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20.04.2014: Kringels Rote Liste Teil 5 - Handys. Oder: Menschen, die auf Smartphones starren

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal schreiben würde, aber es stimmt: Die Handys sterben aus!



Mein erstes Handy

(Mein erstes Handy)


Antike Trümmer wie diesen ramponierten Klotz sieht man ja schon lange nicht mehr, aber auch sonst scheint die Ära der Mobiltelefone zu Ende zu gehen. Was selbstverständlich nicht heißt, dass wir Dinosaurier um die Fünfzig, die nicht in dem Wahn leben, immer und überall erreichbar sein zu müssen, bald nicht mehr unter dem pausenlosen Gequassel unserer Zeitgenossen zu leiden haben werden. Nein, Handys werden in Zukunft wahrscheinlich einfach als temporäre Verirrung auf dem Weg zur mobilen Totalvernetzung betrachtet werden, denn wie immer, wenn eine bessere Technik erfunden wird, machen sie nur Platz für Neues: Smartphones. Damit und in Verbindung mit diversen sozialen Netzwerken, Kommunikationsplattformen etc. können Menschen mit übersteigertem Mitteilungsbedürfnis nun wirklich permanent alle Welt wissen lassen, was sie gerade tun, wo sie sind, wie sie sich fühlen und so weiter und so fort. Ob sich die Welt dafür interessiert? Man weiß es nicht.

Natürlich habe auch ich ein Smartphone. In unserer Online-Welt fühlt man sich ohne schnellen Internetzugang inzwischen ja fast wie amputiert. Ich finde es toll, bei Bahnreisen schon vor Erreichen des Bahnhofs nachsehen zu können, welche Züge dort mit wie großer Verspätung abfahren werden. Oder von der Shazam-App angezeigt zu bekommen, was das für ein Lied ist, das da gerade in der Kneipe gespielt wird. Oder im Internet eine Blu-ray bestellen zu können, die im Geschäft, in dem ich gerade stehe, nicht (oder viel teurer) zu haben ist. Den Routenplaner nutze ich ebenfalls sehr gern. Gleichzeitig ist das handliche Teil eine leistungsfähige Kamera, die ich immer in der Jackentasche dabei haben kann. Für solche Verwendungszwecke ist das Smartphone so wahnsinnig praktisch, dass ich nie mehr drauf verzichten möchte!

Aber ich telefoniere nicht mehr oder länger als früher. Facebook, WhatsApp und dergleichen nutze ich überhaupt nicht. Es geht über mein Begriffsvermögen, warum ich ständig in Kontakt mit irgendwelchen Typen stehen sollte, die ich vielleicht nicht mal persönlich kenne. Für manche Leute scheint das ungemein wichtig zu sein. Warum ist das so? Fühlen sie sich einsam, isoliert, allein gelassen? Brauchen sie das immerwährende Feedback ihrer Umwelt, um sich lebendig, wichtig, ernst genommen zu fühlen? Das wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Klar, ich darf nicht zu laut meckern, schließlich betreibe ich hier eine Art Blog und freue mich immer über eure Zuschriften.

Trotzdem: Es ist schon witzig zu beobachten, wie sich alle Fahrgäste im Bus eifrig über ihre Smartphones beugen, sobald das charakteristische Geflöte erklingt, mit dem eine neue WhatsApp-Nachricht angekündigt wird. Das stört mich nicht – sollen die Kids doch tippen! Dann labern sie wenigstens nicht. Wirklich schlimm finde ich eigentlich nur, dass an Smartphones noch mehr als an Handys auch dann herumgefummelt wird, wenn man sich auf etwas anderes konzentrieren sollte. Zum Beispiel auf den Straßenverkehr. Neulich kam mir ein Radfahrer entgegen, der mit einer Hand ganz versunken auf seinem Smartphone herumwischte und gar nicht auf die Straße guckte...

Apropos mobile Erreichbarkeit: Erinnert sich jemand aus der geschätzten Leserschaft noch an Autotelefone?!?

Weitere Einträge in der Roten Liste:

Sendeschluss
APS-Kameras und –Filme
MusiCassetten und Kassettenrecorder
Big Jim



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