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Autorenbibliothek 4


Perry Rhodan Autorenbibliothek 4 - Hubert Haensel: Die Sterne voller Hass

Handlung:

Am 9. März 1312 NGZ, ungefähr vier Wochen nach der entscheidenden Schlacht um das Sternenfenster, wird der Frachter WILD WOMAN von einem der 92 AGLAZARE angegriffen, die in der Milchstraße verblieben sind. Der AGLAZAR zieht die WILD WOMAN in einen Hangar, doch die Besatzung des Frachters vernichtet ihr eigenes Schiff, während der AGLAZAR im Überlichtflug ist. Das Schiff aus dem Reich Tradom wird schwer beschädigt, fällt aus dem Hyperraum und stürzt auf einem unbewohnten Planeten ab. Dieser Vorfall wird sowohl den Arkoniden als auch den Terranern bekannt. Sowohl Imperator Bostich I. als auch Reginald Bull setzen alles daran, den AGLAZAR zu erbeuten, denn die Technik dieser Schiffe ist allem überlegen, was man in der Milchstraße kennt.

Bostich begibt sich mit seiner Thronflotte zum Absturzort, Bull folgt mit der ROALD AMUNDSEN und einigen Paradimjägern. Die Situation ist verwickelt, denn Bostich ist zwar als Erster am Ort des Geschehens, doch dieser gehört nicht zum arkonidischen Hoheitsgebiet. Der Imperator kann also nicht verhindern, dass die Terraner die Absturzstelle ebenfalls untersuchen. Der Planet liegt in einer Zone eigenartiger Hyperstörungen, die offenbar von den kristallinen Lebensformen des Planeten verstärkt werden. Auch vom AGLAZAR gehen Hyperfelder aus, die jegliche Technik stören oder ganz lahm legen. Außerdem ist das Tradom-Schiff nicht wehrlos: Das Schiff, mit dem Bostich persönlich gelandet ist, wird vernichtet. Der Imperator wird mit den ihm verbliebenen Truppen in schwere Bodenkämpfe um den wracken AGLAZAR verwickelt.

Auch Reginald Bull begibt sich persönlich auf den Planeten. Der Kontakt zur ROALD AMUNDSEN reißt ab. Bull vermutet, der abgestürzte Katamar befinde sich in einer Pararealität. Die Terraner haben nur noch eine Space-Jet und zwei Kampfgleiter, mit denen sie in die Kämpfe eingreifen können. Die überlebenden Valenter werden von Tradom-Kampfrobotern unterstützt, leiden allerdings ebenso wie die Terraner und Arkoniden unter den Ausstrahlungen der außer Kontrolle geratenden AGLAZAR-Aggregate, die zu unberechenbaren, unerklärlichen Effekten führen. Letztlich überleben nur Reginald Bull und der Gleiterpilot Hank Stuart. Sie sind gezwungen, mit den letzten fünf Arkoniden zusammenzuarbeiten. Einer der Arkoniden ist Bostich - Bulls Intimfeind. Der Terraner muss den Hass unterdrücken, den er auf den Imperator seit seiner Inhaftierung im Golkana-Gefängnis und der dort erlittenen Folter empfindet.

Nach und nach sterben die Männer an der im AGLAZAR herrschenden Strahlung. Bull und Bostich sind durch ihre Zellaktivatoren geschützt. Hank Stuart wird von dem Rudimentsoldaten Robar Sami Yuklos entführt und in die Zentrale des AGLAZARS gebracht. Angeblich will der Rudimentsoldat seinen Feinden helfen, wenn sie ihm helfen, den AGLAZAR zu verlassen. Zunächst müssen Bull und Bostich sich durch verschiedene Pararealitäten kämpfen, wo sie erst damit aufhören, sich verbal und mit den Fäusten zu bearbeiten, als sie von Valentern angegriffen werden. Plötzlich finden sie sich in der Nähe der Zentrale wieder, wo Stuart und der Rudimentsoldat auf sie warten. Robar Sami Yuklos kann sich nicht selbst in Sicherheit bringen, da seine Hülle beschädigt ist. Er braucht jemanden, der ihn trägt, außerdem ist er auf die Ausstrahlungen der Zellaktivatoren angewiesen, um den Weg durch die Pararealitäten zu finden. Um Bull und Bostich zur Hilfe zu animieren, zündet er einen Atombrand und tötet Stuart. Er versucht auch, den Terraner und den Arkoniden hypnotisch zu beeinflussen.

