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25.06.2014 - 09.07.2014: Kreta

Griechenland-Fans haben es in der Saison 2014 schwerer als sonst, denn die großen Reiseveranstalter haben ihr Angebot drastisch zurückgefahren. Dumm von ihnen, denn zumindest in Sachen Tourismus hat Griechenland die Krise überwunden, d.h. die Nachfrage ist groß. Das Übliche - also die bekanntesten Reiseziele wie Rhodos, Kreta, Kos und so weiter - wird natürlich schon noch angeboten, aber nicht mehr die kleineren Inseln. Kombinationen sind schon gar nicht mehr möglich. Genau das wollten wir allerdings in diesem Jahr machen; wir wollten je eine Woche auf Santorini und Naxos verbringen. Das ging nur noch beim Griechenland-Spezialisten Attika (den ich übrigens sehr empfehlen kann), dort waren unsere Wunsch-Unterkünfte aber schon restlos ausgebucht.

Wir machten aus der Not eine Tugend und flogen einfach nochmal nach Kreta. Dort waren wir schon im vergangenen Jahr, und wie ich seinerzeit schrieb, ist Kreta so groß, dass man sich nicht auf einen einzigen Urlaubsort beschränken sollte. Letztes Jahr haben wir das trotzdem gemacht, wir haben zwei Wochen in dem Ort Platanias in der Bucht von Chania an der Nordküste verbracht. Unsere meisten Tagesausflüge waren deshalb auf das dortige Umland beschränkt, denn stundenlange Kilometerfresserei muss ich im Urlaub nicht jeden Tag haben. Dieses Jahr haben wir unseren Aufenthalt gesplittet Ė eine Woche Paleochora an der Südwestküste, eine Woche Rethymnon an der Nordküste östlich von Chania. Einen Mietwagen haben wir vorab für die ganzen zwei Wochen gebucht und waren in der ganzen Zeit mobil. Das war gar nicht so teuer, denn die Kosten für den Hoteltransfer sind ja weggefallen.

Paleochora liegt auf einer kleinen Landzunge und hat zwei Strände. Einer ist sehr lang, breit und feinsandig. Damit ist er allerbestens geeignet für faule Badetage. Der andere Strand ist steinig. Lauschige Plätzchen gibtís selbst in der Hochsaison an beiden Stränden.



Kreta


(Bild 1: Am Strand in der Nähe des Campingplatzes von Paleochora)


In Paleochora hat der Massentourismus noch nicht Fuß gefasst. Es gibt keine großen Hotelbunker, dafür viele kleine Privatpensionen. Wir haben uns für das Hotel "Libyan Princess" entschieden. Im Katalog des Anbieters wird es mit dreieinhalb Sternen bewertet, es hätte aber definitiv vier verdient. Das ist ein richtiges - wenn auch kleines - Hotel, mit dem wir absolut zufrieden waren. Die Zimmer sind geschmackvoll eingerichtet und das Hotel bietet allen Komfort, den man im Urlaub braucht. Ab 19:00 Uhr sind die Straßen in Paleochora gesperrt und werden somit zur Fußgängerzone mit Restaurants und Kneipen. Allerdings waren in diesem Jahr überall lautstark plärrende Fernseher aufgestellt, wenn wieder mal ein WM-Spiel stattfand. Das war nicht weiter schlimm. Man musste nur in eines der kleinen Seitengässchen abbiegen, schon hatte man wieder völlige Ruhe und konnte in das ganz normale Dorfleben eintauchen. Die großen Sehenswürdigkeiten Kretas sind von Paleochora aus nicht gut erreichbar, man findet aber auch in der näheren Umgebung nette Ausflugsziele wie den Traumstrand von Elafonisi und das nicht weit davon entfernte Kloster Chrisoskalitissa.



