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Perry Rhodan Ara-Toxin Band 4: Die eiserne Karawane

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Trantipon Version 2.0

1. Juli 1340 NGZ: Trantipon befindet sich in Haft in einer Kabine auf der CONNOYT, aber er wurde nicht genau genug durchsucht. Der Lack, mit dem seine Fingernägel überzogen sind, birgt einige mikrominiaturisierte Überraschungen, mit deren Hilfe er sich befreien kann. Er kommt jedoch nicht weit, Perry Rhodan und Julian Tifflor fangen ihn ab. In die Enge getrieben, mischt Trantipon zwei Komponenten des besonderen Lacks und setzt damit sich selbst sowie Julian Tifflor in Flammen. Während Trantipons Körper fast vollständig verbrennt, erleidet Tifflor "nur" schwere Brandwunden und verliert beide Augen. Tifflor und die Leiche des Mantarheilers werden zum Quarantäneraumer APPEN verlegt. Der Terraner erholt sich nach der Behandlung durch die Aras innerhalb kurzer Zeit. Der unrettbar zerstörte Körper Trantipons wird von Plob Arnoyn, einem Spezialisten der Aras, mit neuester Nanotechnologie rekonstruiert, wobei wenig Wert auf originalgetreue Nachbildung des Körpers gelegt wird. Obwohl Trantipons ÜBSEF-Konstante sich bereits verflüchtigt hat, gelingt es Plob Arnoyn, wenigstens eine annähernde Rekonstruktion seines Geistes zusammenzustückeln. Dabei setzt er den Prototypen eines Sextadim-Frequenz-Stimulators ein. Dieses Gerät beruht unter anderem auf Erkenntnissen, welche bei der Erforschung cappin'scher Tryzom-Technik gewonnen werden konnten. Plob Arnoyn betrachtet das im Grunde neu erschaffene Wesen als sein Eigentum.

Das Wesen, das nach dieser tiefgreifenden Neu- und Umgestaltung des Toten entsteht, ist zwar lebensfähig und verfügt aufgrund der permanent in seinem Inneren aktiven Nanobots über erstaunliche Fähigkeiten, hat aber vor allem psychisch wenig mit dem ursprünglichen Trantipon zu tun. Es vernimmt einen mentalen Ruf, der von Oyloz ausgeht, dem vierten Planeten der Sonne Salida, zu deren System auch Remion gehört. Es kapert ein Beiboot der APPEN und flieht nach Oyloz. Das Schiff wird zwar abgeschossen, doch das Trantipon-Konstrukt springt vorher ab und landet mit einem Fallschirm. Die Nanobots ermöglichen es ihm, in der lebensfeindlichen Atmosphäre des von Vulkanismus geprägten Planeten zu überleben. Zu seiner Notausrüstung gehört auch eine kleine Positronik, der das von den Toten auferstandene Wesen Trantipons Lebensgeschichte erzählt, soweit es sich noch an sie erinnert. Auf diese Weise will es versuchen, sich selbst zu erforschen und seine Psyche zu re-organisieren.

Trantipons Vergangenheit

Die frühesten Erinnerungen des Trantipon-Konstrukts reichen bis in die Zeit vor der Etablierung des arkonidischen Robotregenten zurück. In dieser Zeit besucht Trantipon eine Top-Eliteakademie auf Aralon. Zu seinem Jahrgang gehört der sehr von sich selbst eingenommene Ostiam Meharro. Trantipon erliegt wie mehrere andere Studenten (unter anderem auch Kreolin und Schopsna) dem Charisma Meharros und schließt sich ihm an, um ihm zu dienen. Die Gruppe wird später als MO-Eskorte bekannt (nach Meharros Initialen) und erzielt phänomenale Erfolge. Meharro glaubt, dass der Dozent Kiom Supante unsterblich ist und will diesem Geheimnis auf die Spur kommen. Er überfällt Supante, als dieser mit seinem Raumschiff aufbrechen will, und foltert ihn zu Tode. Den Mord vertuscht er später, indem er dafür sorgt, dass das Schiff noch startet, dann aber beim Eintritt in den Hyperraum explodiert. Trantipon, den Meharro nach Supantes Tod herbeiruft, ist entsetzt. Trotzdem stellt er Supantes Forschungsergebnisse sicher - der Dozent hatte sich tatsächlich mit der Entwicklung eines Unsterblichkeitsserums beschäftigt.