Im Chaos der Pararealitäten, Psi-Phänomene und hypnotisch erzeugten Scheinwelten kommt es zu weiteren Konfrontationen zwischen Bull und Bostich. Der Terraner vernichtet den Rudimentsoldaten. Kleine Pelzwesen, die auf dem namenlosen Planeten heimisch sind und zwischen den Pararealitäten reisen können, bringen Bull und Bostich zu deren Realitätsebene zurück. Der AGLAZAR und der Planet werden vom Atombrand vernichtet, nachdem Bull und Bostich ihn verlassen haben.

Kommentar:

Der Roman fängt zwar recht gut an, lässt dann aber sehr schnell sehr stark nach. Das geht schon mit der überflüssigen Szene mit dem Angriff arkonidischer Streitkräfte auf eine sublunare Werft los. Man meint, Bull gerate wirklich in Gefahr und werde am Ende gar vielleicht getötet - aber dann war doch alles wieder nur eine Übungs-Simulation. Solche völlig überflüssigen Cliffhanger sind Effekthascherei billigster Machart. Darauf kann ich gern verzichten. Dann wird die Besatzung der WILD WOMAN sehr ausführlich vorgestellt, nur um wenig später schon gleich wieder abserviert zu werden. Dann folgt ein beinahe unerträgliches Gefummel mit verschiedenen Realitätsebenen, bei dem uns ebenfalls wieder mehrere Szenen zugemutet werden, die sich hinterher als Träume oder hypnotisch erzeugte Scheinwelten herausstellen. Zu guter Letzt tauchen irgendwelche mit nicht nachvollziehbaren Kräften ausgestattete Pelzwesen auf, die Bull und Bostich retten - warum sie das tun, bleibt ihr Geheimnis.

Haensel schafft es nicht einmal, den Konflikt zwischen Bull und Bostich überzeugend herauszuarbeiten. Die allseits bekannte Feindschaft der beiden Männer ist zwar für eine nicht uninteressante Ausgangssituation gut, aber der Autor macht einfach nichts daraus. Bull und Bostich werfen sich ab und zu ein paar Grobheiten oder auch die Fäuste an den Kopf, mehr aber auch nicht. Am Ende sind sie lediglich gezwungen, sich sozusagen zu umarmen, damit die Pelzwesen sie gemeinsam in Sicherheit bringen können. Niedliches Bild, aber der Effekt ist gleich Null. Keiner der beiden hat am Ende des Romans seinen Hass überwunden oder sich sonst irgendwie weiterentwickelt. Zudem beschränkt sich der Roman auf Bulls Blickwinkel - wie Bostich selbst zu der Sache steht, bleibt unklar. Der arkonidische Imperator bleibt deshalb ein zweidimensionaler und eigentlich auch völlig austauschbarer Bösewicht.

Dass Bull und Bostich sich überhaupt persönlich an den gefährlichen Bergungsversuchen beteiligen, ist nur ein weiteres für Schund dieser Art typisches Element. Bull ist Verteidigungsminister der LFT, Bostich ist der 1. Mann im Göttlichen Imperium. Da ist es natürlich völlig logisch, dass sie an vorderster Front mitkämpfen und sich in Lebensgefahr bringen.

Der Roman ist ein recht seichter und trotz vieler Kampfszenen sogar ziemlich langweiliger, insgesamt verzichtbarer Beitrag zum Perryversum.

J. Kreis, 10.09.2006

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