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01.02.2015: Spaß mit der Deutschen Bahn Teil 25: Du kommst hier nicht raus!


Vielleicht kennt ihr das: Ihr möchtet in einer angesagten Kneipe feiern, in der Zappelbude rhythmisches Stehen ausprobieren oder sonst irgendeine Lokalität aufsuchen, die schon ziemlich voll ist. Im Eingang prangt ein ebenso breiter wie hoher Türsteher. Ihr bekommt den klassischen Satz zu hören "Du kommst hier nicht rein!" Da ist dann nichts zu machen. Bitten und Diskutieren ist zwecklos. Das gibt es auch bei der Deutschen Bahn, und inzwischen hat man sich als Bahnreisender so sehr an das marode Material dieses hoch subventionierten und nicht gerade billigen Transportmittels gewöhnt, dass einem dieses Bild hier völlig normal vorkommt:



Kaputte IC-Tür


Solche Aufkleber pappen mittlerweile fast an jedem Zug an mindestens einer Tür. Und natürlich bedeutet das, dass man an dieser Tür nicht nur nicht einsteigen kann man kommt dort auch nicht raus, was fatal sein kann, wenn man es zu spät bemerkt. Ist aber alles ganz "normal", wie gesagt. An diesem Wochenende war es jedoch ein bisschen anders. Wie üblich fuhr ich von Mainz nach Bielefeld. Schon in Duisburg fielen mir seltsame Völkerwanderungen im Zug auf. Der Intercity hielt im Bahnhof, zahlreiche Leute wollten aussteigen. Die gingen zum Ausstieg, marschierten aber alle gleich darauf hektisch in Gegenrichtung durch den Waggon, in dem ich saß. Anscheinend war mal wieder eine Tür kaputt. Im nächsten Bahnhof hielt der Zug ungewöhnlich lange. Noch mehr Fahrgäste hetzten durch den Waggon, zerrten ihr schweres Gepäck mit hochrotem Gesicht hinter sich her, rempelten die Sitzenden an (zum Glück hatte ich keinen Gangplatz) und gaben laute Unmutsbekundungen von sich. Es kam mir so vor, als hätten sie schon einen längeren Marsch hinter sich.

In Dortmund war dann vorläufig Endstation, und jetzt endlich kam die allererste Durchsage von der Zugchefin. Sie ließ sich zu der Erklärung herab, momentan liege eine Türstörung vor. Das bedeutete im Klartext, dass sich keine einzige Tür öffnen ließ! Gut, ich wollte hier nicht aussteigen, aber es war schon ein merkwürdiges Gefühl, in dem Zug gefangen zu sein... Einige Zeit später sagte die Zugchefin dann, in Wagen 10 und 11 seien Türen offen. Wieder wälzte sich eine Stampede durch den Waggon, und diesmal schloss ich mich an. Mir war klar, was jetzt kommen würde, und so stieg ich in einen anderen Zug um. Tatsächlich blieb der Zug, in dem ich ursprünglich gesessen hatte, erst einmal in Dortmund stehen. Ich will echt nicht wissen, was an diesen Zügen noch so alles kaputt ist, wenn schon die Türen nicht funktionieren!



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