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Autorenbibliothek 3


Perry Rhodan Autorenbibliothek 3 - Frank Borsch: Fleisch der Erinnerung

Handlung:

1309 NGZ: Perry Rhodan und Reginald Bull sind zu Gast beim Thort, dem Herrscher des Planeten Ferrol. Ferrol, ein Planet des Wega-Systems, war 1975, nur wenige Jahre nach Rhodans erster schicksalhafter Begegnung mit den Arkoniden auf dem Mond, ein Schauplatz des so genannten "Galaktischen Rätsels". ES hatte Hinweise ausgelegt, denen Rhodan und seine Begleiter bis zum Sitz der Superintelligenz gefolgt waren. Dort war Rhodan und seinen Freunden die relative Unsterblichkeit verliehen worden.

Beim Empfangsessen im Palast des Thort wird Rhodan von Lor-timkan angesprochen, einem ferronischen Historiker, der behauptet, eine sensationelle Entdeckung gemacht zu haben. Das ist jedoch nur ein Vorwand - Rhodan wird entführt und via Transmitter zu einem Versteck einer Aktivistengruppe Lor-timkans gebracht. Neniver, eine Ferronin, die als Dienerin beim Empfang gearbeitet hat, beobachtet die Entführung und geht ebenfalls durch den Transmitter, bevor dieser durch eine Granate zerstört wird. Reginald Bull hat seinerseits Neniver beobachtet und ist ihr mit einigen Sicherheitskräften gefolgt. Er entgeht bei der Explosion der Granate nur knapp dem Tod und erleidet schwere Verbrennungen. Trotzdem leitet er selbst die Suche nach Rhodan. Dabei wird er von der ferronischen Stammesfürstin Tar-serque unterstützt, die verhindern will, dass die terranisch-ferronischen Beziehungen durch Rhodans Entführung Schaden nehmen.

Lor-timkan eröffnet Rhodan derweil die Gründe für seine Entführung. Lor-timkan gehört zu einer Gruppe von Ferronen, die die terranische Hegemonie ablehnen und glauben, die von den Terranern importierte arkonidische Technik habe die ferronische Wirtschaft zerstört. Lor-timkan ist darüber hinaus davon überzeugt, dass Rhodan von ES zu Unrecht die Unsterblichkeit erhalten hat, und dass das Galaktische Rätsel noch nicht vollständig gelöst ist. Er meint, es müsse mehr dahinter stecken. Rhodan soll die letzten Geheimnisse für die Ferronen aufdecken. Der Terraner wird jedoch von Neniver befreit, die die Fähigkeit besitzt, durch feste Materie hindurchzugehen. Die beiden müssen per Transmitter fliehen, da sie sich auf einem atmosphärelosen Mond befinden. Die Transmitter gehören nicht zum offiziellen Netz, deshalb können Rhodan und Neniver nicht einfach nach Ferrol zurückkehren. Sie führen in schneller Folge mehrere Sprünge durch, bis sie Rofus erreichen, den neunten Planeten der Wega. Von hier aus wäre eine Rückkehr via Transmitter nach Thorta möglich - aber Neniver verheimlicht Rhodan diese Tatsache. Die beiden machen sich auf den Weg durch das Gebirge, in dem die Transmitterstation steht, um eine Basis zu erreichen, die Rhodan von früher her kennt.

Reginald Bull, für den Tar-serques gute Beziehungen und Kenntnisse der ferronischen Kultur eine große Hilfe sind, findet heraus, dass es im Wega-System ein zweites Transmitternetz gibt, das nicht vom Thort kontrolliert wird. Dieses "Schattennetz" besteht aus 14 Stationen und ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Lor-timkan hat es offensichtlich wieder entdeckt und für seine Zwecke missbraucht. Gemeinsam mit der Stammesfürstin und dem TLD-Agenten Jocimb stellt Bull weitere Ermittlungen an. Er stößt dabei auf das Tagebuch eines Mitarbeiters Lor-timkans, dem er die Standorte der 14 Schattennetz-Transmitter entnimmt. Rhodan und Neniver müssen auf dem Weg durch das Gebirge Hunger und Kälte ertragen. Sie suchen in einer Höhle Zuflucht. Rhodan ist mehr als überrascht, als Neniver ihn auffordert, von ihr zu essen. Sie gibt ihm das "Fleisch der Erinnerung", eine Art Wucherung, die sich immer wieder in ihrer Leistengegend bildet. Das Fleisch beeinflusst Rhodans Geist, so dass dieser sich nicht sträubt. Als der Terraner das Fleisch in sich aufnimmt, erfährt er nicht nur Nenivers Geschichte, sondern die ihres ganzen Volkes.

