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08.06.2017: Katzencafé Miezhaus, Bielefeld

Katzencafés das ist eine Idee aus Fernost, die den Weg nach Deutschland gefunden hat. Diese Paradiese für Menschen mit Katzenwahn gibt es hierzulande in einigen großen Städten, zum Beispiel in Hannover, und seit dem 25.05.2017 auch in Bielefeld. Im Miezhaus leben fünf Hauskatzen (alle aus einem Wurf, sie kommen aus dem Tierschutz), die sich frei im Gastraum und einem abgetrennten Bereich bewegen können, der für Gäste tabu ist. Die Katzen wiederum können nicht in die Küche gelangen. Im Gastraum stehen natürlich keine Katzentoiletten, aber mehrere Kratzbäume, Körbchen und dergleichen, außerdem gibt es kleine Plattformen und Holzboxen an den Wänden das alles wird von den Tieren ausgiebig genutzt. Von 10 bis 18 Uhr (Dienstag ist Ruhetag) dürfen sich Menschen im Gastraum aufhalten. Dort können sie Kaffee und andere Getränke, Kuchen und Muffins sowie wechselnde kleine Gerichte (alles vegetarisch/vegan) genießen, die übrigens im Gegensatz zu dem oben verlinkten Lokal nicht mit Abdeckungen serviert werden. Tja, und wenn den Stubentigern danach ist, dann schlendern sie zwischen den Tischen herum, nehmen auf den Stühlen Platz, relaxen in ihren Körbchen, lassen sich streicheln oder mit bereitstehendem Spielzeug bespaßen.



Miezhaus Bielefeld

(Lea, eine der kontaktfreudigsten Katzen im Miezhaus)


Wenn sie die Nase voll haben, können sich die Katzen jederzeit in den Rückzugsraum verdrücken. Dort haben sie ihre Ruhe. Es könnte also sein, dass man bei einem Besuch im Miezhaus überhaupt keine Fellnase zu Gesicht bekommt. Außerdem soll man die Katzen nicht bedrängen. Sie sollen selbst entscheiden können, von wem sie sich anfassen lassen. Hochnehmen, so heißt es in den Hinweisen, mit denen die Speisekarte beginnt, ist ein No-Go. Das klingt in der Theorie gut, ich muss aber sagen, dass die Praxis leider anders aussieht. Manche Menschen scheinen sich einen Dreck um die Etikette im Umgang mit dem pelzigen Hochadel zu scheren! Vor allem Kinder waren so zudringlich, dass die durchaus aufgeschlossenen und ansonsten tiefenentspannt wirkenden Tiere irgendwann die Flucht ergriffen haben.

Der von den Blagen verursachte Rummel ist einer der Gründe dafür, dass das Miezhaus wohl doch nicht zu einem neuen Stammlokal für mich wird. An den Katzen liegt's definitiv nicht, die sind niedlich und verschmust. Leider finde ich das Lokal einfach nicht gemütlich. Der kleine Gastraum ist derart mit Tischen und Stühlen vollgestellt, dass man sich kaum bewegen kann. Das Raumklima ist nicht angenehm, zumindest war das bei meinen beiden Besuchen so. Ich war an heißen Tagen im Mai und Juni dort, da war's drinnen kaum kühler als draußen! Die Auswahl bei Speisen und Getränken ist mir nicht groß genug. Und schließlich hatte ich anders als in Hannover nicht den Eindruck, in einem Café zu Gast zu sein, in dem zufällig Katzen leben. Mag sein, dass es an der kurzen Zeit seit der Eröffnung gelegen hat, aber es kam mir so vor, als handele es sich um eine Art Streichelzoo mit Verköstigung. Vielleicht sollte ich in ein paar Monaten nochmal reinschauen, wenn die Aufregung nachgelassen hat.



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