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Perry Rhodan SOS aus dem Weltall
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Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall
Moewig-Verlag, 1967
157 Seiten
Autor: Clark Darlton
Mit 16 s/w-Bildern aus dem Film

Inhalt

Major Perry Rhodan führt im Auftrag der "Intercosmos-Gesellschaft" eine Mondlandung durch, deren Ziel darin besteht, wertvolle Rohstoffe zu sichern. Als sein Raumschiff, die STARDUST, die Rückseite des Mondes erreicht, wird es durch einen unbekannten Einfluss zur Landung gezwungen. Durch Energiestrahlen werden die Funkanlagen der Raumfahrer vernichtet. Perry Rhodan und Reginald Bull entdecken ein gigantisches, kugelförmiges Raumschiff - Außerirdische sind schon vor geraumer Zeit auf dem Mond gelandet, und sie waren es, die den Flug der STARDUST beeinflusst haben. Die schöne Thora und der an Leukämie erkrankte Wissenschaftler Crest sind die einzigen Lebewesen auf dem fremden Schiff. Sie entstammen dem uralten Volk der Arkoniden, und sie haben die Menschen seit langer Zeit beobachtet. Insbesondere Thora hält die Erdenmenschen für verachtenswerte Primitive. Nichtsdestotrotz verlieben sich Perry Rhodan und Thora ineinander.

Rhodan bietet den Arkoniden seine Hilfe an, denn es gibt Rettung für Crest: Prof. Haggard, ein in Mombasa arbeitender Arzt, hat ein Serum gegen Leukämie entwickelt. Mit einem für irdische Verhältnisse immer noch riesigen Beiboot des Kugelraumschiffes fliegen die Raumfahrer und die Arkoniden zur Erde, um Prof. Haggard abzuholen. Die Landung der Außerirdischen ruft jedoch sofort nicht nur die afrikanischen Streitkräfte auf dem Plan, sondern auch eine internationale Verbrecherorganisation, die von dem skrupellosen Homer Arkin geleitet wird. Mit Waffen ist dem Energieschutzschirm des Arkonidenschiffs nicht beizukommen, deshalb entwickelt Arkin andere Pläne. Er entführt den echten Prof. Haggard und ersetzt ihn durch einen Mittelsmann - außerdem hat er einen Spion unter Rhodans Männern: Captain John Flipper, dessen Spielschulden er übernommen hat.

Rhodan und Bull holen den falschen Haggard ab, ohne etwas von dem Schwindel zu ahnen. Sie werden von einigen Soldaten verfolgt. Rhodan bleibt zurück, um sie aufzuhalten, und fällt dabei schließlich Arkins Leuten in die Hände. Er kann sich allerdings rasch wieder befreien. Derweil bringen Flipper und "Haggard" das Arkonidenschiff in ihre Gewalt. Bevor es jedoch endgültig von Arkins Leuten besetzt werden kann, greift ein unzerstörbarer Roboter ein und tötet die Gangster. Nur Flipper kann entkommen, indem er Thora entführt. Rhodan wird von einigen Wüstenräubern gefangen genommen, kann aber auch diesen Bösewichten schnell entkommen und sich zum Arkonidenschiff durchschlagen. Es gelingt ihm, das Schiff zu starten und Thora zu befreien, die von Arkin auf einer Insel als Geisel gefangen gehalten wird. Auch der echte Prof. Haggard befindet sich dort. Thora vernichtet anschließend die gesamte Insel. Jetzt kann Crest endlich geheilt werden. Perry Rhodan weiß, dass er die Technik der Arkoniden keiner Macht der Erde überlassen darf, denn die Menschheit ist noch nicht reif für diese überlegene Technologie.

Kommentar

Im Jahre 1966 kam die Constantin-Film-GmbH auf die geniale Idee, die erfolgreiche Perry Rhodan - Heftromanserie zu verfilmen. Als Drehbuchautor wurde zwar unter anderem Clark Darlton alias Walter Ernsting genannt, also einer der beiden "Väter" der Serie, aber was bei der italienisch-deutsch-spanischen Co-Produktion (das allein sagt eigentlich schon genug) herausgekommen ist, hatte nur noch dem Namen nach etwas mit der eigentlichen Thematik der PR-Serie zu tun. Aus dem ehrgeizigen Raumfahrtprojekt wurde eine Art Privatunternehmen, bei dem es nur um die Ausbeutung von Rohstoffen ging, daraus entwickelte sich dann eine völlig absurde 08/15-Gangster-Actiongeschichte. Aus Perry Rhodan wurde ein derb zupackender Held mit flotten Sprüchen auf den Lippen, Bully war nicht mehr als eine rauflustige Witzfigur, Thora mutierte zu einer etwas zickigen Weltraumschönheit, die selbstverständlich schneller in Rhodans starken Armen dahinschmolz als Butter in der Sonne. Dazu ein paar Faustkämpfe und Schießereien, klischeehafte Bösewichte und Militärs, ein bisschen effekthascherisches Gefummel mit außerirdischen Wunderapparaten - das war's. Von der angespannten Weltlage mit dem drohenden dritten Weltkrieg, der zerfallenden Kultur der Arkoniden und der Gründung der "Dritten Macht" war keine Rede.

All das war mir bekannt. Allerdings hatte ich keine Ahnung, dass sogar ein Roman zum Film herausgegeben worden war. Oder, anders gesagt: Mir war klar, dass für den Film einzelne Ideen aus den ersten Perry Rhodan - Heftromanen (insbesondere natürlich PR 1) aufgegriffen worden waren. Walter Ernsting hatte aber darüber hinaus allen Ernstes eine "Novelization" dieses Machwerks geschrieben, und das habe ich erst neulich aus der Perrypedia erfahren. Man merkt deutlich, dass Ernsting sich dieser Pflicht nur sehr unwillig entledigt hat. Das dünne Büchlein enthält wirklich nicht mehr als eine sehr knappe und nicht weiter ausgearbeitete Nacherzählung der bescheuerten Filmhandlung. Nur an einer oder zwei Stellen wird Ernsting etwas ausführlicher, zum Beispiel dann, wenn ein vernünftig (d.h. pazifistisch) eingestellter Soldat der afrikanischen Armee sich Gedanken über Sinn und Unsinn des Angriffs auf das arkonidische Schiff macht und daraufhin von seinem vorgesetzten Offizier abgekanzelt wird. Ich glaube nicht, dass es diesen Dialog so im Film gegeben hat.

Ansonsten ist der Roman mindestens ebenso schwer erträglich wie der Film. Als Sammler muss man ihn natürlich trotzdem haben, schon wegen der kultigen Bilder aus dem Film, die im Buch abgedruckt sind.

J. Kreis, 14.05.2007


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