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Autorenbibliothek 2


Perry Rhodan Autorenbibliothek 2 - Ernst Vlcek: Die Verlorenen von Chearth

Handlung:

Die AKKAZZON erscheint

Am 7. Mai 1302 NGZ erscheint die AKKAZZON, ein Schiff der Wlatschiden aus der Galaxie Chearth, im Randbereich des Solsystems. Erste Untersuchungen ergeben, dass es sich um ein Geisterschiff handelt: Die gesamte Besatzung ist tot, die entstellten Leichen befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Verwesung, offensichtlich sind also nicht alle gleichzeitig gestorben. Die junge TLD-Agentin Tia de Mym gehört zu dem Team, das mit der Klärung der Angelegenheit betraut wird. Da sie sich intensiv mit Chearth beschäftigt hat und die dortige Verkehrssprache Sinjuil beherrscht, erhält sie die Aufgabe, das Logbuch der AKKAZZON zu lesen. Ein Chearth-Spezialist namens Conrad Festik wird ihr zur Seite gestellt. Nach leichten Startschwierigkeiten rauft sie sich mit diesem Klotz von einem Mann zusammen. Er erleidet einen Zusammenbruch, als ein Einsatzteam eine Isolierzelle aufbricht, in der sich ein "Passagier" befindet: Offensichtlich kennt Festik diese durch Wucherungen am ganzen Körper schwer entstellte Frau. Die Unbekannte lebt, und da ein ständig wachsendes Psi-Potenzial bei ihr gemessen wird, verlegt man sie in den Para-Bunker von Mimas, in dem normalerweise nur psychisch gestörte, parabegabte Straftäter gefangen gehalten werden.

Tia recherchiert und findet heraus, dass Festik als einziger Überlebender des VESTA-Kreuzers GALATHEIA gilt, der im Jahre 1291 NGZ in Chearth verloren gegangen war. Wenig später wird die Fremde aus der AKKAZZON als Lancia Thurman identifiziert, Festiks damalige Kommandantin und gute Freundin. Tia konfrontiert ihn mit diesen Fakten. Daraufhin berichtet er, was damals, vor über zehn Jahren, wirklich vorgefallen ist.

Absturz der GALATHEIA

Die GALATHEIA wird in Chearth von tazolischen Schiffen über einem unbekannten Dschungelplaneten abgeschossen und kann nicht mehr starten. Auch eines der Feindschiffe stürzt auf der Dschungelwelt ab. Sowohl die Tazolen als auch die Überlebenden der GALATHEIA geraten nach und nach in den hypnosuggestiven Bann einer fremden Macht, die ihnen den Wunsch suggeriert, dem Lotsen Phylaso ins Land Osyr zu folgen. Festik ist als einziger gefeit gegen diese Verlockungen (Festik behauptet, er sei mentalstabilisiert) und muss sich bald sogar gegen die Anfeindungen seiner besessenen Kameraden zur Wehr setzen, die ihn dafür verantwortlich machen, dass ihnen der Eintritt in ihr erträumtes Paradies verwehrt bleibt. Eines Tages schickt man ihn und zwei weitere Besatzungsmitglieder zur Installation eines Not-Hypersenders mit Raumlinsen in den Orbit. Bei ihrer Rückkehr finden sie das Schiff verlassen vor, die gesamte Besatzung ist unauffindbar. Auch Festiks letzte Kameraden verschwinden nach einigen Monaten spurlos. Festik selbst wird nach weiteren Wochen vom letzten Haluter gerettet, der Chearth verlässt.

Von ihrem Chef Noviel Residor erhält Tia den Auftrag, weiter an Festik dranzubleiben. Sie erfährt, dass er keineswegs mentalstabilisiert ist. Er trägt vielmehr das so genannte Horrikos-Gen in sich, scheint aber im Gegensatz zu den Monochrom-Mutanten keine aktive Paragabe zu haben. Über Festik, der als einziger Mensch noch Zugang zu Lancia Thurman hat, soll Tia herausfinden, was mit der ehemaligen Kommandantin wirklich los ist. Die Frau macht eine Metamorphose durch, die allmählich bedrohliche Ausmaße annimmt, denn ihr Psi- Potenzial wächst weiter an. Tatsächlich ist Lancia bereit, ihrem Freund zu erzählen, woran sie sich aus den letzten zehn Jahren erinnern kann.

Lancia Thurmans Geschichte

Während Conrad Festik im All unterwegs ist, versucht Lancia, sich mit einem gegen Psi-Beeinflussung wirksamen APRE-Netz zu schützen, wird aber von einigen nicht mehr zurechnungsfähigen Mannschaftsmitgliedern gezwungen, es abzunehmen. So gerät sie ebenfalls in den Bann der unheimlichen Macht und findet sich in einem märchenhaft schönen Land wieder, in dem Wesen aus vielen verschiedenen Völkern in der Obhut schwebender Lichtgestalten leben. Diese Osyrer behaupten, sie hätten den Status von Dienern, im Gegenzug würden sie an den Glücksgefühlen der "Zuwanderer" partizipieren. Über allem stehe Vodiya, die oberste Wächterin des Landes Osyr. Tatsächlich wird Lancia jedes Mal, wenn sie zu zweifeln beginnt, von ihrer "Betreuerin" Oni-Sonan durch eine Art gemeinsame Meditation in Euphorie versetzt. Dennoch wird sie ihre Zweifel nicht los - durch ihr Hobby, das Eintauchen in Simusense, hat sie sich selbst gegen virtuelle Welten desensibilisiert und kann sich deshalb im Gegensatz zu allen anderen im Lande Osyr lebenden Wesen, die sich selbst für absolut glücklich halten, eine gewisse Selbständigkeit bewahren. Und so dauert es nicht lang, bis sie feststellt, dass sie Osyr nicht mehr verlassen kann. Allerdings soll ihr eine besondere Ehre zuteil werden. Sie soll in Vodiyas inneren Zirkel aufgenommen werden.

