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08.09.2014 - 12.09.2014: Fehmarn

Seit einigen Jahren machen wir im Frühherbst gern nochmal Urlaub und suchen uns dann mit Vorliebe Ziele aus, die man bequem mit der Bahn erreichen kann. In diesem Jahr sollte es nach dem total verregneten August außerdem ein Ort mit möglichst stabilem Klima sein. Deshalb fiel unsere Wahl auf die deutsche Ostseeinsel Fehmarn, denn sie erfüllt beide Voraussetzungen. Sie ist durch die Fehmarnsundbrücke mit dem Festland verbunden und wird mehrmals täglich sogar von ICEs angefahren, die in Puttgarden auf Fähren Richtung Dänemark verladen werden. Das ist die so genannte Vogelfluglinie, eine Direktverbindung von Hamburg nach Kopenhagen. So sind wir im Jahre 2009 nach Kopenhagen gefahren, denselben Trip kann man von Fehmarn aus als Tagesausflug machen. Außerdem gilt die Insel als eine der sonnenreichsten und niederschlagsärmsten Regionen Deutschlands. Also nichts wie hin! Und es wurde nicht zu viel versprochen. Während unseres gesamten Aufenthalts hat es nicht einmal geregnet. Am ersten Tag war's noch bewölkt und sehr windig, wie man auf Bild 1 sehen kann. Das Wetter wurde aber von Tag zu Tag besser, bis wir uns fast gefühlt haben wie auf einer griechischen Insel in der Ägäis.

Auf Fehmarn hat man bei der Suche nach einer Unterkunft die Qual der Wahl: Hotel oder eine der unzähligen Ferienwohnungen? Wir entschieden uns für ersteres, und zwar für das 4-Sterne-Haus "Strandhotel Bene" am Südstrand nahe des Hauptortes Burg. Das Hotel sieht von außen vielleicht nicht besonders einladend aus...



Fehmarn


(Bild 1: Strandhotel Bene)


...bietet aber recht viel Komfort, große und modern eingerichtete Zimmer mit allem, was das Herz begehrt (großer HD-Fernseher!) sowie umfangreichem Frühstücksbuffet und durchaus akzeptabler Küche im Restaurant, das auch von Nicht-Hotelgästen anscheinend gern besucht wird. Außerdem hat das Hotel den unschätzbaren Vorteil, direkt am schönsten Strand der Insel zu liegen. Unser großes Komfortzimmer Plus (es gibt auch Zimmer mit eigener Sauna) bot herrlichen Blick auf Meer und Strand. Weißer, feinkörniger Sand, im Meer flach abfallend, sehr klares Wasser wunderbar! Allerdings ist der größte Teil des Strandes konzessioniert, was bedeutet, dass man keine Strandmuscheln und dergleichen zwischen den Miet-Strandkörben aufstellen darf. Natürlich könnte man sich einfach so an den Strand legen, aber ein Strandkorb ist natürlich schon kultig.



Fehmarn


(Bild 2: Südstrand direkt vor dem Hotel Bene)


Badetage und lange Strandspaziergänge sind an dieser Seite der Insel also schon mal gebongt, ein Hallenbad ist dort auch vorhanden. Ansonsten hat Fehmarn landschaftlich nicht viel zu bieten. Im Inselinneren sieht es praktisch genauso aus wie bei mir zu Hause auf dem Land in Rheinhessen, wenn man sich die Weinberge wegdenkt. Nur an der Küste mit den Deichen, Leuchttürmen und Vogelreservaten bekommt man so recht das "Insel-Feeling". Die Insel ist so flach, dass sich Radtouren anbieten. Man könnte die Insel einmal komplett per Fahrrad umrunden, aber das wäre ein ganz schöner Ritt, denn Fehmarn ist die drittgrößte Insel Deutschlands. Außerdem sind eigene Radwege außerhalb der Ortschaften leider Mangelware. Jetzt im September war das nicht so schlimm, aber ich möchte nicht wissen, was auf der Insel in der Hauptsaison für ein Verkehr herrscht!

Wenn man nicht mit dem Auto da ist, empfiehlt sich so ein Miet-Drahtesel sowieso, denn vom Ortsteil Burgtiefe, wo sich der Südstrand befindet, bis zum Ortskern in Burg ist es ein Spaziergang von weit über einer Stunde. Und in Burg, einem hübschen kleinen Ort mit vielen Restaurants, Kneipen und Geschäften, kann man so einiges unternehmen. Dort gibt es Museen und ein 3D-Kino, das sich den Charme der Siebzigerjahre bewahrt hat: Eine Bar im Vorführraum, Tischchen vor den Sitzen mit Lampen und einem Knopf zum Herbeirufen der Bedienung... Am Ortsrand steht das Meereszentrum, ein Indoor-Aquarium, in dem nicht nur so kleine Prachtstücke wie in Bild 3 bewundert werden können, sondern auch riesige Haie in einem entsprechend gewaltigen Bassin.



Fehmarn


(Bild 3: Im Meereszentrum Fehmarn)


Nicht weit vom Meereszentrum entfernt gibt es ein Schmetterlingshaus, im Hafen Burgstaaken kann man ein großes U-Boot besichtigen, weiter im Inselwesten kann man auf den Leuchtturm Flügge steigen, der gern für Hochzeiten genutzt wird, es gibt archäologische Stätten zu besichtigen, und zu guter Letzt können Musikfans zum Jimi-Hendrix-Gedenkstein pilgern. Hendrix hat im Jahre 1970 ausgerechnet auf Fehmarn sein letztes Konzert gegeben!

Insgesamt bietet Fehmarn beste Voraussetzungen für einen relaxten Urlaub. Aber ganz ehrlich? Wenn ich nochmal an's Meer möchte, werde ich mich wohl doch wieder für die Nordsee und Borkum entscheiden. Dort ist das Wetter vielleicht nicht so gut, aber die Stimmung ist irgendwie "maritimer"...



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