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Perry Rhodan Ara-Toxin Band 5: Die Trümmerbrücke

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Zwischen Perry Rhodan und Julian Tifflor kommt es zu Differenzen über die weitere Vorgehensweise: Während Rhodan den Gestaltwandler verfolgen will, da er nicht glaubt, dass es wirklich kein Mittel gegen das Ara-Toxin gibt, schlägt Tifflor die Evakuierung Terras vor. Rhodan meint, dass Rache die Triebfeder der Unbekannten sein muss, und dass es sich möglicherweise um Gestaltwandler aus dem Volk der Gys-Voolbeerah handelt. Die Ergebnisse der Autopsie an Plob Arnoyns Leiche, die von Pron Dockt vorgenommen wird, stützen diese These. Der Ermordete hatte Implantate in den Augen, die die letzten Minuten seines Lebens aufgezeichnet haben, und in diesen Aufzeichnungen ist der Mörder zu sehen - ein Wesen, das rasend schnell seine Gestalt verändert, bis es zu einem Ebenbild Plob Arnoyns wird. Rhodan meint außerdem, dass Tifflor sich zu sehr von Zhanauta Filgris beeinflussen lässt. Er argwöhnt, die Ara-Attentäterin könne ein Werkzeug des Gestaltwandlers sein. Tiff selbst leidet unter zunehmendem Verfolgungswahn, der dazu führt, dass er Zhana für eine Gestaltwandlerin hält. Die Beziehung der beiden kühlt infolgedessen merklich ab.

Zunächst wird der Ort im Konchols-Gebirge auf Oyloz untersucht, von dem aus der vermeintliche Gys-Voolbeerah mit einem Kugelraumer gestartet ist. Nach Zhanas Informationen unterhalten die Aras dort eine unbemannte wissenschaftliche Beobachtungsstation. Es zeigt sich jedoch, dass es sich tatsächlich um eine bewaffnete und mit Kampfrobotern ausgerüstete Basis handelt. Sie kann nur durch den Einsatz von Landetruppen und unter einigen Verlusten eingenommen werden. Immerhin können Daten geborgen werden, die auf eine Verbindung mit dem THAU-Konsortium der Springer hinweisen. Offenbar wurden schon seit geraumer Zeit Waffen und Hyperkristalle geliefert. Die Terraner und Zhana starten deshalb am 6. Juli mit der CONNOYT, Flugziel ist die Trümmerbrücke, eine wirtschaftliche Hochburg der Springer und Sitz des THAU-Konsortiums. Möglicherweise ist der Gestaltwandler zur Trümmerbrücke geflohen. Maskiert als arkonidischer Adliger (Tifflor), dessen Leibdiener (Rhodan) und Ara-Bauchaufschneiderin (Zhana) wollen die drei dort weitere Ermittlungen anstellen. Kontaktmann auf der Trümmerbrücke ist der drogensüchtige Neu-Tefroder Ignats Gorgides, der als Trümmerscout auf der Station arbeitet und ab und zu Informationen an den TLD verkauft.

Die Trümmerbrücke ist ein Fragment des ehemaligen kosmischen Basars NOWGOROD, der im Jahre 497 NGZ zerstört worden war (er sollte nicht den Cantaro in die Hände fallen). Das THAU-Konsortium hatte die Trümmer 1222 NGZ entsorgt und das größte Fragment in die Nähe des Cjuis-Systems geschleppt. Dort ist das Sporenschiff-Bruchstück in den letzten Jahren instand gesetzt und weiter ausgebaut worden. Seither dient es den Springern als exterritorialer Handelsstützpunkt im arkonidischen Machtbereich. Die Station gleicht einer platt gedrückten, deformierten Hantel mit einem stegförmigen Mittelteil und zwei tellerartigen Auslegern, die als "Pfannen" bezeichnet werden. Das zerklüftete und aufgerissene Gebilde ist insgesamt 15 Kilometer lang und beherbergt neben den THAU-Händlern und deren Kunden allerlei lichtscheues Gesindel. Glücksritter, Verzweifelte und Gestrandete tummeln sich in den längst nicht komplett erschlossenen inneren Bereichen der Station. Neben Kontoren für alle denkbaren Waren sind die verschiedensten Vergnügungseinrichtungen, Spielhöllen und dergleichen auf der Trümmerbrücke zu finden. Außerdem gibt es im Steg eine Tefroder-Kolonie, aus der billige Arbeitskräfte rekrutiert werden.

