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15.05.2014: Playstation 4 - Erste Eindrücke

Jetzt habe ich es doch noch getan - ein halbes Jahr nach Markteinführung der Playstation 4 habe ich mir die Konsole zugelegt.



Playstation 4


(Bild 1: Unboxing PS4)


Dass ich mir ein Exemplar der neuesten Playstation-Generation nicht sofort am Erstverkaufstag sichere - das hätte es früher nicht gegeben. Grund für mein Zögern: Es gab bis jetzt kein einziges Spiel, das mich interessiert hätte. Jedenfalls keines, das nicht auch für die PS3 erhältlich gewesen wäre. So allmählich zeichnet sich endlich wie ein Silberstreif am Horizont ab, dass Games erscheinen werden, die entweder PS4-exklusiv sind oder die ich lieber auf der Next-Gen-Konsole spielen möchte als auf meiner betagten PS3. Außerdem sagt man ja so schön: "Shoppe in der Zeit, dann hast du in der Not". Oder so ähnlich. Also dachte ich mir, es könnte nicht schaden, endlich mal zuzuschlagen.

Und schon stand ich vor einem Problem. Woher nehmen? Im Laden ist die PS4 nämlich absolute Mangelware und im Onlinehandel werden derzeit völlig überzogene Preise verlangt. Aber ich hatte Glück! Ich schaute einfach mal im Laden nach, und siehe da: Es standen noch genau drei Stück auf der Palette. Zum regulären Preis. Da habe ich natürlich sofort zugegriffen. Einer der Gründe, warum ich mich für die PS4 und gegen die ungefähr gleichzeitig erschienene Xbox One entschieden habe, ist der fehlende Online-Zwang. Eine Internetverbindung ist beim Konkurrenzprodukt aus dem Hause Microsoft zwingend erforderlich. Wer wie ich völlig offline bleiben will, kann die Xbox One nicht nutzen!

Die PS4 muss niemals mit dem Internet verbunden werden. Sie hat zwar eine ganze Reihe von Online-Features, aber dieser ganze Community-Quatsch ist für mich alten Menschenfeind vollkommen überflüssig. Es gibt nur zwei Haken. Wenn man Speicherstände auf einem USB-Stick sichern will, muss man sich zuvor im PSN einloggen. Wer die PS4 als DVD/Blu-ray-Player verwenden möchte, muss sich (ein einziges Mal) mit dem Internet verbinden und die Player-Funktion aktivieren. Das kommt für mich nicht in Betracht, ist aber nicht schlimm - ich habe ja noch die PS3. Die wird sowieso noch lange im Einsatz bleiben, denn im Gegensatz zu der alten Konsole ist die PS4 nicht abwärtskompatibel!

Rein optisch hat die schlicht designte Hardware nicht viel zu bieten, aber ich finde es schon mal sehr gut, dass die Konsole eine flache Oberseite hat. So fügt sie sich gut in mein Multimedia-Regal ein und ich kann noch ein anderes Gerät obendrauf stellen. Die Konsole kann auch vertikal aufgestellt werden.

Am auffälligsten sind die Änderungen am kabellosen Controller.



Playstation 4


(Bild 2: PS4-Controller: Draufsicht)


Der Knochen ist etwas größer und schwerer, er wirkt irgendwie "wertiger" als das Vorgängermodell. Er liegt noch besser in der Hand, denn die Griffe sind länger. Leider entlädt er sich ziemlich schnell; nach nur fünf Abenden musste ich ihn schon wieder aufladen. Neu ist zunächst einmal das Touchpad. Wie bei einem Laptop ist damit Berührungssteuerung möglich. Unter dem Touchpad erkennt ihr im obigen Bild die Öffnungen des integrierten Lautsprechers. Ich war ziemlich überrascht, als der Controller plötzlich Geräusche von sich gegeben hat! Außerdem ist ein Kopfhöreranschluss vorhanden. Ein Mono-Kopfhörer war bei der PS4 schon dabei (ein HDMI-Kabel übrigens auch).

Die dritte auffällige Neuerung seht ihr im nächsten Bild: Die Light-Bar unter dem "Sony"-Schriftzug. Im Betrieb leuchtet das Ding blau, und zwar ziemlich hell. Seit dem Systemsoftware-Update auf Version 1.70 kann man das Licht zum Glück ein wenig dimmen. Benötigt wird es wohl vor allem für die Bewegungssteuerung, hierfür braucht man aber noch die neue Kamera. Die gehört nicht zum Lieferumfang der PS4.



