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Perry Rhodan Ara-Toxin Band 6: Der Unlichtplanet

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Auf der MO

Nachdem sie auf Synuits Befehl 16 arkonidische GWALON-Raumer vernichtet haben, die bei der Trümmerbrücke nach dem Rechten sehen wollten, nehmen die drei bei der MO erschienenen Mobys eine Dreiecksformation ein und akkumulieren gewaltige Energiemengen. Perry Rhodan und Julian Tifflor erkennen, dass es sich um einen Transmitter handelt und wollen die Chance nutzen, die ihnen der Transitionsschock bieten wird. Sie wollen die Steuerung für die Hyperenergie deaktivieren, mit der Synuit die Tefroder der MO unter Kontrolle hält. Sie müssen sich beeilen, denn Synuit veranlasst die "Säuberung" des Schiffes von allen unbeeinflussten Lebewesen. Es befinden sich noch mehrere Hundert Intelligenzwesen aus verschiedenen Völkern an Bord, auch Zhana könnte in Gefahr geraten. Die MO wird in den Leerraum zwischen Milchstraße und Andromeda abgestrahlt, wo drei weitere Mobys den Empfangstransmitter bilden. Wie erwartet verlieren der empfindliche Gys-Voolbeerah und alle Tefroder das Bewusstsein. Rhodan und Tifflor überstehen den Schock mit Hilfe ihrer Zellaktivatoren besser, sie wecken Zhana und Ignats Gorgides. Zusammen mit Gorgides, der den Rang des Leitenden Ingenieurs der MO hat, dringt Rhodan erneut in die Zentrale ein, Tiff und Zhana sorgen derweil draußen für Ablenkung. Es gelingt Gorgides, die Energieschirme zu deaktivieren, die Synuit und die Steueranlage für die Hyperstrahlung schützen, doch der Gestaltwandler kommt zu sich. Rhodan hat ihm nichts entgegenzusetzen und wird niedergeschlagen. Da stürzt Gorgides sich auf Synuit. Der Gestaltwandler tötet den Tefroder, aber Rhodan hat genug Zeit erhalten, um eine winzige Sonde auf die Steueranlage anzusetzen, von deren Existenz Synuit nichts ahnt.

Tiff und Zhana greifen ein und verhelfen Rhodan zur Flucht. Synuit glaubt, nicht ausreichend beeinflusste Tefroder hätten ihn angegriffen und misst diesem Vorfall keine große Bedeutung bei. Auf der Suche nach einem Versteck begegnen die drei Flüchtenden dem Pflanzenwesen Samtscharf, einem Zatysken, dessen Volk auf der Trümmerbrücke einfache Arbeiten verrichtet hat und bei der Absprengung der MO bis auf ihn ausgerottet worden ist. Samtscharf hatte nach einem ruhigen Ort gesucht, um dort Nachkommen zur Welt bringen zu können, war unterwegs dem elfjährigen (möglicherweise autistischen) Tefrodermädchen Semta begegnet und dann den "Säuberungstrupps" der Tefroder vor die Energiestrahler gelaufen. Die Terraner retten Samtscharf und Semta und verstecken sich irgendwo in der MO. Das Schiff befindet sich im Orbit des Unlichtplaneten, auf dem Rhodan zu Recht die Hintermänner des Projekts Ara-Toxin vermutet. Auch die Raumstation FOARY befindet sich im Orbit dieser Welt, und hier halten sich die überlebenden Mitglieder der MO-Eskorte auf. Allerdings sind auch sie - ebenso wie Synuit, der sich jetzt zur FOARY begibt - nur die Erfüllungsgehilfen einer weit mächtigeren Person: Auf dem Unlichtplaneten residiert Aset-Radol, ehemaliger Faktor VI der Meister der Insel.

Aset-Radols Vergangenheit: Die Meister der Insel

Aset-Radol gehört zu jenen 13 Lemurern, die ca. 24.000 v. Chr. einen Zellaktivator von Agaia Thetin erhalten und danach zu den Meistern der Insel werden. Nach langjähriger Beobachtung erkennt er die wahre Identität von Faktor I. Allerdings ist auch Mirona Thetin hierüber im Bilde, was sie ihm eines Tages zu seinem großen Entsetzen eröffnet. Sie lässt ihn am Leben und benutzt ihn als Spion in den Reihen der anderen MdI, denn wie alle aus diesem Kreis (Aset-Radol eingeschlossen) leidet sie unter Verfolgungswahn und vertraut ihren Untergebenen nicht - allerdings zu Recht, wie sich später zeigt. Als Druckmittel setzt sie Aset-Radols Zellaktivator ein, den sie so manipuliert hat, dass sie ihn jederzeit zur Explosion bringen kann. Aset-Radol betreibt Forschungen mit dem Hyperkristall Altrit, der nur auf Tamanium vorkommt, und entdeckt dessen Wirkung auf die Ökosphäre beliebiger Planeten. Er entwickelt eine Substanz, die er Radolxin nennt und die ganze Planeten in bizarre kristalline Lebewesen verwandelt. Diese Wesen werden als Darlos (von den Terranern später Mobys genannt) bezeichnet und wecken auch Mirona Thetins Interesse.