Nachdem sie ihre Prüfung abgelegt haben, feiern alle Mitglieder der MO-Eskorte medizinische Triumphe. Besonders Meharro selbst steigt zu einer geradezu legendären Figur auf. Eines Tages ruft er seine Anhänger zusammen und überreicht ihnen Ampullen, die das von ihm fertig gestellte Unsterblichkeitsserum enthalten. Es handelt sich um Nanomaschinen, die auf eine bestimmte Person fixiert sind. Sie können nicht nur den Körper, sondern auch die ÜBSEF-Konstante konservieren. Nach einer Behandlungszeit von 50 bis 150 Jahren erlangt man die Unsterblichkeit und altert nicht mehr. Alle Mitglieder der Eskorte injizieren sich das Serum und überstehen die Prozedur, nur Meharro überlebt den Selbstversuch anscheinend nicht. Die Aras der MO-Eskorte ziehen sich mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück und bauen sich immer neue Identitäten auf, um ihre Unsterblichkeit zu verschleiern. Sie müssen regelmäßig jahrzehnte- oder jahrhundertelange Schlafphasen einlegen. In der verlassenen Raumstation FOARY, deren ursprüngliche Erbauer nicht bekannt sind, finden sie ein ideales Versteck für die nächsten Jahrhunderte. Schopsna entdeckt verborgene Aufzeichnungen Meharros, aus denen hervorgeht, dass dieser Herr über Leben und Tod sein wollte. Die Daten enthalten Informationen über das Ara-Toxin, eine ultimate Waffe, die jedoch erst noch entwickelt werden muss. Damit enden Trantipons fragmentarische Erinnerungen.

Der Moby

Am 2. Juli 1340 NGZ begeben Perry Rhodan, Pron Dockt und mehrere Aras sich mit einer Space-Tube zu dem monströsen Objekt, das einst der Planet Remion war, um es vor Ort genauer zu untersuchen. Man spricht zwar im Zusammenhang mit der ehemaligen Welt von einem Planetentransformat, aber es wird immer deutlicher, dass es sich tatsächlich um einen Moby handelt. Der Umwandlungsprozess ist noch immer nicht abgeschlossen, aber es bleibt unklar, wie er gesteuert wird. Kavernen und Verbindungsgänge bilden sich, große Höhlen entstehen, in denen sich allmählich das Instinktgehirn und der Konvertermagen des Mobys entwickeln. Mit einer kleinen Space-Jet fliegen Rhodan und seine Begleiter ins Innere des Objekts, später müssen sie zu Fuß weitergehen. Der Moby droht zu erwachen und wäre dann eine Gefahr für das ganze Salida-System.

Rhodan stellt fest, dass das Instinktgehirn die Bewusstseine der toten Remiona in sich vereinigt. In der Entwicklungsphase träumen diese Bewusstseine noch und lassen Objekte aus der Substanz des Mobys entstehen, an die sie sich erinnern. Rhodan scheut deshalb davor zurück, das Instinktgehirn zu vernichten, was die einzige Möglichkeit wäre, den Moby aufzuhalten, solange der Umwandlungsprozess noch nicht abgeschlossen ist. Die Blöcke, aus denen das Gehirn besteht, sollen in Einzelteile zerschnitten und abtransportiert werden. Bevor dieser Plan umgesetzt werden kann, erwacht der Moby und nimmt Kurs auf die Sonne, um Energie zu tanken - Rhodan und seine Begleiter können ihn noch rechtzeitig verlassen.

Die Eisernen Karawanen

Auf Oyloz leben die Siccyi, intelligente Lebewesen, die aufrecht gehenden Schildkröten mit langen, ausfahrbaren Hälsen gleichen. Neben den normalen Augen haben die Siccyi zwei "Aurenaugen". Diese Augen enthalten winzige Spuren des Hyperkristalls Khalumvatt, was es den Siccyi ermöglicht, die "Auren" (also vermutlich die ÜBSEF-Konstanten) von Lebewesen zu sehen. Obwohl inzwischen die meisten Siccyi-Frauen selbst gebärfähig sind, gibt es immer noch einige, die das aussterbende dritte Geschlecht dieses Volkes zur Fortpflanzung brauchen: Die "Gebärammen". Die Siccyi sind die eigentlichen Ureinwohner des Salida-Systems. Mit den Remiona oder anderen Galaktikern hatten sie in der Vergangenheit wenig Kontakt. Wegen der Feuerwalzen, die ständig über den vulkanischen Planeten rasen und alles Leben in ihrem Weg verbrennen, haben die Siccyi eine besondere Kultur entwickelt. Die meisten Siccyi leben in Eisernen Karawanen: Mehrere Kilometer lange Eisenbahnzüge mit gigantischen Dampfloks und Waggons sind ihr Lebensraum, mit dem sie den Feuerwalzen einfach davonfahren.

