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Perry - Unser Mann im All Nr. 131 (Neue Reihe #1): Heisser Tanz auf Terra

PERRY - Unser Mann im All 131

Verlag Alligator Farm
Suprahet-Ausgabe: 52 Seiten, Format ca. 17 x 24 cm, erschienen im September 2006
Storys: Kai Hirdt, Karl Nagel, Christian Hillmann
Titelbild: Henrik Fetz
Zeichner: Wittek, Philip Cassirer, Simone Kesterton, Vincent Burmeister, Till Felix

Inhalt:

Perry Rhodan - Story "Heisser Tanz auf Terra"
Gucky-Story
Atlan-Story
Werkstattbericht
Poster (Titelbild)

Titelstory:

Nach dem Sieg über den Gralmutanten kehrt die CREST II zur Erde zurück. Sie wird jedoch von planetaren Geschützen unter Beschuss genommen und schwer beschädigt. Als Perry Rhodan per Funk Kontakt mit Terra aufnimmt, erkennt man ihn zunächst nicht. Doch dann wird er nach Terrania eingeladen, wo er seit 80 Jahren als tot gilt. Offenbar war die CREST längere Zeit in einem Zeitfeld gefangen... Die Einladung erweist sich als Falle. Rhodan muss allein kommen und soll festgenommen werden. Er kann aber entkommen, wobei ihm der neue Galornenanzug gute Dienste leistet. Entsetzt stellt er fest, dass die Terraner sich drastisch verändert haben. Sie kennen keine Gefühle mehr und folgen nur noch der Logik und ihren niedersten Trieben. Als Rhodan zum Beispiel einer alten Frau hilft, die getötet werden soll, weil sie keinen Nutzen mehr für die Gesellschaft hat, verrät diese ihn an die Sicherheitskräfte. So wird Rhodan doch wieder gefangen genommen.

Man bringt den ehemaligen Großadministrator zum Chef des Geheimdienstes: Alaska Saedelaere. Der Mann muss seit einem Transmitterunfall eine Maske tragen, denn wer sein entstelltes Gesicht sieht, verfällt dem Wahnsinn. Dies nutzt Saedelaere, um Rhodan zur Flucht zur verhelfen. Er ist nämlich immun gegen die seltsame Veränderung, die alle Menschen befallen hat, und die er als Aphilie ("Lieblosigkeit") bezeichnet. Diese Veränderung soll auf eine Veränderung im Strahlungsspektrum der Sonne zurückzuführen sein. Gemeinsam fliehen die beiden zur CREST, die erneut von Terra aus unter Feuer genommen wird und nur knapp der Vernichtung entgeht. Rhodan beschließt, Saedelaere zu vertrauen, obwohl der Mann mit der Maske als Chef der Solaren Abwehr für viele Gräueltaten verantwortlich ist. Saedelaere verkündet, Rhodans unsterbliche Freunde und das Mutantenkorps seien zu einer Welt namens Camelot geflohen. Auf der Suche nach den Koordinaten dieser Welt fliegt die CREST nach Lepso.

Kommentar:

Die zweite Ausgabe der neuen PERRY-Comicserie beweist wieder einmal, dass diese Comics mit der Perry Rhodan - Romanserie nur den Titel gemein haben. Im Grunde werden in den Comics lediglich Namen und Handlungselemente aus der "echten" Perry Rhodan - Serie verwendet. Mit dem "echten" Perryversum haben aber weder die Personen noch die Handlung der Comics viel zu tun. Man nehme nur das Beispiel Alaska Saedelaere, der hier als emotionsloser Mörder dargestellt wird und den Rhodan noch gar nicht zu kennen scheint. Das passt absolut nicht zum Charakter dieser Figur im Perryversum. Auch seine Tätigkeit als Geheimdienstchef auf der aphilen Erde (die sich zu diesem Zeitpunkt übrigens nicht im Solsystem, sondern im Mahlstrom der Sterne befinden müsste) ist eine Erfindung für die Comics. Es gibt noch mehr als genug Beispiele dieser Art. Als PR-Fan muss man sich also zu dem Gedanken durchringen, dass man es mit einem völlig eigenständigen Werk zu tun hat, um die Comics genießen zu können. Wenn man sich das immer wieder vergegenwärtigt, dann kann man das unbeschwerte Durcheinander sogar sehr amüsant finden.

Was es mit den Comics überhaupt auf sich hat, habe ich schon in meiner Review zur ersten Ausgabe geschrieben, ich werde das nicht immer wiederholen. Offensichtlich ist, dass der Pop-Art-Stil des Vorbilds aus den Siebzigerjahren auch weiter beibehalten werden soll. Ein Zugeständnis an die "Altleser"? Er wurde allerdings etwas abgewandelt und entspricht möglicherweise mehr den Sehgewohnheiten moderner Comicleser. Da ich keine Ahnung von Comics habe, halte ich mich mit diesbezüglichen Kommentaren lieber zurück - allerdings würde ich mir für künftige Ausgaben etwas mehr Details in den einzelnen Panels wünschen, denn die wirken teilweise doch eher lieblos zusammengeschmiert. Auch auf die beinahe schon obligatorischen Nackten wurde nicht verzichtet. Da sie immerhin sinnvoll in die Handlung integriert wurden, kann man sie tolerieren. Über rückenfreie Bordkombis und Ähnliches breiten wir mal lieber den Mantel des Schweigens.

PERRY Nr. 131 kommt in zwei Versionen an die Verkaufsstellen. Die normale Kioskversion hat 36 Seiten und besteht praktisch nur aus der Titelstory. Die Suprahet-Ausgabe (cooler Name übrigens) hat 16 Seiten Mehrumfang und entspricht jetzt wirklich dem, was ich von den ursprünglichen Comics her kenne. Denn sie enthält neben der Titelstory noch zwei kürzere zusätzliche Comics: Je eine Geschichte mit Gucky (die Mausbiber kriegen eine Aufpasserin, Gucky bekommt Ärger mit Iltu) und mit Atlan (der Arkonide berichtet von den kriegerischen Ursprüngen der Posbis). Letztere ist - genau wie damals - schwarzweiß und gefällt mir vom Stil her besser als die anderen Inhalte des Hefts. Ein schönes großes Poster des Titelbilds ist in der Mitte abgeheftet. Außerdem kann man noch einen Werkstattbericht lesen, dem zu entnehmen ist, dass es innerhalb der Redaktion zu einigen Umstellungen gekommen sein muss. Die Redaktion scheint sich selbst ein betont rotziges, freches Image verpassen zu wollen. Wahrscheinlich sollen damit hauptsächlich junge Leser angesprochen werden. Wer's mag...

Auch diesmal ist es zwar fast ausschließlich auf die nostalgischen Gefühle zurückzuführen, die der Comic in mir weckt - aber mir gefällt das Heft. Jetzt noch ein paar mehr Inhalte von Lesern (vielleicht eigene Grafiken, Risszeichnungen oder so), und PERRY ist perfekt.

J. Kreis, 25.09.2006

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