Eines Tages erhält Aset-Radol von Mirona Thetin den Auftrag, nach Apsuhol zu reisen und dort das aufstrebende Volk der Arkoniden zu beobachten, denn diese könnten ihren Eroberungsplänen, die sich inzwischen nicht mehr auf Karahol beschränken, im Wege stehen. Noch vor Gründung des Großen Imperiums der Arkoniden (also vor 18.334 v. Chr.) begibt Aset-Radol sich nach Apsuhol. Er empfiehlt, die Degeneration der Arkoniden vor einem Eroberungsfeldzug in dieser Galaxie abzuwarten. Er selbst richtet eine Basis unweit des Planeten Lemur ein, die er mit Duplos bevölkert. Jahrhundertelang beobachtet und manipuliert er die Arkoniden aus dem Hintergrund und beginnt damit, einen Seitenzweig dieses Volkes nach seinen Vorstellungen zu züchten: Die Aras, deren Name auf seinen eigenen Initialen basiert. Die Aras werden zu einer Art Hilfsvolk für ihn, in den nächsten Jahrtausenden setzt er sie immer wieder für seine Forschungen ein oder nutzt ihre Forschungsergebnisse für eigene Zwecke. Außerdem lernt er, die Darlos zu lenken, indem er ihre Instinktgehirne beeinflusst.

Aset-Radols Vergangenheit: Flucht nach Apsuhol

Im 8. Jahrtausend v. Chr. tritt schließlich ein, was Mirona Thetin immer befürchtet hat: Verschwörer planen den Sturz von Faktor I. Kolin-Uns (Faktor XI) gründet den Rat der Sechs und behauptet, die wahre Identität des Oberhaupts der MdI zu kennen. Die Gedanken an das Komplott lösen einen posthypnotischen Block, den Aset-Radol sich selbst auferlegt hat. Er verrät die Verschwörer zwar an Mirona Thetin, will sich aber gleichzeitig von ihr befreien. Wie erwartet zündet Faktor I nicht nur die Zellaktivatoren der Verschwörer - auch Aset-Radol soll sterben. Er überlebt jedoch, indem er sich im Inneren eines Darlos versteckt, der den Zündungsimpuls absorbiert. Ein Duplo, der eine Zellaktivator-Attrappe trägt, stirbt an seiner Stelle. Da Mirona Thetin ihn für tot hält, kann Aset-Radol sich ungestört mit 10 Darlos in die Milchstraße absetzen. Dort findet er allerdings trotz langer Suche kein Altrit und kann daher weder Duplos noch neue Darlos erzeugen. Eines Tages begegnet er zufällig dem jungen Gys-Voolbeerah Synuit. Dieser wurde aus unbekannten Gründen von seinem Volk verstoßen und bietet Aset-Radol, von dessen Macht er beeindruckt ist, seine Dienste an. Aset-Radol formt aus ihm ein williges, absolut skrupelloses Werkzeug, das er immer wieder in Kryostase versetzt, um sein Leben zu verlängern.

Aset-Radols Vergangenheit: Das Ara-Toxin

In der Identität Ostiam Meharros schart Aset-Radol im 1. Jahrtausend v. Chr. eine Gruppe besonders begabter Aras um sich, die später zur MO-Eskorte wird. Er inszeniert seinen eigenen Tod, lenkt das Schicksal seiner ehemaligen Anhänger aber auch weiter aus dem Hintergrund. Synuit, der als Schopsna auftritt, "findet" die Raumstation FOARY, die in den nächsten Jahrhunderten von den unsterblich gewordenen Mitgliedern der MO-Eskorte als Versteck genutzt wird. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Station um Aset-Radols umgebauten Kugelraumer INSTIN. Hier werden die MO-Eskortisten mit Hypnostrahlern beeinflusst, so dass sie stets im Glauben bleiben, selbst die Fäden in der Hand zu halten. Die Aras haben keine Ahnung von der Existenz Aset-Radols und erfüllen unwissentlich dessen Pläne. Aset-Radol erschafft den Unlichtplaneten, eine künstliche Welt, die er im Leerraum zwischen Milchstraße und Andromeda ganz nach seinen Vorstellungen gestaltet. Er positioniert je drei Darlos als Transmitter in der Eastside, in der Nähe des arkonidischen Imperiums und beim Unlichtplaneten. Hier unterzieht er sich im Laufe der Zeit immer wieder einer partiellen Gedächtnislöschung, da sein Geist nicht in der Lage ist, alle in diesen vielen Jahren gesammelten Eindrücke zu speichern.

