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Perry Rhodan Extra 10: Hauch der ESTARTU

PR Extra 10

Vorbemerkung

Dieses Sonderheft hat folgenden Inhalt:

Roman "Hauch der ESTARTU" von Bernhard Kempen mit umlaufendem Titelbild
CD mit Lesung der Novelle "Mars-Visionen" (Autor: Hubert Haensel, Sprecher: Andreas Laurenz Maier)
Postkarten-Set
Gewinnspiel

Handlung des Romans:

Nach der Wiedereröffnung der Waringer-Akademie am 15. März 1348 NGZ erhält Perry Rhodan eine interessante Nachricht von Fee Kellind. Die Mom'Serimer von Neu-NACHT haben sich gemeldet und von der Ankunft eines Fremden auf diesem Planeten berichtet, der sich als Wächter einer Hyperkokon-Projektorstation ausgegeben hat. Da man bisher davon ausgegangen war, dass alle derartigen Stationen nach der Hyperimpedanz-Erhöhung vernichtet worden sind, und da man so gut wie nichts über die Wächter dieser Einrichtungen weiß, fliegen Rhodan und Malcolm S. Daellian mit der SOL zum Peldron-Nebel. Auf Neu-NACHT treffen sie Jon'ho Sarenti, ein Wesen, dessen Körperbau ein wenig dem eines Zentauren oder Algorrian ähnelt. Allerdings hat es einen Kugelkopf und eine gläserne Haut, die an der linken Körperseite verbrannt wirkt.

Sarenti gibt an, er sei beim Erlöschen "seines" Hyperkokons aus dem Kälteschlaf erwacht und habe die Station an einen sicheren Ort gebracht. ES habe sich auf seine Kontaktversuche hin nicht gemeldet, deshalb habe er sich nach Jahren des Wartens auf die Suche nach der Superintelligenz gemacht. Dabei habe er einen Hauch der ESTARTU gespürt, eine Art Aura, die von Neu-NACHT ausgehe. Deshalb sei er dort gelandet. Rhodans Namen habe er dem galaktischen Funkverkehr entnommen. Sarenti bittet den Terraner um Hilfe bei der Suche nach ES. Rhodan erfährt, dass Sarenti vor sieben Millionen Jahren in den Dienst von ES getreten ist, zum Volk der Schukurrach gehört und von einem Planeten in der Zentrumsregion von M87 stammt. Der Terraner vermutet, die Schukurrach könnten die Vorfahren der Skoars sein.

Der Name "ESTARTU" hat bei den Mom'Serimern natürlich für einige Aufregung gesorgt. Seramir, der so genannte Prophet der NACHT, erkennt die Möglichkeiten, die sich ihm und seinem Volk nun bieten. Sollte die Projektorstation wieder in Betrieb genommen werden können, dann könnte ein Hyperkokon erzeugt werden - also so etwas wie eine zweite NACHT, in der die Mom'Serimer eine neue Heimat finden könnten. Genau das bietet Sarenti den Mom'Serimern als Dank für ihre Hilfe an, obwohl auch die Terraner ihm nicht zum Kontakt mit ES verhelfen können. Rhodan und Daellian fliegen mit Sarenti in dessen Raumschiff zur Projektorstation, die in einem nahen Sonnensystem versteckt wurde. Unzählige Trümmer von Kybb-Schiffen und anderen Einheiten trudeln durch das System, so dass die SOL in einigem Abstand warten muss. Aasgeier sind auch schon vor Ort: Springer der Anhof-Sippe greifen Sarentis Schiff an und schießen es schrottreif. Sarenti scheint im Vakuum des Alls zu sterben, aber zurück in der SOL stellt sich heraus, dass er schon vorher nicht lebendig war. Sein Körper ist vor sieben Millionen Jahren gestorben, wurde von ES mit ESTARTUS Hilfe für die Ewigkeit konserviert und wird seitdem von Sarentis Geist quasi-telekinetisch gelenkt.

Im zweiten Anlauf wird die Station mit Kreuzern der SOL erreicht. Ihr Aufbau ähnelt frappierend dem der Raumschiffe der Konstrukteure des Zentrums. Ein weiterer Angriff der Springer wird zwar abgewehrt, aber Sarentis behauptet, durch die Kampfhandlungen hätte sich ein Abwehrprogramm aktiviert, das nur er abschalten könne. Deshalb setzt er zunächst allein zur Station über. In Wahrheit geht es ihm um etwas ganz anderes. Er will in Ruhe bestimmte Vorbereitungen treffen. Schließlich lässt er auch die Terraner an Bord kommen. Die Energiespeicher der Station werden aufgeladen, aber beim Hochfahren der Aggregate bildet sich plötzlich eine hyperenergetische Schockfront. Ein Hyperkokon entsteht, der aber nur kurz Bestand hat. Dann wird der Feldstabilisator zerstört. Damit sind die Träume der Mom'Serimer ausgeträumt, denn die Station ist irreparabel beschädigt und funktionsunfähig.