Was Rhodan und Tifflor nicht wissen: Die Trümmerbrücke ist auch ein Umschlagplatz für "Versuchsobjekte", die auf Jaimbor benötigt werden, und für Antazymol, ein extrem seltenes Naturprodukt, das möglicherweise als Grundstoff für das Ara-Toxin verwendet wird. Zulieferer für erstere und Zwischenhändler für letzteres ist der Springer Lamos Ozwach, ein Mitglied des THAU-Konsortiums. Er und die anderen Betreiber der Station sehen ihre wirtschaftliche Existenz bedroht, als der so genannte "Gelau" eintrifft, der Finanzier und Hauptanteilseigner der Trümmerbrücke, der bisher immer im Hintergrund agiert hat. Er stellt sich als Patriarch Saghul vor und übernimmt die Leitung des Konsortiums. Er veranlasst die Räumung des Mittelteils und lässt dort eigenes Material lagern, das mit Frachtern angeliefert wird. Rhodan, Tifflor und Zhana erreichen die Station am 11. Juli, einen Tag nach der Ankunft Saghuls. Von Ignats Gorgides erfahren sie, dass im fraglichen Zeitraum nur der Gelau mit seinem Gefolge eingetroffen ist. Somit fällt der Verdacht, der Gestaltwandler zu sein, auf Saghul. Der Tefroder beschafft außerdem Informationen, denen zufolge die Trümmerbrücke insgeheim flugfähig gemacht wird.

Lamos Ozwach muss feststellen, dass der Gelau in der Wahl seiner Mittel nicht zimperlich ist: Einer von Ozwachs Mitarbeitern, der für ihn im Steg spioniert hat, wurde offensichtlich beseitigt. Deshalb scheut der Händler nicht davor zurück, selbst Gewalt anzuwenden. Er arrangiert ein Attentat, dem Saghul und seine Leibwächter zum Opfer fallen. Nur Saghuls Sekretär Koztelka überlebt im Schutz eines Energieschirms. Tatsächlich ist er derjenige, der die Fäden zieht - er ist ein Gestaltwandler, dessen wahrer Name Synuit lautet. Synuit vollendet seine lange vorbereiteten Pläne trotz des Anschlags. Er sprengt den Steg der Trümmerbrücke von den Pfannen ab; zum Vorschein kommt ein voll funktionsfähiges, bewaffnetes Raumschiff - die MO. Die hier lebenden Tefroder werden mittels Hyperstrahlung in willenlose Marionetten verwandelt. Zu genau diesem Zweck wurde jedem von ihnen ein Chip implantiert, der mit ihrer Paradrüse verbunden ist. So ergeht es auch Ignats Gorgides, der Rhodan und seine Begleiter in den Steg geführt hat. Wegen des von ihm konsumierten Eyemalin-Derivats ist er jedoch teilweise immun gegen die Fremdbeeinflussung. Er kann Rhodan und Tifflor den Weg zur Zentrale der MO weisen. Zuvor maskieren die beiden sich mit Zhanas Hilfe als Tefroder, so dass sogar Synuit sie nicht erkennt, als sie die Zentrale betreten.

Synuit hat inzwischen eine andere Gestalt angenommen: Die des Mantarheilers Schopsna. Er ruft eine Eskorte für die MO herbei: Drei Mobys erscheinen. Also sind außer Remion offenbar bereits zwei weitere Planeten dem Ara-Toxin zum Opfer gefallen...

Kommentar

Komisch - ich hatte nach der Lektüre dieses 414 Seiten dicken Buches (OK, der Roman selbst umfasst nur 380 Seiten) den Eindruck, dass man es besser um mindestens 50 Seiten gekürzt hätte, aber ich hätte nicht sagen können, was man hätte kürzen sollen. Komplett sinnlos ist eigentlich keine der diversen Nebenhandlungen, aber es kommt mir denn doch so vor, als hätte man die eine oder andere Information auch anders vermitteln können, ohne das Buch auf die jetzige Dicke aufzublasen. Was also hätte man weglassen können? Vielleicht das dämliche Familienleben Lamos Ozwachs? Oder die Medira McRoven - Nebenhandlung, die vermutlich nur dazu da ist, um anzudeuten, dass das Antazymol wohl zur Herstellung des Ara-Toxins benötigt wird und dass entsprechende Forschungen auch auf der Trümmerbrücke betrieben wurden? Die Verhärtung von Körperpartien der mit Antazymol behandelten Frau erinnert an die Metamorphose Remions. Auch der Antazymol-Diebstahl durch Wodar Lengros XII ist so eine Nebenhandlung, die das Ganze unnötig in die Länge zieht.