Nach der Hyperimpedanz-Erhöhung kommt es zu einem Durchbruch in der Darlos-Forschung, denn jetzt wird kein Altrit mehr benötigt: Gewöhnliche Khalumvatt-Hyperkristalle erfüllen den gleichen Zweck. Damit wird das Projekt Ara-Toxin gestartet - mit allen bekannten Folgen. Asets-Radols Ziel besteht darin, die dominierenden Machtblöcke der Milchstraße zu stürzen, um an der Spitze des von ihm favorisierten Volkes der Aras selbst die Macht übernehmen zu können. Aset-Radol erzählt seine Lebensgeschichte den Früchten des Yakuva-Baumes, der auf dem Unlichtplaneten wächst. Diese halbintelligenten Pflanzenwesen benötigen den Kontakt mit jemandem, der mit ihnen spricht, um gedeihen zu können.

Perry Rhodan und eine wundersame Läuterung

Perry Rhodan ist entschlossen, sich dem oder den für die Verseuchung Dutzender Planeten Verantwortlichen persönlich zu stellen. Samtscharf kennt eine ungesicherte Stelle, an der Rhodan die MO unbemerkt verlassen könnte. Er führt den Terraner unter der Voraussetzung dorthin, mit zum Unlichtplaneten kommen zu dürfen, denn er hofft, dort endlich seine Nachkommen zur Welt bringen zu können. Rhodan hat keine Einwände, und so stürzen sich beide im Schutz eines Energieschirms aus dem Schiff und fallen auf den Planeten zu. Zhana und Tiff bleiben auf der MO zurück. Sie wollen versuchen, so viele Verfolgte wie möglich zu retten, geraten dabei aber selbst in Lebensgefahr. Synuit wird über die Kämpfe in der MO informiert.

Während Samtscharf auf dem Unlichtplaneten buchstäblich Wurzeln schlägt, macht Rhodan sich auf den Weg in die einzige Ansiedlung, die es auf dieser Welt gibt. Unterwegs begegnet er den Früchten des Yakuva-Baums. Die Winzlinge haben einiges von dem, was Aset-Radol ihnen erzählt hat, nicht verstanden. Rhodan soll es ihnen erklären. So erfährt der Terraner die Lebensgeschichte des MdI. Offen und ungeschützt betritt er danach die Ansiedlung und läuft prompt in eine Art Hypnofalle: Alle negativen Erinnerungen Aset-Radols, die dieser sich hat "entfernen" lassen, stürzen auf Rhodan ein und sollen ihn in den Wahnsinn treiben. Tatsächlich wird der Terraner zu einem geistigen und körperlichen Wrack, dennoch schafft er es, die Barriere zu durchqueren. Er ist danach aber dem Tode nahe. Aset-Radol ist so beeindruckt von Rhodans Widerstandskraft, seinem Willen und seiner positiven Natur, dass er ihn behandeln lässt. Bald ist der Terraner ganz wiederhergestellt. Aset-Radol geht sogar noch weiter: Durch Rhodans gutes Beispiel ist ihm klar geworden, dass seine Eroberungspläne böse sind. Er gibt sie auf und erklärt sich bereit, Rhodan das Gegenmittel für das Radolxin (also für das Ara-Toxin) zu überlassen, das es entgegen aller anders lautenden Behauptungen sehr wohl gibt.

Auf der MO überschlagen sich derweil die Ereignisse. Leichtsinnigerweise hat Synuit in Anwesenheit der MO-Eskortisten mit Tifflor gesprochen und wurde von diesem enttarnt. Als Aset-Radol ihm befiehlt, die Angriffe einzustellen, ignoriert er das. Doch da erfüllt die von Rhodan eingesetzte Mikrosonde ihre Aufgabe und zerstört die Schaltung für die Hyperstrahlung, so dass die Tefroder wieder sie selbst sind und nicht mehr kämpfen. Synuit schießt Tifflor nieder und nimmt dessen Gestalt an, um auch Rhodan töten zu können - er ist überzeugt, immer noch in Aset-Radols Interesse zu handeln, da er nicht an dessen Läuterung glaubt. In Tifflors Gestalt lässt er sich zum Unlichtplaneten abstrahlen. Zhana, deren Geruchssinn künstlich verstärkt wurde und die vor ihm angekommen ist, durchschaut den Schwindel und erschießt ihn. Der zwar schwer verletzte aber lebendige Tifflor wird kurz darauf geborgen und behandelt.

