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19.11.2015: Mobile Gaming - Fallout Shelter


Jungspunde, die mit Smartphones aufgewachsen sind, werden es vielleicht nicht glauben, aber Videospiele für unterwegs gibt es schon sehr lange. Und damit meine ich nicht etwa Nintendos Gameboy. Wenn ihr in der Wikipedia den Begriff "Microvision" nachschlagt, dann könnt ihr sehen, womit ich meiner Umwelt ab Weihnachten 1980 auf die Nerven gegangen bin. Stundenlang habe ich "Block Buster" auf diesem klobigen Handheld gespielt! Ich selbst habe die monotonen Soundeffekte irgendwann gar nicht mehr wahrgenommen, aber ich glaube, meine Eltern haben das Ding schon sehr bald verflucht. Einen Gameboy hatte ich in den Neunzigern natürlich auch, aber keinen der ersten Generation. Es war ein Gameboy Color, wenn ich mich recht erinnere. Damit habe ich mich nicht sehr lange beschäftigt, denn in den Situationen, in denen ich ihn hätte einsetzen können (lange Bahnfahrten), wollte ich lieber etwas lesen. Dabei ist es dann erst einmal geblieben.

Aber im Zeitalter der Smartphones hat es mich doch noch einmal gepackt, genauer gesagt: Ich bin der suchterzeugenden Wirkung von Fallout Shelter verfallen. Das Spiel gehört zur Fallout-Reihe, die in einer Welt nach dem Atomkrieg angesiedelt ist. Als die Bomben fielen, haben sich die Menschen in Bunker zurückgezogen, die sie viele Jahre lang nicht mehr verlassen konnten. In Fallout Shelter müsst ihr einen solchen Bunker verwalten. Wann immer ich ein paar Minuten Zeit habe, vertiefe ich mich in diese Aufgabe und merke dabei gar nicht, wie die Zeit vergeht - und wie schnell sich der Akku entlädt, denn das Spiel ist ein ganz schöner Zeit- und Stromfresser. Zu Beginn ist der Bunker noch übersichtlich.



Fallout Shelter

(Ein kleiner Bunker zu Beginn des Spiels)


Wenn erst einmal ein halbes Dutzend Ebenen mit zahlreichen Räumen entstanden sind, wird die Steuerung zumindest auf dem kleinen Bildschirm eines Smartphones fummelig, zumal man jedes Ereignis durch Fingertippen bestätigen muss. Sei es der Level-Aufstieg eines Bewohners oder das Sammeln von Ressoucen - ständig muss man alle Räume im Blick behalten und die entsprechenden Symbole antippen.

Die Aufgabe des Spielers besteht darin, Wohnräume für die Überlebenden zu bauen, Frischwasser, Nahrung und Energie zu erzeugen, das Ödland außerhalb des Bunkers zu erkunden (dabei entdeckt man neue Waffen und Outfits) und Angriffe von allerlei Kreaturen abzuwehren. Dabei muss immer die Zufriedenheit der Bewohner im Auge behalten werden, denn Bewohner, die z.B. kein Frischwasser und nicht genug Nahrung haben, arbeiten schlecht und versauen die Tagesstatistik. Ihre Eigenschaften können in bestimmten Trainingsräumen verbessert werden. Dadurch erhöhen sich ihre Produktivität sowie ihre Überlebenschancen im Ödland. Wenn die Eigenschaft "Glück" ein hohes Level hat, gewinnt man Kronkorken zusätzlich zu den Ressourcen. Kronkorken sind die Währung in dieser Spieleserie und es gibt verschiedene Möglichkeiten, an sie heranzukommen. Sie werden unter anderem zum Bau und für die Aufwertung von Räumen benötigt. Neue Bewohner kommen auf natürlichem Wege hinzu, wenn man Männlein und Weiblein in den Baracken zusammensteckt.



Fallout Shelter

(Diese beiden Bewohner verstehen sich gut, da gibtís bald Nachwuchs)


Sobald die Kinder erwachsen sind, können sie zur Arbeit in den Produktionsstätten oder zum Wachdienst eingeteilt werden. Man kann auch Erwachsene aus dem Ödland anlocken, die dann oft besondere Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenstände mitbringen. Aber Vorsicht! Immer den Ressourcenverbrauch im Auge behalten! Überbevölkerung kann schnell zu einem echten Problem werden.

Während des Spiels sollt ihr verschiedene Herausforderungen meistern: Eine bestimmte Menge Strom, Wasser, Nahrung erzeugen, die Zufriedenheit der Bewohner auf 100 Prozent bringen, so und so viele Schwangere haben, das Level der Bewohner erhöhen, Items sammeln oder verkaufen, Angriffe ohne Opfer überstehen und so weiter und so fort. Zur Belohnung gibtís Kronkorken oder Lunchboxen. Letztere sind viel seltener, sie enthalten ein ganzes Paket von Items. Manchmal greifen neidische Ödlandbewohner an und klauen Ressourcen, aber gut ausgerüstete und ausgebildete Bewohner wissen sich zu wehren!



Fallout Shelter

(Raider aus dem Ödland (oben links) versuchen einzudringen)


Das Spielprinzip führt automatisch dazu, dass man immer weitermachen möchte: Durch anwachsende Bevölkerung werden neue Räume freigeschaltet, mehr Bewohner brauchen mehr Nahrung und Wasser, für neue Räume wird mehr Strom benötigt. Und um diese Ressourcen erzeugen zu können, braucht man wiederum mehr Arbeiter! Unvorhergesehene Ereignisse verleihen dem im Grunde immer gleichen Ablauf die nötige Abwechslung. Dazu noch der knuffige, aus der Fallout-Reihe bekannte Vault-Boy-Look der Bewohner und ihre witzigen Kommentare ... Fallout Shelter mag kein besonders komplexes, tiefgründiges Spiel sein, zumal es keine echten Ziele zu erreichen gibt, aber Spaß macht es auf jeden Fall. Das Spiel ist free to play, es sind aber In-App-Käufe möglich. So kann man Lunchboxen käuflich erwerben. Muss aber nicht sein - es geht auch ohne.

Jetzt zocke ich also auch noch unterwegs und es ist genau das eingetreten, was ich vermeiden wollte: Ich habe gar keine Zeit mehr zum Lesen!



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