Zur Archiv-Startseite
Zur Übersicht der Kommentare


22.06.2016 - 06.07.2016: Kreta

Aufmerksamen Lesern meiner kleinen Reiseberichte wird vielleicht auffallen, dass ich jetzt nach 2013 und 2014 schon zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Urlaub auf Kreta gemacht habe, und zwar immer im Westteil der Insel. Der Bericht fällt deshalb kürzer aus als sonst, aber das heißt nicht, dass wir in diesem Jahr nur am Strand herumgelegen oder dasselbe gemacht hätten wie bei unseren vorherigen Besuchen auf dieser schönen Insel. Ganz im Gegenteil! Abgesehen von einem kurzen Besuch beim (inzwischen leider völlig überlaufenen) Traumstrand Elafonisi haben wir nur neue Touren unternommen. Kreta ist so groß, dass man immer wieder Neues entdecken kann sofern man mobil ist. Aus diesem Grund haben wir einen Mietwagen für zwei Wochen im voraus gebucht. Auf Kreta gibt es natürlich ein gut ausgebautes Busnetz, aber ohne eigenen fahrbaren Untersatz ist man doch ein bisschen aufgeschmissen, wenn man entlegenere Gegenden nach eigenem Gutdünken erkunden möchte.

Die erste unserer beiden Urlaubswochen haben wir in Chania an der Nordküste verbracht. Chania, nach Heraklion die zweitgrößte Gemeinde Kretas, ist meiner Meinung nach die schönste Stadt der Insel. Praktischerweise hat Chania einen eigenen Flughafen, der von Deutschland aus direkt angeflogen wird, außerdem gibt es in der Nähe der Altstadt einen kostenfreien Parkplatz, der vom Flughafen aus bequem erreichbar ist. Einfach immer auf der Hauptstraße (E. Venizelou) bleiben und in der Nähe des Stadions rechts auf die Dodekanisou abbiegen. Der Parkplatz gehört zu einem Freilufttheater und ist nie voll, sofern dort keine Veranstaltungen stattfinden. In den engen Gassen der von venezianischen und türkischen Einflüssen geprägten Altstadt pulsiert während der Saison bis spät in die Nacht das Leben, und zwar nicht nur das touristische. Viele Griechen aus anderen Regionen des Landes machen hier ebenfalls Urlaub. Ruhige Gässchen gibt es hier natürlich auch, und in einem solchen befindet sich unser Urlaubsdomizil, das Boutique-Hotel Ionas.



Kreta

(Bild 1: Das Hotel Ionas, ein restauriertes historisches Gebäude aus dem 16. Jahrhundert)


Man kann drinnen frühstücken, viel angenehmer ist es aber draußen in einem kleinen Innenhof. Dort ist man jedoch immer unter Beobachtung. Während unseres Aufenthalts sind dort stets mindestens vier (sehr gepflegte) Katzen herumgeschlichen, wenn sie nicht gerade gepflegt Siesta hielten.



Kreta

(Bild 2: Eine Katze aus unserer "Viererbande")


Die Tiere waren stets präsent, aber nicht aufdringlich. Sie werden ja auch von den Hotelbesitzern gefüttert.

Das Hotel ist wirklich sehr ruhig gelegen, aber biegt man einmal um die Ecke, ist man schon wieder mitten im Trubel und bis zur Hafenpromenade mit unzähligen Restaurants, Shops und Museen sind es nur ein paar Gehminuten. Chania eignet sich bestens zur Erkundung der Halbinsel Akrotiri. Vom Grab des Nationalhelden Eleftherios Venizelos aus hat man einen prima Blick über die ganze Bucht, weitere lohnenswerte Ausflugsziele auf der Halbinsel sind der Ort Stavros, in dem einige Szenen des Films "Alexis Zorbas" gedreht wurden, und verschiedene Klöster.



Kreta

(Bild 3: Kloster Agia Triada)


Baden ist am Stadtstrand von Chania zwar möglich, viel schönere Strände erreicht man aber mit dem eigenen Auto oder dem öffentlichen Bus völlig problemlos innerhalb weniger Minuten. Westlich der Stadt erstreckt sich ein kilometerlanger feinsandiger Strand entlang der Ortschaften Agia Marina, Platanias und Gerani. Da wir uns in Platanias seit unserem vorletzten Kreta-Urlaub gut auskennen, sind wir dorthin gefahren.

Sehr empfehlenswert ist ein Ausflug nach Argiroupolis beziehungsweise zu den etwas unterhalb dieses Bergdorfes gelegenen Wasserfällen. Selbst im Hochsommer rauschen hier Gebirgsbäche zu Tal und versorgen die Stadt Rethymnon mit Trinkwasser. Findige Gastronomen haben Tavernen rund um die kleinen Wasserfälle herum gebaut, und so kann man hier auch bei größter Hitze gemütlich im Schatten der dichten Bäume sitzen. In großen Bassins schwimmen Forellen. Wer möchte, kann sein eigenes Mittagessen per Kescher fangen! Kreta ist bekanntlich ein Paradies für Wanderfreunde. Wer sich die ganztägige Wanderung durch die berühmte Samaria-Schlucht nicht zutraut, kann von Chania aus zum Ort Imbros fahren und die gleichnamige Schlucht durchwandern.

Die zweite Urlaubswoche verbrachten wir wie vor zwei Jahren im Hotel "Libyan Princess" im Städtchen Paleochora an der Südküste. An meiner positiven Hotelbewertung von damals hat sich nichts geändert!



Kreta

(Bild 4: Paleochora)


Von hier aus kann man einen netten Schiffsausflug nach Sougia und zu den dortigen Ausgrabungen (Lissos) machen. Lissos lässt sich von Sougia aus auch erwandern, ich fand das letzte Stück des Weges (bergauf, bergab über Stock und Stein) aber ganz schön beschwerlich. Ich werde wohl langsam alt ... Lohnend ist auch eine kleine Wanderung zum ca. fünf Kilometer von Paleochora entfernten Dörfchen Anidri. In der Nachmittagshitze kann der Fußmarsch ganz schön schweißtreibend sein, zumal es stetig bergauf geht, aber am Ziel wartet das sehr empfehlenswerte, von jungen Leuten betriebene Kafenion "Sto Scolio".

Auch in unserem Stammlokal in Paleochora wurden wir wieder permanent von Katzen beobachtet. Die sind schon ein bisschen energischer aufgetreten als ihre Pendants in Chania.



Kreta

(Bild 5: Wer könnte hier widerstehen?)


Ich kann mich nur wiederholen: Kreta ist die perfekte Insel für mobile Griechenland-Freunde. Neben touristischer Infrastruktur findet man immer noch das "alte" Griechenland. Moderne und Tradition existieren Seite an Seite. Die abwechslungsreiche Landschaft, die wunderschönen Strände und die weltberühmten archäologischen Stätten locken Jahr für Jahr mehr Touristen an, dennoch ist die Insel bestens für Individualurlauber geeignet. Wer gern eine irgendwo im Nirgendwo hingeklotzte All-Inclusive-Luxus-Hotelanlage buchen und diese höchstens verlassen möchte, um an den Strand zu gehen oder eine organisierte Inselrundfahrt mit "griechischem Abend" mitzumachen, der findet auf Kreta natürlich entsprechende Angebote. Wer sich darauf beschränkt, macht aber definitiv was falsch.

Mehr Fotos von diesem Urlaub findet ihr hier.



Zur Archiv-Startseite
Zur Übersicht der Kommentare