Playstation 4


(Bild 3: PS4-Controller: Frontansicht)


Die Tasten START und SELECT sucht man vergebens. Stattdessen gibt's die Tasten OPTIONS und SHARE. Ich muss sagen, dass die nicht so gut erreichbar bzw. zu ertasten sind, das hätte man besser lösen können. Besonders die SHARE-Taste werde ich sicher ausgiebig nutzen, denn damit kann man jederzeit Screenshots und Gameplay-Videos von den letzten 15 gespielten Minuten aufzeichnen. Seit Systemsoftware Version 1.70 kann man beides auf einen USB-Stick kopieren. Somit werde ich euch bei künftigen Game-Reviews also endlich auch Screenshots präsentieren können. Hurra! Das habe ich mir doch schon immer gewünscht.

Das Menü ist etwas anders aufgebaut als bei der PS3, man gewöhnt sich aber sehr schnell daran und findet bequem alle Einstellungsmöglichkeiten.



Playstation 4


(Bild 4: Menü mit der Aufnahmengalerie. Die ist neu seit Version 1.70)


Die Konsole als Fotoalbum einsetzen? Eigene CDs oder MP3-Dateien hören? Das alles leistet die PS4 nicht. Logischerweise sind auch keine Slots für Speicherkarten vorhanden; an der Front findet man lediglich zwei USB-Anschlüsse. Wer eigene Digitalbilder oder Musik auf der Konsole nutzen möchte, muss entweder einen kostenpflichtigen Dienst online abonnieren oder auf künftige Software-Updates hoffen. Mir ist's egal, denn für all das verwende ich einen PC - oder eben die PS3.

Gut, jetzt hatte ich also die Konsole, schon tat sich die nächste Luxussorge auf: Welches Spiel sollte ich kaufen? Wie schon gesagt: Die ersten für mich wirklich interessanten Titel werden demnächst erst erscheinen, aber natürlich wollte ich jetzt eins haben. Ich entschied mich für inFamous: Second Son, denn die Story klingt interessant. Ein Typ, der sich die Fähigkeiten parabegabter Menschen aneignen kann, indem er sie berührt. Ha! Das kenne ich doch aus der Perry Rhodan - Serie! Das kann ich also jetzt selbst ausprobieren. Optisch ist das Spiel natürlich eine Wucht, wie man im folgenden Screenshot nur andeutungsweise erkennen kann, denn die Stärke liegt mehr in Kleinigkeiten. Das sind zum Beispiel die in Pfützen fallenden Regentropfen, Echtzeit-Spiegelungen im Wasser, pulsierende Licht- und Partikeleffekte, feine Texturen und so weiter.



Playstation 4


(Bild 5: inFamous Second Son)


Spielerisch erinnert mich inFamous an eine Mischung aus dem neuen Tomb Raider und Far Cry 3. Man springt und klettert durch die frei erkundbare Stadt Seattle, wobei man nach und nach immer stärkere Fähigkeiten (Superkräfte) freischalten, Gegner bekämpfen und nach bestimmten Items suchen muss. Der Ablauf scheint sich, soweit ich das nach etwa drei Spielstunden sagen kann, stets zu wiederholen. Das Ganze wird durch eine eher dünne Story zusammengehalten. Touchpad, Controller-Lautsprecher und Sixaxis-Steuerung werden eingesetzt, aber das wirkt ein bisschen aufgepfropft - d.h. man hätte das Spiel genauso gut auch ohne diese Gimmicks im Griff. Egal, Spaß macht es bis jetzt auf jeden Fall, und schließlich ist das mein erstes Next-Gen-Spiel, da ist ja allein schon das Sightseeing motivierend genug.

Insgesamt ist mein erster Eindruck von der neuen Konsole durchaus positiv. Wesentliche Funktionen der PS3 sind weggefallen oder nur durch Online-Aktivierung zugänglich und teils kostenpflichtig, aber das stört mich nicht. Ich betrachte die PS4 in erster Linie als "Spielzeug". Was sie als solches wirklich zu leisten vermag und ob die neuen Hardware-Features sinnvoll ins Spielgeschehen integriert werden können, muss sich erst noch zeigen. Das war bei jeder neuen Konsolengeneration genauso, und angesichts der Grafikpracht von inFamous bin ich mir absolut sicher, dass wir Konsoleros uns auf viele wunderbare Games freuen dürfen!



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