Ich will nicht von Seitenschinderei reden, aber insgesamt enthält dieser Roman - es ist immerhin der vorletzte dieses Sechsteilers - für meinen Geschmack zu wenig relevante Infos und zu viel Gelaber. Besonders spannend ist er auch nicht gerade. Dass Schopsna der Gestaltwandler ist, konnte man sich schon zusammenreimen. Gut, mit den Gys-Voolbeerah, die man auch als "Molekülverformer" kennt, kommt ein neuer Aspekt ins Spiel. Wenn denn wirklich die MV hinter der Geschichte stecken. Es gibt ja auch andere Völker, die ihre Gestalt verändern können und suggestiv begabt sind. Ich denke da an die Koda Ariel, die sicher auch schon 1340 NGZ in der Milchstraße aktiv waren. Vielleicht gibt es nur einen Gestaltwandler, der ursprünglich die Rolle Ostiam Meharros gespielt und dann seinen eigenen Tod inszeniert hat, um in Schopsnas Identität schlüpfen zu können. Die Frage ist: Warum sollte er diesen Aufwand betreiben? Und wer ist der Herr, für den er arbeitet? Man weiß auch jetzt noch nicht so recht, wer wirklich hinter allem steckt und was das alles soll. Immer noch passen die vielen Einzelteile nicht richtig zusammen. Immerhin: Die Trümmerbrücke ist ein interessanter Schauplatz. Fast ist es schade, dass die Station schon gleich wieder zerstört wird. Allerdings wäre ihr Ende vermutlich spätestens im Jahre 1344 NGZ mit der Verkündung der TRAITOR-Direktive gekommen.

Haensel verweilt außerdem ziemlich lange bei pseudophilosophischen Betrachtungen oder Rückblicken - auch in Situationen, in denen den Protagonisten eigentlich alles Mögliche durch den Kopf gehen sollte, nur nicht dieses ermüdende Geschwafel. Der Zwist zwischen Rhodan und Tifflor wirkt kindisch. Jedenfalls ist die Art, wie die beiden hier miteinander umgehen, für Unsterbliche, die sich schon seit Jahrhunderten kennen, einfach unwürdig. Man könnte fast meinen, sie seien gar nicht sie selbst und würden von irgendwem oder irgendetwas beeinflusst. Das gilt auch für Tifflors Paranoia, die besonders unglaubwürdig ist. Dass Rhodan und Tifflor sich mal wieder höchstpersönlich in den Einsatz stürzen, muss man dagegen einfach hinnehmen. Die Frage, warum sie offensichtlich glauben, so etwas besser über die Bühne bringen zu können als professionelle Geheimdienstmitarbeiter (sie denken keine Sekunde lang daran, den TLD einzuschalten), sollte man sich nicht stellen.

Wenn ich so lese, was die Ara-Medotechnik so alles vollbringen kann, dann beschleicht mich ein mulmiges Gefühl, denn sie wirkt zu perfekt. Der Begriff "Nanotechnologie" muss allzu oft für Wunder herhalten. In diesem Zusammenhang habe ich mich auch gefragt, wie oft Perry Rhodans Äußeres wohl schon durch diverse Eingriffe tiefgreifend verändert wurde. In diesem Roman lässt er sich gleich zweimal behandeln. Man kann nur hoffen, dass die Chirurgen hinterher noch wissen, wie er vorher genau ausgesehen hatů Dass er und Tiff sich für den Einsatz auf der Trümmerbrücke überhaupt verändern müssen, muss übrigens nicht unbedingt ein Anschlussfehler sein. Es wurde zwar nie erwähnt, dass ihr ursprüngliches Erscheinungsbild wiederhergestellt wurde, aber ihre Gegenspieler kennen ja inzwischen die Gesichter, mit denen sie auf Jaimbor und Remion aufgetreten sind.

Auch in diesem Roman verwendet Hubert Haensel seine Lieblingsformulierung "in dem Moment". Diesmal habe ich aber nicht mitgezählt...

Die Story ("Die Linearraumgondel") im Anhang kommt diesmal von Uschi Zietsch alias Susan Schwartz. Es ist die amüsante Geschichte eines betrogenen Betrügers, der es in Aarus-Kaart mit Susa zu tun bekommt. Der obligatorische Ara ist diesmal eine Frau, die sich als Informationshändlerin betätigt.

J. Kreis, 11.02.2008


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