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Perry Rhodan Ara-Toxin Band 2: Die Medo-Nomaden

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Außer Perry Rhodan, Julian Tifflor und Zhanauta Filgris lassen sich etwa 1000 ehemalige "Versuchstiere" von Jaimbor auf die KAMMARA versetzen. Die Transmitter sind allerdings auf Aras kalibriert, so dass zahlreiche Flüchtlinge schwere, zum Teil tödliche Schäden davontragen. Auch die beiden Terraner sind betroffen. Sie werden zwar durch ihre Zellaktivatoren geschützt, aber Rhodan ist vorerst nicht einsatzfähig und muss medizinisch versorgt werden. Tifflor und Zhanauta nutzen das Chaos, das auf der KAMMARA entsteht, als die Flüchtlinge sich blutig an der völlig unvorbereiteten Ara-Besatzung für die auf Jaimbor erlittenen Qualen rächen, und stürmen die Zentrale. Zhanauta tötet den unkooperativen Kommandanten, dieser sorgt jedoch zuvor durch ein Codewort dafür, dass eine Sonderschaltung aktiv wird, welche den Hyperfunk blockiert und die KAMMARA nach Aralon steuert - diese Programmierung kann nicht rückgängig gemacht werden. Zhanauta hat gegen diesen Kurs nichts einzuwenden, denn es gehört zu ihrem Auftrag, Rhodan und Tifflor nach Aralon zu bringen. Allerdings muss sie verhindern, dass das Schiff einen automatischen Notruf abschickt, sobald der Planet erreicht ist.

Als die KAMMARA bei Aralon ankommt, ist sie in der Hand der Flüchtlinge. Da Rhodan noch immer nicht wiederhergestellt ist, wird Tifflor allein auf dem Planeten aktiv. Er gibt sich als Bevollmächtigter eines besonders zahlungskräftigen Klienten aus (zu diesem Zweck lässt er den Namen Whistler fallen), um sich ungehindert umsehen zu können. Er begibt sich zur LFT-Botschaft, wo er sich wegen seines veränderten Aussehens zunächst einmal legitimieren muss. Dann wird er zu Botschafter Arturo Lampedusa vorgelassen. Tifflor ahnt nicht, dass Lampedusa ein Doppelagent ist und in den Diensten des Araischen Geheimdienstchefs Milyon Stutzka steht. So wird Tifflors Anwesenheit auf Aralon bekannt. Bevor er in Gefahr geraten kann, greift der TLD-Agent Tankred Bowitz ein, der auf Aralon offiziell die Funktion eines Kulturattachés der Botschaft hat. Bowitz hatte den Auftrag, den Ara Prid-Reuyl in Sicherheit zu bringen, der Informationen über das Ara-Toxin hat. Er war dabei aber in eine Falle geraten und hatte all seine Kameraden verloren. Es war ihm jedoch gelungen, den Ara in ein sicheres Versteck zu bringen. Bowitz identifiziert Lampedusa als den Verräter, dem er das Desaster seines letzten Einsatzes zu verdanken hat, und holt Tifflor aus der Botschaft.

Gemeinsam gelingt es ihnen schließlich, Zhanauta und Rhodan nach Aralon zu holen. Die Ankunft auf diesem Planeten löst in der Attentäterin den Impuls aus, den Inhalt der vorletzten Ampulle einzunehmen. Dadurch wird ihre Persönlichkeit nicht erneut grundlegend verändert, sie erhält lediglich weitere Informationen über ihren Auftrag. Sie manipuliert ihre Gefährten so, dass sie sich dafür entscheiden, auf Aralon zu bleiben. Außerdem verabreicht sie Tifflor einen Teil des Inhalts der letzten Ampulle (der andere Teil war für sie bestimmt) - diese Substanz sorgt dafür, dass die beiden sich endgültig ineinander verlieben. Die KAMMARA wird mit Prid-Reuyl an Bord nach Tahun geschickt, damit dieser seine Informationen der LFT überbringen kann. Rhodan und Tifflor wollen versuchen, auf Aralon mehr über das Projekt Ara-Toxin herauszufinden, denn sie nehmen an, dass sich hier das Zentrum aller diesbezüglichen Aktivitäten befindet, und dass sie durch geheime Recherche mehr erreichen werden als durch einen Flottenaufmarsch mitten im arkonidischen Hoheitsgebiet.