Epilog

Am 25. September 1340 NGZ stellt Rhodan Zheobitt auf Aralon zur Rede. Niemand anderer als der Mantarheiler ist Zhanas geheimnisvoller Auftraggeber. Er hatte Wind vom Projekt Ara-Toxin bekommen und wollte es sabotieren, ohne selbst in Erscheinung zu treten, denn er darf sich nicht aktiv gegen sein eigenes Volk stellen. Im Grunde ist er aber nur aus gekränkter Eitelkeit aktiv geworden; er konnte es nicht ertragen, dass die MO-Eskorte dabei war, ihm den Rang als größter Mediker abzulaufen. Immerhin muss Rhodan angesichts seiner Erlebnisse auf Jaimbor anerkennen, dass Zheobitt die Mittel besitzt, die Wirkung eines Zellaktivators zu neutralisieren.

Tiff und Zhana erkennen, dass sie sich wirklich lieben, doch beiden ist klar, dass diese Beziehung keine Zukunft haben kann. Ihnen bleiben aber noch einige gemeinsame Tage.

Samtscharf bringt gesunden Nachwuchs zur Welt, Semta bleibt bei ihm auf dem Unlichtplaneten. Aset-Radol will an ihr wieder gut machen, was er an Synuit verbrochen hat. Der Unlichtplanet verschwindet mit unbekanntem Ziel.

Kommentar

Was für ein Glück, dass Papier nicht vor Scham erröten kann. Sonst wären die letzten 50 Seiten dieses Buches nämlich so dunkelrot, dass man die Schrift nicht mehr erkennen könnte. Ich dachte die ganze Zeit: "Das kann nicht sein... das meint der Thurner doch bestimmt nicht so... das ist alles bestimmt nur ein Trick des schlauen MdI...", aber das war ein Irrtum. Hätte ich diese letzten 50 Seiten doch nie gelesen. Dann müsste ich mir jetzt nicht schon wieder vorwerfen, Zeit und Geld für irgendwelchen Schund aus der Perry Rhodan - Redaktion verschwendet zu haben. Ich habe mich so sehr geärgert, dass der folgende Text sehr emotional geprägt ist, wofür ich bereits jetzt um Entschuldigung bitte - ich kann einfach nicht anders.

Dieser Roman ist der letzte des Ara-Toxin-Sechsteilers, er sollte also Höhepunkt und krönender Abschluss dieses Minizyklus sein. Stattdessen ist er eine Bankrotterklärung der Exposé-Autoren und der endgültige Beweis dafür, dass manche Leute einfach keine Geschichten erzählen können. Wann werden diese Leute endlich begreifen, dass es nicht reicht, Perry Rhodan in eine interessante Ausgangsposition zu manövrieren, ein paar Rätsel drumherum zu konstruieren, Verwirrspiele mit diversen Tarnexistenzen zu spielen und das Ganze mit der einen oder anderen Überraschung zu garnieren wie diesmal der Info, dass es doch noch einen lebenden MdI gibt, der die Mobys und darüber hinaus das Volk der Aras erschaffen hat - wenn dann am Schluss eine derart haarsträubende Auflösung herauskommt wie im Fall "Ara-Toxin"? Da baut man über 6 Romane hinweg eine (wieder mal) ultimative Bedrohung auf, verseucht -zig Planeten mit einem Toxin, für das es definitiv und absolut sicher rein gar kein Gegenmittel gibt, lässt die bösen, bösen Drahtzieher zu millionenfachen Massenmördern werden... und am Schluss heißt es: Ätsch! War alles ganz anders! Natürlich gibt's ein Gegenmittel, die ganze Bedrohung verpufft völlig wirkungslos und der Bösewicht ist plötzlich ein ganz, ganz Guter. Von jetzt auf plötzlich ist er geläutert und wirft all seine jahrtausendelang sorgfältig gehegten und weiterentwickelten Pläne über Bord. Natürlich ist ihm hinterher auch niemand mehr böse, alles ist wieder gut, der "Reset-Knopf" wurde mal wieder gedrückt. Bin ich überkritisch oder kommt das auch euch wie der größte Bullshit vor, der im Perryversum seit dem Total-Kehraus am Ende des Sternenozean-Zyklus (siehe PR 2299) verzapft worden ist? Ich hatte ja schon zu einem recht frühen Zeitpunkt befürchtet, dass dieser Sechsteiler kein Glanzpunkt in der PR-Historie werden würde. Und er ist denn auch nichts anderes als eine Abfolge thematisch leicht miteinander verknüpfter Einzelromane mit schwankender, insgesamt knapp durchschnittlicher Qualität, aber kein richtiger Zyklus. Dass es dann am Ende so schlimm werden würde, hätte ich nicht erwartet.