Neben Karawansereien, die in Zonen liegen, welche von den Feuerwalzen aus verschiedenen Gründen nicht erreicht werden können, nutzen die Siccyi ein weit verzweigtes Schienennetz, auf dem die Eisernen Karawanen mit Zahnrädern laufen. Die Siccyi wissen nicht, wer dieses Netz angelegt hat, denn sie haben viel von ihrer Geschichte und ihren früheren technischen Fähigkeiten während der Schwarmkrise vergessen. Ihr aktuelles Technologie-Niveau entspricht in etwa dem Terras im späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert. Das Schienennetz verändert seinen Verlauf immer wieder selbst, es repariert und erweitert sich selbsttätig. Der Siccyi Orontiu Pleca ist Steward auf der Karawane Syolocc. Er hat immer wieder Wahrträume, in denen auch Trantipon eine Rolle spielt, und ist mit einer Frau zusammen, die noch zum alten Geschlecht gehört. Um Kinder bekommen zu können, benötigen die beiden deshalb eine Gebäramme, die Orontiu sich in einer Karawanserei besorgt.

Trantipon und Tifflor bei den Siccyi

Trantipon wird von der Karawane Syolocc aufgenommen, er wirft Orontiu von Bord. Julian Tifflor folgt Trantipon am 3. Juli nach Oyloz. Da er wissen will, was der Ara ausgerechnet dort sucht, nimmt er ihn nicht fest, sondern verfolgt ihn mit der Karawane Ghaivecc. Es zeigt sich, dass eines der drei so genannten Schachtmeere Trantipons Ziel ist. Diese vergleichsweise kleinen Meere reichen viele Kilometer in die Tiefe hinab und haben alle exakt den gleichen Durchmesser - der außerdem mit dem Durchmesser des auffallend kleinen Mondes des Planeten identisch ist. Dass die Bahn dieses Mondes genau über die drei Meere führt, ist kein Zufall, als Trantipon feststellt, als er in das Schachtmeer hinabtaucht. Am Grund des Schachts lagern Särge mit den zerstückelten Körpern riesiger Wesen, die wiederhergestellt werden, als Trantipon die Särge öffnet. Eine dieser monströsen Kreaturen spießt den Ara auf und nimmt ihn mit, als die wiedererstandenen Wesen an die Wasseroberfläche steigen. Wie sich herausstellt, konnte Trantipons Geist nach seinem Tod nur durch eine Wechselwirkung zwischen Plob Arnoyns Operationsmethoden, der Mentalmodulation des Moby-Instinkthirns und der Träume jener in den Särgen gelagerten Wesen neu entstehen. So erklärt sich auch die Anziehungskraft, die der Planet auf Trantipon ausgeübt hat.

Inzwischen wurde Orontiu von der Karawane Ghaivecc aufgenommen. Der Wahrträumer und Tifflor nehmen einen Dreifachdecker, um Trantipon schneller folgen zu können. Sie erreichen das Schachtmeer, als die wiedererweckten Kreaturen auftauchen. In einem Wahrtraum erfährt Orontiu, dass diese Wesen Midyacco genannt werden, und dass sie vor langer Zeit quasi als Figuren in einer Art Strategiespiel gedient haben, bei dem ganze Planeten als Spielfelder benutzt worden sind. Die Sharifen hatten die Schachtmeere buchstäblich in die Planetenkruste von Oyloz gestanzt, um die Midyacco einkerkern zu können. Diese Wesen haben nur ein Ziel: Alles zu vernichten, was sie erreichen können, und den Planeten zu verlassen. Sie richten schreckliche Verwüstungen im Umfeld des Schachtmeeres an und verschwinden in Richtung des kleinen Raumhafens, auf dem auch die APPEN liegt. Tifflor nutzt seine Upanishad-Meditationstechniken, um gemeinsam mit Orontiu "träumen" (vermutlich handelt es sich eher um den Übergang in eine andere Dimension, eine Pararealität oder etwas ähnliches) und in Kontakt mit den Sharifen treten zu können. Diese unterziehen ihn einer Prüfung und erklären sich dann bereit, die Midyacco aufzuhalten.

Möglicherweise stammt das von den Eisernen Karawanen genutzte Schienennetz von den Sharifen, denn jetzt verwandelt es sich in eine Waffe gegen die Midyacco. Die Stränge entwickeln ein noch heftigeres Eigenleben als bisher: Sie fesseln und zerschneiden die tobenden Midyacco, bis von diesen nur noch winzige Splitter übrig sind, die erneut in den Schachtmeeren versenkt werden.