Da begegnet sie dem Wlatschiden Lorezzo, der sie in die Realität zurückbringt, indem er ihr ein APRE-Netz überstülpt. Er gehört zu einem Team, das die Vorfälle auf der Höllenwelt untersucht. Zu ihrem Entsetzen stellt Lancia fest, dass ihr Körper deformiert ist und dass sie in den letzten Jahren keineswegs in einem Paradies gelebt hat, sondern in einem gewaltigen Höhlensystem, das den gesamten Kontinent durchzieht. Die Osyrer sind tatsächlich widerliche Egel, die ihren Opfern die Mentalenergie rauben, bis sie sterben. Vodiya, das Muttertier der Egel, lockt Raumfahrer aus ganz Chearth zu ihrem Planeten, um sie mental auszusaugen. Die Wlatschiden wollen diesem Ungeheuer den Garaus machen, konnten es jedoch noch nicht aufspüren. Das soll Lancia für sie übernehmen. Der Plan geht auf. Lancia schluckt einen Peilsender, kehrt ins Land Osyr zurück und lässt sich zu Vodiya bringen. Als dann die Wlatschiden erscheinen, erkennt Lancia, was Vodiya wirklich ist: Ein grotesker Fleischberg, der inmitten der Gebeine und Leichen der von ihm ausgesaugten Opfer ruht. Die Wlatschiden vernichten Vodiya. Aus Dank wollen sie Lancia danach mit der AKKAZZON in ihre Heimat zurückbringen.

Vodiyas Wiedergeburt

Noviel Residor geht davon aus, dass Lancia Thurman für den Tod der Besatzung der AKKAZZON verantwortlich ist. Ihr Psi-Potenzial wächst weiter an. Es ist offensichtlich, dass ihre Metamorphose sich dem Endstadium nähert. Es zeigt sich, dass ein parasitärer Fremdkörper sich in ihrem Körper eingenistet hat. Es ist ein Überrest Vodiyas, der nicht entfernt werden kann und die Gene der Terranerin allmählich durch seine eigenen ersetzt. Als Lancia am 22. Mai bedrängt wird, die Wahrheit zu sagen, verwandelt sie sich endgültig in Vodiya. Das Wesen schickt sich an, eine höhere Entwicklungsstufe zu erreichen, doch Conrad Festik, dessen eigene Paragaben jetzt endgültig erwachen, stellt sich ihm entgegen. Ein gewaltiges Psi-Duell entbrennt. Festik ermöglicht es Tia, aus dem durch einen Energieschirm abgeriegelten Sicherheitsbereich des Para-Bunkers zu entkommen, dann reißt er alles, was sich innerhalb des Schirms befindet, in ein anderes Kontinuum.

Kommentar:

Unter den fünf Autorenbibliothek-Büchern gehört dieser Band sicher zu den besseren - was angesichts der leider sehr schwachen Konkurrenz allerdings auch nicht viel bedeutet. Vlcek hat einen Roman ohne Höhen und besonders schlimme Tiefen vorgelegt. Deshalb habe ich auch nicht allzu viel dazu zu sagen. Man liest den Roman gern, fühlt sich gut unterhalten und ist gespannt, wie die ganze Sache wohl ausgehen mag. Mehr ist zwar nicht dran, d.h. die Story ist ansonsten relativ belanglos und bis auf Tia de Mym bleiben alle Hauptfiguren recht blass, aber mehr sollte man bei Perry Rhodan ja generell nicht verlangen.

Positiv anzumerken ist, dass der Roman nicht zu sehr in der seinerzeit aktuellen Handlung der Heftserie verwurzelt ist. Man kann ihn also auch goutieren, wenn man keine Ahnung hat, was in Chearth damals eigentlich vorgefallen ist, wer die Tazolen sind und so weiter. Man muss nur wissen: Die GALATHEIA ist weit von zu Hause weg und die Tazolen sind der Feind - das reicht, und das macht Vlcek auch klar. Zu starke Bezugnahmen auf Ereignisse aus der Heftromanserie, an die sich irgendwann kein Mensch mehr erinnert, würden das Lesevergnügen erheblich schmälern. Trotzdem spielt die Story erkennbar im Perryversum. So muss man eine Geschichte außerhalb der Heftserie aufziehen!

Ob es nötig war, Conrad Festik irgendwelche nicht näher definierten, supermächtigen Paragaben anzudichten, die zu allem Überfluss auch nur dann erwachen, wenn es für diesen Roman nötig ist, ist eine andere Frage. Tatsächlich teilen praktisch alle Romane der Autorenbibliothek diese Schwäche: Die Auflösungen sind alles andere als überzeugend, immer wieder wird eine Art Deus ex Machina bemüht, weil die Geschichten sonst nicht funktionieren würden.

J. Kreis, 02.08.2007

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