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15.04.2018: Gaming in Virtueller Realität

Es ist ein alter Traum von Gamern wie mir, ganz in virtuelle Realitäten überwechseln zu können. Natürlich kann man die Welt um sich herum bei einem richtig guten, fesselnden Video-/Computerspiel auch dann völlig vergessen, wenn man nur auf einen Bildschirm starrt. Ein echtes Gefühl der Immersion entsteht jedoch eher selten. Schließlich interagiert der Spieler nicht mit der Welt um sich herum. Stattdessen steuert er einen Avatar über einen zweidimensionalen Monitor. Seit einiger Zeit ist es inzwischen möglich, zumindest optisch in eine Spielwelt einzutauchen mit VR-Brillen. Es sind verschiedene Modelle erhältlich, zum Beispiel die Playstation VR (PSVR). Sie ist wahrscheinlich nicht die technisch beste Variante am Markt, aber die einzige, die für mich in Betracht kommt, weil ich aufgrund diverser Registrierungs- und Onlinezwänge keine PC-Spiele mehr kaufe. Ich habe mir die PSVR vor einigen Wochen zugelegt. Zur Nutzung benötigt man außer der Brille (und natürlich einer Playstation 4) eine ebenfalls exklusiv für die Konsole erhältliche Kamera. Diese nimmt die Kopfbewegungen anhand der im folgenden Bild zu sehenden Leuchtelemente wahr.



PSVR

(Ich trage die Brille nicht richtig sie müsste etwas tiefer sitzen)

Außerdem ist die VR-Brille nicht mit jedem Spiel nutzbar, sondern nur mit darauf zugeschnittenen VR-Games. Leider ist die Auswahl zurzeit mager. Abgesehen von Umsetzungen älterer PS4-Spiele wurden bisher größtenteils bessere Grafikdemos veröffentlicht, die mich nicht interessieren. Gesteuert wird ein VR-Spiel entweder mit dem üblichen Gamecontroller oder mit speziellen Move-Controllern, die ein noch realistischeres Spielerlebnis ermöglichen. Man sitzt also ganz normal im Sessel, während man sich in der virtuellen Welt bewegt. Und genau das ist das Problem, denn diese Diskrepanz führt zu körperlichen Beschwerden, die ich in diesem Ausmaß nicht erwartet hatte und für die es schon eine Fachbezeichnung gibt: "Virtual reality sickness" oder "Motion sickness". Solange man sich nur umschaut, ist alles gut. Aber sobald die Spielfigur zu gehen beginnt oder sich gar dreht, setzt bei mir ein Schwindelgefühl bis hin zu Übelkeit ein, insbesondere, wenn im Spiel Treppen zu überwinden sind oder man einen steilen Berghang hinabgehen muss. Mittlerweile habe ich mich etwas eingewöhnt. Ich halte ungefähr eine Stunde lang durch, der Schwindel ist nicht mehr so stark und ich erhole mich recht schnell. Anfangs hatte mich die Übelkeit nach dem Ende des Spiels noch stundenlang im Griff!

Es lohnt sich trotzdem. Obwohl ich nun schon geraume Zeit mit meinem ersten VR-Spiel verbracht habe und obwohl dessen Grafikqualität ziemlich mau ist - es ist die VR-Version von Skyrim in der Legendary Edition finde ich das Erlebnis immer noch erstaunlich. Im ersten Moment war es sogar derart verblüffend, dass ich meinen Augen nicht getraut habe. Skyrim beginnt damit, dass man zu einer Hinrichtungsstätte gefahren wird. Man sitzt auf der Ladefläche eines Pferdekarrens und kann zunächst nichts weiter tun, als sich die Umgebung und die anderen Delinquenten anzuschauen. Tja, das Spiel ging los und ich war mittendrin! Meine Leidensgenossen saßen direkt neben mir, so dass ich sie unwillkürlich berühren wollte. Und so geht es weiter. Ich muss vor dem Richtblock niederknien, neben mir ragt der Scharfrichter in die Höhe ziemlich furchteinflößend. Natürlich kann ich mich befreien und meine Reise durch Himmelsrand antreten. Betrete ich z.B. eine Taverne, so habe ich den Eindruck, mich im Inneren des Gebäudes zu befinden. Das ist wirklich etwas völlig anderes als bei einem normalen Spiel! Beim Händler kann ich mich vorbeugen und mir genau anschauen, was auf dem Tresen liegt. Spreche ich mit jemandem, kann ich mich ebenfalls nach vorne neigen und ihm näherkommen, als das je zuvor möglich war. Außerdem habe ich festgestellt, dass das Zielen mit Pfeil und Bogen viel besser funktioniert als bei der Benutzung der Gamepad-Analogsticks. Man muss das Ziel einfach anschauen.

Die VR-Brille sieht klobig aus, aber der Tragekomfort ist gut, selbst für Brillenträger wie mich. Sobald ich erst mal "im" Spiel bin, habe ich nicht mehr den Eindruck, einen Fremdkörper vor den Augen zu haben; ich vergesse völlig, dass ich die VR-Brille trage. Man kann allerdings ganz schön ins Schwitzen kommen. Ab und zu beschlagen dann die im Inneren der VR-Brille befindlichen Linsen. Ein Brillenputztuch wird mitgeliefert!

Ich kenne Skyrim in- und auswendig. Trotzdem spiele ich jetzt schon wieder seit einigen Stunden und werde wohl so schnell nicht aufhören, denn es ist doch etwas ganz Neues, das Land Himmelsrand auf diese Weise zu erkunden. Hoffentlich bessert sich die VR-Krankheit noch weiter, denn stundenlange Spielsessions, wie ich sie mir wünsche, sind zurzeit nicht drin! Jetzt müssten nur noch richtig gute neue VR-Games herauskommen ...



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