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18.04.2012: Neues aus Schilda

Auf der Autobahn, die ich für den Weg zur Arbeit nutze, ist meistens viel los. Deshalb wurde sie schon vor Jahren in beiden Richtungen dreispurig ausgebaut. Genauer gesagt: Die ehemalige Standspur wurde in eine dritte Fahrbahn umgewandelt. Das fand ich klasse, denn so konnte man endlich bequem an den LKW vorbeifahren, die an einer bestimmten Stelle mit Steigung und Kurve immer nur im Schneckentempo vorwärtskommen. Abgesehen von ein paar unbelehrbaren Mittelspurfahrern, die noch nie was vom Rechtsfahrgebot gehört haben, gab es dann keine Probleme mehr. Eine Standspur gab es danach zwar nicht mehr (nur Nothaltebuchten), aber mir ist nicht bekannt, dass das zu irgendwelchen Schwierigkeiten geführt hätte.

Die Verkehrsführung wurde jetzt geändert: Die dritte (rechte) Spur wurde wieder zur Standspur gemacht. Außerdem wurde eine aus Kameras und Wechselschildern bestehende Anlage eingerichtet, die reagieren soll, sobald sich ein Stau bildet. Wenn die Kameras eine erhöhte Verkehrsdichte erkennen, werden die Schilder so umgestellt, dass sie eine Freigabe der Standspur anzeigen. Die darf dann als zusätzliche Fahrspur genutzt werden. Immerhin: Die Technik funktioniert. Es gibt aber zurzeit noch viele begriffsstutzige Fahrer, die die geänderte Verkehrsführung ignorieren und fröhlich weiter über die Standspur brettern, obwohl sie nicht freigegeben ist (man kann es ihnen fast nicht verdenken), sowie mindestens ebenso viele überängstliche Fahrer, die dem Braten nicht trauen und die Standspur nicht nutzen, wenn sie freigegeben ist. Auch das kann man irgendwie verstehen, denn was geschieht wohl, wenn auf der freigegebenen Standspur ein liegengebliebener LKW steht? Was ist wohl gefährlicher: Eine dreispurige Autobahn ohne Standspur, oder eine Autobahn, auf der ständig die Verkehrsführung geändert wird?

Ich habe lange darüber nachgedacht, aber mir ist keine idiotischere Möglichkeit zur Vernichtung öffentlicher Gelder eingefallen. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen. Da wird für ich weiß nicht wie viel Geld eine Anlage aufgebaut, mit deren Hilfe Staus aufgelöst werden sollen, die gar nicht erst entstehen würden, wenn man einfach alles so gelassen hätte wie es war! Die dritte Spur ist ja seinerzeit nicht vom Himmel gefallen - keine Ahnung, was der Bau gekostet hat! Da hätte man unsere Steuergelder auch einfach verbrennen können, dann wäre die Autobahn wenigstens nicht monatelang wegen der Umstellungsmaßnahmen durch Baustellen verseucht gewesen...



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