Ende?

Tifflor überspielt Trantipons Erinnerungsprotokoll aus dessen Notfallpositronik in seinen eigenen Datenspeicher. Wenig später trifft Plob Arnoyn ein, um sein "Eigentum" zu begutachten. Trantipon lebt zwar noch, ist aber geistig und körperlich irreparabel geschädigt. Auch Tifflor würde Trantipon einfach liegenlassen, aber Orontiu nimmt ihn mit in seine Karawane, weil das Gehirn immer noch träumt, also nicht ganz tot ist. Die Gebäramme, die Orontiu besorgt hat, ist nicht "funktionsfähig". Zur Belohnung für seine Hilfe dürfen Orontiu und seine Familie mit auf die APPEN kommen, wo ihnen geholfen werden kann. Mit seinen Aurenaugen erkennt er, dass auf der APPEN ein Gestaltwandler unterwegs sein muss, der die Identität Plob Arnoyns angenommen hat. Der echte Ara-Mediziner wird später tot aufgefunden.

Der Mörder flieht mit einem Gleiter nach Oyloz, von dort startet wenig später ein Kugelraumer, von dem aus der erwachende Moby gesteuert wird, als dieser von der Sonne zurückkehrt. Der Moby nimmt direkten Kurs auf Oyloz. Gerade noch rechtzeitig können die bereits installierten Anlagen in Betrieb genommen werden, mit denen das Instinktgehirn zerschnitten werden sollte. Mit ihnen kann dem Moby wenigstens Schmerz zugefügt werden, was Rhodan ausnutzt, um das planetengroße Wesen in die Flucht zu schlagen. Es verschwindet mit unbekanntem Ziel im Hyperraum.

Kommentar

Wie man der viel zu lang gewordenen Handlungszusammenfassung vielleicht entnehmen kann, sind Romane von Hartmut Kasper zwar für den Leser toll - aber für den Rezensenten sind sie ein Graus. Das liegt hauptsächlich daran, dass man bei ihm nie weiß, was denn nun handlungsrelevant ist. Gemeint ist die Relevanz für den größeren Zusammenhang, in diesem Fall für den Taschenbuch-Sechsteiler, und nicht die Relevanz für den Einzelroman, denn letztere ist bei Kasper eigentlich immer gegeben. Ich habe zwar schon Romane von ihm gelesen, bei denen ich den Eindruck hatte, dass er noch entfesselter war als diesmal, aber auch in diesem Roman stößt man auf einige Kapitel, die seiner Fabulierwut geschuldet sind und als eher sinnfreie Spintisiererei bezeichnet werden müssen. Konkret meine ich damit die Sache mit den Midyacco und den Sharifen. Ich würde sagen: Hier will Kasper wieder zuviel auf einmal. Diese kleine Nebenhandlung ist zwar ganz nett und ermöglicht ihm einige seiner typischen bizarren Szenen, aber sie hat vermutlich rein gar nichts mit dem Ara-Toxin-Sechsteiler oder der Perry Rhodan-Serie zu tun. Will sagen: Es sollte mich sehr überraschen, wenn wir den Midyacco oder den Sharifen noch einmal begegnen würden.

Aber wie gesagt: Diese phantasievollen Kapitel sind durchaus gut gelungen - Kasper bringt die Fremdartigkeit der eigenartigen Wesen gut rüber. Das gilt auch für die kurzen Absätze, die Einblicke in Trantipons zerstörte und wieder zusammengesetzte Psyche bieten, sowie für Orontius exotische Träume. Ich will lieber mal keine Vergleiche mit James Joyce anstellen, aber irgendwie erinnert Kaspers Stil mich manchmal an die inneren Monologe ("Stream of Consciousness") in Ulysses: Keine Interpunktion, chaotischer Satzbau und dergleichen. Da Kasper diese Technik nur da einsetzt, wo sie auch einen Sinn ergibt, habe ich dagegen nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Sie machen den Roman noch interessanter. Selbst Perry Rhodan und Tifflor haben ein paar gute Szenen, aber der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Trantipon.

