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22.08.2017: Spaß mit der Deutschen Bahn Teil 31: Vandalismus

Seit einigen Monaten kosten Bahnreisen noch mehr Nerven als sonst. Verspätungen, Verspätungen, Verspätungen und noch mehr Verspätungen. Regelmäßig verpasse ich meine Anschlüsse, muss mich abholen lassen oder viel früher als geplant losfahren, um zu einer vernünftigen Zeit anzukommen. Hinzu kommen wie üblich fehlende oder falsche Durchsagen, Anschlusszüge, von denen man gerade noch die Rücklichter sieht, weil sie natürlich nicht warten, Gruppen von grölenden, pöbelnden Betrunkenen beiderlei Geschlechts auf den Bahnsteigen sowie in den Zügen, die niemals auch nur ansatzweise vom Bahnpersonal zur Ordnung gerufen werden und nicht zuletzt heruntergekommene Bahnhöfe, in denen man sich alles andere als wohl fühlt. Die Aufzählung ließe sich noch lange fortsetzen und ich fürchte, daran wird sich nie etwas ändern. Ohne die Möglichkeit, mich per Smartphone jederzeit über die aktuelle Verspätungslage an allen Unterwegsbahnhöfen zu informieren und noch kurz vor Abfahrt einen Sitzplatz zu reservieren und/oder eine Fahrkarte zu kaufen (Grund für letzteres sind die verschlechterten Konditionen für den "Flexpreis") wäre ich aufgeschmissen. Mir tun die Leute leid, die sich völlig ahnungslos und unerfahren in dieses Inferno stürzen ...

Aber manchmal kann man der Deutschen Bahn wirklich keinen Vorwurf machen, vor allem dann nicht, wenn wieder mal irgendwelche Knallköpfe auf die Idee kommen, sie müssten Bahnanlagen beschädigen. So wird immer wieder Metall gestohlen, zum Beispiel Kupferkabel. Prompt fallen ganze Signalanlagen aus. Im Juni 2017 war es besonders schlimm, als Kabelschächte rund um Leipzig in Brand gesetzt wurden, so dass der Bahnverkehr in Sachsen weitgehend zusammengebrochen ist. Auch anderswo in Deutschland hat es an dem Tag solche Vorfälle gegeben. Wer macht sowas? Es soll sich um Anschläge von Gegnern des G20-Gipfels in Hamburg gehandelt haben. Für solche Aktionen fehlt mir jegliches Verständnis, selbst wenn es sich "nur" um Sachbeschädigung handeln würde, in deren Folge hohe Kosten für die Bahn und Unannehmlichkeiten für die Reisenden entstehen. Durch solche Aktionen werden aber Menschen in Gefahr gebracht und das sollte selbst für "Aktivisten" gleich welcher Couleur ein No-Go sein.

Am vergangenen Wochenende nun erneut Vandalismus, diesmal haben eine Signalanlage und ein Kabelschacht im Landkreis Havelland gebrannt. Folge: Massive Störungen auf den Fernverkehrsstrecken Berlin-Hamburg und Berlin-Hannover. Am Sonntag gab's immer noch erhebliche Probleme, so dass ich mich mal wieder durchschlagen musste. Noch weiß man nicht, wer diesmal dahintersteckt. Mir persönlich ist die Motivation für solche Taten egal, eine Rechtfertigung gibt es meiner Meinung nach nicht. Wer so etwas tut, ist kriminell und gehört hinter Gitter. Oder noch besser: Man sollte diese Leute zwingen, mit einem Sparpreisticket und ohne Smartphone an einem Freitag- oder Sonntagnachmittag, vorzugsweise zu Ferienbeginn, von Hintertupfingen nach Posemuckel zu fahren. Vielleicht würden sie was draus lernen.



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