Verlauf genommen und es hätte nie eine "Zweite Menschheit" auf der Erde gegeben.

Darienne hat von ihrem Vater zwar einen Handstrahler geerbt, kann Dimrat damit aber nicht besiegen, denn er trägt einen Individualschutzschirm. Außerdem wird er von einigen Tefrodern seines Teams geschützt, die ebenfalls immer "realer" werden. Während die Verhältnisse immer chaotischer werden, weil Dimrats alternative Realität überall "durchbricht", besorgt Darienne sich andere Waffen: Einen Bogen und Pfeile. Sie stöbert Dimrat auf, der versucht, in ESCHER einzudringen. Ihre Pfeile prallen an seinem Schutzschirm ab. Als er sieht, dass Darienne keine Pfeile mehr übrig hat, deaktiviert er seinen Schirm und umarmt sie. Damit hat sie gerechnet, sie weiß, dass Dimrat sie als "Anker" braucht. Ihr letzter Pfeil ist positronisch aufgerüstet und mit Sprengladungen bestückt. Er reagiert auf den Visierhelm, den Darienne trägt, und kehrt zu seinem Ausgangspunkt zurück. Als der Pfeil sowohl Dimrat als auch Darienne durchbohrt, normalisieren sich die Verhältnisse schlagartig. Nur noch die tödlich verwundete junge Frau liegt vor dem ESCHER-Gebäude. Ein Roboter beginnt sofort mit der Reanimation, aber ohne Erfolg…

Kommentar:

In diesem Roman werden die Hintergründe für die Entstehung ESCHERS erklärt, er ist somit quasi eine Erweiterung von PR 2377, der zeitgleich erschienen ist.

Der Roman ist mal wieder sehr nettes Lesefutter. Besonders gut haben mir die Szenen aus dem Alltagsleben in Terrania gefallen. Auch die Gedanken Dariennes über Rhodan sind interessant - es ist nett, die Unsterblichen mal quasi "von unten", d.h. aus der Sicht eines normalen Bürgers zu sehen.

Da sich fast die gesamte Handlung in Pararealitäten abspielt bzw. da es sich um Geschehnisse handelt, die so hätten sein können, aber letzten Endes doch nie stattgefunden haben, kann Hartmut Kasper alias Wim Vandemaan sich wieder einmal so richtig austoben. Macht ja nichts - hinterher ist alles wieder genau so wie vorher, und genau das ist das Problem, das ich mit diesen Episoden habe. Man muss Kasper zugestehen, dass er eine sehr bunte Phantasie hat, immer wieder so noch nie gelesene Szenarien erschaffen kann und auch den einen oder anderen verblüffenden Einfall einbaut. Aber irgendwie hat das Ganze für meinen Geschmack dann doch zu wenig Handlungsrelevanz. Hartmut Kasper verzettelt sich manchmal etwas zu sehr in Details, was für die eine oder andere Länge sorgt.

In einer Nebenhandlung zu diesem Roman lesen wir, wie Trinar Molat ein ganzes Volk ausrottet, um das letzte Exemplar eines eigenartigen Volkes in seine Gewalt zu bringen, das Blut und andere Körpersäfte von Lebewesen in seinem Körper umwandeln und mit der neu entstandenen Substanz Bilder malen kann, die die Zukunft zeigen. Er sitzt diesem Wesen selbst Modell und bekommt somit einen Vorgeschmack auf das unrühmliche Ende zu sehen, das ihm blüht. Ich hätte mir gewünscht, ein wenig mehr über ihn oder die anderen MdI zu lesen. Schön wäre es auch gewesen, wenn die Informationen zum "Gedankenturm" ein wenig besser in die Handlung integriert und nicht innerhalb einiger doch recht kurzer Absätze abgehandelt worden wären. Zum Ausgleich hätte ich gern auf die Hälfte der verrückten Abenteuer Dariennes verzichtet, wenn man auch zugeben muss, dass diese Szenen zur besonderen Atmosphäre des Romans beitragen.

Die Erklärung für die Funktionsweise des Mental-Katapults ist typisches Perry Rhodan - Technobabble, aber wenigstens macht sich da überhaupt mal jemand die Mühe, etwas mit den Gegebenheiten des Perryversums zu erklären! Das Schicksal der Iofar wird in wenigen Sätzen sehr eindringlich vermittelt. Irgendwie musste ich bei der Lektüre an einige Szenen aus den Filmen Hellraiser und Event Horizon denken. Der "Gedankenturm" kann übrigens nicht mehr gefährlich werden: Nach Dariennes Informationen haben die Maahks den Planeten der Iofar im Jahre 2407 vernichtet. Wenn das nicht auch wieder in einer alternative Zeitebene war...

Sonderausstattung

Die Farbbeilage "Lebensräume der Zukunft" besteht aus 4 doppelseitigen Farbgrafiken, die zwar schön anzuschauen, aber wenig aussagekräftig und auch nicht beschriftet sind. Nette SF-Bilder halt, aber einen konkreten Bezug zum Perryversum sehe ich nicht.

Die CD - diesmal in einer stabilen Plastikhülle - enthält zwei Kurzgeschichten, und zwar "Leviathan 3.0" (26:46 Minuten) von Hartmut Kasper und "Ein lausiger Historiker" (20:03 Minuten) von Andreas Eschbach. Kasper liest seine Story selbst vor und man merkt, dass er kein professioneller Sprecher ist. Seine Stimme klingt ein wenig so, als würde er seinen Kindern ein Märchen vorlesen, auch liest er etwas zu schnell. Die Story selbst ist aber ganz amüsant; es geht um einen Raumfahrer der Explorerflotte, der im Leerraum einem Spielzeugmacher (also einem Chylinen) begegnet, von dem er einige sehr spezielle Geschenke erhält, den er aber nicht mehr verlassen kann.

Eschbachs Story wird von Leo Lukas und Josef Tratnik vorgetragen - nicht nur vorgelesen, aber dazu gleich mehr. Wer den Roman "Das Andromeda-Monument" an sich noch nicht für einen Kaufgrund hält, für den wird das Extraheft durch diese vertonte Story zum Pflichtkauf. Vielleicht sogar dann, wenn er kein PR-Fan ist. Denn Leo Lukas macht die Sache zu einem ganz besonderen Hörgenuss. Sein Österreichischer Akzent ist zwar manchmal schwer zu verstehen, gibt dem Ganzen aber gerade die besondere Note und passt auch prima zum Inhalt der Geschichte. Da geht es nämlich um einen (fiktiven) Historiker, der herausfinden will, warum die Bayern im Perryversum die einzigen dunkelhäutigen Europäer sind - und warum Perry Rhodan, dessen Vorfahren ja aus Bayern stammen sollen, nicht dunkelhäutig ist. Zu hören, wie Lukas bestimmte Begriffe des Perryversums ausspricht, ist einfach köstlich. Er legt sich außerdem mit enorm viel Elan ins Zeug - schade nur, dass man seine Mimik nicht sehen kann! Anhand der Zuschauerreaktionen (die Story wurde 2006 während eines PR-Cons vorgetragen) kann man nur erahnen, was man verpasst. Tratnik übernimmt einige andere Sprechrollen und beweist einmal mehr sein großes Talent. Beide Sprecher "leben" so richtig in ihren Rollen. Einfach köstlich!

Insgesamt ist das Extraheft also wieder prima ausgestattet. Da kann man nur sagen: Zugreifen!

J. Kreis, 12.03.2007

Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zur Bücher / Multimedia-Übersicht