Kreta


(Bild 2: Kloster Chrisoskalitissa)


Nach einer Woche nahmen wir Abschied vom eher ländlichen Leben in Paleochora und fuhren ins schicke städtische Rethymnon. Die Stadt liegt ungefähr auf halbem Weg zwischen Heraklion und Chania, außerdem ist die Insel an dieser Stelle ziemlich schmal. Somit kann man von Rethymnon aus recht viele Ausflugsziele bequem erreichen. In die Inselhauptstadt Heraklion sind wir wegen des griechischen Verkehrschaos aber lieber nicht mit unserem Leihwagen, sondern mit dem öffentlichen Bus gefahren! Heraklion ist zwar wirklich keine schöne Stadt, man sollte sie wegen des archäologischen Museums dennoch unbedingt mal besuchen.

Rethymnon hat zwar einen Strand, aber dort ist es meistens ziemlich voll. Außerdem hat das Wasser dort wegen des benachbarten Hafens nicht die gute Qualität, die man sonst von griechischen Stränden gewohnt ist. Darüber hinaus reiht sich in diesem Bereich eine Bettenburg an die andere, hinzu kommen unzählige identitätslose Billigrestaurants, Bars, Souvenirshops und dergleichen. Diesen Teil der Stadt haben wir links liegen gelassen. Wir wollten in der Altstadt wohnen! Attika hat hierfür unter anderem das Hotel "Mythos Suites" im Angebot.



Kreta


(Bild 3: Eingang unseres Zimmers im Hotel Mythos Suites)


Das Hotel ist ein ehemaliges venezianisches Herrenhaus aus dem 16.Jahrhundert, das in den Neunzigern restauriert und seitdem immer wieder renoviert wurde. Um einen lauschigen kleinen Innenhof mit vielen Pflanzen und Blumen sowie sehr kleinem Pool herum sind unterschiedlich geschnittene Zimmer mit kleinen Balkons oder Terrassen gruppiert. Unsere Superior-Suite war zweigeschossig. Unten Wohnzimmer und Kitchenette, oben Schlafzimmer und Bad. Alles sehr nett eingerichtet, aber im oberen Geschoss staute sich die Hitze derart, dass man es ohne Klimaanlage kaum aushalten konnte - ich bin jeden Morgen quasi in meinem eigenen Saft aufgewacht! Das Frühstücksbüffet hätte für meinen Geschmack etwas mehr Abwechslung vertragen können, aber ich will nicht meckern. Habe sowieso einige Kilo zugenommen, außerdem waren die angebotenen Produkte erkennbar hochwertig und stammten zum Teil aus eigener Herstellung.

Das Hotel ist sowieso unschlagbar, und zwar wegen der Lage. Es befindet sich in einer Seitengasse direkt neben der Kathedrale (die Glocken läuten in der Nacht zum Glück nicht), also praktisch mitten in der Altstadt. Und die ist fast so schön wie die Altstadt von Chania.



Kreta


(Bild 4: Eine von unzähligen hübschen Ecken in der Altstadt von Rethymnon)


Wir hatten Glück: Während unseres Aufenthalts fand in Rethymnon das jährliche Cretan Diet Festival im Stadtpark statt. Dort wurden kretische Produkte aller Couleur präsentiert, man konnte alles Mögliche kostenlos probieren, und jeden Abend gab es mehrere Konzerte. Und das alles für nur fünf Euro Eintritt! Genial!

In Rethymnon wird für jeden Geschmack etwas geboten. Besonders angetan waren wir von den zahlreichen offensichtlich neueren Restaurants, in denen nicht (oder nicht nur) die Standard-Gerichte Souvlaki, Gyros und Greek Salad angeboten werden, sondern auch traditionelle kretische Küche oder interessante Variationen des Altbekannten. Raki gabís meist gratis mit der Rechnung - oder er wurde nicht berechnet, wenn wir ihn bestellten! Pelzige Zaungäste waren meistens mit von der Partie. Inzwischen bringen wir schon massenweise Katzenfutter aus Deutschland mit, um die Tierchen zufrieden zu stellen, denn die vor Ort erhältlichen Produkte scheinen ihnen nicht so gut zu schmecken...



Kreta


(Bild 5: Ein bisschen ramponiert, trotzdem niedlich)


Man sieht: Kreta ist mehr als nur eine Reise wert. Wir haben nichts von dem wiederholt, was wir letztes Jahr dort unternommen haben, und im Grunde könnten wir nächstes Jahr gleich wieder hinfahren!

Hier findet ihr weitere Urlaubsfotos.



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