Neniver ist keine Ferronin, sondern eine Ingul. Dieses Volk ist aus den Paddlern von Andromeda bzw. dem Zweigvolk der Gen-Modulatoren hervorgegangen. Die Gen-Modulatoren waren von den MdI in die Milchstraße verbannt worden. Sie waren in die Urwälder Pigells geflohen und hatten die Gestalt menschengroßer, fledermausähnlicher Wesen angenommen, um sich vor den Tefrodern zu verbergen. Das kollektive Wissen ihres Volkes hatten sie über das "Fleisch der Erinnerung" weitergegeben. Perry Rhodan war den Ingul 49.998 v. Chr. mit der zeitgereisten CREST III begegnet. Sie hatten die Terraner angegriffen, denn sie hatten sie mit den gefürchteten Tefrodern verwechselt. Einige Zeit später war Homunk auf Pigell erschienen und hatte den Ingul im Auftrag von ES angeboten, sie nach Ambur zu evakuieren. Die meisten waren diesem Aufruf gefolgt, doch einige waren zurückgeblieben. Als die Ferronen damit begannen, Pigell zu besiedeln, hatten die letzten Ingul deren Gestalt angenommen und sich unerkannt unter sie gemischt. Neniver meint, sie sei womöglich die letzte ihrer Art.

Auf dem weiteren Weg durch die Berge verwandelt Neniver sich zu ihrer Ingul-Form zurück. Als sie die Basis erreichen, werden die beiden von Lor-timkans Leuten angegriffen, die ihnen gefolgt sind. Sie flüchten durch einen Schacht, der sich plötzlich vor ihnen öffnet, und erreichen so eine weitere von ES eingerichtete Transmitterstation. Gleichzeitig stürmen Reginald Bull, seine TLD-Agenten und ferronische Sicherheitskräfte alle Stationen des Schattennetzes. Rhodan wird von Lor-timkan und einem weiteren Ferronen gestellt, doch Neniver nutzt ihre Fähigkeit des Strukturlaufens, um den Attentätern in den Rücken zu fallen. Sie hat keine andere Wahl, als sie zu erschießen.

Nachdem die Situation bereinigt ist, geht Neniver durch den neu entdeckten Transmitter. Dieser hat nur eine einzige Gegenstation, die als "Sayest" angegeben ist. Dies bedeutet "Zuflucht" in Nenivers Sprache, und dies war der Name der Heimstätten, in denen die Ingul einst gelebt haben…

Kommentar:

Zu diesem Roman fällt mir ehrlich gesagt nicht besonders viel ein. Er ist unterhaltsam zu lesen und bietet einige sehr nette Einblicke in die Kultur der Ferronen, eines Volkes, das in der Perry Rhodan - Serie eigentlich immer etwas stiefmütterlich behandelt worden ist. Die in diesem Roman geschilderte Gesellschaftsform der Ferronen (eine in Kasten eingeteilte Stammeskultur, entstanden aus den Überlebenden der Bestien-Angriffe, paralleles Existieren patriarchalischer und matriarchalischer Strukturen usw.) war mir jedenfalls bislang so nicht bekannt. Auch die Informationen über die Gen-Modulatoren bzw. die Ingul sind für mich neu. Die Idee, das kollektive Gedächtnis eines Volkes durch eine Art rituellen Kannibalismus weiterzugeben, ist… hm… interessant.

Perry Rhodan spielt eher eine Nebenrolle, Bully bekommt ein bisschen mehr zu tun. Die Nebenfiguren werden weit besser ausgearbeitet als die beiden Unsterblichen - aber das ist ja in der PR-Serie kein neues Problem. Allerdings werden Nenivers Motive nicht so recht klar. Irgendwie scheint sie vom "Fleisch der Erinnerung" beeinflusst zu werden. Dass Rhodan sich nicht sofort daran erinnert, welches Volk die Fähigkeit des Strukturlaufens besitzt, halte ich für unglaubwürdig. Warum besitzt Neniver diese Fähigkeit überhaupt? Im Roman heißt es an einer anderen Stelle, die Ingul hätten diese Gabe zu Gunsten der Gen-Modulation aufgegeben.

Noch ein paar kleine Kritikpunkte: Dass Rhodan und Neniver ausgerechnet dann über den Eingang zu der geheimen Transmitterstation stolpern, als sie vor Lor-timkans Leuten fliehen müssen, kommt mir etwas seltsam vor. Nach Bullys langwierigen Entwicklungen kommt mir der "Zugriff" auf die Stationen des Schattennetzes etwas zu schnell. Und da von vornherein feststeht, dass Rhodan nichts passieren wird, kommt kaum Spannung auf.

J. Kreis, 26.11.2006

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