Plötzlich richtet Sarenti eine Waffe auf Rhodan und aktiviert eine Vernichtungsschaltung. Die SOL soll mit in den Untergang gerissen werden. Sarenti will somit Rache für Gon-Orbhon nehmen, mit dem er seinerzeit Kontakt hatte - jedenfalls behauptet er das, und Rhodan hat keine Wahl, als auf den untoten Körper zu schießen, um die Katastrophe zu verhindern. Von Sarenti bleibt nichts übrig. Die SOL zieht sich zurück und warnt die Springer, die sich der Station nähern. Die wittern jedoch reiche Beute und drehen nicht ab. Bei der Explosion der Station wird ihr Schiff vernichtet. Danach wird ein Funksignal aufgefangen. Es stammt von einer Sonde, die Sarenti insgeheim gestartet hat. Sie strahlt eine letzte Botschaft des Schukurrach aus. Sarenti erklärt, er habe seiner Existenz einen neuen Sinn geben wollen (deshalb sein Angebot an die Mom'Serimer). Als das nicht mehr möglich war, habe er den Tod gesucht. Sein Geist, der an den untoten Körper gefesselt gewesen sei, habe nur durch ES oder einen anderen Unsterblichen (wie Rhodan) freigesetzt werden können, Selbstmord sei also nicht möglich gewesen. Deshalb habe er die Geschichte von der Beeinflussung durch Gon-Orbhon erfunden und Rhodan unter Druck gesetzt.

Die SOL kehrt nach Neu-NACHT zurück. Es wird nie wieder Hyperkokons geben und die Mom'Serimer müssen auf der SOL bzw. auf Neu-NACHT bleiben. Dort haben die zwei jungen Mom'Serimer Jubo und Tarm Jassiffer festgestellt, dass sich die Aurenspürer immer mehr zurückziehen, weil die Bäume, in denen sie ihre Nester bauen, seit dem Rücksturz des Peldron-Nebels überall absterben. Durch Zufall finden die Mom'Serimer heraus, dass ihre Ausscheidungen ein perfekter Dünger für die Bäume sind. Seramir hält seinen Anhängern wieder einmal eine Rede. Diesmal verkündet er, ESTARTU brauche die Dienste der Mom'Serimer offensichtlich nicht mehr. Das Volk sei nun frei und könne selbst entscheiden, wie es glücklich werden wolle.

Kommentar:

Mit diesem Extra-Heft habe ich so meine Probleme. Wenn man mal von Nr. 1 absieht (das war ja nichts anderes als eine Sonderausgabe von PR 2200), waren alle Extras zwar mehr oder weniger in die laufende Handlung der Erstauflage eingebettet, aber doch so sehr in sich abgeschlossen, dass man sie als eigenständige Romane betrachten konnte. Diesmal handelt es sich aber um eine direkte Fortsetzung. Das finde ich schon nicht ganz so prickelnd.

Leider interessieren mich die Mom'Serimer nicht wirklich. Im günstigsten Fall sind die quirligen kleinen Kerlchen für die eine oder andere lustige Episode gut, im ungünstigsten Fall werden sie zu Witzfiguren. Vor allem aber haben wir doch gerade erst (PR-Extra 9) gelesen, wie es mit ihnen weitergeht. Warum musste jetzt erneut darauf eingegangen werden, zumal dieser Roman der Geschichte der Mom'Serimer praktisch nichts Nennenswertes hinzuzufügen hat? Warum wünschen sie sich überhaupt, in einem Hyperkokon eingekerkert zu sein? Warum sollte es ihnen dort besser gehen als irgendwo sonst? Künftig werden die auf Neu-NACHT lebenden Mommsen vermutlich hauptsächlich damit beschäftigt sein, ihre eigene Gülle überall zu verteilen, damit die Aurenspürer überleben können. Na toll, das ist ja wirklich faszinierend.

Auch sonst hat die Story keine Relevanz für die PR-Serie. Der Stand ist derselbe wie vorher: Ein Teil der Mommsen lebt in der SOL, der andere auf Neu-NACHT. Die Hyperkokons haben sich unwiderruflich aufgelöst und alle Kontrollstationen sind vernichtet. Am Ende hat sich nichts verändert, die Handlung hat sich nur einmal um sich selbst gedreht. Es werden allenfalls lose Bezüge zwischen den Stationswächtern und M87 bzw. den dortigen Völkern hergestellt, aber darauf wird dann nicht weiter eingegangen. ESTARTU, Gon-Orbhon, die Kybb usw. - alles nur Randbemerkungen, die im Grunde überhaupt keine Rolle spielen.

Und schließlich kann ich mit Sarenti nichts anfangen. Die Idee, dass sein Bewusstsein an einen toten Körper gebunden ist, ist weder neu noch gut ausgearbeitet. Diese Figur bleibt von Anfang bis Ende blass, sein Schicksal bleibt mir gleichgültig. Und nebenbei bemerkt: Sein ganzer "Plan" kommt mir sehr an den Haaren herbeigezogen vor.

Diesen Roman muss man wirklich nicht gelesen haben.

Das Extraheft enthält ein Postkartenset mit Titelbild-Motiven sowie die von Hubert Haensel verfasste und von Andreas Laurenz Maier gelesene Novelle "Mars-Visionen". Die genaue Handlungszeit ist nicht bekannt, allerdings können die Geschehnisse des Taschenbuchzyklus Ara-Toxin noch nicht lange vergangen sein. Es geht um einen Anschlag gegen Perry Rhodan, der von Gucky verhindert wird. Eine eher belanglose Geschichte, aber immerhin mit direkten Bezügen zu Haensels Taschenbuch Die Trümmerbrücke. Einer der Hintermänner ist Lamos Ozwach, der in diesem Taschenbuch eine Rolle spielt. Allerdings hat er gar keinen Grund, Rhodan zu ermorden, denn nicht der Terraner hat die Trümmerbrücke vernichtet, sondern ein Helfer des MdI Aset-Radol...

J. Kreis, 22.03.2010

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