Soviel zum Zyklus und zu den letzten Romanseiten. Aber auch was vorher kommt, reißt mich nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hin. Das geht schon mit den vielen Schreibfehlern los. Unregelmäßige Verben sind Thurners Sache nicht, soviel ist mir inzwischen klar. Außerdem bleiben doch viel zu viele Fragen und Logiklöcher offen. Wenn Synuit weiß, dass er die MO nicht voll unter Kontrolle hat und dass er demnächst vom Transmitterschock ausgeknockt sein wird: Warum sichert er sich dann nicht besser ab? Warum müssen Tiff und Zhana draußen für Ablenkung sorgen, wenn doch noch alles schläft? Wären sie gleich mit in die Zentrale gegangen, hätte Gorgides wahrscheinlich am Leben bleiben dürfen. Welchen Sinn - außer dem, dieses Buch weiter aufzublähen - hat die Nebenhandlung mit Samtscharf und Semta? Warum ist es plötzlich egal, dass PR einen Energieschirm aktiviert, während er auf den Unlichtplaneten zustürzt? Zuvor hatte er doch so viel Wert darauf gelegt, ja nicht geortet zu werden? Wie schafft es der winzige, praktisch nur aus einem Mikrochip bestehende Krabbler, Emotionen zu entwickeln? Warum denken Thurners Protagonisten in jedem noch so unpassenden Moment an S.e.x.? Warum müssen wir schon wieder einen Langzeitplan über uns ergehen lassen, und dann auch noch einen so schlechten (wie man es besser machen kann: Siehe Lemuria-Taschenbücher)? Warum ist PRs Mentalstabilisierung wirkungslos? Warum wird Tiff von Synuit verschont? Der Kunstgriff mit den Yakuva-Ablegern, die PR die Lebensgeschichte des MdI erzählen, nachdem dieser sie ihnen erzählt hat, ist so bescheuert, dass er fast schon wieder genial ist. Auf zwei Seiten wird dann noch schnell und auf äußerst fadenscheinige Weise abgehandelt, wer dafür verantwortlich ist, dass Rhodan und Tifflor überhaupt erst in die ganze Chose hineingeraten sind. Was für ein haarsträubender Unsinn. Zheobitt hätte den beiden auch ganz einfach sagen können, was los ist, der Effekt wäre derselbe gewesen.

Insgesamt ist dieser Roman trotz interessanter Ansätze (die Geschichte des MdI) der blanke Hohn. Da muss ich mich doch fragen, ob Thurner vielleicht keine Lust hatte, sich bessere Lösungen für die verschiedenen in den bisherigen fünf Romanen als ach so ausweglos und ultra-gefährlich geschilderten Probleme auszudenken? Oder ob der ganze Minizyklus vielleicht von Anfang an überhaupt nicht fertig konzipiert war? Auf letzteres würde schließen lassen, dass in den Vorab-Ankündigungen zu einzelnen Romanen ab und zu Begriffe verwendet werden, die in den Romanen gar nicht vorkommen. Bei Band 3 war die Rede von einem Planeten namens "Samtum", der nicht vorkommt, beim vorliegenden Band wird von einem Planeten namens "Sink" gesprochen...

Fazit: Das war gar nichts. Roman und Zyklus müssen als Totalverlust bewertet werden. Dass der Kultur der Aras einige interessante Details hinzugefügt werden und dass eine weitere Facette der Geschichte der MdI aufgedeckt (oder sollte ich sagen: Neu erfunden?) wird, ändert daran nichts. Aber ich sollte mich allmählich wieder abregen. Zuviel Ärger ist schlecht für den Blutdruck.

Anhang zu diesem Roman: Eine Kurzgeschichte von Claudia E. Kraszkiewicz, in der Albertus Magnus im Jahre 1248 zwischen Junkersdorf und Lövenich einem Cheborparner begegnet, wovon er vier Jahre später einem staunenden Thomas von Aquin erzählt. Anlass des Ganzen: Ein real existierendes Kirchenfenster, in dem angeblich neben diesen beiden prominenten Persönlichkeiten auch ein Roboter zu sehen sein soll. Recht nett, rechtfertigt aber nicht den Erwerb dieses Buches.

J. Kreis, 11.03.2008


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