Was die Aras angeht: Die Art, wie Kasper ihre Mentalität darstellt, trifft zwar nicht meine bisherigen Vorstellungen von diesem Volk, aber wenigstens wirken die Aras bei ihm durchgehend "fremd" oder wenigstens anders als die Terraner. Das schafft nicht jeder Autor, und wenn der Ara-Toxin-Sechsteiler geschrieben wurde, damit der Leser tieferen Einblick in die Kultur der Aras erhält, dann wird dieses Ziel mit Kaspers Roman besser erreicht als mit den drei vorherigen. Irritiert hat mich nur die Fixierung der MO-Karawane auf Unflätigkeiten und Obszönitäten aller Art. So etwas stört mich nicht grundsätzlich - wo es passt, kann man es akzeptieren. Nur scheint es mir für die Mitglieder der MO-Karawane eben nicht zu passen. Leider langweilen diese Szenen in der x-ten Wiederholung auch. Ich weiß nicht, was Kasper damit bezweckt. Vielleicht mag er einfach Schweinkram, wer weiß?

Es gibt noch so einiges, was mir an diesem Roman nicht einleuchtet. Warum zum Beispiel setzt Trantipon sich selbst in Brand? Das scheint mir eine ziemlich ineffiziente Methode der Flucht zu sein. Hätte es nicht gereicht, Tifflor und Rhodan abzufackeln? Oder wollte Trantipon etwa Selbstmord begehen? Wenn ja: Warum? Seine extrem schnelle Wiederbelebung und Tifflors ebenso schnelle Genesung (man bedenke: Seine Augen waren komplett weg) kommen mir zwar etwas unwahrscheinlich vor, aber schieben wir es mal auf die tollen medizinischen Fähigkeiten der Aras. Bei denen - erwähnte ich es schon? - allerdings nicht jeder ein Mediziner ist. Warum schmeißt Trantipon später Orontiu aus dem Zug? Eine Bedrohung wird der Bursche doch wohl eher nicht für ihn gewesen sein. Wer ist der Gestaltwandler? Etwa Schopsna, der auf Remion unter etwas seltsamen Begleiterscheinungen verschwunden ist? Wenn ja: Wieso kann er sein Äußeres so komplett verändern?

Ich wollte mich in der Handlungszusammenfassung nicht festlegen (muss den Roman noch mal durchblättern), aber ich nehme an, dass Ostiam Meharro mit Mo, dem legendären Heiler der Aras, identisch ist. Wenn dem so ist, dann datiert Meharros Tod auf das Jahr 956 v. Chr., wenn man der Perrypedia glaubt. In diesem Roman wird sogar vom Jahr 4544 v. Chr. gesprochen, aber dabei könnte es sich um einen Autorenfehler handeln. Offenbar arbeiten Meharros Anhänger seit dieser Zeit bereits am Ara-Toxin. Dass sie praktisch unsterblich sind, muss man einfach hinnehmen, auch wenn ich sagen muss, dass mir die Entwicklung des "Unsterblichkeitsserums" zu phantastisch vorkommt. Da könnte man ja fast auf den Gedanken kommen, dass die Aras vielleicht sogar in der Lage wären, Zellaktivatoren zu bauen. So gut sind die ollen Eierköpfe nun auch wieder nicht. Man muss aber zugeben, dass ähnliches schon in sehr frühen Perry Rhodan - Romanen erwähnt wurde. Ich denke da z.B. an das lebensverlängernde Immunserum X-1076 aus PR 51. Über die Ursprünge des Ara-Toxins erfährt man wieder nur sehr wenig. Die Umwandlung eines ganzen Planeten in einen Moby auf diese Weise in Gang zu setzen - ich weiß nicht. Das klingt alles noch nicht schlüssig.

Was für ein superpraktischer Zufall übrigens, dass der Moby genau dann entsteht, als Trantipons Geist rekonstruiert werden muss, und dass die Leiche sich dann in der Nähe der träumenden Midyacco befindet. Dieser ganze Vorgang ist mir zu metaphysisch, da wird mit Begriffen hantiert, die mir selbst für das Perryversum zu abgehoben sind.

Tifflor ermittelt Trantipons Landestelle. Beeindruckende Leistung, aber sollte die Positronik, die die Daten für ihn aufbereitet, nicht selbst in der Lage sein, die richtigen Schlüsse zu ziehen?

Insgesamt: Ein typischer Kasper-Roman, aber einer der guten.

Als Anhang enthält das Buch eine Kurzgeschichte von Andreas Eschbach. Titel: "Zweittod". Darin geht es um einen Mann, der sich für Fellmer Lloyd hält und sogar Paragaben entwickelt, mit deren Hilfe er Verbrechen begeht. Die Erklärung: Er hat in einem Museum gearbeitet und dort einen porleytischen Kardec-Schild entdeckt. Ein Ara hat eine Nebenrolle, es ist ein Juwelier. Ach. Sind nicht alle Aras Mediziner?

J. Kreis, 16.01.2008


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