Tatsächlich hält auch Trantipon sich bereits hier auf, aber außer ihm und seinen Mitarbeitern weiß praktisch kein einziger anderer Mantar-Heiler, um was es bei dem Projekt wirklich geht. Rhodan und Tifflor wollen die Regierung der Aras mit ihrem Wissen konfrontieren, doch dafür brauchen sie ein Druckmittel. Sie wollen deshalb Kontakt mit Lordmediker Oclu-Gnas aufnehmen, wobei dessen etwas merkwürdiger "Klonbruder" Pron Dockt als Mittelsmann dienen soll (beide entstammen demselben Projekt einer In-Vitro-Züchtung von Aras). Rhodan muss Pron Dockt als Preis für diesen Dienst eine Gewebeprobe von sich selbst überlassen. Um für Ablenkung zu sorgen, deponieren Tifflor und Zhanauta spezielle Sender an verschiedenen Punkten auf Aralon, die zu gegebener Zeit die Mentalimpulse des Liga-Außenministers ausstrahlen sollen. Kaum sind sie damit fertig, da schlägt Zhanautas Chemie-Cocktail zu: Die beiden ziehen sich in ein Versteck zurück und fallen übereinander her…

Ob es daran liegt, dass Oclu-Gnas tatsächlich erzürnt über Trantipons Eigenmächtigkeit ist, wie er behauptet, bleibt unklar. Es ist auch nicht bekannt, wie sehr die Regierung der Aras in Trantipons Machenschaften verwickelt war, d.h. ob Trantipon sein eigenes Volk hintergangen hat. Möglicherweise will Oclu-Gnas auch nur nicht die mächtige LFT erzürnen. Nach einem von Pron Dockt arrangierten Treffen mit Perry Rhodan wendet er sich jedenfalls an die Presse und verkündet am 7. Juni 1340 NGZ öffentlich, Trantipon und seine Gehilfen, die inzwischen abgereist seien, hätten das Ara-Toxin auf zahlreichen Planeten ausgebracht, darunter Olymp, Plophos, Drorah, Apas, Gatas, Nosmo und Terra - aber auf keiner arkonidischen Welt. Das Toxin zersetze jegliche Lebensformen, bis nur noch tote quasimineralische Strukturen übrig seien. Das Volk der Aras trage keine Schuld an diesen Vorgängen, denn Trantipon gehöre zum Zweigvolk der Medo-Nomaden, das die Zeit der Monos-Diktatur außerhalb der Milchstraße verbracht habe und jetzt zurückgekehrt sei, um den Aras zu einer neuen Hochblüte zu verhelfen. Oclu-Gnas sichert den vom Ara-Toxin betroffenen Völkern unentgeltliche Hilfe zu.

In einem Vieraugengespräch erhält Perry Rhodan wenig später von Oclu-Gnas den offiziellen Auftrag, Trantipon zu verfolgen und zur Rechenschaft zu ziehen. Zu diesem Zweck wird ihm das Raumschiff CONNOYT zur Verfügung gestellt. Zur Besatzung gehört unter anderem Pron Dockt. Noch am Tag der Pressekonferenz brechen Rhodan und seine Begleiter mit der CONNOYT und zehn baugleichen Schiffen zum Planeten Remion auf, wo die Verseuchung mit dem Ara-Toxin demnächst in die finale Phase eintreten soll…

Kommentar:

Ich kann nur hoffen, dass die Handlungszusammenfassung korrekt ist, denn ich musste mich zwingen, dieses öde, langweilige Buch nicht querzulesen. Der erste Roman des neuen Taschenbuchzyklus war ja schon eher durchwachsen, aber das Buch hier würde ich mal zu den schwächsten Leistungen aller TB-Zyklen seit Andromeda zählen. Wenn Perry Rhodan - Autoren Agenteneinsätze oder Action schildern wollen, erleiden sie meist ganz fürchterlichen Schiffbruch. Das war bei den bizarren Vorbereitungen Zhanas im Vorgängerband schon so, aber bei Leo Lukas war es wenigstens noch ansatzweise lustig. Bei Uwe Anton (UA) ist es nur noch peinlich. Es dauert -zig Seiten, bis die KAMMARA endlich erobert ist. Die Gewaltdarstellung in diesen Kapiteln ist meiner Meinung nach übertrieben und unnötig. Dann folgt ein konfuses Hin und Her auf Aralon, bei dem unglaubwürdige Zufälle für den Erfolg Perrys, Tiffs und Zhanas nötig sind, von den erstaunlich kooperativen / leichtgläubigen / hirnlosen Gegnern mal ganz zu schweigen.

So mancher Handlungsstrang scheint im Nichts zu enden oder irgendwie verloren zu gehen. Es wird zum Beispiel nicht klar, welche Informationen über das Ara-Toxin Prid-Reuyl hat und wie er an sie herankommen konnte, wo doch selbst die Regierung der Aras angeblich keine Ahnung hat. Irgendwann scheint sich auch niemand mehr dafür zu interessieren - war sowieso egal, schließlich plaudert Oclu-Gnas ja alles aus, was er weiß. Warum wendet der Lordmediker sich ausgerechnet an die Sensationspresse, die vermutlich alles tun wird, um auf den vom Ara-Toxin betroffenen Welten eine Massenpanik auszulösen? Warum wird das nicht "intern" geregelt, d.h. zwischen den Regierungen der Aras und der LFT? Warum nimmt PR jetzt, wo er doch die offizielle Unterstützung der Aras hat, nicht sofort Hyperfunkkontakt mit Terra auf? Ähnlich ist es mit den Ablenkungsmanövern Tiffs und Zhanas. Welchen Sinn die wirklich haben sollen, bleibt völlig offen. Sie scheinen dann auch gar nicht mehr zum Einsatz zu kommen.

Übrigens muss man sich fragen, was die ganze Aktion mit der Entführung und körperlichen Veränderung Tiffs und Perrys überhaupt sollte. Wer die Mittel hat, so etwas einzufädeln, und wer offensichtlich schon so viel über das Ara-Toxin wusste, um erkennen zu können, dass es sich um eine gefährliche Bedrohung handelt, der hätte Perry auch einfach sagen können, was los ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das den Residenten kalt gelassen hätte. Nein, der ganze Einstieg in diesen Zyklus kommt mir so vor, als habe sich da jemand einfach nur eine knallige Ausgangssituation ausgedacht, ohne auf die Logik zu achten. Aber wer weiß? Vielleicht kommt ja irgendwann noch eine plausible Erklärung.

Dann das endlose Geschwafel über die Mentalität der Aras. Nachdem zum x-ten Mal ausgeführt worden ist, dass nicht alle Aras Mediziner sind, hat man einfach genug davon, und zwar selbst dann, wenn einem diese Tatsache nicht ohnehin schon bekannt war.

Insgesamt muss ich sagen, dass mir UAs Stil nicht gefällt. Seine betont derbe, manchmal gar unflätige Schreibe in Verbindung mit den überdurchschnittlich vielen Fehlern hinterlässt bei mir den äußerst unschönen Eindruck, es mit einem schlampigen Schundroman zu tun zu haben.

Anhang zu diesem Roman: Kurzgeschichte "Die Saat der Sterne" von Rüdiger Vaas. Sie handelt von Explorern, die die leidvolle Erfahrung machen, dass nicht jeder Planet sich zur Kolonisierung eignet. Einer der Raumfahrer ist ein Ara. Er arbeitet als Botaniker. Aha. Also sind nicht alle Aras Mediziner. So allmählich haben wir's begriffen...

J. Kreis, 15.11.2007


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